Die Tröstung

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Zur Übersicht für die geneigte Leserin und den geneigten Leser — es gibt ja deren einige, denen meine Geschichten gefallen — hier eine chronologische Übersicht meiner bisherigen Geschichten:

[Der Unterschied]

[Die Grundbegriffe]

Das Obligatorische

[Über einen starken Typ]

[Ferienspaß I]

PennälerInnenfeten

Lernen fürs Abitur

[Ferienspaß II]

Erstes Eheleben

Auf Schlingerkurs in den Hafen (mit Ferienspaß III)

Der weltberühmte Pianist hat heute nicht seinen besten Tag

Auf der Durchreise

Der Wanderclub

Die Ernennung

[Hinter unverschlossenen Türen]

Vetternwirtschaft

Vom anderen Ufer

An der Ostsee hellem Strande …

Wenn der Herr außer Haus ist, tanzt das Mäuslein im Bette

Die Rettung aus der Gosse

Die Tröstung

Die mit [] markierten Texte sind nicht in ### zu finden, denn sie handeln von Jugenderlebnissen, bei denen einige der handelnden Personen noch keine achtzehn Jahre alt sind, oder sie sind kürzer als 750 Wörter.

Wer auch diese Texte lesen möchte, melde ich bei mir, möglichst per E-Mail.

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Eines Tages kam mein jüngerer Kollege Gernot Wandschneider sehr niedergeschlagen zum Dienst. Im Laufe des Vormittags sah ich im Lehrerzimmer auch, wie er abseits saß und offenbar weinte.

Er war eigentlich immer ein lustiger Zeitgenosse. Wir Kollegen wußten, daß er seit einiger Zeit eine Freundin hatte und die beiden in einigen Monaten heiraten wollten.

Wir wußten aber auch, daß es in der letzten Zeit in dieser Beziehung kriselte; das hatte uns Herr Wandschneider noch mit lachender Miene erzählt, und er meinte: „Das wird schon wieder!“

An diesem Tag fragte ich ihn später, als er sich wieder etwas beruhigt hatte:

„Herr Wandschneider, wollen Sie mir nicht sagen, was Sie so bedrückt? Vielleicht kann ich Ihnen helfen. „

„Mir kann niemand mehr helfen“, antwortete er nur mit Grabesstimme.

Herr Wandschneider absolvierte seine Unterrichtsstunden, nahm dann seine Jacke aus dem Lehrerzimmer und ging, ohne noch, wie er es sonst tat, ein scherzhaftes Wort mit den Kollegen zu wechseln.

„Da ist wohl was Ernstes“, meinte einer der Kollegen, wir sollten Gernot — Herrn Wandschneider versuchen zu helfen. „

„Das finde ich auch, Herr Kollege“, pfichtete ich ihm bei.

„Das machen Sie doch sicher gerne, Frau Knaack“, sagte in schnippischem Ton meine Kollegin Frau Lerchenberg, die — etwas dicklich — mich aus irgendeinem Grund nicht ausstehen konnte, vielleicht war sie nur neidisch auf meine Figur.

„Ich glaube“, fuhr sie fort, „seine Freundin ist weg. Sie ersetzen sie doch sicher gern am Tisch und im –„

„Halten Sie sich doch zurück, Frau Kollegin!“, herrschte sie der Kollege an, und zu mir gewandt: „Aber ich finde es auch gut, wenn Sie heute nachmittag mal zu Gernot fahren und versuchen, ihn wieder etwas aufzurichten, Frau Knaack. Der Gernot ist ein lieber Kerl und hat es verdient, daß wir ihm helfen.

Wenn Sie männliche Unterstützung brauchen, jemand, der von Mann zu Mann mit Gernot redet, rufen Sie mich an, ich bin den ganzen Nachmittag zu Haus. Wissen Sie noch, wo Gernot wohnt?“

„Ja, wir waren doch zu seinem Geburtstag eingeladen. „

„Ach ja, richtig!“

„Und er wohnt doch noch da?“

„Ja! Die Wohnung gehört ihm oder seinen Eltern, darum ist wohl die Freundin ausgezogen, wenn das wirklich wahr ist.

