Der Simulator der Dritten Art

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Der Simulator der Dritten Art

Teil 1

Er war auf dem Weg in die Firma. Es war nichts besonderes für ihn, dass die Chefin am Wochenende anrief und ein Treffen im Büro vorschlug, und es war nicht seine Sache, das abzulehnen.

Zumal es in seinem Projekt Fortschritte gab, die den Bericht, den Sie von ihm erwarten würde, durchaus zu einer angenehmen Sache für ihn machen würde.

Und es hatte sich sowieso eingebürgert, dass die Termine für die Treffen von Ihr vorgegeben wurden.

Das Tor öffnete sich automatisch als er vor fuhr. An den Wagen auf dem Parkplatz konnte er ablesen, dass praktisch die gesamte Mannschaft heute hier war. Gut gelaunt hielt er seine Karte vor das Lesegerät und gab seine Kennzahl ein. Er durchquerte die modern und etwas protzig in Glas und Marmor gehaltene Vorhalle und den Besucherbereich, um sich durch zwei weitere Türen mit unterschiedlichen Passworten den Zugang zu seinem Büro zu verschaffen.

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Die Firma war, mit etwas Understatement, ungewöhnlich.

Er war nun seit einigen Jahren hier beschäftigt, und nachdem er sich als Programmierer einen gewissen Namen gemacht hatte, war er von der Chefin zu einem zweiten Vorstellungsgespräch geladen worden. Es ging etwas strenger zur Sache. Sie wollte eindeutige Beweise seiner Loyalität und seines außergewöhnlichen Leistungswillen.

Schritt um Schritt hatte er sich dem unterworfen, und nach jedem dieser Schritte hatte sich ihm ein wenig mehr von dem offenbart, was die Firma tief im inneren wirklich ausmachte und wie sie funktionierte.

Irgendwann gab es kein zurück mehr. Es hätte aber eigentlich gar nicht der Schritte bedurft, die dann folgten, die ihm ein Aussteigen wirklich unmöglich gemacht hatten – er war so fasziniert von der Welt, die sich da vor ihm öffnete, dass er gar nichts anderes mehr wollte als in diesem „System“ mitarbeiten. Dienen, zur Verfügung stehen, wie auch immer man es bezeichnen sollte – er war gefügig, wollte erfahren, wo es hin ging.

Vielleicht, überlegte er kurz, war es Hörigkeit. Aber es hatte ihm auch den Himmel auf Erden eröffnet – sozusagen einen kleinen, privaten Programmiererhimmel. Hinter den verschlossenen Türen des internen Bereichs, in dem nur die „auserwählten“ ihre Laboratorien und Büros hatten, herrschte eine andere Welt. Sie war zu seiner Welt geworden, außerhalb derer er gar nicht mehr lebensfähig gewesen wäre, auch gar nicht hätte leben wollen.

Es war eine doppelte Hörigkeit – eine persönliche, um nicht zu sagen sexuelle, und eine inhaltlich, fachliche.

Nirgends sonst hätte er die Möglichkeit erhalten, an etwas zu arbeiten, das so genau seiner Begabung entsprach, ihn bis an die Grenzen seiner Fähigkeiten forderte, gleichzeitig alle Möglichkeiten der Welt gehabt, Budgets, die keinen Wunsch offen ließen.

Dass hier für das Militär und die „Behörden“ von Ländern gearbeitet wurde, die er eigentlich nicht wirklich hätte unterstützen mögen, interessierte ihn nicht mehr, zumal er nur erahnen konnte, von wem und wo die Dinge eingesetzt wurden, die hier so spielerisch entwickelt und dann in die Welt entlassen wurden.

Und offensichtlich interessierte es die Kunden auch wenig, unter welchen Bedingungen hier gearbeitet wurde – wohl, weil die erwarteten Ergebnisse erzielt wurden, und überraschende Dinge das Labor verließen, die von niemandem vorher überhaupt angedacht oder angefordert worden waren.

Wie üblich begab er sich in sein Büro und nahm, um die Wartezeit zu überbrücken, seine „normale“ Tätigkeit auf. Er wusste, dass sowohl die Chefin als auch die Sicherheitszentrale jeden seiner Schritte hier im Gebäude, alles, was er an seinem Terminal tat, jederzeit überwachen konnte.

Es war ihm zu seiner zweiten Natur geworden und längst nichts mehr, was ihn beklommen machte.

Es war dies aber auch die Arbeitsweise hier im Inneren Team, dass niemand „für sich“ arbeitete. Auch wenn er keinen Zugriff auf die Cams in den anderen Büros oder die Daten der anderen Mitarbeitet hatte. Sie redeten untereinander offen über das, was sie taten, worüber sie nach grübelten, welche Ideen sie hatten oder wo ihnen Ideen fehlten.

Das machte die Zusammensetzung der Teams zu einer Sache, die sich von innen heraus von alleine steuerte, und schuf eine Atmosphäre, in der jeder frei beitragen konnte und wollte, soviel er zu leisten wie er irgend in der Lage war – und noch wesentlich mehr. Und dann war da noch das andere… die kleinen Spielchen, die sie nebenher miteinander und mit der Chefin spielten.

Er wusste längst nicht mehr, ob diese Spielchen nun ein kleines nebenher waren, die die Sache noch angenehmer machten – oder ob dies nicht der eigentliche Kern des Erfolges dieser Firma und dieses Teams waren.

Er hatte gerade angefangen, eine längst ausstehende Zusammenfassung von langweiligen Tatsachen in einen kurzen Bericht zu fassen, als das Tackern von Absätzen auf dem Flur zu hören war und die Chefin ohne anzuklopfen den Raum betrat und sich neben ihn auf die Schreibtischkante setzte. Sie spontan zu berühren, und sei es auch nur leicht und wie zufällig, hatte er nur einmal gewagt – um definitiv zu bemerken, was ihm zustand und was nicht.

Die Versuchung aber war immer da. Sie war nicht wirklich jung, aber sportlich und herrisch gekleidet wie immer. Zu einem schwarzen Top trug sie einen mega knappen Minirock, schwarze Strümpfe und rote Pumps. In der Hand wippte die Gerte – die sie nicht mit nach „draußen“ nahm, aber die hier im inneren Bereich genauso selbstverständlich zu ihrer Accessoires gehörten wie die Handschellen, das sie ab und an am Gürtel trug (um sie dann auch zu benutzen).

„So, mein Lieber, sind wir soweit, wie geplant? Ich möchte keine Überraschungen erleben, wenn wir jetzt in der großen Runde besprechen, wie es weitergehen soll…“

Er nickte.

„Ja, Herrin“.

Sie so anzusprechen hatte er gelernt, nachdem er testweise zum inneren Kreis gekommen war, auf Widerruf und mit einer Probezeit von einem Jahr. Wenn er diese Zeit nicht „überlebt“ hätte, dann hätte er ganz gehen müssen… und niemand hätte ihm die Geschichte geglaubt, die er dann zu erzählen gehabt hätte.

Aber das zählte nun alles nicht mehr. Eifrig begann er, ihr zu berichten. Aber sie winkte ab.

„Das höre ich mir nachher in der Runde an. Mariella ist nicht soweit, wie sie hätte sein sollen, und hat um eine kleine Motivationspause gebeten, die ich ihr gewähren werde – bist du bereit, ihren Part im Projekt mit zu übernehmen?“

Er grinste. Es war üblich, dass Mitarbeiter, die irgendwie eine vorübergehende Kreativitätspause hatten, um ‚Motivation‘ baten, und damit für einige Zeit aus dem jeweiligen Projekt, aber nicht aus dem sonstigen Geschehen ausschieden.

