Incomplete Ch. 01

In Zeiten von Corona ist es wichtig, körperliche und soziale Kontakte auf ein Minimum herunter zu fahren! Bordelle schließen, die sexuelle Lust ist dennoch weiter da. Warum nicht deshalb mal Camsex ausprobieren, der virtuelle Sex ohne Gefahr für beide Seiten! Schützen Sie sich!

yo.

glückwunsch, ihr habt soeben die lyrischen abgründe meiner psyche entdeckt.

das gleich zu anfang: tiefleidenschaftliche unanständigkeiten sucht ihr im ersten kapitel leider vergeblich. die werden folgen… irgendwann… aber noch müsst ihr euch mit diesem prolog zufrieden geben.

mit meinem schreibkram bin ich nie wirklich zufrieden, von daher ist konstruktives feedback immer willkommen! (anonymes) gemoser und genörgel allerdings nicht – es sei denn, es amüsiert mich genügend, um es nicht umgehend wieder zu löschen.

also gebt euch mühe (;

AMEN SHE PRAYED. viel spaß mit part i. &sagt anschließend nicht, ich hätte euch nicht ausreichend gewarnt…

* * *

INCOMPLETE, Part I.

Katka.

Verzückt streichelte Katka über die winzige Hand, die ihren kleinen Finger umklammert hielt.

„Er ist so süß“, gurrte sie dabei verliebt.

In ihren tiefgrünen Augen hockte schon seit geraumer Zeit dieses der Welt entrückte Strahlen. Sie war dem niedlichen Geschöpf in ihren Armen rest- und hoffnungslos verfallen.

Grinsend stieß Toiva sich vom Türrahmen ab und kam langsam auf sie zu.

„Lass Elias schlafen, sonst ist meine Nacht für heute beendet“, raunte er Katka zu und entzog ihr seinen Sohn sanft. Liebevoll bettete er den schlafenden Säugling auf die pastellblauen Decke in seinem hölzernen Gitterbettchen und deckte ihn dann zu.

Anschließend drehte er sich wieder zu seiner Freundin aus Kindertagen. „Kann ich dich noch auf ein Glas Wein überreden? Als kleines Dankeschön fürs Babysitten?“

„Oh, ähm“, Katka warf einen flüchtigen Blick auf ihre Armbanduhr, zuckte dann die Schultern. Es war noch früh, und sie hatte ohnehin keine anderen Pläne für diesen angefangenen Samstagabend. Also warum nicht? „Ja, gern!“

Toiva nickte Richtung Wohnzimmer und Katka folgte ihm arglos.

Toivas Freundin war auf einer mehrtägigen Fortbildung in den Niederlanden, und seit er für die Spätschicht in seiner Arbeit eingeteilt war, belief Toivas Sozialleben sich auf zwischenmenschliche Interaktion mit seinen Kollegen. Katka verstand, dass er sich nach Abwechslung sehnte. Deshalb hatte sie auch nicht lange gezögert, als er sie vor einigen Stunden angerufen hatte mit der Frage, ob sie spontan für seinen Babysitter einspringen konnte, der kurzfristig abgesagt hatte.

Toiva bedeutete ihr, es sich auf dem cremefarbenen Sofa gemütlich zu machen, und verschwand dann in der Küche.

Katka hörte ihn rumoren, während ihr Blick über die Einrichtung schweifte.

Ihre nackten Füße kuschelten sich in den weichen Teppich, der vor dem Sofa lag. Darauf stand ein niedriger Glastisch, auf dem sich ordentlich ein paar Fernbedienungen aneinanderreihten. Der hölzerne Schreibtisch zu ihrer Linken gab dem hell gestrichenen Raum einen seriösen Hauch, der allerdings von dem modernen Flachbildfernseher und den Receivern davor gleich wieder zunichte gemacht wurde.

Hier und da standen vereinzelte Kerzenhalter auf den Fensterbänken, und vor dem gut gefüllten Bücherregal lag ein kleiner Haufen an Kinderspielzeug.

Elias‘ kleine Spielecke, schlussfolgerte Katka und musste lächeln. Der Kleine war wirklich zu süß. Katka hatte ihn bereits komplett in ihr Herz geschlossen.