Ich fuhr also am späten Nachmittag zu Herrn Wandschneiders Wohnung. Dieter hatte ich halbwahrheitsgemäß gesagt, wir müßten mit anderen Kollegen einen Kollegen trösten, der Schwierigkeit in seiner Beziehung habe, und es könne spät werden.

Meine erste Befürchtung war, daß Herr Wandschneider in seiner depressiven Stimmung auf mein Klingeln nicht öffnen würde, aber nein, er schlurfte zur Tür, öffnete und sagte nur:

„Sie, Frau Knaack?“

„Ja, guten Abend, Gernot — sagen wir uns doch Du, das wäre eigentlich schon lange fällig — du warst heute so niedergeschlagen, da wollte ich mal nach dir sehen — darf ich nicht reinkommen?“

„Ja, natürlich, entschuldigen Sie, Frau Kna –„

„Melanie!“

„– Melanie? In Ihrer — in deiner Personalakte steht aber ein andere Name!?“

„Ja, da steht mein Taufnahme Kerstin, aber alle meine guten Freunde nennen mich nur Melanie — seit meiner Schülerinnenzeit.

„Ich hab mich schon gewundert, warum einige Kollegen Sie — dich Melanie nennen. „

„Sehen Sie — siehst du — ich muß mich auch erst daran gewöhnen, Gernot — jetzt weißt du warum! ,Du` zusammen mit ,Kerstin` nennt mich nur meine Mutter, wenn es ernst wird oder sie böse ist!“

Nach diesem gar nicht so uninformativen small talk waren wir in Gernots Küche gelandet, wo er am Tisch gerade Spaghetti aß, die er sich aus einer Dose bereitet hatte.

In der und um die Spüle türmten sich die Teller, Tassen und Bestecke wahrscheinlich schon seit dem Vortag. Der Abwasch würde wahrscheinlich ein Teil der Wiederaufbauarbeit sein.

„Wollen Sie — willst du auch etwas von den Spaghetti? Ich hab heute gar keinen Appetit. „

„Ja, gern, Gernot, wenn du mir was übrigläßt!“

Gernot holte noch einen Teller — ich sah: den letzten — und ein Besteck herbei und füllte mir den Rest der Spaghetti auf den Teller.

„Guten Appetit, Melanie!“

„Na, siehst du, Gernot, jetzt funktioniert es! — Hast du vielleicht noch ein Bierchen?“

„Ja, im Kühlschrank müßte noch eins sein, wenn Lene — ach, hier ist es, nur etwas nach hinten gerutscht. „

Dann holte Gernot auch einen Flaschenöffner und zwei Biergläser hervor und schenkte uns ein.

„Gut schmecken die Spaghetti — welche Sorte ist es denn — ach, hier ist ja die leere Dose — ja, die Schweizer Marke ist wirklich die beste.

— Aber sag mal, was meintest du mit ,wenn Lene`?“

„Ach, ich will nicht darüber sprechen, Melanie. „

„Aber ich merk es doch, Gernot: Das ist es, was dir solchen Kummer macht. „

„Es ist ja nett von Ihnen — von dir, Melanie, daß du mich besuchst — aber ich will wirklich nicht darüber sprechen. „

„Das solltest du aber, um deinen Kummer zu erleichtern.

Du kannst mir alles sagen — ich hab auch schon manches erlebt — Lene ist doch deine Freundin?“

„War!“

„War?“

„Lene war meine Freundin!“

„Und wo ist sie jetzt?“

„Ausgezogen! Gestern abend! Ohne ein Wort zu sagen! Weiß der Kuckuck, wo sie jetzt steckt!“

„Hast du eine Ahnung, warum?“

„Keine Ahnung! Aber es hat schon vorgestern — oder eigentlich schon vor einer Woche angefangen — da hat sie mich ,Grünschnabel`, ,unerfahren` und so was geschimpft.