„Ja, im Prinzip schon… es war ja abzusehen. Aber ich könnte mir denken, dass es auch andere Lösungen gibt“.

Sie winkte ab.

„Darüber reden wir nachher“.

Sie gab ihm neckisch einen leichten Schlag mit der Gerte über die Brust, der ziemlich zwirbelte – auch und gerade, weil sie exakt die Piercings traf, die er sich auf ihr Geheiß und unter ihren Augen in die Brustwarzen hatte stechen lassen.

„Gute dann. Ab in den Besprechungsraum mit dir“.

Gehorsam trabte er los, hinter sich das Klackern ihrer Absätze.

„Wie ein Pony…“ dachte er, eingedenk der Gerte, die locker in ihrer Hand schwang.

Im Besprechungsraum waren schon alle versammelt – ein allgemeines Grinsen und Hallo. Auch der Besprechungsraum war anders – sie hatten irgendwann beschlossen, den großen runden Tisch nicht mehr zu benötigen, es hemmte einfach die gedanklichen Beweglichkeit, über Stunden an einem Platz zu sitzen.

Der große Raum war deshalb im wesentlichen leer, auf einer großen Knautschledergarnitur flätzten sich Herb und Karl, das Testteam, beide in schlichtem schwarz – die anderen standen oder saßen locker im Raum verteilt: Irina, die Designerin, die hinter etwas sprödem Aussehen eine flippige Künstlerseele gut verbarg, Frank, der Biologe, wie immer schlicht und sachlich in T-Shirt und Jeans, und Jennie, die „gute Seele“ des Projekts, die eigentlich nichts zu tun hatte, als Seelenmassage zu betreiben und die Mitglieder des Teams mit allem zu versorgen, was sie irgend benötigten, um in Ruhe ihre Arbeit zu tun.

Auf der Stirnseite stand der schwere Ledersessel, in den sich nun die Chefin warf und, mit der Gerte spielend, leicht amüsiert in die runde blickte. Mariella saß geknebelt und mit hinter dem Rücken gebundenen Händen auf einem schlichten Hocker direkt neben dem ‚Thron‘ der Chefin – nun, sie hatte um Motivation gebeten, und es war allen klar, dass dies ihre Art war, Energie zu tanken.

Dass die Chefin ihr dabei sehr gerne behilflich war, war ebenfalls allen klar.

Jennie hatte Irina mit einem Glas versorgt und wuselte dann zur Herrin, um sich neben ihr auf der Sessellehne in bequemer Pose und in Reichweite der spielenden Hände niederzulassen, die nun begannen, ganz nebenbei ihre festen Pobacken zu schmeicheln. Jennie war als ‚Die Zofe‘ bekannt und hatte ihr äußeres allmählich diesem Spitznamen angepasst, was sie in der Gunst der Chefin auf eine besondere Position gebracht hatte – wobei jeder der Anwesenden eine ‚besondere Position‘ innehatte, sonst wäre er nicht mehr hier gewesen.

Ihm fiel auf, dass Erwin, ‚Der Hacker‘ noch fehlte, dann wären sie komplett.

Ruhe kehrte ein, die nur durch ein Schnaufen von Mariella untermalt wurde – sie hatte einen Ballknebel im Mund, der ihr wohl nicht allzu bequem saß. Alle schauten erwartungsvoll die Chefin an, die zur Fernbedienung griff und den Projektor anschaltete.

Es erschien das Bild der Cam an Erwins Arbeitsplatz, der entspannt in seinem speziellen Bürostuhl lümmelte.

Soweit das möglich war – die Füße mit schweren Ketten an Ringen im Boden befestigt, die Hände an einer Kette, die vom Deckenhaken herab lief und ihm gerade erlaubte, zur Tastatur und der Tasse Kaffee zu reichen, die daneben auf seinem Schreibtisch stand.

Die Chefin lächelte süffisant.

„Erwin hat darum gebeten, seine Klausur nicht zu unterbrechen – ich habe ihn mit etwas Betriebsstoff versorgt und ihn gebeten, wenigstens virtuell bei uns zu sein“.

Alle lachten, Erwin grinste in die Cam und winkte, soweit möglich. Ein leises Kettenklirren verriet, dass die Chefin auch die Bildübertragung aktiviert hatte. Sie richtete sich auf.

„Gut, ihr lieben, dann wollen wir mal. wir haben einige Monate am Projekt abgeschuftet, wie ihr seht, sind nicht alle soweit fertig geworden, aber ich habe schon andeutungsweise gehört, dass wir etwas vorzuweisen haben. Morgen kommt, wie ihr wisst, ein Vertreter des Kunden, und ich würde gerne wissen, ob und was wir ihm schon vorzeigen können – und natürlich würde ich auch gerne wissen, wie es hier für uns weitergehen soll.

Teil 2

Am nächsten Morgen saßen sie zu dritt dem Kunden im Besprechungsraum gegenüber – die Chefin und Irina bieder und geschäftsmäßig im grauen Kostüm, er selbst hatte sich doch zur Krawatte, wenn auch einer ziemlich poppigen, durch gerungen.

Dass sich die Militärs, mit denen sie es zu tun hatten, nicht über einen Kamm scheren ließen – das hatte er schon gelernt.

Die farbige Frau in Uniform, die da herein gesegelt kam, nahm ihm jedoch den Atem.

Es fiel ihm jedenfalls schwer, von den etwas unzüchtigen Hintergedanken Abstand zu nehmen, die sich sofort in seinem Hirn breit gemacht hatten – und die dieser wundervollen Frau zu den anderen Qualitäten, sie sie sicher in ihrem Job haben musste, eine ausgeprägte sadistische Tatkraft und Handgreiflichkeit hinzu dichteten. Hinzuzudichten? Oder zu erkennen?

Sie wurde von der Chefin, die mit ihr schon mehr als einmal getagt hatte, als Lt-Cmd-Cmd.

Strasser vorgestellt.

„Ich habe mir erlaubt, gleich die entscheidenden Leute von der Firma mitzubringen, mit der ich sie zusammen koppeln möchte“.

Nach dem allgemeinem Händeschütteln hatte er Zeit, sich während des etwas trockenen Statusbericht, den seine Chefin nun abgab, die Gäste genauer an zusehen. Sie hatten gestern beschlossen, dass das Projekt genug gereift war, um es praktisch vorstellen zu können, und sie hatten auch eine gute Lösung für die Probleme gefunden, die ihnen Mariella bereitet hatte, indem sie mit der Programmierung der ihr anvertrauten Testsimulation nicht rechtzeitig fertig geworden war.

Er musste innerlich grinsen, wie einfach die Lösung gewesen war, und fieberte nun, präsentieren zu können, was sie in der Nacht noch einmal durchgespielt hatten, bevor er am Morgen die Chefin angerufen hatte und grünes Licht für die Präsentation gegeben worden war.

Er hatte gar nicht gemerkt, wie seine Augen auf der wundervollen Frau hängen geblieben waren, die ihm gegenüber saß, als seine Chefin ihn sanft ‚aufweckte‘ und ihn bat, ein paar Worte zum technischen Teil der aktuellen Entwicklung vorzutragen.

