Nutten – Roulette 01

Telefonsex mit ECHTEN Frauen: Zusätzlich mit Kamera Funktion möglich!

oder: Eine richtige Liebe zur falschen Zeit.

Vorbemerkung: Alle Personen sind über 18 Jahre alt.

Der Schlag trifft mich völlig unvorbereitet.

Ich falle vom Barhocker, und bevor ich mich erholen kann nutzt Hassan-oder heisst der blöde Wichser Ali?- seinen Vorteil und tritt mir überall dahin, wo es richtig weh tut.

Ich liege mitten in der Bar, die den schönen Namen „Daddy`s Hobby“ trägt.

Über den fragwürdigen Witz, dass sich alte Böcke in diesem Etablissement jeden Tag einen abwichsen und lutschen lassen von Frauen, die ihre Töchter sein könnten, kann ich in diesem Moment nicht lachen.

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Dafür schmerzt es zu sehr.

Die Hure, um die sich der Streit dreht, hat heute frei.

Sie ist krank. Oder sie hat ihren freien Tag.

Oder sie hat frei, weil sie krank ist.

Was treibe ich mich in diesem Laden auch rum, wenn Laura nicht da ist?

„Tür auf, damit ich diesen deutschen Scheißhaufen entsorgen kann! Wirds bald?“

Irgend ne Nutte öffnet die Tür an diesem warmen Freitag Aben im August , und der Wichser entsorgt mich.

Er tritt mich aus der Bar vor die Tür wie einen zu vollen Beutel Müll, der schon viel zu lange im Haus steht und bestialisch stinkt.

„Ist das schon alles, was du drauf hast? Ich mach dich fertig, du dummer Wichser!“

Zugegeben, in meiner Lage ist das eine sehr großspurige und ziemlich dumme Bemerkung.

Eigentlich ist es nur ein Reflex.

Ich kann einfach die Klappe nicht halten, auch wenn ich schon fast halb tot bin.

Meine selige Mutter bemerkte einmal: „Dich muss man umbringen, bevor du die Klappe hältst.

Meine Mutter meinte das im Scherz.

Der Wichser Hassan -oder Ali?- meint es ernst.

Rhetorisch bin ich diesem dummen Zuhälter überlegen, und das werde ich ihn spüren lassen bis zu meinem letzten Atemzug.

Er hat mich windelweich geprügelt, doch er bleibt ein Dummkopf, und das weiß er auch.

Ich habe ihn die letzten Monate zu oft spüren lassen, dass er ein erbärmlicher Dummkopf ist, und dafür zahle ich jetzt die Zeche.

Hassan- oder Ali?- ist Lauras Zuhälter.

Laura selbst bevorzugt die Bezeichnung „Beschützer. „

Zudem erzählt mir Laura, Hassan- ich entscheide mich jetzt einfach, ihn Hassan zu nennen- wäre ihr Jugendfreund, für den sie nur kurz in der Bar anschafft, weil er grade nen finanziellen Engpass hat.

Diese kurze Zwischenlösung dauerte nun bereits einige Jahre.

Laura ist schon sehr jung im Milieu gelandet, und das alles aus Liebe.

Laura ist kein Opfer, jedenfalls nicht ausschließlich.

Tatsächlich ist Hassan ein bescheuerter türkischer Macho und Zuhälter, der Laura;- zum Zeitpunkt der Handlung eine wunderschöne 22jährige Hure-; auf den Strich schickt, was er nicht weiter tragisch findet, da sie eine „Ungläubige“ ist.

Und Laura ist noch dümmer als Hassan, da sie diesen Wichser doch tatsächlich liebt.

Und der Dümmste in diesem Dreieck bin ich.

Mike.

Inzwischen 38.

Mehr oder weniger fest gebunden seit nun fast zehn Jahren.

Dozent für Soziologie.

Meine Studenten und Studentinnen halten mich für intelligent, was ich wohl auch bin, wenn mir meine Hormone nicht grade nen Strich durch die Rechnung machen, und ich einer Nutte begegne, die mich um den Verstand bringt.

Einer Nutte wie Laura, zum Beispiel.

Sechs Monate war das nun her.

Vor zehn Minuten habe ich mich mit Hassan noch prima unterhalten.

Er erklärte mir, ein unbeschnittener Schwanz tauge nichts.

Desweiteren brauche jede Ungläubige einen harten beschnittenen Schwanz und eine noch härtere Hand.

„Mike, du Esel! Ich weiß, dass du meine Laura liebst, aber du hast es einfach nicht drauf.

Wie lange läufst du ihr jetzt schon nach? 3 Monate? Ah, noch länger? Dummkopf! Typisch deutsch. Du kennst meinen Vorschlag. Die Kosten hättest du in 2 Monaten wieder amortisiert. Hör mal, es ist kein Wunder, dass es in Germany keine funktionierenden Beziehungen mehr gibt. Ihr deutschen Weicheier lasst euch von den Mösen auf der Nase herumtanzen. „

Seine Auführungen unterstreicht er mit einer verächtlichen Handbewegung.

Alles an dem Kerl ist fürchterlich geschmacklos.

Alles ist überproportioniert und kitschig. Teuer, aber kitschig, und nichts passt zusammen.

Die Uhr am Handgelenk, die viel zu gross ist. Ein teures Seidenhemd in Farben, die zuletzt in den 70igern angesagt waren.

Der weit offene Kragen, der edlen, aber protzigen Schmuck zeigt.

Zuviel Gel im Haar.

Hassan würde problemlos ne Rolle als Zuhälter in einem Film von Dieter Wedel bekommen.

Allein: Hassan war keine Figur in einem Film. Er war leider Realität.

Der Zuhälter Hassan als scharfsinniger Analytiker der problematisch gewordenen Beziehungen zwischen Mann und Frau im postmodernen Zeitalter.

Das fehlte noch.

„Amortisiert!“

Ich glaube es nicht!