Da hat sie wohl recht mit, aber das können wir doch besprechen — da haut man doch nicht wegen ab ohne ein Wort. „

„Was könnte Lene damit gemeint haben?“

„Wir wußten es ja beide: Lene war meine erste richtige längere Freundin, aber ich beileibe nicht ihr erster Freund — obwohl sie zwei Jahre jünger ist als ich. Am Anfang — und eigentlich bis vor einer Woche — fand sie das toll, daß sie mich erfahrener macht.

„In welcher Beziehung?“

„Nicht nur im Sex — oh, entschuldige, Melanie, daß ich davon rede –„

„Macht doch nichts, Gernot, ich weiß, was Sex ist. „

„– also — aber auch im Zusammenleben — wir haben einen genauen Plan gemacht und uns auch daran gehalten: Lene machte morgens die Betten, das Staubsaugen und abends den Abwasch, und ich hab eingekauft, gekocht — das ist ein Hobby von mir — und Reparaturen gemacht.

„Das klingt doch wunderbar — à propos Reparaturen: komm doch in den nächsten Tagen mal bei mir vorbei, der eine Wasserhahn braucht eine neue Dichtung — eure Arbeitsteilung ist doch fast vorbildlich! — Hat Lene schon mal mit jemand zusammengelebt?“

„Ja, zwei Jahre mit einem Kommilitonen, den hat sie verlassen, als er anfing zu saufen, dann war sie wieder ein halbes Jahr bei ihren Eltern, und dann ist sie zu mir gezogen.

Inzwischen hatten wir die Spaghetti aufgegessen und das Bier ausgetrunken, und ich sagte zu Gernot:

„Als du das Bier aus dem Kühlschrank geholt hast, da hab ich gesehen, daß du noch eine Flasche Wein hast — wollen wir die nicht drüben auf den Sofa köpfen — die Küchenstühle hier sind auf die Dauer doch reichlich hart!“

Ohne Widerrede holte Gernot die Weinflasche aus dem Kühlschrank und brachte sie und zwei Weingläser zum Sofa.

„Hast du auch was zum Knabbern?“

„Ich fürchte: leider nein!“

„Dann lauf ich schnell runter und hol uns was aus dem kleinen Laden hier nebenan. In der Zeit kann sich der Wein etwas temperieren!“

Ich zog mein Jäckchen über, lief die Treppen runter und kaufte in dem gemütlichen kleinen Tante-Emma-Laden eine Kollektion von süßem und salzigem Knabberzeug zur Auswahl.

Als ich wieder zurückkam, hatte Gernot uns die Gläser eingeschenkt — und er hatte auch auf den Couchtisch zwei Kerzen gestellt und das elektrische Licht ausgeschaltet.

Ich suchte und fand in der Küche eine Schale für das Knabberzeug, ging damit ins schummerige Wohnzimmer und sagte:

„Mensch, Gernot, was machst du hier für eine Schummerhöhle!“

„Gefällt dir das nicht, Melanie? Das ist doch romantisch!“

„Das ist es wirklich, aber weißt du, ich glaub, ich bin als ganz kleines Kind einmal fürchterlich mit heißem Wasser verbrüht worden — und ehrlich, ich mag zu heiße Sachen und Feuer — inklusive Kerzen — eigentlich nicht.

Aber du bist heute die Hauptperson: Wenn du es schön findest, lassen wir es so. Wir können ja aufpassen, die Kerzen nicht umzustoßen. „

Wir setzten uns mit unseren Gläsern aufs Sofa, und ich begann:

„Entschuldige, Gernot, daß ich weiter bohre, aber wenn ich dir helfen soll, dann müssen wir doch den Grund herausfinden, warum dich Lene verlassen hat. Also, am Haushalt kann es kaum gelegen haben — ich wäre froh gewesen, wenn ich mal einen Freund gehabt hätte, der so viel von der Hausarbeit übernimmt — aber wie war denn euer Sexleben?“

„Darf ich dir das sagen?“

„Natürlich darfst du das“, antwortete ich und legte meinen Arm um seine Schulter.