Er hatte eigentlich damit gerechnet, dass er in dieser Besprechung als technischer Ansprechpartner für den Kunden benannt würde, entsprechend war er vorbereitet und spulte seinen Vortrag ab. Keine Regung in den Gesichtern der Gegenüber, keine Rückkopplung, ob das nun das war, was sie erwartet hatten. Ein wenig mehr Begeisterung hätte er sich schon gewünscht. Lt-Cmd-Cmd. Strasser tauschte mit seiner Chefin einen viel sagenden Blick.

„Wir haben die Daten, die Sie uns freundlicherweise überlassen hatten, an die Herren hier weitergegeben, und sie haben einige Szenarien adaptiert! Vielleicht sollten wir sie jetzt in Ruhe die letzten Fragen ausräumen lassen, die einer Zusammenarbeit vielleicht noch im Wege stehen“.

Seine Chefin nickte und sah in etwas strenger, als er nach seinem Vortrag erwartet hatte, an.

„Gute Idee. Dann geht ihr zu Erwin hinüber und schaut, ob die Schnittstellen passend implementiert sind, wir haben hier noch ein paar Interna zu besprechen“.

Irina, die sich auch erhoben hatte, hielt sie zurück.

„Moment, Dich brauchen wir hier. “

Er war enttäuscht, aber das konnte er sich nicht anmerken lassen.

Also bat er die beiden Herren, ihm zu folgen, und ging mit ihnen zu Erwins Arbeitszimmer hinunter – der heute die Ketten beiseite geräumt hatte und sie mit einem aufmunternden Lachen empfing.

Er hatte schon die einschlägigen Diagramme und Flusspläne an der Flipchart befestigt, die eine Seite seines Büros einnahm.

„Dann wollen wir mal“.

Er allerdings war – irgendwie nicht ganz bei der Sache.

Auch wenn es gut gestellte Fragen zu beantworten gab, und sie ziemlich schnell zu den erwarteten Ergebnissen kamen. Die ganze Zeit waren seine Gedanken bei dieser Frau, dieser Lt-Cmd-Cmd. Strasser, die so unnahbar schön und fern für ihn war!

Ich Idiot, dachte er, sie einfach nur an zu starren. Das gibt bestimmt noch Ärger, schoss es ihm durch den Kopf, als auch schon die Stimme der Chefin durch den Lautsprecher kam.

“ … bitte sofort in mein Büro“.

Er schaute die anderen halb entschuldigend an – sie verstehen, da muss ich mich rühren.

So schnell hatte er den Weg ins Büro seiner Chefin noch nie zurückgelegt. Als er etwas außer Atem eintrat blieb er in der Tür stehen – das hatte er nun wirklich nicht erwartet. Lt-Cmd-Cmd. Strasser stand breitbeinig vor dem Fenster und grinste ihn an, die Chefin und Irina hatten es sich auf dem Sofa offenbar in bester Laune bequem gemacht, ein Glas in der Hand.

Und Jennie… Jennie stand, in aufregend pralles Gummi mehr eingeschnürt denn gekleidet, direkt neben ihm an der Tür. Sie hielt ein Paar mit einer kurzen Kette verbundener Fesseln in der Hand.

Was sollte das alles? Die Chefin war wirklich bester Laune.

„Gut! Lt-Cmd-Cmd. Strasser hat darum gebeten, Irina als direkten Ansprechpartner zu bekommen und mit ihr zusammen die weitere Entwicklung zu koordinieren – eine Bitte, der ich gerne entsprechen werde.

Außerdem haben wir Lt-Cmd-Cmd. Strasser erklärt, wie wir hier arbeiten, und es gefällt ihr. Sehr sogar!“

Er stand da, geschockt, unfähig sich zu rühren. Lt-Cmd-Cmd. Strassers Gesichtsausdruck war etwa dem nahe gekommen, den er sich heute in der Besprechung in seinen Träumen gewünscht hatte – herrisch und dominant, etwas sadistisch, aber immer noch irgendwie aufmunternd. Jetzt aber war es kein Spiel und kein wonniger Gedanke – er hatte einfach nur Angst!

„Tut mir Leid für Sie“.

Es klang fast echt, sollte es ihn trösten?

„Du bist ins Testteam Zwei versetzt! Zu Mariella“.

Fassungslos starrte er nun seine Chefin an, die, kühl wie immer, unnahbar, ihre Entscheidung niemals korrigieren würde. Er hatte verloren, das wusste er sofort.

Auf einen Wink der Chefin trat Jennie an ihn heran, zwang ihm die Hände vor dem Körper zusammen und ließ die Fesseln klicken.

Er ließ den Kopf sinken, als unerwartet einen Tritt in die Kniekehlen ihn zu Boden gehen ließ.

„Los, ab ins Labor“.

Das war die Stimme seiner Herrin. Oder die von Lt-Cmd-Cmd. Strasser? Alles begann sich vor ihm zu drehen. Er wollte sich auf rappeln, aber ein Stoß von Jennie machte ihm klar, dass eine andere Fortbewegungsart für ihn vorgesehen war. So musste er, wohl oder übel, auf den Knien vor den drei Frauen den Gang entlang kriechen, auf allen Vieren, mit hochrotem Kopf, von Jennie an der Kette geführt, keines Gedankens fähig.

Als sie in das Labor kamen, war alles so, wie sie es heute Nacht vorbereitet hatten. Nur seine Position war eine andere gewesen. Und er hatte sich so auf die Präsentation gefreut, mit einer gewissen Gehässigkeit – oder war es ein klein wenig Sadismus?

Mariella saß – wenn man es so nennen kann – auf einem Stuhl in der Mitte des Raumes, mehr einem Gestell aus Aluminiumprofilen.

Ihre Arme und Beine waren mit Riemen fixiert, und Elektroden waren überall auf ihrem Körper befestigt. Ein Ballknebel steckte in ihrem Mund, die Haare ab rasiert, die Oberschenkel gespreizt.

Ein dickes Bündel Kabel lief in zwei Dildos aus, die in ihr steckten. Das war die Lösung, auf die sie am Sonntag gekommen waren – wenn Mariella die Simulation nicht fertig bekommen hatte, dann musste sie selber das Testobjekt abgeben – womit sie sich auch schlussendlich einverstanden erklärt hatte, von der Chefin mit der eindeutigen Zusage geködert, im nächsten Projektabschnitt dann wieder ins Entwicklungsteam aufgenommen zu werden.

‚Testteam Zwei‘ hatten sie spaßeshalber ihre neue Position genannt, und nun war er ein Mitglied dieses Teams geworden.

„Mach ihn drüben an dem zweiten Testplatz fest, wir brauchen ihn erstmal ja nicht. Er kann ja schon mal schauen, wie es sich so anfühlt!“

Jennie griff in die Kette und zerrte ihn zu einem Träger der Hallenkonstruktion, um die Kette über seinem Kopf an einem Haken ein zu rasten.

Nur nebenbei nahm er wahr, dass sie zu einem Wandschrank ging und eine Spreizstange holte, seine Füße auseinander trat und die Stange fixierte.

Denn er war von dem fasziniert, was nun vor sich ging. Erwin war eingetreten, während die drei Damen es sich auf Sesseln bequem gemacht hatten, die man für sie bereit gestellt hatte. Erwin schaute ihn nur kurz an – grinsend, er hätte an seiner Stelle auch nicht anders gehandelt, und machte es sich am Terminal des Simulators zu schaffen.

Zwei Projektoren liefen an und zauberten zwei großflächige Bilder auf die Wand, rechts und links von dem Gestell, auf dem Mariella festgemacht war. Die Raumbeleuchtung ging langsam aus, ein Spot war auf Mariella gerichtet, rechts und links von ihr war zunächst das Firmenlogo zu sehen.