„Darf ich fragen, was dich so amüsiert?“

Toiva stellte zwei bauchige Weingläser auf den Glastisch und lächelte Katka dabei zu.

Verlegen strich sie sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Irgendwie behagte ihr nicht, wie verwirrt ihr Herz auf seine Nähe reagierte… Nervös beobachtete sie, wie er die Weinflasche öffnete und ihnen dann großzügig einschenkte.

„Auf einen gemütlichen Rest-Abend. “ Er nickte ihr auffordernd zu.

Sie stießen an und Katka nahm vorsichtig einen Schluck aus ihrem Glas. Ein Spätburgunder, Jahrgang 2008.

Nicht schlecht, fuhr es Katka durch den Kopf.

Weshalb machte er sich jetzt solche Mühe? Ein unruhiges Gefühl beschlich sie, das sie jedoch gleich wieder abschüttelte. So ein Unsinn. Was sollte schon passieren?

Sie kannten sich seit Ewigkeiten, und obwohl sie sich nach der Mittelschule für einige Jahre aus den Augen verloren hatten, fanden ihre Wege irgendwann wieder zueinander. Im Kindergarten waren sie sogar mal ein Liebespaar gewesen… Aber das war lange her, dachte Katka und ignorierte die sanfte Röte, die ihr bei der Erinnerung über die Wangen flammte.

Toiva war seit fast zehn Jahren in festen Händen. Katka mochte seine Freundin Saga, eine dralle Blondine mit gutmütigen Augen und einem stets sonnigen Gemüt. Vor einem halben Jahr hatte sie ihm einen Sohn geboren, dem sie den Namen Elias gegeben hatten. Elias hatte Sagas Lächeln geerbt, doch die dunklen Augen hatte er von Toiva.

Katka war ganz vernarrt in den Kleinen.

Aus diesem Gedanken heraus sagte sie leichthin in die allmählich unangenehme Stille: „Sag mir Bescheid, wenn du nochmal einen Babysitter brauchst, ja? Mich würde es wirklich freuen.

Elias ist einfach so süß…“

„Ja, das ist er“, stimmte Toiva ihr zu und sah sie von der Seite an. Katka gefiel dieses Funkeln in seinen Augen nicht. Sie musste schlucken, stellte das Weinglas dann fester als beabsichtigt auf dem Tisch ab und murmelte: „Tut mir leid, es ist schon schrecklich spät und ich sollte vielleicht besser gehen…“

„Willst du auch einen?“, fragte Toiva da spontan.

Überrumpelt blinzelte Katka.

Was meinte er damit? „W-was meinst du damit?“

Toiva stellte sein Weinglas bedächtig neben Katkas ab und richtete den Blick dann unverfroren auf sie. Seine Augen glitten unverhüllt hungrig über ihr Gesicht, den schlanken Hals hinab auf ihre Schultern und verfingen sich dann für mehrere Atemzüge in ihrem neckischen Ausschnitt, den sie heute Abend gedankenlos gewählt hatte. Reflexartig schlug Katka die Hände vor den Stoff.

Statt ihr zu antworten, kam er ihr langsam näher.

Seine Hände fühlten sich warm an auf ihren Wangen. Lähmendes Entsetzen schlich Katkas Arme hinauf, mit denen sie ihn wegstoßen wollte. Doch die Kräfte versagten ihr, und so duckte sie sich nur halbherzig weg, als Toiva sie in einen tiefen Kuss ziehen wollte. Er lachte leise auf. „Hab keine Bedenken, kleine Katka. Niemand wird davon erfahren…“

„Tu das nicht“, flüsterte sie tränenerstickt. Ihr Hals fühlte sich plötzlich so eng an, dass sie Mühe hatte zu atmen, und ihr Herz sprengte ihr schmerzhaft gegen den Brustkorb.

Aber Toiva drückte sie nur ins weiche Polster, hielt ihre Handgelenke dabei fest und schob mit einem Knie vorsichtig ihre Beine auseinander. Seinem lustvollen Blick konnte sie nicht länger standhalten.

Fassungslos kniff Katka die Augen zu.

Und dann geriet ihre kleine, heile Welt aus ihren Fugen…

Penko.

„Ich kümmere mich um sie“, versprach Gunilla und biss ihm verspielt ins Ohr.