„Na ja, wie das so ist, am Anfang haben wir uns manchmal mehrmals täglich geliebt, dann später weniger, aber immer noch drei- viermal die Woche. „

„Und hattet ihr guten Sex, nicht nur häufigen?“

„Ich denke ja. Am Anfang hat sie mir immer gesagt, wie toll ich das mache — ich war ganz stolz, unerfahren, wie ich war. „

„Wie unerfahren?“

„Wie gesagt: Lene war meine erste richtige Freundin.

Aber meine erstes Erlebnis hatte ich schon mit fünfzehn auf einer Schulfete, und dann hatte ich immer mal wieder für kurze Zeit eine Freundin. „

„Das scheint mir gar nicht so wenig Erfahrung — wie sind denn diese Freundschaften zu Ende gegangen. „

„Ich konnte meine Freundinnen nie zu uns nach Hause einladen — das ging bei meinen Eltern nicht — und mindestens zwei von den Mädchen haben mir Jungs ausgespannt, die zu Hause eine sturmfreie Bude hatten — bei den Mädchen konnten wir uns wegen denen ihren Eltern natürlich auch nicht treffen, immer nur abends im Park hinter irgendwelchen Büschen.

Nicht ganz das Wahre, ich kann die Mädchen verstehen. „

„Aber mit Lene war das anders?“

„Völlig anders. Wir haben uns von Anfang an verstanden, ich bin bei meinen Eltern aus- und hier eingezogen — die Wohnung gehört ihnen — und nach einer Woche hat Lene ihre Sachen hierher gebracht, das heißt, ich hab einen Bully gemietet und die Sachen hergefahren. Lenes Eltern waren einverstanden, meine dann auch.

„Und ihr habt euch geliebt, arbeitsteilig den Haushalt geführt, du hast deinen Beruf ausgeübt — hat eigentlich Lene auch gearbeitet?“

„Ja, sie ist Sprechstundenhelferin bei dem Internisten hier um die Ecke. Darum war die Wohnung ja auch so günstig für sie. „

„Und trotzdem ist sie gestern abend ohne ein Wort ausgezogen?“

„Ja, und heute morgen ist ein Lieferwagen von einer Firma gekommen und hat ihre Sachen abgeholt — viel war es ja nicht, die Möbel gehören mir, beziehungsweise sie waren in der Wohnung.

„Und du hast wirklich keine Ahnung –„

„Ah, da fällt mir noch was ein: Vor einer Woche knallte sie mir einmal an den Kopf, sie brauche jemand, der sie befriedigt. Ich hab sie gefragt: ,Befriedige ich dich nicht?` Da hat sie nur abgewunken. — Ich glaub, ich werd nie eine Frau befriedigen können. „

„Red doch keinen Unsinn, Gernot!“

Und ich weiß nicht, welcher Teufel mich ritt — vielleicht der Alkoholteufel –, daß ich fortfuhr:

„Willst du nicht mal versuchen, mich zu befriedigen?“

Allein dieses Spiel mit dem papierenen Wort „befriedigen“! Anstatt in klarem Deutsch zu sagen: „Komm, bums mich, und wir werden sehen, wie du das machst!“

„Ich –?“

„Ja: du!“

„– soll dich –?“

„Ja, du sollst mich — versuchen zu befriedigen — aber dazu gehören ja eine Reihe einleitender Schritte!“

Damit legte ich auch meinen anderen Arm um seine Schulter, das heißt, ich umarmte ihn, und ich verpaßte ihm einen herzhaften Zungenkuß, den er gekonnt erwiderte.

„Diese erste Probe hast du mit Bravour bestanden! Komm, Gernot, zieh mich aus — dich auch!“

Nicht ungeschickt entledigte mich Gernot meiner Jacke und Bluse, dann meines BHs — und machte eine Pause, um meine Brüste zu küssen und mit geschickten Zungenbewegungen meine Nippel aufzurichten — von wegen unerfahren — nicht die Rede!