Mariella regte sich, zerrte an den Fesseln, sie wusste was nun kommen würde. Während er abwechselnd auf seine Chefin und Lt-Cmd-Cmd.

Strasser starrte, die locker und erwartungsvoll von ihren Sesseln aus zusahen, und mit der sich windende Mariella mitfühlte, bekam er gar nicht mit, wie Jennie ihm die Elektroden anzulegen begann.

Erwin begann etwas metallen durch das Mikrophon zu sprechen. „Meine Damen , ich freue mich, Ihnen den Prototypen des Universellen Simulators der Dritten Generation präsentieren zu dürfen“.

Teil 3

Dieser Satz hatte sich im ins Hirn eingebrannt.

Denn danach war nur ein bunter Reigen von Bildern, Worten, Gerüchen, Farben. Schmerzen. Vor allem Schmerzen. Er bekam kein Schema in seine Erinnerungen.

Sein Körper brannte, alle Glieder schmerzten. Alles war wie ein irres Taumeln und Drehen, wenn er versuchte, daran zu denken, seine Sinne zu schärfen und zu konzentrieren, wurde ihm übel und die Gedanken begannen,sich zu verwirren, er fiel wieder in Schlaf, in unruhigen und leichten Schlaf, aus dem er jeden Moment wieder aufschreckte.

Dann begann die Erinnerung wieder.

Einmal schaffte er es, sich mit etwas mehr Ruhe umzusehen. Der Raum war kahl und nackt, eine Neonröhre an der Decke. Ihm gegenüber lag auf einer Matratze Mariella, nackt und mit einer Kette am Halsring an der Wand festgemacht. Sie wälzte sich unruhig hin und her, murmelte im Schlaf Worte, die keinen Zusammenhang ergaben. Er selbst lag ebenfalls nackt auf einer ebensolchen Matratze, zwischen ihnen der blanke Betonboden.

Ein Gedanke durchzuckte ihn, eine Erinnerung. Als es zu Ende war, stand Lt-Cmd-Cmd. Strasser vor ihm, und hatte ihm mit einer schweren Peitsche mehrere Schläge über die Brust und die Oberschenkel gegeben. Ohne dabei etwas zu sagen. Dann hatte sie sich Jennie zugewandt, die in ihrem knall engen Latexoutfit neben ihr stand, und etwas gesagt. Was, war ihm entfallen.

Aber dann hatte Jennie zwei Männern vom Wachdienst einen Wink gegeben, und die hatten ihn los geschnallt und durch einen langen Gang geschleift.

Er erinnerte sich, wie seine Füße über den Boden geschleift wurden, und dass er geschrien hatte, endlos geschrien.

Er schlief wieder ein, während ihm klar wurde, dass er einen ebensolchen Metallring um den Hals trug, den er bei der schlafenden Mariella gesehen hatte, und dass seine Hände von metallenen Handschellen zusammengehalten wurden, die offenbar mit ebensolchen an den Füßen verbunden waren, denn er konnte seine Hände nicht zum Hals führen.

Während ihn die Angst überflutete, legte sich der Schlaf schwer über seine Gedanken – er empfand es als Gnade, er meinte, alles sei nur ein Traum. Ein böser Traum, aus dem er erwachen würde, in einer anderen, besseren Welt. In einer normalen Welt.

Geweckt wurde er von einem Schwall Wasser. Sofort war er wach, Jennie stand mit dem Eimer in der Hand grinsend vor ihm. Zwischen ihm und der Wand gegenüber hatte es sich Lt-Cmd-Cmd.

Strasser auf einem Schemel bequem gemacht, die Peitsche, die er gestern (gestern?) zu fühlen bekommen hatte, hielt sie locker in der Hand, wie spielerisch.

Mariella saß aufrecht an der Wand, sie hatte einen Ballknebel im Mund und eine schwere Spreizstange zwischen den Beinen. Lt-Cmd-Cmd. Strasser grinste ihn an.

„Na, wieder unter den Lebenden? Woran erinnern wir uns denn?“

Er wollte antworten, er wollte es wirklich.

Denn er hatte Angst, panische Angst. Aber er bekam nichts heraus.

„Jennie, helfen Sie unserem Freund doch ein bisschen, sich kooperativer zu zeigen!“

Jennie zog ein Gerät aus einem Halfter, das sie um die Hüften trug, eine Art Fernbedienung. Mit Entsetzen erkannte er das Steuergerät des Simulators.

„Ich trage die Elektroden nicht – hier stimmt etwas nicht – das kann doch nicht!“

Dann durchzuckte ihn der Schmerz, nein, eine Erinnerung an den Schmerz.

Das Bild von Lt-Cmd-Cmd. Strasser mit der Peitsche in Aktion trat vor seine Augen, er war noch -wieder – an das Gestell des Simulators gekettet, Lt-Cmd-Cmd. Strasser schrie etwas.

Dann begann sich die Szenen zu wiederholen, immer und immer wieder schlug sie zu, der Schmerz durchzuckte ihn eins um das andere Mal. Er sank ins ich zusammen, versuchte, sich schützend zusammen zu rollen. Dann war es zu Ende.

Er blieb einfach liegen, während die Wellen von Schmerz in ihm aus klangen und der Angst Platz machten, der Angst, die ihm jeden logischen Gedanken unmöglich machten.

„Wir haben das Prinzip verbessert – dass heißt, ihre geniale Chefin hat das Prinzip etwas verbessert – und hat mir erklärt, dass die Sensoren auch als Implantate verfügbar seien. Da sie ja nun mir gehören!“

Ein silberhelles Lachen erklang

„Da sie nun mir gehören, besser gesagt zum Inventar des Projektes gehören, habe ich mir erlaubt, diese doch gleich bei Ihnen zur Anwendung bringen zu lassen.

Damit können wir all das aktivieren, was wir bei der Session am Simulator in ihnen mental abgelegt haben. Wollen sie nochmal sehen? Jennie, bitte… er gehört Ihnen…“

Der Raum wurde schwarz um ihn herum. Dann sah er Lt-Cmd-Cmd. Strasser, wie er sie sich vorgestellt hatte in seinen Träumen. Sie trug eine schwarze Uniform und eine Armbinde mit einem roten Kreis auf weißem Grund. War das wichtig? Warum diese Armbinde? Er war auf der Liege festgeschnallt und sie kam auf ihn zu.

Sie hatte eine Spritze in der Hand.

„Ich werde ihnen jetzt unendliche Schmerzen zufügen. Sie werden sie ertragen, denn sie haben keine andere Wahl. Sterben lassen werden wir sie so schnell nicht, wie sie sich das vielleicht wünschen…“

Er schrie auf, und schrie und schrie und schrie. Das Bild zerfloss, er schlug die Augen auf, und sah in die wundervollen Augen von Lt-Cmd-Cmd. Strasser, die ihn mit einem fast liebevollen Blick ansah.

Interessiert, etwas zynisch lächeln, verständnisvoll.

„Wir haben sie unter anderem daraufhin untersucht, was sie von mir denken, was sie von den Frauen insgesamt so denken, und welche Phantasien sie haben. Das war etwas, was mich einfach schon immer interessiert hat, und da wir das Ganze ja für Befragungsspielchen brauchen, war das mal eine ganz gute Gelegenheit. Ihr Kollege Erwin, dem das Ganze sicher sehr viel Spaß gemacht hat, hat uns die entsprechenden Szenarien in den Simulator eingespielt, und wir konnten Schritt für Schritt am Monitor beobachten, welche Bilder sie sich wie zusammen geträumt haben.

