Unvorbereitet

Achtung! Das hier ist keine Geschichte à la „Jungfrau mit Riesenbrüsten wird überfallen und vergewaltigt, findet's aber auf einmal total geil und bettelt darum, vollgespritzt zu werden“ und das ganze bitteschön in nicht mehr als zwei Dutzend Zeilen. Ich versuche, Stimmung zu entwickeln. Es versteht sich für diesen Erstling von selbst, dass ich mich über jede Art von Kritik freue, denn das bedeutet wenigstens, dass der/diejenige die Geschichte gelesen hat. Danke im Voraus!

Benni war im Grunde zufrieden mit seinem gegenwärtigen Leben.

Ein allzu hinterfragender Geist hätte vielleicht ab und an die Frage nach der Sinnhaftigkeit und Zukunftsperspektive gestellt, aber Benni hatte sich vorgenommen, eben so nicht mehr zu sein. Dementsprechend entspannt ließ er sein Studium jetzt angehen: Keine Vorlesung vor zehn, keine unangenehmen Dozenten und überhaupt wenig von dem, weswegen man offiziell in der Uni war.

Ein Uni-Tag den man mit Kumpels auf dem Campus sitzend, erst bei Kaffee, dann Cola und vielleicht gegen sechs beim ersten Bier, verbrachte, war auch eine Lebenslektion, fand er.

Er genoss es bewusst. Gerade im Mai hatte diese eher kontemplative Herangehensweise entschieden was für sich. Schöne Frauen gucken konnte man auf dem Campus das ganze Jahr, aber der Wonnemonat hatte nicht nur Blüten und Wärme zurückgebracht. Im Sekundentakt wackelten die knackigsten Tangaärsche in kurzen Röcken und nahezu transparent dünnen Leinenhosen auf dem Weg vom einen Institut ins andere vorbei. Prachtvolle Brüste in knappen Tops holperten auf Fahrrädern über den gepflasterten Platz, im Fahrtwind durchbohrten die Brustwarzen oftmals die ihnen übergezwängten Hüllen.

Sex lag in der Luft. Nicht nur er sah das so, das wusste Benni, und auch beileibe nicht nur seine männlichen Kommilitonen. Das neue Semester hatte wieder eine Welle neuer Menschen angespült, die ihren neuen Lebensabschnitt prompt mit neuem Partner oder neuen Flirts begehen wollten. Das Ziel für den Abend war klar, die Ersti-Party der Mediziner. Nicht nur, dass es dort immer billigen Alkohol in vernünftiger Atmosphäre gab — wenn man sich nicht sehr dumm anstellte, war die Mediziner-Fete ein Jagdgrund mit Erfolgsgarantie.

Junge, straffe, schicke Mädels, frisch aus ihrer behüteten Clique-Abi-Heimat-Welt, denen man ohne mit der Wimper zu zucken jeglichen wichtigtuerischen Scheiß erzählen konnte, ohne etwas anderes als beeindruckte Verwunderung zu ernten. Der Rest war Routine: Ein paar Beck's Gold, ein paar Lieder Knotentanz, Knutschen auf der Tanzfläche, Fummeln an der Wand, „zu dir oder zu mir?“ und ab.

Umso überraschter war Benni, als sich, kaum hatte er den Club betreten, in dem die Party stieg, zwei Hände von hinten über seine Augen legten.

Er drehte sich um, fixierte die Person, der die Hände gehörten und sagte ungläubig und stockend: „Ines? Mensch Ini, was machst du denn hier?“ Sie umarmten sich freundschaftlich, ohne sich dabei zu herzlich zu drücken. „Ich glaubs ja nicht, Benni! Dass ich dich hier treffe! Weißt du gar nicht, dass ich schon seit zwei Jahren hier lebe? Ich dachte, Aggi, Flo oder die anderen hätten dir mal davon erzählt. Auf die Party hat mich Frederike, Karens kleine Schwester mitgeschleppt.

Die hat grad hier angefangen und Karen meinte, ich soll ein Auge auf sie werfen. Ausserdem gehen ich sonst so selten weg. „

„Cut, cut, stop, Paaauuussee!“ schoss es ihm durch den Kopf. Er musste das ganze irgendwie anhalten und erst einmal wieder klarkommen. Er zog sein Handy aus der Hosentasche, brabbelte etwas von Kumpel-vorne-abholen und ging so langsam wie er es eben konnte von Ines weg in Richtung Ausgang. Es war verrückt.