„Autsch“, beschwerte Penko sich prompt. „Wieso bist du immer so grob zu mir?“

„Weil mir das Spaß macht. “ Gunilla zuckte mit den Schultern und rollte sich von ihm herunter, um nackt, wie sie geschaffen war, im Bad zu verschwinden. Im Vorbeigehen griff sie sich dabei sein schwarzes Shirt, das sie ihm erst vor wenigen Minuten vom Leib geklaut hatte. Gunilla liebte es spontan, und sie konnte so hemmungslos sein…

Penko sah ihr verträumt nach.

Er fand, er hatte ein gutes Händchen für die Auswahl seiner Freundinnen. Auch wenn ihm, einem unbekümmerten Freigeist, Katkas plötzliche Verschlossenheit irgendwie Sorgen bereitete… Aber Gunilla würde das schon wieder hinbiegen. Irgendwie. Gut, dass er sich immer auf sie verlassen konnte!

Penko tastete nach seiner schwarzen Jeans, fand sie und streifte sie sich über die Hüften. Dann fiel ihm wieder etwas ein: Gunilla, dieses kleine Biest, hatte ihm einfach sein Shirt entwendet! Na gut, dann halt ohne.

Penko zuckte mit den Schultern und schlenderte dann gelassen durch den offenen Durchgang in die Küche der chaotischen Dreier-WG, die sich sein Zuhause schimpfte. Sein bescheidenes Schlafgemach — bestehend aus einer zerschlissene Matratze samt dünner Decke und permanent Federn verlierendem Kopfkissen — war eigentlich viel mehr ein großer Flur, und nur ein schwarzer Vorhang sorgte für ein wenig Privatsphäre. Aber Penko gefiel es. Die Mietkosten waren niedrig, und seine beiden Mitbewohner ohnehin kaum anwesend.

Und es gab einen großen Fernseher samt Playstation und ein gut gefülltes Regal mit DVDs.

Zufrieden mit sich und der Welt schob Penko seinen Lieblingsbecher unter den Kaffeeautomat. Eine Anschaffung, die sich ausgesprochen rentierte für einen Kaffeejunkie wie ihn.

Als Gunilla, nur mit seinem Shirt an ihrem attraktiv gerundeten Körper, im Türrahmen auftauchte, schlürfte Penko gerade den ersten Schluck seines Cappuccinos mit wenig Milch und umso mehr Zucker.

Gunilla stahl ihm den Tonbecher, verzog allerdings kurz darauf angeekelt die Miene.

„Bäh. Das schmeckt scheußlich!“

„Hast du auch behauptet, als du das erste Mal geschluckt hast“, grinste Penko über den Rand des Kaffeebechers. Gunilla streckte ihm die gepiercte Zunge heraus. Das schamlose Luder hatte nicht einmal den Anstand, angemessen zu erröten. Penko spürte, wie sich der erklärte Lieblingsteil seines Körpers erneut hungrig aufrichten wollte.

„Du weißt nicht zufällig, wohin sich mein Höschen verirrt hat?“, fragte Gunilla beiläufig und spielte mit einer dunkelblonden Strähne, die sich aus ihrem lockigen Zopf gelöst hatte.

Doch, wusste Penko: Unter sein Kopfkissen. Aber er wurde den Teufel tun und es Gunilla verraten!

„Nein“, tat Penko unschuldig und sah ihr amüsiert beim Suchen zu. Es war nicht das erste Mal, dass er es bewerkstelligt hatte, ihre Unterwäsche unbemerkt zu verstecken. Aber Gunilla lernte auch nie dazu. Und es war einfach zu verlockend, sie ohne Höschen gehen zu lassen… Penko leckte sich über die Unterlippe.

Ihm gefiel dieses kleine Spielchen.

Schließlich gab Gunilla die erfolglose Suche nach ihrem wirklich hübschen Spitzentanga entnervt auf, schnappte sich ihren schwarzen Minirock vom Schreibtisch auf der anderen Seite des schwarzen Vorhangs und warf Penko noch einen ärgerlichen Blick zu.

„Zur Strafe lass ich dich heute Nacht nicht zugucken“, beschied sie ihm.

Penko hob nur spöttisch eine Augenbraue. Das zog sie ja doch nicht durch.