Dieser Analphabet, dessen Eltern vor zirka 30 Jahren in Anatolien wohl noch Schafe durch die Gegend getrieben haben, gebrauchte Begriffe, die in Managerkreisen üblich waren.

Und Hassan wusste tatsächlich, was der Begriff „amortisiert“ bedeutet. Er war ein abgebrühter Zuhälter, aber mit Zahlen kannte er sich aus, und er hatte sich ein gewisses Vokabular angeeignet, das ihn intelligent erscheinen ließ.

In Wahrheit war er nur ein dummer und brutaler Lude.

Und ich war ein noch dümmerer Freier, der sich in sein bestes Pferd im Stall verliebt hatte.

Ich kenne das Milieu seit…Na ja, ich war damals viel zu jung, und Anjas Vater, mein Onkel Klaus, hatte mir alles gezeigt.

Alle Kniffe. Alle Tricks, sowohl die der Freier als auch die der Ladies, aber er hatte mich nicht darauf vorbereitet, was passiert, wenn man sich in eine Hure verliebt.

„Hör mal, Mike, für 10. 000 Euro kannst du sie haben. Also, dafür kannst du mit ihr für 1 Woche nach Mallorca. Ich hab dort ne schmucke Hütte. Ein bescheidenes Feriendomizil. Da seid ihr beide ganz unter euch, nur du und Laura.

Und in dieser Woche kannst du sie richtig ficken! Hey, du kannst alles mit ihr machen! Spritz ihr ins Gesicht! Piss sie an! Ist alles möglich! Hey, schließlich ist sie nur ne Nutte. Mike, Laura, ist nur ne Nutte, und sonst nichts! Ne hübsche Nutte und ne gute Nutte, aber sonst nichts. Eben ne Hure, und nichts weiter. 10. 000 Euro dürften für dich ne kleinigkeit sein. Du Dummkopf hast doch in der Bar die letzten Wochen sicher schon mindestens 3000 Euro für sie ausgegeben?“

Damit hatte er Recht, nur mit der Summe täuschte er sich.

Es war bereits ein bisschen mehr.

Ich wollte Laura nicht einfach ficken.

Ein Mann zahlt nicht für Sex.

Ein Mann hat Sex mit einer Frau, weil diese ihn begehrt.

Ich wollte, dass Laura mich liebt.

Die Kohle hatte ich in Schampus investiert, und in Blumensträuße, die kaum durch die Tür passten.

Ich war inzwischen der Liebling der Mannheimer Floristen.

Keine Frage, ich brachte die Blumenbranche in Schwung. Ich verschaffte ihr in wenigen Monaten einen unerwarteten Konjunkturaufschwung.

„Flower-Power-Petra“, meine bevorzugte Floristin, deren Power vor allem in ihren enormen Titten lag, seufzte hingerissen und rollte mit den Augen, wenn ich den Laden betrat, um die nächste Bestellung aufzugeben.

„Hach, ist das schön. Sie sind so wunderbar romantisch. Dass es solche Männer heutzutage noch gibt?“

Wem mein romantischer Anfall galt, verschwieg ich ihr vorsorglich.

Es hätte mich mit ziemlicher Sicherheit umgehend ihre Sympathie gekostet. Und die 25% Rabatt, die ich mittlerweile auf jeden Strauß bekam.

Bei im Schnitt 2 bis 3 Blumensträussen in der Woche war dieser Bonus nicht zu unterschätzen.

Ich war doch tatsächlich auf dem Werbe-Trip, und das in einer Bar.

Richtiger: In verschiedenen Bars. In Puffs. In Clubs.

Die Damen bleiben selten lange an einem Platz.

So verhielt sich auch Laura, und ich ihr ständig auf den Fersen.

Inzwischen konnte ich wohl nen „Bar-Puff-und Clubführer Baden-Württemberg/Hessen“ schreiben, und jeder Freier hätte sich problemlos daran orientieren können.

Und in jede Bar, in jeden Club und jeden Puff, in dem Laura arbeitete, lief ich mit nem überdimensionalen Blumenstrauß ein.

Laura fühlte sich fantastisch, und ihre Kolleginnen waren außer Rand und Band.

Natürlich fanden sie, dass ich nicht mehr alle Latten am Zaun hatte, was wohl auch stimmte.

Dennoch: Sobald ich einlief, war Party-Time im Puff, und es steppte der (Eis)Bär.

Ob in Mannheim, in Pforzheim, in Frankfurt/Main, in…

Ich befand mich in einem emotionalen Ausnahmezustand, der ungeheure Energien freisetzte.

Ich glühte.

Heute frage ich mich, wie ich damals alles unter einen Hut brachte?

Meinen Job, Sina und Laura.

Sentimentales Liebesgeflüster im Separee, untermalt von kitschiger Musik aus der Box.

Und ich fühlte mich unglaublich gut dabei.

Ich überhöhte mein kindisches Verhalten. Ich heroisierte es gradezu.

Ich zog Parallelen zu Henry Miller, und seinen Pariser Eskapaden in den 30iger Jahren.

Laura Harz war meine June Mansfield.

Keine Frage: Ich war ein Idiot.

Ein verliebter Idiot.

Verliebt in eine Nutte.

Hassan war ein abwichster Zuhälter, aber das Verkaufsgespräch hatte er drauf.

Das musste ihm der Neid lassen.

Er pries seine lebendige Ware fantastisch an.

„Hey, Alter. Ich verstehe dich. Ich mein, du bist ein ungläubiger Bastard, aber auch nur ein Mann, und ich begreife ganz genau, was dich an meiner Laura anmacht.

Sieh mal, wenn du mich bezahlst kannst du alles mit ihr machen. Laura sieht aus wie ein Engel, nicht? Dabei ist sie nur ne billige Hure. Ne Hure, die ALLES macht, und sie macht es gut! Sie ist noch jung, Alter, aber schon lange im Geschäft! Unschuld im Blick und Geilheit in der Fotze! Das macht euch an. Das macht dich an, Mike. Zahl die 10. 000 Euro und du kannst sie zu deiner ganz persönlichen Drecksau machen! Hey, du erwischst nen unglaublich günstigen Zeitpunkt.