Ich muss schon sagen!

Starker Tobak. Ich war zugegebenermaßen überrascht, auf der einen Seite von der Plattitüde ihrer Vorstellungen, von der Dreistigkeit, diese auf ihre Gegenüber abzubilden! Und von der Armseligkeit ihrer Person. Ich habe dann ihre Chefin gebeten, mir ein wenig Zeit mit ihnen zu lassen. Wir haben alle Zeit der Welt. Sie erinnern sich an nicht sehr viel, oder? Wir werden die Erinnerung für Sie wieder lebendig werden lassen.

Sie können alles wieder und wieder durchleben – sooft wir es wollen. “

Er starrte sie entsetzt an, keines Wortes mächtig. Sie wandte sich an Jennie.

„Unser Freund muss jetzt erst einmal ein bisschen ausschlafen, am besten tief und ungestört… Geben sie ihm das Dormicum, in der Zwischenzeit nehmen wir uns dann mal Mariella vor, ich möchte gerne mal wissen, wie es im Inneren einer Heterofrau und Looserin aussieht!“

Jennie hatte wieder eine Spritze in der Hand, eine Erinnerung an den Traum erwachte in ihm, aber zusammen mit der Angst kam die Gewissheit in ihm auf, dass der Schlaf sein Freund sei.

Schlimmer als diese Wirklichkeit – wenn es denn eine Wirklichkeit war – konnte kein noch so schlimmer Albtraum sein.

Teil 4

Am nächsten Morgen waren alle früh auf den Beinen. Jennie kam gerade die Treppe aus der ‚Kerkerdimension‘ hinauf geeilt, als ihr die Chefin entgegenkam.

„Die Herrin“, wie sie nur noch genannt wurde, hatte keinerlei Hemmungen mehr an den Tag gelegt, ihre Neigungen zu verbergen.

Heute trug sie Lederstiefel und ein Lederkorsett, lange schwarze Handschuhe und darunter einen Netzbody.

Es hätte eigentlich nuttig wirken müssen – aber irgendwie schaffte sie es immer, gerade noch den Dreh zu bekommen, dass sie vielmehr einer klassischen Schönheit glich – vielleicht lag das an den strengen Gesichtszügen und dem sportlichen Körperbau? Jennie kam heute jedoch nicht dazu, sich weiter darüber Gedanken zu machen, ob sie nun eher einer Fotografie von Newton oder einem Bettie Page Bildband entstiegen sei.

„Ist alles bereit dort unten?“

„Ja, Herrin. Wollen Sie inspizieren?“

Zusammen stiegen sie die Treppe hinunter. Der Kellergang in den hinteren Teil des Lagers, der für die 'speziellen Güter‘ reserviert war, wurde von Neonlampen hell erleuchtet. Ihre Absätze klapperten auf dem Betonboden, denn auch Jennie hatte sich nicht lumpen lassen und trug Extrem-Heels zu ihrem Latexoutfit.

„Es wurde auch Zeit, dass wir umziehen – ich kann die ganzen Idioten unten in der Halle nicht mehr ertragen.

Wir werden es uns ganz persönlich gemütlich machen in den neuen Räumen!“

Jennie musste sich mühen, mit der Chefin Schritt halten zu können, denn bei jeder Bewegung durchzuckte sie ein leichter Schmerz – und die wohlige Erinnerung an die vergangene Nacht. Ein etwas gehetztes „Ja Herrin“ war alles, was sie als Antwort heraus brachte.

Die Chefin hatte mit dem Umzug eine ziemliche Geheimniskrämerei gemacht, aber es sah so aus, als wenn es nun bald losgehen sollte.

Am Abend zuvor hatte sie Jennie zu sich gebeten, als die schon auf dem Weg zu ihrem Spind war, sich um zu ziehen und auf den Heimweg zu machen.

„Jennie, ich muss noch mal mit Dir reden. Es geht um einiges… bitte komm doch noch einmal in mein Büro“.

Natürlich war Jennie sofort hinauf geeilt. Die Herrin saß in ihrem bequemen Sessel, in der Hand ein eigenartiges Gerät.

Eine Art Plug, aus dem Kabel und Schläuche heraus hingen.

„Jennie, es wird Zeit, den inneren Zirkel wieder etwas einzuengen… und ich habe auch vor, mit dem ganzen Laden hier umzuziehen. Du kannst – wenn Du willst – dabei sein. Eigentlich ist das ein Befehl… aber Du kannst jetzt noch Nein sagen. Ich möchte Dir nämlich in den neuen Räumlichkeiten eine feste Behausung anbieten… freie Kost und Logis, sozusagen“.

Sie lächelte.

Jennie setzte sich zu ihren Füßen, küsste die Stiefelspitzen und legte dann ihren Kopf in den Schoss der Herrin.

„Wie Ihr wünscht, Herrin“.

„Guuut… dann möchte ich aber vorab auch noch einige Dinge mit Dir klären… ich beabsichtige, Dich noch einmal ausgiebig zu befragen, um sicher zu gehen. Karl hat mir da einen sehr netten Stoff besorgt, der Dir helfen wird, meine Fragen auch wirklich kooperativ zu beantworten.

Auf! Stell dich an das Kreuz! Mit dem Podex nach vorne!“.

Die letzte Anweisung kam nicht mehr mit ganz so schnurrend zufriedener Stimme wir die vorhergehenden Worte, und Jennie beeilte sich, auf zu springen und sich mit weit gespreizten Beinen und erhobenen Armen vor das metallene Kreuz zu stellen, das ihre Chefin so gerne als ‚mein ausgefallenes Raumobjekt‘ bezeichnete.

Die Chefin kam langsam heran, und fixierte ihre Arme über dem Kopf mit den dafür vorgesehenen Lederriemen.

Dann stand sie nachdenklich vor Jennie. Jennie drehe den Kopf zu ihr um, und sah sie schweigend an. Sprechen sollte sie ungefragt jetzt lieber nicht, das wusste sie aus schmerzhafter Erfahrung.

Die Chefin bückte sich, um auch um ihre Fesseln die Ledermanschetten zu schließen. Dann ging sie zu ihrem Schreibtisch und wählte eine Nummer am Telefon.

„Karl, wir sind soweit. Du kannst mit dem Equippment heraufkommen“.

Während Jennie sich noch fragte, was nun eigentlich passieren würde, hatte ihre Herrin ihr schon das Hinterteil entblößt und aus einer bereitliegenden Tube eine bläuliche Creme auf das Metallgerät in ihrer Hand gestrichen. Dann schob sie das Teil ein, Jennie stöhnte lustvoll auf. Es hatte genau den Kaliber, der ihr maximale Lust in Aussicht stellte, ohne allzu sehr Schmerzen zu bereiten. Die Chefin lachte auf.

„Ruhig, wir sind nicht zum Spaß hier! Sonst muss ich Dich noch knebeln, und wir sind doch zum Reden hier…“.

Dann kam Karl zur Tür herein, einen Rollwagen mit einem eigenartigem Gerät vor sich herschiebend, mit dem nun die Kabel und die Schläuche verbunden wurden. Dann zog er eine rötliche Flüssigkeit auf eine Spritze und schaute die Chefin fragend an.