In den letzten zweieinhalb Jahren hatte er Ines nicht gesehen, was einerseits an dem Umstand lag, dass erst sie, dann er einige Zeit im Ausland verbracht hatten, andererseits stand sie für eine Zeit, mit der Benni gründlich abgeschlossen hatte.

Daher hatte er, wenn er zu Weihnachten, Ostern oder im Sommer für ein paar Tage in ihre gemeinsame Heimatstadt zurückkehrte, auch Orte gemieden, an denen sie sich gern aufhielt. Aufmerksam hatte er auf Informationen über sie gelauscht.

Ihre Freundeskreise hatten sich von jeher überschnitten: Es gab nur zwei Gymnasien im Ort, und wenn man im selben Abijahrgang war, kannte man sich einfach. So erfuhr er meistens nebenbei, ohne sich die Blöße des Nachfragens geben zu müssen, ob sie da sei oder nicht und was sie mache. Doch mit dem allgemeinen Auszug — aus der Kleinstadt in die große Welt — waren seine Quellen größtenteils versiegt, er kam nur selten auf Besuch in seinem Heimatort vorbei, so dass die Notwendigkeit, etwas über Ines zu erfahren nicht mehr gegeben war.

Irgendwo hatte er noch aufgeschnappt, Ines sei nach F. gezogen, wolle dort Grundschullehramt studieren. Pädagogentante, das passt, hatte er gedacht und das ganze darauf gedanklich ad acta gelegt. Mehr als nötig musste er sich ja mit dem Thema nicht befassen. So erklärte es sich, dass ihn die Begegnung auf der Medizinerfete derart unvorbereitet traf. War es Ines selbst oder der Benni, den er an ihrer Seite abgegeben hatte, gewesen, von dem er sich so rigoros losgesagt hatte? Hatte er sich damals wirklich souverän losgesagt oder nur den rechten Augenblick abgepasst, um wegzulaufen?

Sinnierend zündete er sich in Sichtweite des Eingangs eine Zigarette an.

Während er den Rauch hastig einsog, machte er mit sich aus, dass das keine Rolle mehr spielte. Rauchringe stiegen seltsam gekrümmt in die lau temperierte Nachtluft. Es gab keine Antwort auf die Frage, warum er fast vier Jahre seines Lebens an eine Beziehung gehängt hatte, von der er von Anfang an nie ganz überzeugt gewesen war. Schon früh, nach wenigen Wochen des Zusammenseins hatte sich bei ihm die Erkenntnis durchgesetzt, dass er eine Beziehung führe, die er problemlos führen konnte, allerdings mit einer Frau, die er gut finden, achten, beschützen, aber ganz bestimmt nicht lieben konnte.

Sein erstes Mal hatte er mit ihr erlebt. Sie war keine Jungfrau mehr gewesen, hatte aber auch nicht viel Erfahrung besessen. Miteinander Sexualität zu entdecken war etwas Spannendes gewesen. Dumm nur, dass er sich bald dabei vorkam, als segelten sie im gleichen Wind, auf den gleichen Wogen mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Er war der Katamaran, der durch aufspritzende Gischt dahinschoss, weiter eilen wollte und den Wind gierig aufnahm. Sie eine kleine, genügsame Jolle, die gern gemütlich schipperte.

„Fuck“ sprach er laut aus. Dieses ständige schöngeistige Überhöhen. Er fiel wieder zurück in eine gehasste Gewohnheit.

Der Sex mit ihr war schlecht gewesen, über Jahre hatte er mit seiner Hand besseren gehabt. Ihr war einfacher Blümchensex genug gewesen. Ein bisschen streicheln, Missionarsstellung, nicht zu laut stöhnen, fertig. Es hatte ihn viel Überzeugungskraft gekostet, sie dazu zu überreden, sich den Intimbereich zu rasieren. Viiieel beharrliche Überzeugungskraft. Sie hatte es schließlich gemacht, aber oft, auch noch zwei Jahre später, immer wieder fallen lassen, dass sie es ja eigentlich nur ihm zuliebe mache.

Am Ende ihrer Beziehung hatte sie sich schon so sicher gefühlt, dass sie sich ohne weiteres auch wieder einen Drei-Wochen-Busch stehen ließ. Warum auch nicht? Geleckt werden wollte sie ohnehin nicht, ihr war das „irgendwie unangenehm“, Benni hatte aber gewusst, dass es auch ein wenig ihr schlechtes Gewissen war, weil sie sich nie dazu durchringen konnte, ihm im Gegenzug für einen sorgsam herbeigeleckten Orgasmus wenigstens ansatzweise einen zu blasen. Sein Schwanz (nicht dass sie ihn so genannt hätte) könne so sauber sein wie er wolle, sie müsse trotzdem immer würgen, auch weil ihr Mund ja so klein sei und so weiter.