Ich bedeutete ihm nonverbal, daß er auch dies gut gemacht hatte und daß ich um eine Pause bäte — in der ich meinerseits Gernot sein Jackett, sein Ober- und sein Unterhemd auszog.

Zum Vorschein kam ein Bild von einem männlichen Oberkörper, und ich fragte:

„Mensch, Gernot, bei deiner Figur — jedenfalls soweit — könnte man als Frau schwach werden — ich bin gerade auf dem Wege — hast du Sport getrieben — warum gibst du nicht auch Sport an der Schule — du weißt doch: Sportlehrer sind Mangelware!“

„Ja, ich bin im Turnverein — wir turnen in der Landesliga — und ich hab auch Basketball gespielt — aber für ein Studium und als Lehrfach fand ich das zu unseriös.

„Aber das ist doch Unsinn!“

„Das ist mir inzwischen auch aufgegangen! Aber vielleicht kann man noch was nachholen, und vielleicht nehmen die von der Schulbehörde auch mal Leute aus der Praxis anstatt nur Studierte, wenn der Mangel noch größer wird. „

„Ganz bestimmt! — So, Gernot, nun mach mal mit mir weiter!“

Das ließ sich Gernot nicht zweimal sagen. Er ging streng analytisch vor: zuerst die Schuhe und Socken, dann machte er den Bund der langen Hose auf, die ich an dem Tag anhatte, dann zog er mir die Hose von den Beinen — und faltete sie sorgsam zusammen! — dann sah er mich fragend an — und als ich zustimmend nickte, streifte er mir als letztes auch meinen Slip ab.

Dann kniete er sich vor mich hin und streichelte hingebungsvoll meine Seiten: von der Taille über die Hüftkurve bis zu den Schenkeln und Knien und wieder zurück. Dann gab er mir noch einen zarten Kuß auf die Muschi und ließ mich stehen — damit ich mich bei ihm revanchieren konnte.

Auch ich versuchte zuerst, Gernot die Schuhe auszuziehen — aber ich hatte meine liebe Müh‘ — ich weiß nicht, mit was für einem raffinierten Seemannsknoten Gernot seine Schuhe zugemacht hatte.

Ich war versucht, eine Schere zu nehmen und Gernot später neue Schnürsenkel einzuziehen, aber andererseits packte mich der Ehrgeiz, ich suchte das kürzeste vorstehende Ende, zog es zurück, und so weiter, bis sich der Knoten irgendwann löste. Komischerweise ging es beim anderen Schuh nach der Erfahrung mit dem ersten nicht etwa schneller, sondern dauerte noch länger. Während dieser Zeit konnte sich Gernot schon mal an meinem nackten Körper sattsehen.

Die Socken und die Hose auszuziehen war dann einfach, und den Slip über Gernots schon aufgerichteten Steifen zu ziehen, gelang mir schließlich auch noch.

„So, Gernot“, fragte ich, „machen wir hier weiter, oder gehen wir nicht lieber in dein Bett?“

„Ins Bett natürlich! Komm, Melanie: diese Tür!“

Das Bett war sehr breit für ein Einzel- und ein wenig schmal für ein Doppelbett, aber es ging.

„Findest du, daß das Bett zu schmal ist? Das sagte Lene nämlich auch einmal. Ich wollte schon ein breiteres bestellen, aber jetzt ist sie ja weg.

„Nein, das heißt ja — für zwei Leute könnte es schon etwas breiter sein — aber schmale Betten fördern das enge Beisammensein. — Komm, legen wir uns schon hin — du machst ja lauter Flecken in den Teppichboden!“

„Ach, wenn du wüßtest, was da schon für Flecken drinnen sind — wir haben es am Anfang des öfteren auf dem Boden gemacht — Lene fand das geil. „

„Nun ja — jedem das Seine — kann man nichts gegen sagen!“

Wir schmissen uns aufs Bett, und da wir mit unseren Entkleidungskünsten ja schon ein Vorspiel gemacht hatten, sagte ich zu Gernot:

„Los, Gernot, zeig mir mal, wie du es so für gewöhnlich machst!“

„Brauchen wir kein –„

„Nein — brauchen wir nicht — ich nehm die Pille.