Währungsumstellung. In D-Mark wäre es teurer geworden. Glaub mir, Junge. Erstens mag dich Laura inzwischen wirklich. Und zweitens: Wenn ich meinem Baby vorher einbläue, dass sie in dieser Woche ALLES tut, was du möchtest, dann wird sie das auch tun! Verlass dich drauf!“

„Laura ist ein wunderbarer Mensch. „

Hassan lacht schmutzig und schlägt mir kumpelhaft an die Schulter.

„Hey, du musst deine Vorstellungen nicht bemänteln.

Laura ist besonders gut als Toilette. Als menschliche Toilette. Wecke sie nachts und piss ihr ins Hurenmaul. Kein Problem. Und dann leg dich einfach wieder schlafen. Na, ist das ne Aussicht? Oder peitsche sie aus. Hart. Richtig hart. Gnadenlos. Na, Alter, macht das Laune oder nicht?“

Auspeitschen.

Ausgerechnet.

Laura hatte vor etwa einem Jahr ihr Gehör auf dem linken Ohr verloren.

Ein Sado-Freier, der sich nicht beherrschen konnte, hatte es mit den Prügeln übertrieben.

Ein Vorteil, wenn ich links von ihr sass.

So konnte ich ihr alle Verwünschungen sagen, wenn ich wütend auf sie war, und sie verstand kein einziges Wort.

Laura.

Auf dem linken Ohr so gut wie taub, und das mit 22, weil ein beschissener Freier sich nicht beherrschen konnte.

„Berufsrisiko“, hatte Laura diesen Fauxpas mir gegenüber lakonisch kommentiert.

Laura hatte schon ne Menge mit sich anstellen lassen. Das wusste ich. Aber Laura als menschliche Toilette?

Hassan deutete meinen Blick richtig.

„Verliebter Trottel, Mike. Aber ich mag dich. Wie siehts aus mit der Kohle? Laura ist so versaut, das kannst du dir gar nicht vorstellen! Aber nach der Woche Urlaub mit Laura-für schlappe zehntausend Euro, Alter!- wirst du schlauer sein. „

Laura war kein Unschuldslamm.

Das war mir längst klar.

Sie hatte mir ne Menge erzählt über ihre Arbeit. Aber sich anpissen lassen? Nicht Laura!

Sie hatte mir inzwischen auch ne Menge über sich erzählt, und nicht nur über ihren Job.

Ihre junges Leben war bisher sehr wechselhaft und traurig verlaufen, und dennoch war es nichts besonderes. Ihre Biografie war in den Grundzügen die Biografie aller Huren, was sie nicht weniger traurig macht.

Ihren Vater kannte sie nicht. Er war Italiener. Das war das Einzige, was sie sicher wusste, daher auch ihr italienischer (Vor)Name.

Der Kerl war ein Freier, der ihre Mutter im Puff geschwängert und sich danach aus dem Staub gemacht hatte.

Erstaunlich, wie manche Tochter das Leben ihrer Mutter kopiert

Ihre Mutter gab sie mit 2 Jahren zur Adoption frei, aber in ihrer neuen Familie wurde sie auch nicht glücklich.

Ihr Adoptivvater schlug sie, und der Himmel weiß,was er sonst noch mit ihr anstellte, und ihre neue Mutter sah weg.

Zwei Brüder, mit denen sie auch über Kreuz lag.

Schon früh fühlte sie sich in dieser Ersatzfamilie wie das fünfte Rad am Wagen.

Den Hauptschulabschluß mit Hängen und Würgen grade so hinbekommen.

Verschiedene Lehrstellen als Verkäuferin und Kosmetikerin, die sie alle sehr schnell hinschmiß.

Sie war ein zutiefst verunsicherter Mensch, und sich nur in einem sicher: Dass sie ein erotischer Schlaganfall war, und das stimmte.

Sie geriet früh an den falschen Kerl, der sie an Typen weiter reichte, die ihr noch weniger gut taten.

So sehr sie ihr Job ankotzte, so sehr kam er ihrem Wesen auch entgegen.

Viele Huren schätzen genau das: Die Unverbindlichkeit ihres Arbeitsplatzes.

Verschlief Laura die Frühschicht, arbeitete sie einfach abends beziehungsweise nachts.

Passte ihr ne Bar nicht, ging sie einfach in die nächste, oder in einen Puff.

Wurde ihr der zu langweilig wechselte sie wieder in eine Bar oder in einen Club.

Inzwischen kannte ich Laura besser als jeder andere, ausgenommen vielleicht Linda.

Ich beobachtete sie bei der Arbeit.

Schließlich hatte ich Laura in der Bar nicht exklusiv.

Unser Geturtel wurde oft von einem Gast unterbrochen, der sie beanspruchte.

Sie zog ne perfekte Show ab an der Theke.

So perfekt, dass ich doch tatsächlich öfters eifersüchtig wurde.

Wenn sie nem Freier die perfekte Show bot, dann wohl auch mir?

Ich befand mich in Lauras Augen wohl noch immer im Status eines Freiers, wenn auch eines Freiers der besonderen Art; aber: „Freier bleibt Freier!“

Originalton Laura.

Und genau das war die Herkulesaufgabe, die ich mir gestellt hatte: Für Laura mehr zu werden als ein Freier.

Das war mir inzwischen gelungen, aber vielleicht bildete ich mir das auch nur ein?

Männer-vor allem verliebte Männer- haben die Angewohnheit, positive Zeichen seitens ihrer Angebeteten überzubewerten und negative zu übersehen oder klein zu reden.

Es war eine Berg-und Talfahrt: Kaum hatte ich das Gefühl, bei Laura einen Schritt weiter zu sein, gab es einen Rückschlag.