Solchen kruden Ablehnungsgründe hatte sie ihm aufgetischt und er hatte sie geschluckt. Also nicht mal kurz anblasen, von Kommen in den Mund gar nicht zu reden. Das gleich Spiel am anderen Ort: Das Anklopfen seiner Fingerkuppe an ihrem Anus hatte zum sofortigen Abbruch aller Aktivitäten geführt. „Ich weiß nicht warum du so was machst. Das ist doch nur ein Ausgang, da hat man doch keinen Sex. Ich finde das nicht richtig“.

Danach war sie zwei Wochen „nicht in der Stimmung“ gewesen — was übrigens nicht bedeutete, dass sie ihm zur Erleichterung ab und zu einen runtergeholt hätte. „Diese monotone Hin-und-Her macht mir keinen Spaß. “ Von Selbstbefriedigung wurde nicht gesprochen. Masturbation war bei ihr derart ausgeschlossen, dass sie kaum nachfragte, wie es damit bei ihm aussah. Hätte er ihr von den Pornos erzählt, hätte ihm ein mehr als ernsthafter Streit ihn Haus gestanden. Außerdem hätte ein Hand-Job bedeuten können, dass Sperma irgendwo anders hin als in ihre Vagina gelangt wäre.

Auch das war ihr unangenehm, bei ihrem Vorschlag, sie könnten ja trotzdem Kondome benutzen, obwohl sie aus medizinischen Gründen weiter die Pille nahm, war, hatte er sich allerdings energisch quer gestellt.

Wenigstens das wollte er sich nicht nehmen lassen, auch wenn es nicht grad zur erotischen Stimmung „danach“ beigetragen hatte, dass sie immer sofort nach seinem Orgasmus aufsprang, um sein Sperma in die nächste Toilette zu drücken. Eine Unterhose musste auch gleich danach drüber.

Nackt sein war ihr widerwärtig, ohne Slip ging gar nichts. Den Tangas, die auch ein Resultat guten Zuredens seinerseits in der Mittelphase ihrer Beziehung gewesen waren, hatten auch nicht allzu lange Zeit später wieder bonbonfarbene Baumwollhöschen Platz gemacht, die auf ihrem Hintern immer mehr spannten. Es war ja auch nicht so wichtig: Zu den obligatorischen zwei, drei Mal im Monat, wenn sie glaubte, sich mal wieder hingeben zu müssen, damit er bekomme, was er im Gegensatz zu ihr wohl außer Kuscheln und gemeinsamem Alltag noch brauchte, konnte man ja schnell in einen der wenigen Alibi-Strings steigen.

Kurzum, Sex hatte für sie einfach nie denselben Stellenwert besessen, nie eine zentrale Rolle eingenommen.

Im Aufglimmen des kurzen Tabakstummels konnte er deutlich den Marlboro-Schriftzug erkennen. Den Rauch genüsslich inhalierend schnippte er das Glühwürmchen fort von sich, hörte den wummernden Bass der nahebei stattfindenden Party und musste missvergnügt schmunzeln. Eine Zigarettenlänge hatte für eine Rundfahrt durch sein verkorkstes Sexualleben der ersten Jahre gereicht. Wie immer wieder aufs neue war er ratlos, warum er nie aufbegehrt, nie die Konsequenz besessen hatte, entweder Dinge ohne Kompromiss einzufordern oder einen Schlussstrich unter eine Beziehung zu ziehen, die ihm weder in Sachen Liebe noch in Sachen Sex das gegeben hatte, was er wollte.

Der Mix aus Feigheit, Angst vorm Alleinsein, mangelndem Selbstvertrauen, Konfliktscheue und Bequemlichkeit schien ihm unverändert so erbärmlich, dass sich sein Gesicht verzog.

Aber den Menschen, der sich davon hatte auf- und abhalten lassen, seinen Weg zu gehen, hatte er lange hinter sich gelassen. Er war ein neuer Benni. Er konnte Ines in die Augen sehen. Er hatte sich sein Leben aufgebaut und er konnte stolz darauf sein. Er musterte sich einmal sorgfältig von den Sneakers bis zum T-Shirt, gab sich einen Ruck und steuerte wieder auf den Einlass der Party zu.