„Und du bist doch verheiratet!?“

„Das fällt dir aber reichlich spät ein — schon, aber — ich bin sicher, in Kollegenkreisen wird über mein Privatleben einiges getuschelt. „

„Eigentlich nur die Almut, die Frau Lerchenberg, die blöde Zicke, aber die redet ja über jeden nur Schlechtes. Die hat mal gesagt, mit deinen Liebhabern könnte man das Volksparkstadion füllen. Aber die anderen haben sie zurechtgewiesen, und die reden eigentlich nur Positives, wie gut du mit den Rabauken umgehen kannst.

„Volksparkstation ist stark übertrieben, höchstens Jahnkampfbahn. Aber nun mal ernsthaft: Mit meinem Mann hab ich mich inzwischen so auseinandergelebt, da mach dir bitte keine Gedanken. Das braucht dich jetzt nicht zu interessieren — das braucht dich vielleicht überhaupt nicht zu interessieren — das ist so mein Kummer — so, nun zeig mal, was du kannst — nein: Ich weiß, daß du es kannst — aber zeig mir, wie du es machst!“

Gernot nahm die — ich wiederhole mich: zu Unrecht in Mißkredit gelangte — Missionarsstellung ein, drang mit seinem vor Freude triefenden Liebesknüppel wie von selbst ein — und rammelte mich, wie es die Rammler machen — und war nach zwölf Sekunden fertig und spritzte.

Nachdem ich wieder zu Puste gekommen war, fragte ich vorsichtig: „Sag mal, Gernot, machst du das immer so, oder warst du jetzt so ausgehungert?“

„Nein, so haben wir das mit Lene eigentlich fast immer gemacht — die fand das toll — als wir das erste Mal zusammen waren, hat sie mich angeschrien — ich schämte mich wegen der Nachbarn –: ,fick mich, fick mich, schneller!` — und dann hat sie mich gelobt — und dann hab ich es immer so gemacht — ich dachte, die braucht das so.

„Weißt du das nicht: Das braucht eine Frau, wenn überhaupt, nur ganz selten so — normalerweise — aber es mag natürlich auch Ausnahmen geben — wollen wir mehr das Langsame, Ruhige, Sanfte — hast du das nicht mal probiert?“

„Nein — selten — ich dachte –„

„Da hast du wohl falsch gedacht — hast du nicht manchmal in Aufklärungsbüchern gelesen –„

„Ich hab mich nie getraut, solche Bücher — unsere Buchhandlung hier ist voll davon — zu kaufen oder aus der Bücherhalle auszuleihen — die Bibliothekarinnen kucken dann so komisch –„

„Ja, das kann eine Hemmschwelle sein — aber solche Bücher sind deshalb ja auch in jedem Buchversandkatalog — da kann man sie ganz einfach bestellen, ohne jemand in die Augen sehen zu müssen.

„Danke für den Tip! Hast du vielleicht solche Bücher?“

„Ich glaube ja — ich muß mal nachsehen — und wenn du meinen Wasserhahn reparierst, kannst du sie mitnehmen, ohne daß jemand dich damit sieht. — Aber jedenfalls: Viel langsamer und ruhiger! Wenn du willst, kannst du ein paarmal mit mir üben. „

„Und dein Mann?“

„Ach, der! Eher betrüge ich meinen Freund.