Dazu war sie viel zu exhibitionistisch veranlagt… und es erregte sie, wenn ihr jemand zusehen konnte… Es erregte sie ungemein. Darauf würde sie nicht freiwillig verzichten.

„Das grenzt an Selbstgeißelung“, merkte er lakonisch an, stellte den Kaffeebecher ab und zog Gunilla in seine Arme.

Gunilla ließ sich bereitwillig von ihm die Wange küssen, schob ihn jedoch dann von sich. „Ich bin schon spät dran, und deinetwegen muss ich vorher noch duschen.

„Als ob ich dich gezwungen hätte!“

„Indirekt hast du das auch“, grinste Gunilla und deutete dezent auf die deutliche Ausbeulung in Penkos Schritt.

Penko schnaubte, aber es klang belustigt. „Wolltest du nicht gehen?“

„Jap. “ Gunilla winkte ihm zuckersüß, schnappte sich ihre Tasche und verschwand, ehe Penko bemerken konnte, dass sie noch immer sein Shirt trug.

Gunilla.

Sie fand Katka zusammengerollt in der hintersten Ecke ihres breiten Bettes.

Katka hatte sich an Gunillas Lieblingskissen gekuschelt und die kuschelige Bettdecke so weit hochgezogen, dass nur noch ihre Augen und die zierliche Stupsnase hevorlugten. Sie tat, als hätte sie Gunilla überhaupt nicht bemerkt, und stellte sich weiterhin schlafend.

Aber das funktionierte bei Gunilla nicht. Entschlossen, sich diesmal mit keinen fadenscheinigen Ausreden abspeisen zu lassen, hockte Gunilla sich aufs Bett und zog Katka die Bettdecke weg.

Katka murrte protestierend. „Lass das!“

„Schon vergessen, dass das hier mein Bett ist? Also gelten hier auch meine Regeln, Süße. “ Gunilla strafte Katka mit einem strengen Blick. Dem konnte Katka erfahrungsgemäß nie lange standhalten. Und auch diesmal schmolz ihr zaghafter Widerstand gegen ihre Freundin schneller dahin als ein Eiswürfel in der Sommersonne.

Widerwillig richtete Katka sich auf und rieb sich demonstrativ über die Augen.

„Was ist denn?“

„Och, ich dachte, das könntest heute ausnahmsweise mal du beantworten“, meinte Gunilla ausweichend. Aus den Augenwinkeln sah sie, wie Katka fast unmerklich zusammenzuckte. Unwillkürlich drehte sie weg. „Nein. „

Gunilla seufzte. Das ging nun schon seit fast zwei Monaten so. Katka vermied die Nähe ihrer Freunde, redete kaum noch und litt nur still vor sich hin.

So konnte das nicht mehr weitergehen.

Selbst Penko, in dessen Welt Probleme quasi nicht existierten, fing allmählich an, sich ihretwegen zu sorgen.

„Du kannst nicht dein ganzes Leben lang nur schlafen“, merkte Gunilla ruhig an. „Und ehrlich gesagt, machst du mir manchmal Angst. Dein leerer Blick, deine Einsilbigkeit, dein komplettes Desinteresse am Leben… Du verschweigst mir irgendetwas, Kato. Und ich möchte jetzt wissen, was dich so sehr bedrückt. “

„Gar nichts“, murmelte Katka und tastete nach Gunillas Kissen, um es sich gegen den Bauch zu drücken.

Seit heute Morgen hatte sie Gewissheit. Bittere Gewissheit. Sie biss sich auf die Lippen, aber es brachte nichts: Die Tränen traten trotzdem hervor. Und natürlich blieben sie auch nicht lange vor Gunilla verborgen.

„Rede mit mir!“, flehte sie. „Ich habe Angst um dich, du dummes Huhn. Ich will dir nichts Böses, im Gegenteil! Aber wenn du mir nicht sagst, was mit dir los ist, dann weiß ich nicht, wie ich dir helfen soll… Kato, bitte.

Abweisend wich Katka vor Gunillas sanfter Berührung zurück. Wie schon so oft in den vergangenen sieben Wochen.

Leise seufzend ließ Gunilla ihre Hand wieder sinken. Sie fühlte sich verdammt hilflos…

Doch ehe sie sich dazu entscheiden konnte, Katka einfach in ihre Arme zu schließen und so lange zu halten, bis ihre Dämme endlich brachen, sprang die schon auf und hechtete überstürzt aus dem Zimmer.