Die dumpfe Schwüle des Raumes, in dem sich Hunderte junger Leiber mehr oder weniger rhythmisch zur Musik bewegten, empfing ihn und legte sich wie ein Schleier über die Geistesgegenwart, mit der er die alten Zeiten hatte Revue passieren lassen. Benni war erleichtert als ihm von einer Theke schräg links von ihm einige Kommilitonen zuwinken. Er trat zu ihnen und ehe er sich's versah war er mittendrin im zotengespickten Semesterklatsch, den die Herrenrunde gerade pflegte.

Der Umstand, das der WG-Genosse von zwei seiner Gesprächspartner gerade Thekendienst hatte und sich damit begnügte, pro Runde einen Geldschein anzunehmen, ihn zur Kasse zu tragen und ihnen mit einem Augenzwinkern denselben Betrag in Münzen wiedergab, hatte schnell Auswirkungen auf die Gesprächsthemen. Waren es zu Beginn eher die üblichen Lästereien über Professoren und Mitstudierende gewesen, über die sie sich austauschten, schwenkte der Fokus der Unterhaltung mit steigendem Alkoholpegel immer mehr in Richtung sichtbare Vorzüge der weiblichen Wesen aus Vorlesungen und Seminaren.

Mit jedem Kurzen, den die Runde zusätzlich zur konstanten Bierversorgung kippte, wurde die Sprache derber und die Stimmung ausgelassener. Natürlich hatten die Jungs ihre Blicke des Öfteren über die Tanzfläche schweifen lassen und sich mit Kommentaren nicht zurückgehalten. Unsanft rüttelte es Benni aus seiner Bierseligkeit, als einer seiner Trinkkumpanen Ines mit einem „guck mal da drüben, nicht der volle Bringer, aber ich sag dir, die stillen Wasser…“ bedachte.

In den gut zwei Stunden, die er jetzt schon an der Theke stand, hatte Benni Ines nicht ein einziges Mal wahrgenommen.

Jetzt, da er sie ohne den Schrecken des ersten Überraschungsmoments taxierte, musste er sich eingestehen, dass sie sich leicht zum Besseren verändert hatte. Ihr Po wirkte in der tief sitzenden Jeans die sie trug straffer, als er ihn in Erinnerung hatte, überhaupt schien sie abgenommen zu haben, was sich allerdings wohl auch auf ihre Brüste ausgewirkt hatte. Ihr schwarzes Trägertop brachte sie dennoch ansehnlich zur Geltung und verriet keine übermäßigen Pölsterchen. Während er damit beschäftigt war, sich einerseits auf die Zunge zu beißen und nichts rausrutschen zu lassen, dass er „die da drüben“ wohl kannte, und andererseits ihren Körper einem gründlichen Scan zu unterziehen, traf ihn ihr Blick.

Das heißt, er wusste nicht wie lange Ines schon in seine Augen geblickt hatte, bis er sie von ihrer Körpermitte gehoben hatte. Erwischt, dachte er, aber Ines lächelte nur drehte im darauf mit einer Tanzbewegung den Rücken zu.

Die Gelegenheit, sich wieder dem Bier zuzuwenden, ergriff Benni nur zu bereitwillig, mischte sich in das Gequatsche seiner Bekannten und driftete zurück in die Sorglosigkeit. Diese stellte sich (in Verbindung mit alkoholbedingter Trägheit) derart intensiv ein, dass er auch dann nicht die geringste Lust zu gehen verspürte, als sich die Runde langsam auflöste.

Mehrere hatten ein Blockseminar über das Wochenende, andere ein Fußballspiel, zwei mussten am nächsten Tag bei ihren Familien auflaufen. Am Ende stand er allein an der Theke, ein Bierglas umklammernd, und wippte mit dem rechten Fuß im Takt des Charthits, der gerade die Tanzfläche beschallte.

Zwar wusste er diesmal auf Anhieb, wer es war, aber auch ohne die Unmittelbarkeit des ersten Mals durchzuckte Ines‘ Stimme ihn derart, dass sich ein Schauder sein gesamtes Rückgrat durchfuhr und ihn in geradezu groteskem Gegensatz zum Raumklima frösteln ließ.

Die feuchte Wärme, die rund um die Tanzfläche herrschte, hatte Ines, soweit Benni es im schummrigen Licht ausmachen konnte, eine gesunde Röte ins Gesicht getrieben. Ihre Haare, die sie zu einem lockeren Pferdeschwanz zusammengebunden hatte, glänzten leicht, eine Strähne klebte an ihrer Wange.