„Einen Freund hast du auch?“

„Ja, aber erzähl es nicht weiter! Auch der muß es aushalten, daß ich Liebeslektionen erteile — aber ich glaube, ich sag ihm gar nichts. „

Und so übten wir mit Gernot über mehrere Wochen die langsame Gangart — langsam, langsamer, Orgasmus herauszögern, Pause machen, für eine Zeit einfach nur daliegen, wie in der Volkshochschule im Psychologiekurs: Fühle deinen Körper: den Kopf, die Brust, die Arme, den Bauch, den Schwanz in der Muschi beziehungsweise die Muschi um dem Schwanz — das letztere nicht in der Volkshochschule! — die Oberschenkel, die Knie, den Unterschenkel, den Fuß, die große Zeh — und so weiter! — und dann weitermachen, versuchen zu fühlen, wie weit der Partner ist und dementsprechend etwas zögern oder beschleunigen — und immer öfter gelang es uns, gleichzeitig oder fast gleichzeitig den Höhepunkt zu erreichen.

„Siehst du, Gernot, so muß sich ein Liebespaar aufeinander einstellen! Das ist immer der Mühe wert — aber eigentlich ist es ja gar keine Mühe, sondern es sind wundervolle Liebesstunden!“

Nach einigen Übungsstunden traute sich Gernot auch in meine Wohnung, um meinen Wasserhahn zu reparieren. Ich hätte ihm gern auch eine Lektion in meinem Bett erteilt, aber das ging nicht, denn Dieter „drohte“ nach Hause zu kommen. Er traf Gernot auch noch an, ich stellte die beiden einander vor:

„Dies ist Gernot, Gernot Wandschneider, ein Kollege von mir, der mir den Wasserhahn repariert hat — Dieter, mein Mann.

„Das ist sehr nett, Herr Wandschneider, daß Sie das für uns gemacht haben, so brauchen wir nicht Wochen darauf zu warten, bis der Installateur mal Zeit für uns hat. — Wollen Sie nicht noch zum Abendessen bleiben?“

„Nein danke, Herr Knaack, ich hab zu Haus noch viel Arbeit. „

Auf diese Weise wurde Gernot der einzige meiner Liebhaber, den Dieter kennengelernt hat. Und beim Verabschieden konnte ich Gernot noch, von Dieter unbemerkt, einige Sex-Aufklärungsbücher in seine Aktentasche stecken.

Als dieser Anfängerkurs seinem Ende entgegenging, fragte ich Gernot einmal:

„Sag mal, Gernot, liebst du deine Lene eigentlich noch?“

„Ja, schon!“

„Soll ich mal mit ihr reden?“

„Wenn du meinst, das nützt was, dann versuch das mal!“

Gernot wußte immerhin ihre jetzige Telephonnummer. Ich rief dort an und fragte:

„Lene — ich darf doch Lene sagen — ich bin die Melanie — eine Kollegin von Gernot — kann ich mal mit dir sprechen?“

„Was willst du denn mit mir über den sprechen?“

„Aber nicht hier am Telephon.

Kann ich dich nicht mal besuchen — wie wär es heute abend?“

„Wenn du unbedingt willst, dann komm!“

Das klang anders als die große Liebe! Ich fuhr abends hin, und mir öffnete eine sehr kurzberockte junge Frau im Lederdress und sagte mit nöligem Ton, ununterbrochen Kaugummi kauend:

„Komm rein — wie heißt du noch?“

„Melanie. „

„Du willst wegen diesem Schlappschwanz von Gernot mit mir reden? Mit dem hab ich Schluß gemacht.

„Du hast nicht Schluß gemacht, du bist ohne ein Wort abgehauen. „

„Das heißt doch ,Schluß machen`, oder nicht?“

„Ihr habt euch doch geliebt, und da hättest du wenigstens sagen müssen, warum du abhaust. „

„Das weiß der doch ganz genau!“

„Das weiß Gernot eben nicht!“

In diesem Moment ging im Hintergrund der Wohnung ein stämmiger Mann, ebenfalls in Lederdress — durch den Raum, die nackten Arme über und über tätowiert.

„Ich komm gleich, Manni!“, rief Lene ihm zu.

„Quatsch doch nicht so lange mit der Tante — und läßt mich so lange warten!“, maulte Manni zur Antwort.

„Hab ich euch bei was gestört?“, fragte ich.