Sie war äusserst launisch und sprunghaft, und ähnelte darin sehr meiner Ex Agnetha.

Alle Prostituierten sind misstrauisch, was Gefühle betrifft, die ihnen Männer entgegen bringen; vor allem Männer, die in die Bar kommen.

Laura hielt meine Werbung lange Zeit für eine Masche.

„Der Arsch Mike glaubt doch nur, er könnte mich umsonst ficken“, hatte sie gegenüber Kolleginnen wiederholt geäussert.

Sie glaubte, ich sähe in ihr eine Trophäe, eine sportliche Herausforderung.

Bisher hatte sich alles zwischen uns ausschließlich in den Bars, Puffs und Clubs abgespielt.

Kein noch so überdimensionaler Blumenstrauß, kein kitschiges Kärtchen und kein noch so schwülstiger Liebesbrief hatte bisher dazu geführt, dass sie sich außerhalb ihres Arbeitsplatzes mit mir verabredete.

Sie stellte es mir wiederholt in Aussicht, ohne es bisher einzulösen, also stürmte ich weiterhin das Etablissement, in dem sie grade arbeitete, was in der Tat ein sehr kostspieliges Vergnügen war.

Die Tatsache, dass dieser Wichser mir die Frau, die ich seit sechs Monaten abgöttisch liebte, als menschliche Toilette anpries, steigerte meine Wut ins Unermeßliche.

Und die Vorstellung, dass er vielleicht doch Recht hatte, mit dem, was er sagte?

Laura.

Sie hatte mich umgehauen, vom ersten Augenblick an.

Die langen brünetten Haare, die ihr bis zum Po reichten.

Ihre Augen.

Das linke war grün und das rechte blau.

Eine Laune der Natur, die ihrer ohnehin schon sehr exotischen Erscheinung nochmals ne besondere Note verlieh.

Ihr unschuldiges Lächeln, das mich in der Bar überrascht hatte.

Ein Lächeln, das überall hin passte, aber nicht an diesen Ort.

Ein Lächeln, das mich umgehend entwaffnete, und sie hatte es sofort gespürt.

Lauras Triumph über mich war bereits nach Sekundenbruchteilen total.

Ein Mann hat in so einer Situation nur eine Chance: Er macht auf dem Absatz kehrt und kommt nie wieder zurück.

Ansonsten ereilt ihn das Chaos.

Ein süsses Chaos, gewiss. Aber das Chaos.

Ich wählte das Chaos, ohne auch nur einen Moment darüber nachzudenken.

Es waren nicht ihre Titten.

Nicht ihr Hintern, und auch nicht ihre endlos langen Beine.

Sexuell gesehen hatte ich Weiber ähnlichen Kalibers bereits zur Genüge vernascht.

Sexuelle Attribute genügten damals längst nicht mehr, mich zu entflammen.

Sex.

Geschenkt.

Laura hatte viel mehr und wichtigeres zu bieten als sexuelle Attraktivität.

Laura und ich waren Seelenverwandte.

Wir konnten uns nicht ausweichen.

Wir waren damals zwei Züge auf demselben Gleis, die aufeinader zu fuhren.

Es gibt Beziehungen zum Heil und zur Erkenntnis, und wenn wir sehr viel Glück haben, geht beides zusammen.

Wir können uns nicht ausweichen, da wir uns überall mitnehmen, egal, wohin wir gehen.

Wichtiger als die Menschen,die wir sympathisch finden, sind die Menschen, mit denen wir nicht auskommen, aber das verstehen wir oft erst sehr viel später.

Manche Menschen verstehen diese wichtigen Zusammenhänge leider niemals.

Laura zeigte mir Seelenanteile meiner selbst, die ich vorher nicht sehen wollte.

Laura war ein Spiegel, und ich sah darin ausschließlich eines: Mich selbst.

Laura ist tot, aber sie wird in meinem Herzen und in meinen Gedanken immer einen besonderen Platz haben.

Ich war in der Lage, mich total fallen zu lassen, wenn ich mich verliebte.

Henry Miller war ein Dreck gegen mich!

„Sei nur ein bisschen nett zu einer Hure, und sie schenkt dir ihr Herz“, hatte der alte Schwerenöter Henry seine Fans in „Stille Tage in Clichy“ wissen lassen.

Sorry, Henry, du warst ein unheilbarer romantischer Dummkopf!

Ich war seit über sechs Monaten nett zu Laura.

Mein Herz hatte ich ihr längst geschenkt.

Dazu unzahlige Cocktails zu horrenden Preisen.

Und was hatte ich bisher dafür bekommen?

Nen Blick auf ihre Titten und ihre teilrasierte Möse, die ich bereits einmal ordentlich hatte lecken dürfen.

Und nen wunderbaren Handjob.

Okay, dass aus der exquisiten Handarbeit nicht mehr wurde war meine Schuld.

Laura wollte mir an diesem Abend den Schwanz lutschen.

Ich kam schon durch ihre Handmassage.

Hassan war in seinem Element.

„Laura ist ne Piss-und Fickstute! Deine Stute, wenn du möchtest, Mike! Sie hat keinen eigenen Willen. Ist auch nicht angesagt, schließlich ist sie ne Nutte. Fick sie und tret ihr danach in den Arsch, oder umgekehrt: Trete ihr erst in den Hintern, und fick sie dann! Leg sie in Ketten und peitsche sie aus.

Und zwar richtig, wenn du magst. Verpass ihr blutige Striemen. Die Haut kann ruhig aufplatzen. Sie wird nur eines dazu sagen: „Mehr! Gib mir mehr!“ Hey, unsere Hausapotheke ist auf so etwas vorbereitet. Auch wenn du es übertreiben solltest im Eifer des Gefechts: Bereits 2 Tage später kannst du sie wieder peitschen. Na, mach ich dir Appetit, Mike? Und das alles für schlappe 10 000 Euro, und das ne ganze Woche lang! Hey, du würdest mir damit sogar nen Gefallen tun, Mike.