„Ja, es kann losgehen, die Kleine hat schon durch lautes Stöhnen ihre Bereitschaft angekündigt. Sie ist mit allem einverstanden. “

Jennie wollte nun doch gegen das ‚mit allem einverstanden‘ protestieren, aber da war auch schon Karl an sie herangetreten und hatte die Spritze in ihren wohl geformten Hintern gerammt, nicht ohne vorher zwei kurze, abschätzende Griffe zu tun, so als wolle er sich versichern, dass tatsächlich beide Pobacken da waren, wo sie hingehörten.

Sie hörte noch die Stimme ihrer Chefin in sachlichem Ton vortragen:

„Karl und Herb waren so freundlich, mir die perfekte Funktion des Gerätes und der Droge vorzuführen, bevor ich sie für das neue Kernteam endgültig engagiert habe! Und ich muss dir sagen, nach dem, was sie mir da so unfreiwillig erzählt haben, hätte ich sie fast auf der Stelle gefeuert… dann habe ich es mir aber noch einmal anders überlegt.

Ach ja – und inzwischen haben wir auch bemerkt, dass es gut tut, die kleinen Sünden während der Beichte sofort ab zu strafen, dann bleibt nichts zwischen uns zurück, wenn ich am Ende denn mein Plazet gebe… wenn nicht, kannst Du gleich nach Hause gehen. Aber dazu wird es wohl nicht kommen, nicht wahr, mein Kätzchen?“

Der letzte Satz kam schon wieder schnurrend, wie sie ihre Chefin liebte.

Ihr wurde leicht schwindelig, alles begann sich zu drehen. Sie sah noch, wie Herb den Raum betrat, in der Hand die gefürchtete Stahlgerte.

„Nicht auch das noch“

dachte sie im Weggleiten, aber dann war ihr auch das egal, Karl ging zu der Apparatur auf dem Rollwagen und drehte an ein paar Knöpfen. Ein wohliges Gefühl stieg von ihrem Schritt aus in ihr hoch.

„Wir können sie glaube ich gleich ein bisschen unter Dampf setzen!“.

Karl legte einen Schalter um, und sie zuckte zusammen. Entspannte sich gerade, als der nächste Schlag sie durchzuckte. Während sie die Augen schloss und sich in die Riemen fallen ließ, unter den unregelmäßigen Schlägen zuckend, breitete sich eine absolute Erregung in ihr aus. Sie öffnete den Mund, aber es kamen keine Worte heraus, nur ein Wimmern, das in ein lang gezogenes Stöhnen überging.

„So, meine kleine Maus, nun erzähl mir mal, was Dich so bewegt.

Oder soll ich dir lieber die Fragen stellen?“.

Nein, sie konnte von sich aus nichts sagen. Die Fragen ihrer Chefin prasselten wie ein Gewitter auf sie ein. Sie versank in einem Universum aus Schmerz, Lust, Fragen, heraus geschrienen Antworten. Wenn die Chefin nicht ganz zufrieden war mit den Fortschritten der Befragung, trat sie beiseite und Herb fügte dem Muster, das sich auf Jennies Rücken bildete, ein paar frische rote Linien hinzu.

Dann schrie sie, schrie bis sie nicht mehr konnte, und zerrte an ihren Fesseln – natürlich chancenlos. Endlich war die Herrin zufrieden und gab Karl ein Zeichen.

Er legte Schalter um, und Jennie fiel in einen dunklen, leeren Raum, in dem sie zu schweben glaubte. Aus der Ferne kam die Stimme ihrer Herrin.

„Was wir heute besprochen haben, wirst du vergessen haben, wenn du morgen früh erwachst.

Du kannst Dir aber sicher sein, ich werde es nicht vergessen, niemals! Ich gehe mal davon aus, dass du heute hier übernachten willst. Karl, Herb, schafft sie runter und holt mir Frank herauf!“.

Am nächsten Morgen erwachte sie auf eine Liege geschnallt im Keller des Gebäudes. Herb kam gerade grinsend herein.

„Willst du noch etwas genießen? Wir haben noch ein wenig Zeit, bis es losgeht“.

Aber dann hatte er sie los geschnallt und ihr mitgeteilt, was alles zu tun sei.

Sie fühlte sich innerlich leer und doch irgendwie befreit. Da war eine gewisse Euphorie, was die Zukunft betraf. Und doch hatte sie im inneren so ein unklares Gefühl, als wenn sie eigentlich gar nicht so glücklich sein sollte, als wenn ihr irgendetwas genommen worden sei, das ihr eigentlich nun fehlen sollte, an das sie sich aber beim besten Willen nicht erinnern konnte.

Ihr Rücken brannte. Zwischen den Beinen war sie wund.

Es schmerzte. Aber die Stimme ihrer Herrin war da in ihr, schnurrend und hochzufrieden.

„Gut, du bist dabei. Du wirst mir Freude machen. Und wirst Dich ausleben können, es wird dir gefallen. “

„gefallen“, „gefallen“, „gefallen“ hallte es ununterbrochen in ihr nach. Was würde ihr gefallen? Aber es gab keine Zeit, darüber nach zu grübeln. Sie nahm den Zettel an, auf dem Herb ihr die Anweisungen der Herrin hinüber reichte.

Sie verspürte ein tiefes Verlangen in sich, der Herrin alles recht zu machen, und eilte los, um ja nichts zu versäumen und bereit zu sein, wenn es losgehen sollte. Und nun war es geschafft, alles war bereit, als sie jetzt, kaum drei Stunden später, stolz erhobenen Hauptes hinter ihrer Herrin in den großen Lagerraum trat.

Die Herrin klatsche zufrieden in die Hände. Vor ihr standen in einer ordentlichen Reihe: Mariella, mit dem Rücken zuunterst auf einen Rollwagen geschnallt mit Lederriemen, die ihre Beine gespreizt hielten.

Ihr Gesicht war mit einer Atemmaske aus Gummi bedeckt, von der ein Schlauch abging, der unten auf dem Rollwagen in einem Filter mündete. Ihre unteren Öffnungen waren mit einem Band verschlossen, das an einem metallisch glänzenden Gürtel befestigt war.

In dem Band waren zwei kreisrunde Ausschnitte, aus denen die Endstücke von zwei Plugs ragten, die vermuten ließen, dass beide Öffnungen wohl verschlossen waren.

Ansonsten trug sie nichts, ihr Körper war vollständig in durchsichtige Plastikfolie eingewickelt.

Sie schien sich noch nicht mit ihrer Position abgefunden zu haben, denn sie versuchte, ihren Körper hin- und her zu schieben und den Fesseln zu entrinnen. Die Herrin trat an sie heran und zog die Riemen noch fester.

„Fixiert noch ihren Kopf mit einem Riemen, ich möchte nicht, dass sie allzu viel Bewegungsspiel hat. Der Transport wird eh nicht einfach, da braucht sie sich nicht so ab zu rackern, an ein Hinauskommen ist ja eh nicht zu denken“.

Auf dem zweiten Rollwagen war das zweite Mitglied des Testteams fixiert, ‚Der Looser‘, wie sie ihn nun nannten, nachdem Lt-Cmd. Strasser sich im Kreis der Frauen ausgiebig über die Ergebnisse ihrer Befragung lustig gemacht hatte. Auch er trug eine ebensolche Maske, sein bestes Stück jedoch war nicht durch einen Gürtel verdeckt, sondern ragte, durch einen Gummiring aufrecht und in Form gehalten, aus dem Plastikbündel heraus.

Ein zweiter Ring war mit Kabeln mit einem kleinen Gerät unten auf dem Rollwagen verbunden.