„Was stehst du denn allein da rum, komm doch mal rüber. Ich bin seit zwei Stunden am Tanzen, die Musik ist doch voll klasse. Na los, zugucken gilt nicht!“ Das verschmitzte Lächeln, das sie bei der letzten Bemerkung aufsetzte, räumte seine letzten Zweifel daran aus, dass seine Blicke nicht unregistriert geblieben waren.

Zu überrumpelt von ihrer Unbefangenheit konnte Benni nichts anderes tun als ihr zu folgen. Sein in den letzten Stunden erarbeiteter Pegel erwies sich als nützlich, die üblichen Gedanken daran, welch bemitleidenswerte Figur er auf der Tanzfläche abgeben mochte, in den Wind zu schlagen. Beide fingen an, sich zur Musik zu bewegen, mit gewissem Abstand und ohne aneinander mehr als nur beiläufig streifend anzublicken.

Als nach zwei schnellen Titel ein ruhiges Intro folgte, beugte sich Benni, um etwas zwanglose Konversation zu betreiben, an das Ohr seiner Tanzpartnerin.

„Wo ist eigentlich das Baby geblieben, das du sitten solltest?“ fragte er und musste sich dabei eingestehen, dass ihn die Mischung aus Deo, Parfüm und Schweiß, die von ihr ausging, sehr eigenwillig in der Nase kitzelte. „Ach, du meinst Frederike?“ sprach Ines, die dabei wieder gegen einen lauten Beat anzukämpfen hatte, in sein Ohr.

Da sie rund fünfzehn Zentimeter kleiner als er war, musste er sich dazu noch ein Stück weiter hinunterbeugen, so dass sein Blick, während sie weiter sprach, ganz zwangsläufig in ihr Dekolleté fiel.

Bestimmt nichts, was er nicht schon gesehen hatte, trotzdem zwei appetitliche Brüste in einem schwarzen Top mit passendem BH. „Die ist schon vor ner ganzen Weile weg, weißt ja wie das mit den Ersties ist. Sie will ganz brav gleich morgen früh wieder zu Mami und Papi fahren. “ „Jaja, die können nix ab. Sie hätte ja auch direkt von hier zum Bahnhof gehen können, im Zug kann sie eh noch vier Stunden pennen“ gab er betont cool zurück.

Sie wechselten einen kurzen Blick und erkannten beide, dass das Thema damit erledigt war. Also weiter tanzen.

Der Abstand hatte nach drei weiteren Liedern auf Normalmaß verringert. Drei Lieder, während derer ihm der Blick nicht aus dem Kopf ging. Direkt herüber, ohne verfänglich oder gespielt zu wirken, mit weiten Pupillen ob der Dunkelheit, gerade in seiner Uneindeutigkeit eindeutig. Eindeutig was? Eindeutig wie? Mit jedem neuen Lied, zu dem er seinen Körper wand, mal stehen bleiben, dann wieder kreisen ließ und den er in seiner Erhitzung so deutlich und ganzheitlich spürte wie selten, wälzten sich die Gedanken in seinem Kopf herum und gewannen an Dynamik.

Seine Blicke streiften Ines nun unverhohlen und häufig, er lief auf Hochfrequenz und in seinem Kopf pulsierte es. Die Tanzfläche leerte sich zusehends, die Gedanken in seinem Kopf verdichteten sich, drehten sich, wurden eine Spirale, von der er seinen Verstand willig hinabziehen ließ.

Schließlich beugte er sich wieder zu ihr vor. „Ich will dich“ flüsterte er, nicht gepresst oder mit zitternder Stimme, sondern mit der Gewissheit, dass alles so passieren müsse, wie es jetzt gerade im Gange war.

Ihre Reaktion bestätigte ihn. Sie lächelte. Jemand anderes hätte es vielleicht vielsagend genannt. Für ihn war die Botschaft vollkommen eindeutig. Er drehte sich um und ging in die Ecke des Raumes, wo er seine Jacke abgelegt hatte, suchte und fand sie und wartete am Ausgang. Kurz nachdem er sich dort, die Jacke lässig über die Schulter, an die Wand gelehnt hatte, kam auch sie. Ein kurzer Blick, ein Nicken, und sie ging vor ihm hinaus durch den engen Eingansbereich.