Auspeitschen tut den Huren gelegentlich richtig gut. Ich mein, früher oder später glaubt jede, sie müsste mal aufmucken. Und ein Freier, der ne richtig harte Hand hat, kommt da nicht ungelegen. Du verstehst? Und mal ganz unter uns: Ob Nutte oder nicht; im Grunde nerven die Weiber doch alle, also kann man auch an ihnen verdienen. Ich mein: Wenn ich so nen Mist höre wie Emanzipation, da rollen sich mir die Fußnägel auf. Kochen, Fresse halten, Beine breit und unsere Kinder bekommen- damit hat es sich für die Weiber, oder nicht, Mike? Die einzigen Frauen, die wirklich etwas taugen, sind unsere Mütter! Stimmts, Mike? Heilige Mama! Ne Frau, die nicht gebärt- genauer: die keinen Jungen gebärt- wozu ist die eigentlich da? Völlig unnütze Existenz, wenn du mich frägst.

Hassan spuckt ein Stück Tabak aus dem Mund, um seine Verachtung zu unterstreichen.

„Und das Schönste“, fährt Hassan fort, „In eurer inzwischen völlig dekadenten westlichen Kultur haben die Weiber angeblich ein Recht auf sexuelle Erfüllung? Nen grösseren Mist hab ich wirklich noch nie gehört! Kein Wunder, dass es bei euch nicht vorwärts geht! Laura hat mir gegenüber doch tatsächlich einmal anklingen lassen, ich hätte es ihr nicht gut besorgt.

Selbst schuld, die blöde Kuh! AN MIR lag das ganz sicher nicht! Ich hab sie durch die Wohnung getreten. Danach war alles bestens, auch Lauras sexuelles Befinden. Jedenfalls hat sie sich darüber seitdem nie wieder beschwert. Na, geht doch, Alter, nicht?“

Erneut klopft er mir kumpelhaft an die Schulter.

Der Ekel wird so stark, dass ich diesem Schwein das Bier ins Gesicht schütte.

Damit hat er nicht gerechnet, aber ich rechne noch weniger mit dem Schlag, der mich umgehend trifft.

Das ist mehr als nur eine Faust.

Es ist eine Faust mit einem Schlagring.

Rechne nie mit Fairneß, schon gar nicht im Milieu.

Ich liege vor der Bar.

Betrunken.

Blutend.

Reflexartig betaste ich meinen Mund.

Danke, Frau Dr. Dent. Möller.

Sie haben vor einem Jahr ganze Arbeit geleistet.

Zwar blute ich aus dem Mund wie ein Schwein, aber ihre implantierten Zähne halten.

„Hier, Mike. Halte dir das auf den Mund. „

Ich blicke nach oben.

Linda.

Sie drückt mir ein feuchtes Tuch auf die Lippen.

Linda ist ein Engel, ein gefallener Engel natürlich, wie alle Bar-Engel.

Keiner weiß, wie alt Linda wirklich ist, und das ist wohl auch besser so.

Ich hatte einmal das zweifelhafte Vergnügen, Linda VOR Aufnahme der Arbeit zu sehen.

Sie nahm mir das Gelübde ab, niemals öffentlich darüber zu sprechen.

Nun, Linda trug vor der Arbeit im Hinterzimmer immer eine Maske auf, die sie wesentlich jünger erscheinen ließ als sie war.

Linda war eine völlig abgetakelte Nutte.

Sie hatte sich in den letzten fünf Jahren zu Aris rechter Hand hochgearbeitet, wobei die „Rechte Hand“ durchaus wörtlich zu nehmen ist.

Und Linda hatte Ari wohl wesentlich mehr gegeben als ihre rechte Hand.

Ari ist der Jude, dem die Bar gehört, in der ich grade ordentlich verprügelt wurde.

Ari gehören ne Menge Bars in dieser Stadt, und noch mehr Immobilien. Keine Frage, Ari hat seine Kohle aus zirka vierzig Jahren Nachtleben clever ivestiert.

Davon abgesehen, dass Ari im Milieu tätig ist- als Pächter, Teilhaber und Eigentümer diverser Bars und Clubs, und nicht als Zuhälter!- ist er ne Seele von Mensch.

Unsere Unterhaltungen an der Theke über den Holocaust im besonderen und das schwierige deutsch-jüdische Verhältnis im allgemeinen sind in Mannheim legendär.

Einige der Nutten hielten den Holocaust doch tatsächlich für ne perverse sexuelle Praxis.

Historische Allgemeinbildung war in der Regel nicht die Stärke der Mädels, aber dafür wurden sie auch nicht bezahlt.

Ari war Mitte sechzig, und durch Zucker auf einem Auge inzwischen fast blind.

Zudem litt seine Potenz unter dieser Krankheit, was Ari jedoch nicht davon abhielt, weiterhin jede Bewerberin persönlich zu testen.

Er leckte und fingerte ihre Mösen, bevor er sie einstellte.

„Mike, was würde ich darum geben, noch einmal in deinem Alter zu sein?“

„Ari, wir können uns auf zwei deiner Häuser einigen Das würdest du problemlos verkraften, und ich wäre finanziell saniert. „

Er klopfte mir auf die Schulter.

„Würde ich sofort tun, Mike. „

Ari hätte sich längst zur Ruhe setzen und die Geschäfte seinen Söhnen überlassen können,aber er war einfach ein Workaholic.

Das Milieu kann süchtig machen, was nicht nur für die Freier gilt.

Linda war eine Seele von Hure, der ich es verdankte, dass ich Laura überlebte.

Und dass Sina mir verzieh.

Sina ist meine Frau. Genauer: Zu diesem Zeitpunkt waren wir noch nicht verheiratet, aber bereits über zehn Jahre zusammen.

Und ich Dummkopf verliebe mich in eine Nutte.