Erwin hatte sich das als kleine Bastelei ausgedacht: wenn der Messstreifen, den sie weiter oben aufgeklebt hatten, nachlassende Spannung signalisiert, wurde eine Art Vibrator in dem oberen Ring aktiviert, der dem Träger wieder die notwendige Lust verschaffte, um in sein bestes Stück in Form zu bringen.

Die Chefin grinste Erwin an, der stolz neben dem Rollwagen stand.

„Gut gemacht! Das wird ihn beschäftigen, bis er am Ziel ist.

Was die dann mit ihm vorhaben, wird ihm wahrscheinlich noch mehr Spaß machen… oder auch nicht“.

Sie lachte auf, und Erwin fiel in ihr Gelächter ein.

Auf dem dritten Rollwagen stand ein Käfig aus massiven Stahlstäben, in dem Irina hockte, die Knie bis zum Kinn hochgezogen, nackt und mit Handschellen an Armen und Beinen gefesselt. Sie schaute die Herrin aus immer noch entsetzten Augen an, ohne ein Wort zu finden.

Sie war gerade erst in ihr Transportgehäuse ‚verpackt‘ worden, nachdem Erwin ihr im Namen der Herrin ausgerichtet hatte, dass man sie zusammen mit dem Testteam zwei an die Army, sprich an Lt-Cmd. Strasser, ausgeliehen habe.

„Du hast sie zu sehr beeindruckt, meine Liebe, sie will Dich einfach dabei haben! Fass es einfach als Kompliment auf…“.

Auch Herb und Karl hatten sich eingefunden und standen, wie immer auf den ersten Blick etwas schüchtern wirkend, im Hintergrund.

Erwin gesellte sich nun zu ihnen, es sah aus, wie eine kleine Befehlsausgabe. Aber alle waren nun auch gespannt, zu erfahren, wie es wirklich weitergehen sollte.

Die Herrin gurrte vor Freude, als sie ihren verbliebenen Weggefährten verkündete, wie es weitergehen werde:

„Die Leute von der Army, die den letzten Teil der Lieferung hier abholen sollen, werden wohl gleich hier sein. Herb, Du kannst schon mal das Rolltor aufmachen, ich habe ihnen gesagt, dass sie gleich hinten an die Rampe fahren sollen.

Wir sind nun, wie ihr seht, nachdem ich Frank nach Hause geschickt und Irina verscherbelt habe“ —

allseitiges Grinsen — „

wir sind nun also nur noch zu fünft — Herb und Karl als Testteam, sie werden dann wohl auch die Fragen der Hardware übernehmen müssen, Erwin als Softwerker, und meine liebe kleine Jennie als guten Geist des Hauses. Nebst meiner Wenigkeit.

Nachdem gestern Abend noch der Vorauftrag der Army aus dem Fax gepurzelt ist, und ich mich überzeugen konnte, dass Lt-Cmd.

Strasser ihren Teil der Abmachung eingehalten hat, habe ich den Laden hier verkauft. Ich hatte schon länger ein ganz nettes Angebot, und der freundliche Libyer, der nun hier den Chef geben wird, frisst mir sowieso aus der Hand. Also habe ich noch ein paar Prozente mehr raus geschlagen!

Alle Rechte an dem Simulator liegen ja sowieso bei einer kleinen, unbedeutenden Tochterfirma, die ich einfach nicht mit verkauft habe, und die nun den Kern unserer neuen Unternehmung bilden wird: der SimuCore Lt-Cmdd.

Klein, aber fein, ich habe uns schon vor ein paar Wochen, als sich abzeichnete, dass es der ganz große Deal werden könnte, ein neues Domizil besorgt, und Erwin, den ich ein bisschen vorzeitig eingeweiht habe — keine Eifersucht bitte! — Erwin also hat dort in den letzten Tagen schon unser Spielzeug und die benötigte Rechenleistung installiert, also brauchte er heute Nacht nur noch aufs Knöpfchen zu drücken und die Software zu transferieren und hier unwiederbringlich zu löschen.

Der Bau wird euch gefallen, eine Gründerzeit-Villa, mit sehr seriösen, holzgetäfelten Geschäftsräumen, umgeben von einem sehr weitläufigen, aufgelassenen Fabrikgelände, und vor allem — weil man im Krieg wichtiges hergestellt hat — mit einem ausgiebigen System von Bunkern und Stollen, in denen wir unser liebstes Spielzeug stilgerecht installieren können.

Erwin hat begeistert festgestellt, dass seine Server jetzt endlich von den drei Metern Beton bedeckt sind, die er sich immer gewünscht hat! Und wie wir alle ja schon beschlossen haben“ —

ein Grinsen umspielte ihre Lippen, als sie genüsslich fort fuhr —

„und da wir ja beschlossen haben, nun allen Mitarbeitern freie Kost und Logis zu gewähren, habe ich mir erlaubt, die ehemaligen Belegschaftsräume unter Tage zu angemessenen Behausungen für Euch umbauen zu lassen, Jennie und ich werden im Obergeschoss der Villa unsere bescheidene Bleibe finden.

Von draußen war eine Hupe zu hören, und Karl ließ den Army-Trupp ein, der die Lieferung in Empfang nehmen sollte.

Offenbar waren die zwei Frauen und drei Männer, die da in Arbeitsanzügen und Stiefeln herein polterten, einiges gewohnt, denn ohne sich irgendwie zu wundern nahmen sie neben dem Tor Hab-acht-Stellung ein, während eine der Frauen auf die Chefin zu kam, salutierte und sich als Sergeant Miller vorstellt.

„Bitte unterschreiben Sie hier die Lieferpapiere, dann können wir sofort aufladen“.

Auf den Rollwagen begann eine gewisse Unruhe sich breit zu machen, Irina fand endlich ihre Stimme wieder und gellte etwas wie

„Das könnt ihr mit mir nicht machen! Ich berufe mich auf meine Rechte!“

Aber Sergeant Miller hatte die Lage total unter Kontrolle, gab ihren Leuten einen Wink und griff selber zu, um den Rollwagen mit der lautstark protestierenden Irina zum Tor zu schieben.

„Keine Angst, wir sind mit dem Kastenwagen hier, das geht schon klar… wenn sie uns nervt, haben wir auch den passenden Knebel dabei“.

Sie salutierte noch einmal und war auch schon verschwunden.

Mit gemischten Gefühlen sah die kleine, verbliebene Truppe dem abrückenden Transportkommando mit dem Testteam II nach. Als Karl das Tor geschlossen hatte, verkündete die Chefin:

„Ich habe eine Limousine bestellt, und werde mir erlauben, Euch alle heute Abend auf Kosten der neuen Firma auszuführen.

Jennie, es wäre gut, wenn Du dich noch ein bisschen alltagstauglich machen würdest, und mir beim Umziehen helfen könntest. Die Anderen packen bitte auch ihre Sachen, wir treffen uns in einer Stunde am Haupteingang“.

Teil 5

Alle warteten pünktlich in der Halle, als die Herrin mit Jennie die große Freitreppe herunterkam. Es war, dachte sie mit etwas Wehmut, das letzte Mal, das sie hier ihren Auftritt hatte.

Sie hatte sich in ein schlichtes, klassisches Reitkostüm geworfen, die Gerte in der Hand nicht zu vergessen. Jennie trug etwas, was als eine Mischung aus kleinem Schwarzen und einen Hauch von Verruchtheit gut durchgehen konnte. Als sie ihre Mannschaft dort stehen sah, musste sie innerlich grinsen.