„Siehst du doch!“

„Also, nun sag wenigstens mir einmal, was dir an Gernot nicht gefallen hat. Er ist doch sportlich gestählt und hat eine Superfigur, auf den fliegen doch alle Frauen!“

„Hast du den nackt — du bist doch nicht etwa — du warst mit ihm im Bett? Das kann doch nicht wahr sein! Hat er dich Oma — entschuldige, aber du bist doch einige Jährchen älter als der — hat er dich auch so gerammelt — du, das haben meine Fettpolster nicht mehr mitgemacht!“

„Aber gerade, wenn du so viel mehr Erfahrung hattest — ich will nicht wissen, woher –„

„Was soll das jetzt heißen?“, fragte Lene mit drohendem Ton.

„Also, wenn eine so junge und hübsche Frau wie du –„

„Das Gelaber kannst du dir sparen — wenn du das meinst, sag ich es gleich: Ich war auch mal im Puff, aber nur eine Woche, dann hat man mich höhere Tochter wieder rausgeschmissen — und meine erhoffte Amerikareise war im Arsch — jetzt weißt du's, und sag's auch deinem Betthasi, woher ich die Erfahrung hab!“

„Also, gerade mit deiner Erfahrung hättest du Gernot sagen müssen, wie er's machen soll.

„Das war doch hoffnungslos — der hat doch noch nie 'ne Frau richtig gefickt. „

„Der hat vor dir schon manche Frau ,richtig gefickt`, wie du dich auszudrücken beliebst, und weil er bei dir das erste Mal gerammelt hat, was das Zeug und deine Fettpolster und die Zahnräder im Eingriff aushalten, und du ihn dann auch noch gelobt hast: ,fick mich, fick mich, schneller!`, da hat der Gute geglaubt, du magst das immer so.

Ich hab ihm jetzt gezeigt, wie man es richtig macht — das hättest du auch können. — Ich nehme an, du hast kein Interesse mehr!?“

„Von mir aus kann Gernot das Mondkalb ficken — sag ihm das!“

Ich verließ dieses lauschige Liebesnest ebenfalls, ohne noch ein Wort zu sagen. Gernot schenkte ich reinen Wein über seine Lene ein, ihren jetzigen Umgang und andeutungsweise auch ihr Vorleben. Lene als Motorradbraut von Manni war bald im ganzen Stadtteil bekannt, wie sie auf dem Soziussitz von Mannis Hobel in viel zu kurzem Rock mit ihm durch die Gegend kurvte.

Nach einem Monat war Manni und sein Motorrad verschwunden und Lene schwanger. Sie ist dann eine ihre Tochter liebevoll umhegende alleinerziehende Sprechstundenhilfe geworden.

Mit Gernot und mir konnte es auf die Dauer nicht weitergehen, denn ich war ja noch verheiratet, und mit einem Kollegen fremdgehen — das ist doch sehr problematisch. Schließlich kam Trudi auf die Idee, den lieben Gernot mit ihrer so völlig anderen Schwester Agnes zu verkuppeln. Diese war ein schüchternes Mädchen, hatte Kunstgeschichte studiert, arbeitete in der Kunsthalle und ging fast nie aus, schon gar nicht in Diskotheken, da sie die laute Musik und das Publikum dort nicht mochte.

Sie war fast gleich alt wie Gernot, hatte eine bittersüße Erfahrung in der Liebe (ihr Freund war ganz jung an Krebs gestorben), und Trudi lud uns einmal alle vier zum Tee ein. Und Trudis Menschenkenntnis in allen Ehren: Es funkte auf Anhieb zwischen den beiden, mit etwas Nachhilfe von Trudi und mir duzten die beiden sich schon bei diesem ersten Kennenlernen, sie verabredeten sich zu einem Konzert, Gernot begann, die Schätze der Kunsthalle unter kundiger Führung zu studieren, und nach einer Anstandszeit von einigen Monaten zog Agnes zu Gernot.

Sie waren sich aber lange Zeit nicht sicher, ob sie wirklich zueinander paßten, und erst nach der Geburt ihres zweiten Kindes wurden wir auch zu ihrer Hochzeit eingeladen.

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