Aber der Reihe nach.

Zunächst liege ich vor der Bar und spucke Blut.

„Hier, Mike, mein Süsser. Drücke das fest auf die Lippe. „

„Leck mich am Arsch, Linda!“

Ich habe keine Ahnung, woher ich plötzlich diese Kraft bekomme.

Ich bin völlig betrunken, aber so lasse ich mich von einem türkischen Zuhälter nicht aus der Bar werfen!

Wäre ich nicht so besoffen, der Kerl hätte mich nie so einfach erwischt.

Ich werde ihm zeigen, was zwölf Jahre Judo und Karate bedeuten!

„Mike, bitte! Mach keinen Scheiß!“

Linda hält mich am kragen fest.

Ich drehe mich kurz zu ihr.

Sie erkennt die Entschlossenheit in meinem Blick.

„Scheisse, Mike! Du bist auch nicht besser als dieser Zuhälter! Es geht um die Ehre. Stimmts, Mike?“

Ich nicke.

„Das ist ne Angelegenheit, die nur Männer wirklich verstehen, Linda. „

Linda macht einen letzten heroischen und selbstlosen Versuch der Schlichtung und packt doch tatsächlich mitten in den Mannheimer Quadraten ihre Titten aus, die wahrlich nicht von schlechten Eltern sind.

Und das am frühen Freitag Abend um 19 Uhr.

Peng.

Ein schwanzgesteuerter Autofahrer hat die Parklücke verpasst, weil er nur auf Lindas Titten starrte.

„Linda, wenn du nicht zu alt und bereits völlig verbraucht wärst, ich würde mich unsterblich in dich verlieben. Ganz ehrlich, Linda. Du siehst, ich knie bereits vor dir. „

„Arschloch, Mike.

Du bist bereits die ganze Zeit auf den Knien, und das liegt nicht an mir. „

Wenn Linda Recht hat, hat sie Recht.

„Hilf mir hoch, Linda, damit ich es diesem Arsch richtig…“

„Nur, wenn du mir versprichst, ihn richtig fertig zu machen. „

Ich küsse Lindas Hände.

„Kein Ari? Keine Polizei?“

„Sobald du wieder in der Bar bist, schließe ich die Tür ab, Mike.

Niemand hat etwas gesehen. „

„Du bist ein Schatz, Linda. „

„Weiß ich doch, Baby. „

Sie hilft mir hoch und fasst mir dabei in den Schritt.

„Mike, eines muss dir der Neid lassen: Deine Nehmerqualitäten sind beachtlich. Dich muss man wirklich ganz totschlagen, und nicht nur halb, damit du Ruhe gibst. Und, hey: Du kannst noch so angeschlagen sein: Dein Schwanz steht wie eine Eins.

Kompliment, Baby. „

„Hey, Sugar, ich bin ein Erotomane. Schließlich hab ich Georges Bataille gelesen. Ich bin ein Bruder Batailles im Geiste. Im Geiste UND im Fleische. „

Linda lacht spröde.

„Schieb dir deine intellektuelle Lektüre in den Arsch, Baby. Wenn du in die Bar kommst bist du ein geiler Bock wie jeder andere, und nichts weiter. „

Linda vereinfachte die Dinge zu sehr.

„Baby,du weißt, dass ich nur wegen Laura…“

Linda unterbricht mich mit einem Kuss.

„Ich weiß, Mike, Baby. Und glaub mir: Nach über 30 Jahren Puff und Bar weiß Linda eines ganz genau: Das Schlimmste in einer Bar ist ein geiler Bock. Der wird nur noch übertroffen von einem VERLIEBTEN geilen Bock, und genau das bist du! Du bist eine Plage, Mike, und der Himmel weiß, warum ich dich mag? Warum dich alle hier mögen? Sogar der Halsabschneider Ari mag dich, und die Mädels mögen dich sowieso.

Nur Lauras Zuhälter mag dich nicht. Also mach schon, Mike. Gibs ihm. „

Es geht zu schnell für Hassan.

Der Kerl ist ein stiernackiger Boxer.

So muskulös wie dumm. Und er ist in diesem Moment zu langsam.

Kaum tauche ich neben ihm auf schlage ich die leere Bierflache an der Theke ab und lege sie ihm an die Kehle.

Ich bin ein friedlicher Mensch, denke ich bis zu diesem Zeitpunkt.

Aber in diesem Moment weiß ich: Ich bin zu einem Mord fähig.

Zuhälter sind DER LETZTE DRECK!!!

Meine Wut hat nichts mit den Schlägen zu tun, die mir Hassan vor wenigen Minuten verpasst hat.

Nein.

Sie hat etwas damit zu tun, was er mit Laura gemacht hat.

Laura.

Die Frau, die ich seit Monaten abgöttisch liebe.

Laura.

Die Frau, wegen der ich zuhause ausgezogen bin.

Laura.

Laura, meine „Dispo-Queen. „

Laura.

Die Frau, die Hassan wiederholt heroinsüchtig gemacht hat, und ich hatte ihr bereits eine erfolglose Entziehungskur verschafft.

Laura hat die Therapie nach noch nicht einmal einer Woche geschmissen.

Man erklärte ihr, sie sei nicht die einzige Süchtige in diesem Land, und warf sie raus.

Lauras Unfähigkeit, sich anzupassen. Regeln zu akzeptieren.

Laura, die Frau, die ich liebe.

Sie ist eine Nutte, aber das ist nicht wichtig.

Laura.

Eine Liebe, die keine Zukunft hat.

Eine verrückte Liebe, die nie eine Zukunft hatte.

Von Anfang an nicht.

Aber das ist mir egal…

Meine linke packt Hassan im Genick und schlägt sein Gesicht auf den Tresen.

Das Brechen der Nase ist deutlich zu hören.

Er spuckt.

2 Zähne fallen auf den Boden.

„Das ist erst der Anfang, Baby! Jetzt wirst du erleben, wozu ein unbeschnittener deutscher Schwanz in der Lage ist.