Herb und Karl hatten ihr übliches Outfit an : schwarze Jeans, schwarze Schuhe, dazu, – ‚um etwas Abwechslung hineinzubringen‘ grinste sie innerlich – trug Herb einen schwarzen Rollkragenpullover, während Karl ein graues Hemd mit einer schwarzen Lederkrawatte gewählt hatte.

Erwin war wie immer – der Programmierer, wie er im Buche steht. Nein, sie würde ihm jetzt nicht sagen, dass er sich ruhig hätte kämmen können – er sollte sich ruhig jemand anderen suchen, der für ihn die Mama spielte. Erwin war eh das schwarze Schaf – oder besser das enfant terrible? Jedenfalls, sie nahm sich vor, mit Jennie zu sprechen. Nun sollte ja alles in den neuen Räumen ein bisschen geschlossener und formeller zugehen.

‚Jennie wird ihm schon zeigen, wo es lang geht‘ – ein beruhigender Gedanke.

Sie lachte laut auf, es ging nicht anders, und damit war das Eis gebrochen. Alle drängten sich schwatzend zum Ausgang. Draußen wartete eine Stretch Limousine, eine wunderschöne, strenge Frauensperson in Chauffeurs-Uniform stand davor und beeilte sich, die Tür aufzuhalten.

Herb, Karl und Erwin flegelten sich sofort auf die Rückbank, für die Herrin die breite Bank gegenüber freilassend.

Nachdem sie, jetzt ganz wieder Dame, Platz genommen hatte, wollte Jennie sich vor ihr auf den Boden setzen, aber die Herrin nahm ihre Hand und führte sie sanft auf den Satz neben sich.

„Nicht jetzt, Jennie… das wühlt mich immer so auf, und wir wollen doch erst einmal einen netten Eindruck machen“.

Erwin platze hinaus

„Arme Jennie… wo sie doch so gerne schlabbert“

und prustete vor sich hin.

Ein strenger Blick der Herrin erinnerte ihn daran, wo er sich befand, und er ließ verlegen den Kopf sinken. Die Herrin zog aus der Tasche des Kostüms eine kleine, silberne Fernbedienung, auf der nur ein Knopf und ein Schieberegler angebracht waren, und drehte sich zu Jennie um. Fast liebevoll sagte sie

„Du sollst aber auch nicht leer gehen“.

Dann zauberte sie eine paar Handschellen hervor und drückte sie Herb in die Hand.

„Hilf der Kleinen mal“.

Zu der Chauffeurin, die kerzengerade auf ihrem Sitz saß und wartete, sagte sie

„wir haben noch Zeit, der Tisch ist erst in einer halben Stunde reserviert… fahren Sie uns doch bitte noch eine Runde um den Park“.

Das war zu viel für Erwin, er glitt von der Sitzbank und wälzte sich prustend am Boden.

Die Herrin schob ihn sanft mit der Stiefelspitze zur Seite.

„Erwin, das ist das letzte mal, dass ich Dich mitnehme nach draußen… genieße es doch einfach“.

Erwin wurde schlagartig klar, auf was er sich da eingelassen hatte, und die Worte in dem einfachen, aber eindeutigen Vertrag, den er vor zwei Wochen unterschieben hatten, leuchteten unübersehbar in seiner Erinnerung auf.

„Ja Herrin“.

Er setzte sich wieder ordentlich auf, das Lachen war ihm vergangen.

Inzwischen hatte Herb Jennie die Hände hinter dem Rücken fixiert, und sie bemühte sich, trotzdem einen damenhaften Eindruck zu machen und gerade zu sitzen, was ihr allerdings nicht wirklich gelang.

„Leg dich ruhig hin… du wirst es eh nicht lange so aushalten“

lachte die Herrin und machte sich an der Fernbedienung zu schaffen. Ein wohliger Schauder durchlief Jennie, und sie ließ sich zur Seite sinken, den Kopf im Schoss ihrer Herrin gebettet.

Herb half ihr und legte die Füße auf die Bank, nicht ohne einen langen Blick über die wundervollen Beine in den schwarzen Nylons gleiten zu lassen.

„Herb…. “

Die Herrin hatte genug von dem Spiel, und Herb begann, die Minibar zu inspizieren. Kurz darauf hatten alle – außer der leise schnurrenden Jennie – ein Glas in der Hand, Erwin eine Flasche seines geliebten Köstrizers, das sich rein zufällig auch gefunden hatte ( Jennie, die alles arrangiert hatte, war wirklich eine fürsorgliche Assistentin).

Schweigend führen sie langsam durch die Gartenanlagen des Schlosses, nur Jennie seufzte ab und an auf, wenn die Herrin die Taste der Fernbedienung drückte, die sie spielerisch in der Hand hielt. Da hatte sie sich ja eine schöne Rasselbande eingefangen!

Erwin brauchte sie einfach, er war schlichtweg genial, aber er würde nach Außen nicht in Erscheinung treten. Und im Innenverhältnis – konnte Jennie sich um ihn kümmern, die ihn irgendwie in ihr weites Herz geschlossen hatte.

Überhaupt – Jennie war eine Perle. Und Herb und Karl würden auch nach Außen wirken. Was sie noch brauchte war eine Nachfolge für die jetzt ausgeliehene Irina. Die hatte sie nur ungern hergegeben – sie wäre die perfekte Projektmanagerin im Außendienst geworden.

Aber Lt-Cmd. Strasser hatte gute Argumente gehabt – schließlich hatte sie ihr den Millionenauftrag der Army zu verdanken. Also… was soll 's. Personal zu bekommen war schwierig, aber nicht unmöglich.

Und sie mussten ja auch ein neues Testteam aufbauen. Sie wandte sich an die Fahrerin.

„Bitte richten Sie ihrer Chefin aus, dass ich mich gerne mit ihr treffen würde, um über meine Personalsorgen zu sprechen“.

Die Fahrerin lächelte.

„Gerne, Herrin. Ich werde Frau von Drosten unterrichten. “

Kurz darauf fuhren sie vor dem Restaurant vor. Der Chef hatte es sich nicht nehmen lassen, sie persönlich vor der Tür zu begrüßen, mit vielen „Ma bella donna!“ und Komplimenten an die „Bellissima filia“, die Jennie gerne entgegen nahm, wurden sie an ihren Tisch geführt.

Es wurde ein wundervoller Abend. Die Herrin lehnte sich zurück und genoss, hörte sich die Geschichten aus der guten alten Zeit an, die Herb und Karl zum Besten gaben, und war diesmal auch gar nicht so verstimmt, als Erwin anfing, von den Rechnern aus der Steinzeit der Computertechnik zu palavern, die noch Lochkarten brauchten und riesige Hallen füllten. Jennie, die neben ihr saß und ihr aufmerksam vorlegte und nach schenkte, sah zufrieden aus wie lange nicht mehr.

Es war einfach wundervoll. Und es würde noch viel wundervoller werden!

Als sie gerade den Kaffee gereicht bekamen, klingelte das Handy der Herrin, und sie sprach in gewohnt knapper Form mit Lt-Cmd. Strasser. „Ja, wir haben alles vorbereitet. Wir werden in etwa einer Stunde bereit sein für die Übertragung. „. Dann legte sie auf und blickte in die erwartungsvollen Augen ihrer Mitarbeiter. „OK, Leute, es geht weiter. Wir fahren jetzt in unser neues Domizil, und es geht dann gleich an die Arbeit.

Schlafen können wir später noch. „.

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