Draußen waren sie sofort auf gleicher Höhe. „Da wohne ich“ sagte sie und deutete auf ein vierstöckiges Haus, das weniger als zweihundert Meter die Straße hinunter aufragte.

In ihrem Zustand konnte die kühle Nacht, deren Ende schon hier und da ein Vogelzwitschern ankündigte, beiden nichts anhaben. Zielstrebig steuerten sie auf das Wohnhaus zu, sie schloss auf und betätigte den Fahrstuhlknopf. Die Fahrt in den obersten Stock kam Benni zeitlich ungemein gestreckt vor.

Keiner kam auf die Idee, während der Fahrt einen Überfall zu starten. Es wäre albern gewesen, unausgesprochen war alles klar. Die geöffnete Wohnungstür gab den Blick auf einen kurzen Flur frei. Sie zog ihre Schuhe aus, er tat es ihr nach, wandelte ihr hinterher auf dem kühlen Laminatboden einmal durch im Nachtschatten grob erahnbare Ikeaidylle ins Schlafzimmer. Eine kleine Nachttischlampe neben dem Bett sorgte für sehr dezentes Licht.

Als sie noch am Nachttisch stand, umfasste er sie mit beiden Armen von hinten, indem er einen um ihre Taille, den anderen über Schulter und Hals legte.

Von dort ließ er seine Hand auf ihre Wange rutschen und drehte ihr Gesicht bestimmt und fordernd in seine Richtung. Ihre Augen waren geschlossen und ein lautes Stöhnen entfuhr ihrem leicht geöffneten Mund. Es war spürbar, wie es sich in diesem Stöhnen eine Spannung löste.

In dem festen Griff, in welchem er sie hielt, konnte es ihm gar nicht entgehen. Diese Hingabe hatte er von ihr nicht gekannt. Mit Daumen und Zeigefinger seiner rechten Hand fasst er ihr Kinn und drehte sie ungestüm noch ein Stück weiter, wobei er sein Becken kraftvoll an ihres presste.

Seine Zunge schoss hervor, fuhr zwischen ihre Lippen, um aber gleich von ihrer wieder herausgedrängt zu werden, so dass sie einander offen umspielten. Sie entwand sich kurz seiner Umarmung, dreht sich herum und ließ ihn ihre Brüste an seinem Oberkörper spüren. Ihr Atem ging auffallend schnell, sie leckte über seinen Hals. Seine Hände wanderten die Seiten herunter. Der schmale Steg ihres Strings lag über dem Bund der tief sitzenden Hose, hinten wurde ein kleines Stoffdreieck sichtbar.

Das enge Top war an den Hüften hoch gerutscht, er steckte die Hände darunter, fuhr über glatte Haut hinauf, bis er an ihren Brüsten anlangte.
Sanft umfassten seine gebogenen Hände die Schalen des BHs, streichelten, drückten. Sie verweilten nicht lange dort, begaben sich wieder abwärts, zwei Fingerkuppen umspielten kurz den Bauchnabel. Das Eintauchen in ihr Höschen nötigte ihm Respekt ab. Er streichelte über einen schmalen Streifen kurz getrimmten Haars, daneben und darunter vollkommen glatte Haut.

Eine klare Steigerung zu früher. Er wollte nur kurz durch den Schlitz zwischen ihren Schamlippen fahren, doch war es dort schon so glitschig, dass sich sein Mittelfinger wie von selbst in sie drückte. Ihre Feuchtigkeit netzte seine ganze Hand, als er sie ein wenig auf und ab bewegte. Vorspiel war hier nicht mehr vonnöten.

Ines sah das wohl genauso. Rasch hatten sie sich die Klamotten vom Leib gerissen, sie umfasste seinen Penis, seine Hand schnellte in ihre Körpermitte und so rieben sie sich gegenseitig voller Vorfreunde.

Als Ines sich im Liegen auf den Bauch drehte, um noch den Verschluss ihres BHs zu öffnen, ergriff Benni die Initiative. Er legte sich auf sie und dirigierte seine voll angeschwollene Männlichkeit zwischen ihre Beine.

Ines wehrte sich nicht, so rieb er seine Eichel einige Male auf und ab und drang dann in sie ein. Sie lag flach auf dem Bauch und streckte ihre Arme locker aus, so dass es Benni über ihr wie eine umgekehrte Missionarsstellung vorkam.