Ich ziehe Hassan hinter die Theke durch die Küche in den Hof.

Ich wische mit diesem Stück Scheiße den Boden auf.

Jetzt hab ich mir nen Whiskey verdient, und zwar aufs Haus.

Die Huren klatschen Beifall.

Standing Ovations.

Ich klopfe von innen an die Tür.

Linda dreht den Schlüssel, kommt in die Bar, sieht mich und fällt mir um den Hals.

„Wunderbar, Baby. Da ich Hassan hier drinnen nicht mehr sehe, nehme ich an, du hast das Problem entsorgt? Das war überfällig. Das wird auch Laura freuen. „

Möglich.

Aber zunächst wird Laura Hassans ganzen Frust abbekommen, und er wird sie windelweich prügeln, sobald er zuhause ankommt, und dagegen kann ich nichts tun.

„Such dir eine aus, Honey. Das hast du dir redlich verdient.

Linda ist grosszügig. Keine Frage.

Und Pussy lüpft auch schon den knappen Rock und zeigt mir ihren schwarzen Arsch.

Ein schwarzer Blickfang in einem blütenweißen Minikleid.

Keine Frage, der Kontrast passt, und Pussy ist neben Laura die Frau, die hier am meisten verdient.

Pussy heißt tatsächlich Pussy. So steht es jedenfalls in ihrem Personalausweis.

Wie kommt ne Nutte zu so einem bescheuerten Namen?

Na, durch ne beklopppte Mutter, die ebenfalls ne Hure war.

Sie entband das Kind vor neunzehn Jahren in der Bar, und im Eifer des Gefechts fiel den Damen nichts anderes ein als der Name „Pussy. „

Aber er passte zu ihr. Das musste man ihrer Mutter lassen.

Konkurrenz zwischen Huren ist ein Thema für sich.

Laura sah es nicht gerne, wenn ich an ihren freien Tagen in die Bar kam.

Die Huren waren okay, auf ihre Weise.

Jedenfalls verhielten sie sich mir gegenüber okay, was wohl daran lag, dass ich völlig normal mit ihnen umging.

Ne Fähigkeit, die ich der „Lehrzeit“ mit meinem Onkel Klaus; Anjas Vater; zu verdanken hatte.

Davon profitierte ich nun.

Keine blöden Sprüche, wie die Freier, die in die Bar kamen.

Schon gar keine Moralvorträge a la: „So ein Job passt eigentlich gar nicht zu dir. „

Es gibt keinen dümmeren und verlogeneren Spruch, und keinen, der ne Hure schneller auf die Palme bringt.

Mit diesem Spruch ist man bei den Damen sofort und unwiderruflich unten durch.

Zu keiner Frau passt so ein Job, und fast keine hat ihn sich freiwillig ausgesucht.

Ihre Geschichten ähneln sich so sehr, dass es fast langweilig ist, und doch ist jedes ihrer Schicksale individuell.

Huren haben ein untrügliches Gespür dafür, ob man sie mag oder verachtet.

Ich mochte sie.

Man findet unter diesen Frauen ne Art von Ehrlichkeit, die man nur dort antrifft, und nirgendwo anders.

Gina, ne tief katholische schwarzhaarige Italienerin mit beachtlichen Kurven, schiebt Pussy zur Seite und fällt mir um den Hals.

„Mike, Süßer, was hältst du davon, wenn ich dich verarzte? Schließlich war ich mal Krankenschwester. „

Das stimmte.

Aber Gina hatte es im katholischen Mädchenpensionat zu bunt getrieben.

Als Spätfolge dieser Jugendsünden war sie über zahlreiche frivole Umwege in der Bar gelandet.

Eine seriöse Zwischenstation war ihre Tätigkeit als Krankenschwester, aber auch hier hatte sie ne ziemlich eigenwillige Berufsauffassung an den Tag gelegt.

„Meine Entlassung aus dem Krankenhaus war ne Schweinerei und total ungerecht“, hatte sie mir kürzlich erläutert.

Ein Kerl, der nach nem Motorradunfall ziemlich eingegipst war, hatte es ihr angetan.

Sein wichtigstes Teil; sein Schwanz; war zum Glück nicht eingegipst.

Sie ritt ihn ab, und ausgerechnet in diesem Moment ging die Tür auf, und der Chefarzt stand im Türrahmen.

Bevor er Gina rauswarf, ließ er sich von ihr einen blasen, während Gina den eingegipsten Patienten ins Nirvana ritt.

Ja, Gina, Baby, die Welt ist voller List und Tücke, und furchtbar ungerecht, vor allem zu fürsorglichen Krankenschwestern.

„Wir wollen doch nicht, dass du dich im dichten schwarzen Busch verirrst. „

Im schwarzen Busch von Pussy würde ich mich bestens zurecht finden.

Unter Pussys Rock wurde ich zum kundigen Buschneger. Schließlich hatte ich Pussy vor einigen Tagen ordentlich geleckt.

War ne Nummer, die sich rein zufällig ergeben hatte.

Zwischen mir und Laura lief es grade nicht so gut. Den Grund dafür habe ich vergessen.

Also schnappte ich mir Pussy an nem Tag, an dem Laura nicht da war.

Nun, dass ich mich in Pussys schwarzem Busch hervorragend auskannte, würde ich der sündigen Katholikin Gina natürlich nicht auf die Nase binden, obwohl ich davon ausgehen konnte, dass Gina es bereits wusste.

Natürlich hatte Pussy unsere spontane Leck-Session Laura auf die Nase gebunden.

Lauras zarte Gefühle für mich kühlten umgehend ab.

Die Nutten waren auf ihre Weise okay, aber totzdem gönnten sie sich nicht die Butter auf dem Brot.

Und die Tatsache, dass ich mich in Laura verliebt hatte und um sie warb, machte die Mädels erst Recht eifersüchtig.