Kurz darauf hörte Gunilla die Badezimmertür zuknallen.

Ratlos strich Gunilla über den Saum der Bettdecke. Er fühlte sich durchweicht an. Tränendurchweicht. Katka hatte sich vermutlich wieder einmal mehr in einen unruhigen Schlaf geweint.

Über Gunillas Lippen huschte der Schatten eines kleinen Lächelns. Immer, wenn Katka die Realität zu viel wurde, flüchtete sie sich in Gunillas Bett. Als ob ihr dort kein Unheil der Welt etwas anhaben konnte.

Wie sehr Gunilla wünschte, es wäre genauso…

Mehr aus einem plötzlichen Impuls denn einem bewussten Entschluss heraus, stand Gunilla auf und trat auf den Flur. Katka hatte sich im Bad eingeschlossen. Anklopfen war zwecklos, das wusste Gunilla. Sie versuchte es trotzdem.

„Geh weg“, würgte Katka hervor. Kurz darauf rauschte die Klospülung. Misstrauisch geworden, lehnte Gunilla sich an den Türrahmen. „Mach jetzt die Tür auf!“

„Nein!“, wiederholte Katka stur und würgte erneut.

Und plötzlich wusste Gunilla es. Einfach so. Weil alles plötzlich einen Sinn ergab. Einen erschreckenden, grausamen Sinn.

Kaltes Grauen kroch ihren Körper hinauf. Gunilla schwindelte es, und sie musste sich am Türrahmen festhalten, um nicht mit dem Boden Bekanntschaft zu machen. Erst, als leises Klicken verriet, dass der Schlüssel im Schlüsselloch herumgedreht wurde, sah sie auf.

Leichenbleich stand Katka ihr gegenüber, am ganzen Körper zitternd. Stumme Tränen tropften ihr Kinn hinunter.

Gunilla hob den Blick. Für wenige Herzschläge sahen sich die Freundinnen einfach nur an, dann stürzte Katka vorwarnungslos in Gunillas Arme. Ihre zarten Schultern bebten unkontrolliert, während sie sich hemmungslos schluchzend an Gunillas Hals ausheulte.

Behutsam schloss Gunilla ihre Arme um Katkas zerbrechlichen Rücken.

Wie lange sie so dastanden, konnte später keiner von ihnen mehr sagen.

Irgendwann ließ Katka sich erschöpft von Gunilla zurück ins Schlafzimmer und aufs Bett bugsieren.

Gunilla verfrachtete Katka auf die große Matratze mit dem kuscheligen Laken, bettete ihren Kopf auf ihrem Lieblingskissen und sorgte dafür, dass Katka ihren unablässig zitternden Körper unter einer der beiden Decken wärmte.

Irgendwann später verschwand Gunilla für wenige Minuten in der Küche, um eine große Kanne Früchtetee mit extra viel Kandis gegen die innere Kälte aufzusetzen, die von Katka auf sie selbst überkroch. Aber nicht einmal ihr Lieblingstee konnte Katka etwas von der eisigen Dunkelheit nehmen, die so unerträglich auf ihr lastete.

Irgendwann noch später übermannte Katka schließlich eine bleierne Müdigkeit, die sie auf Gunillas Schoß gekuschelt einschlafen ließ. Sanft strich Gunilla ihr über die blassen Wangen.

Salzige Tränenspuren zogen sich über Katkas samtige Haut. Es hatte gedauert, bis Gunilla zu ihr durchgedrungen war, aber schließlich hatte Katka ihr alles von ihrem Abend bei ihrem Freund aus Kindertagen erzählt. Stockend und mit brüchiger Stimme. Immer wieder waren dabei schwere Tränen in Katkas Tee getropft.

Tief in sich spürte Gunilla eine vernichtende Wut auf diesen widerlichen Kerl, der Katka all das angetan hatte, was sie ihr in den letzten drei Stunden mit brüchiger Stimme gebeichtet hatte. Wichtiger war jedoch, sich jetzt um Katka zu kümmern. Um Katka… und um das Leben, das unaufhaltsam in ihrem Bauch heranwuchs.

to be continued…

vielen dank für die aufmerksamkeit *verneig*.

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