Besonders tief konnte er so nicht in sie gleiten, aber genießen tat er es trotzdem. Ines blieb indessen nicht lange so passiv. Sie stützte die Arme auf, zog darauf ihre Knie an und hob sich, ohne dass er sie verlassen musste, nach oben. Benni kam jetzt tiefer in sie und erhöhte sein Tempo. Nach einer Weile merkte, dass Ines nicht ganz bei ihm war. Er hörte sie nicht, sie kam ihm nicht entgegen, sie kniete nur mit gesenktem Kopf, als wäre sie in Gedanken versunken.

Um auf sich aufmerksam zu machen, zog er sein Glied kurz heraus und ließ sich sofort wieder nach vorne fallen. Sie sollte ihn spüren, sollte es auch so geil finden wie er in diesem Moment. Er wiederholte es zweimal, dreimal. Er fand es sehr erregend, wie ihre Schamlippen seine Eichel passieren ließen, die Vorhaut nach hinten stülpten und, je weiter er vorrückte, angenehm spannten. Doch blieb in dieser Situation ein Gefühl der Unsicherheit.

Gerade als er zu einem neuen tiefen Stoß ansetzen wollte, erreichte ihn leise ihre Stimme: „Magst du ihn vielleicht woanders reinstecken?“

Er traute seinen Ohren nicht. Meinte sie wirklich, was sie da sagte? Kein Zweifel, sie drückte den Rücken noch etwas weiter durch und rutschte etwas hin und her. Zwei wohl gerundete Apfelhälften zitterten leicht und gaben großzügig den Blick auf die Öffnung in der Mitte frei.

In Bennis Kopf hämmerte es.

Das war doch nicht Ines! Nicht das sexuell gehemmte, fast prüde Wesen, das ihn in dieser Hinsicht so oft zu Verzweiflung gebracht hatte. Das jede noch so zarte Berührung unterhalb der Scheide mit hysterischem Abblocken quittiert hatte. Wieder die Stimme. Sie richtete sich nicht auf, ihr Kopf hing lose herab, sichtlich entspannt in der gegenwärtigen Hündchenposition.

„Ich würd dich gern da spüren, Benni!“ hauchte sie mit zarter, vor Lust brüchiger Stimme und zog ihre Pobacken auseinander, entblößte sich ihm vollkommen, hielt ihm ihr runzliges, zart gewelltes kleines Loch hin.

Ohne weiter nachzudenken, mechanisch angezogen und in seiner Geilheit willenlos streichelte er ihren After mit dem rechten Zeigefinger. „Nein, warte, guck mal in die Schublade vom Nachttisch. “ Er griff neben sich, zog am Griff und fand Dinge, die konsequent weiter dazu beitrugen, sein Bild von ihr zu erschüttern. Ein verchromter Vibrator lag darin, daneben ein Spender Gleitgel. „Nimm ruhig viel — uuh, das ist kalt“ Eine großzügige Menge des durchsichtigen Gels war auf dem Löchlein gelandet, das oberhalb der glänzenden und leicht auseinanderklaffenden Schamlippen wie ein kleiner Stern prangte.

Benni benetzte auch die Kuppe seines Zeigefingers und beugte sich vor. Er hauchte einen Kuss auf ihre Hüfte, rückte ihre rechte Hand beiseite und strich über die zarte Haut um die ringförmige Öffnung. Sein Finger fand auf dem schlüpfrigen Terrain fast automatisch seinen Weg. Ines atmete aus, die Muskelspannung löste sich leicht — sein Finger war bis zum ersten Glied verschwunden. Mit sanftem Nachdruck glitt er weiter vor, leicht zurück, wieder vor.

Als zwei Drittel des Fingers in ihr waren, schenkte er ihr eine Atempause. Für Benni war sie fast genauso nötig, denn über den Anblick, der sich ihm bot, hatte er das Atmen vergessen. Er schloss die Augen, roch den süßen Duft, der von ihrer Erregung ausging und fühlte ihre Wärme um seinen Finger.

Er bewegte den Finger wieder, diesmal etwas weniger behutsam und als er nichts als entspanntes Atmen vernahm, fiel er in einen Rhythmus, der sich langsam beschleunigte.

Fast zur Gänze zog sich der Finger zurück, um dann der Länge nach in ihr zu versinken, wieder und wieder. Dadurch ermutigt nahm er den Mittelfinger dazu. Ines quittierte das mit einem lauten Stöhnen und brachte ihrerseits den Mittelfinger ins Spiel, mit dem sie nun abwechselnd durch ihre Spalte fuhr und ihre Klitoris umkreiste. Nach einiger Zeit fühlte Benni, dass sie nun ausreichend gedehnt war.