Das hätten sie auch gerne gehabt, und so ziemlich jede erklärte mir, ich solle mich doch bitte sehr in sie verlieben.

Mich interessierte nur Laura, was allerdings nicht verhinderte, dass ich in gewissen Momenten den Reizen mancher ihrer Kolleginnen erlag, wenn auch immer nur sehr kurzfristig.

Sina hatte mich zuhause rausgeworfen, und ich machte mir Gedanken darüber, dass ne Nutte eifersüchtig war, weil ich mal kurz ne Kollegin von ihr leckte.

Keine Frage, mein Leben war ziemlich aus den Fugen.

Zwischen Sina und mir lief es hervorragend.

Es gab nicht den geringsten Grund für mich, ne andere zu vögeln oder mich gar in sie zu verlieben.

Beide hatten wir unsere jeweilige Affäre bereits hinter uns, und es gab keinen Grund, in dieser fragwürdigen Diszilin erneut den Führungstreffer zu erzielen.

Allein, das Leben ist nicht logisch und schon gar nicht planbar, jedenfalls nicht im zwischenmenschlichen Bereich.

Wir können Absprachen treffen, und uns nach Möglichkeit daran halten, wenn uns an einer stabilen Beziehung gelegen ist.

Wir können Beziehungen in Paragrafen kleiden.

Eine Garantie gibt uns auch das nicht.

Wir wachen morgens auf, stehen auf, gehen aus dem Haus und glauben, unser Leben ist in bester Ordnung, was zu diesem Zeitpunkt auch noch der Fall ist, und im Laufe des Tages treffen wir jemanden, der unser Leben total umkrempelt.

So erging es mir mit Laura.

Ich traf Laura, und es schlug ein.

Sie überrollte mich. Wir überrollten uns gegenseitig.

„Wo liegt das Problem?“

Willi.

Der Taxifahrer unseres Vertrauens.

Schweigsam. Diskret. Zuverlässig. Effektiv.

Willi.

Zu seiner Glanzzeit ne Größe als Boxer, und später ne noch grössere Nummer im Milieu.

Wie fast alle Luden hatte er seine Kohle zum Fenster rausgeschmissen.

Er war fast 70, aber noch immer eine imposante Erscheinung.

Sollte Hassan in seinem Taxi das Bewußtsein wieder erlangen, würde es für Willi ein leichtes sein, ihn zur Räson zu bringen.

„Im Hof, Willi. „

„Alles klar, Linda. Und wenn ihr wieder mal ein Problem habt…“

„Ich weiß Bescheid, Willi.

Entweder Hassan würde mir demnächst höchstpersönlich alle Knochen brechen oder brechen lassen, oder meine Lektion war angekommen?

Nun, das würde die Zeit zeigen.

Warum sich Gedanken machen über ungelegte Eier?

Nun galt es, ne viel angenehmere Wahl zu treffen: Belohnte ich mich mit „Black Pussy“ oder „Pretty Catholic Gina?“

Weder noch.

Das Telefon nahm mir die Wahl ab.

„Mike, hier ist noch ne Gratulantin. „

Linda gibt mir das Handy.

„Wer…?“

„Es ist Laura. „

„Aber hey, die ist doch krank?“

„Jetzt nicht mehr, Mike. Komm schon. Sprich mit ihr. „

Ich nehme das Handy.

Die Aussicht, gleich Lauras Stimme zu hören, reicht aus, mir nen Ständer zu verschaffen.

“ Hi, Baby. Wie ich höre, hast du ganze Arbeit geleistet?“

„Sieht so aus, Laura. Wie gehts dir?“

„Du kennst dich aus in Mainz?“

Ich hasste Mainz.

Jede Faschingshochburg war mir suspekt.

Bei mir war das ganze Jahr über Fasching, vor allem, seit ich Laura kannte.

Bei einem „Oddset-Tip“ hatten mir die Kicker von Mainz 05 kürzlich nen totsicheren Wettschein versaut, was mich knapp 2000 Euro kostete.

„Sollte ich mich da auskennen?“

„Wenn du mich noch liebst, Mike, dann wären Mainzer Ortskenntnisse von Vorteil, und zwar spätestens ab Montag nächster Woche. „

Laura hatte mal wieder spontan den Arbeitsplatz gewechselt.

„Puff, Bar oder Club, Laura? Liegts im Zentrum oder im Umland. „

„Puff. Und der Rest ist deine Aufgabe. Ein bisschen Einsatz darf Laura doch wohl erwarten, nicht?“

„Sicher, Baby.

Bis nächste Woche. „

Ich lege auf und gebe Linda das Handy zurück.

„Linda, hast du zufällig nen Stadtplan von Mainz zur Hand?“

Lindas Lachen ist eindeutig.

„Mike, Honey, du weißt, wie gerne ich dir zur Hand gehe, aber in diesem Fall…“

„Linda, der Gag ist prächtig, aber er hilft mir im Moment nicht wirklich weiter. „

„Komm runter, Mike.

Linda weiß ganz genau, wo du kommenden Montag hin möchtest, und dafür brauche ICH sicher keinen Stadtplan. Komm her, Sugar. Ich schreibe es dir auf. Ich mach dir ne Skizze. Dein Ziel liegt unmittelbar in Bahnhofsnähe. Du wirst es ganz sicher nicht verfehlen. „

Jenny greift unter den Bartresen.

„Und damit kann ich dir weiter helfen. Die Zugverbindungen nach Mainz. Der ICE fährt im 35-Minuten-Takt. Ach, und in Mainz findest du Laura in der Regel im 2.

Stock, erste Tür rechts. Ich glaub, die Zimmernummer ist 35, wenn ich mich richtig erinnere? Und sollte ich mich täuschen, dann frag einfach die Girls. Dir werden sie sicher gerne antworten. „

Okay, auf ein neues Kapitel im Buch: „Mike auf Bildungsreise der besonderen Art. „.

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