Zwar glaubte er immer noch nicht, dass es Wirklichkeit sei, als er sein Glied mit Gleitgel einrieb, aber als seine Eichel ihr Poloch berührte wusste er, dass dies kein Traum sein konnte.

Spätestens an dieser Stelle wäre er sonst mit einer schmerzhaft pochenden Latte aufgewacht. Stattdessen erahnte er, wie Ines Mittelfinger hektisch über ihren Kitzler flatterte und fuhr zusammen, als ihr Handrücken dabei seinen Hodensack berührte. Er musste jetzt in sie eindringen.

Ein leichter Widerstand drückte seine Penisspitze zusammen, er schob sein Becken weiter vor, bestimmt, aber nicht zu heftig. Im nächsten Moment presste Ines einen kehligen Laut in ihr Kissen und seine Eichel steckte zur Gänze in ihr.

Jetzt, da der dickste Teil seines Lustorgans den engen Eingang passiert hatte, fühlte es sich an, als ob ein Sog entstanden sei — nur kurze Zeit hatte sie ihn komplett aufgenommen.

Der Länge nach in diesem göttlichen Arsch, hämmerte es in Bennis Kopf. Ines war eng, so eng und warm schmiegte sich ihr Anus um seinen zum Bersten gespannten Penis, dass er unwillkürlich zuckte. Sie hatten das Eindringen richtig zelebriert, jetzt gönnten sie sich eine Pause.

Ines drehte ihren Kopf zurück und schnurrte: „Na, wie fühlt sich das für dich an? Mir gefällt seeeehr gut. Komm, jetzt hab ich dich drin, kannst ruhig stoßen. „

In langsam rollenden Bewegungen und ohne sie mehr als ein paar Zentimeter zu verlassen fing Benni an, sich vor und zurück zu bewegen. Ines rieb sich weiter ihre Klitoris, er spürte, wie sie sich noch etwas entspannte, was dem stimulierenden Druck auf seinen Penis aber keinen Abbruch tat.

Fester und in immer kürzeren Abständen folgten seine Stöße aufeinander. Ines hörte auf, sich zu streicheln und stützte sich mit beiden Armen auf, um sich ihm entgegenzudrängen.

Sie klatschten aneinander, rau und wild; jedes Mal, wenn er sich nach vorne drängte, prallte sein Hodensack an ihre Schamlippen. Lange würde er so nicht mehr durchhalten, dass wusste Benni genau, dabei wollte er soviel von dieser Nummer mitnehmen, wie es nur irgend möglich war.

Er behalf sich, indem er sich kurz aus Ines zurückzog, um dann aufs Neue in sie einzutauchen. Der Eingang war inzwischen gut gedehnt, mit einem leicht schmatzenden Geräusch entließ er den harten Eindringling und nahm ihn widerstandslos wieder auf. Sie verharrten eine Weile bei dieser Spielart und schöpften neue Kraft. Beide genossen die schamlose und ungezügelte Geilheit und gaben sich ihr hin.

Irgendwann flog wieder eine Hand von Iris über ihre Liebesperle, Benni begann wieder einen steten Rhythmus.

Er war besessen von dem Gedanken: „Gleich lade ich meinen Samen in deinem Arsch ab. Komm, komm, komm!“ Und prompt hörte er ihren Atem rasseln. Mit seinen Händen fasste er ihre Brüste und spürte, wie sich ihr Zwerchfall mit aller Macht in gierigen Atemzügen hob und senkte. Dann schrie sie auf, die Anspannung löste sich und ihr Unterleib zuckte unkontrolliert.

Es waren diese Ausschläge, die auch ihn über den Berg hievten.

Er zog sie an sich heran und drang so weit vor, wie er nur konnte. Helle Lichtreflexe zuckten vor seinen Augen, als sein Sperma hervorbrach. Aus tiefer Kehle quollen schroffe Laute hervor, er krallte sich in ihr fest, legte seinen Kopf auf ihren Rücken und rieb sich an ihr. Schwall um Schwall ergoss er sich in sie, viel und warm, in der Enge merkte er es sogleich an seiner gereizten Eichel. Nur seine Beine spürte er nicht mehr.

Beide kippten zur Seite um, lagen stumm bebend nebeneinander und klammerten sich an ihre verschwitzen Körper. Langsam, ganz allmählich lichtete sich der Nebel der Lust, der beider Sinne so dicht umgeben hatte….

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