Die Pfandleihe

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DAS PFANDHAUS.

Seit einigen Jahren betreibe ich ein Leihhaus in einer Großstadt. Den Laden habe ich von meinem Vater übernommen, der ihn jahrzehntelang sehr erfolgreich geführt hat. Mein Vater hatte mir schon früh sein Geschäftsprinzip eingetrichtert.

„Junge, wer dringend Geld braucht, ist auch bereit, alles dafür zugeben, um es zu bekommen. Manche Leute klauen Handtaschen, bescheißen alte Omas oder überfallen Taxifahrer. Oder verscherbeln halt ihr Tafelsilber.

Wenn du es geschickt anstellt, bekommst du Viel für wenig Einsatz. “ Vater gab mir nach jeder Belehrung einen Klaps auf den Hinterkopf. Der ja angeblich das Denkvermögen fördern soll.

Ich brauchte nicht lange, um zu lernen, wie mein alter Herr den Laden führte. Immer getreu seinem Prinzip, wenig zu geben und viel zu nehmen, hat er seine Kunden übers Ohr gehauen, dass es mir schon manchmal peinlich war.

„Junge, du solltest deine Skrupel abwerfen.

Jeder, der seinen Kram zu uns bringt, will uns bescheißen. Du brauchst ihnen nur zu vermitteln, dass sie es geschafft haben. Dann sind sie zufrieden“.

„Ja, Papa. Ich merke es mir. “ Das war keine Floskel. Während meine Schulfreunde die Nachmittage auf dem Bolzplatz verbrachten, zog ich es vor, meinem Vater bei seiner Arbeit zuzusehen und dabei zu lernen.

„Ich freue mich, dass dich das Geschäft so interessiert.

Ich möchte, dass du den Laden schon bald von mir übernimmst. Er wird dir eine sichere Zukunft bieten. Und nebenbei auch noch viel Spaß. “

Ich stutzte. „Spaß? Was meinst du mit Spaß? Macht es dir Spaß, die Leute übers Ohr zu hauen. “

„Das auch. Aber man hat noch mehr Spaß in diesem Geschäft. Du wirst schon sehen“, tat er geheimnisvoll.

Das mein Vater noch an anderen Dingen als dem Geld zählen Spaß haben könnte, erschien mir zumindest als sehr zweifelhaft.

Das dem dennoch so war, sollte ich schon am nächsten Tag erfahren.

Wie gewöhnlich standen wir hinter dem Tresen, sortierten die Leihgüter und legten sie nach dem Datum geordnet in den großen Tresor. Wohl wissend, dass die wenigsten Gegenstände rechtzeitig vor einer Versteigerung ausgelöst würden. Was meinem Vater nur recht war.

Mein Vater hielt plötzlich in seiner Tätigkeit inne und sah aus dem großen Schaufenster auf die Straße.

Er drehte sich mir zu und legte in gänzlich ungewohnter Manier seine Hand auf meine Schulter. Er sah mit tief in die Augen.

„Mein Junge, ich denke, du bist inzwischen alt genug, um zu erfahren, was ich unter Spaß verstehe“, sagte er in fast feierlichen Ton.

Ich sah meinen Vater fragend an. „Was meinst du damit, Papa?“

„Siehst du den Mercedes, der gerade vorgefahren ist?“

„Ja Papa.

Das ist ein Mercedes 190 SL Cabriolet. Ein wunderschönes Auto. Was ist mit ihm?“

„Mit dem Auto ist nichts. Achte auf die Frau, die gleich aussteigen wird. Und sag mir schnell, ob sie dir gefällt. “

Mein Blick wanderte von meinem Vater zu dem Auto. Und wieder zurück. Mein nächster Blick wurde von der Frau gefesselt, die jetzt aus dem Auto stieg.

Ein schier endlos langes Bein wurde aus dem Auto gestreckt und suchte Halt auf dem Asphalt.

Was nicht so ganz einfach zu sein schien Der hohe Absatz des Stöckelschuhs konnte keine besondere Standfestigkeit verleihen.

Das zweite Bein wurde aus dem Auto gestellt und suchte Halt neben seinem Zwilling. Gemeinsam schafften sie es, die Frau grazil und elegant aus dem Wagen steigen zu lassen.

Ihre Erscheinung ließ mich sofort alles vergessen, was ich bisher an vermeintlich schönen Frauen gesehen hatte. Diese Dame übertraf sie alle.

Sie war schlank, mittelgroß, hatte eine modische Frisur und ein Gesicht, dessen Ausdruck irgendwo zwischen arrogant, aristokratisch und leidend lag.

Ihr weißes Kleid war eher eine Offenbarung als eine Verhüllung. Es lag, die Figur betonend, eng an ihrem Körper an. Am auffälligsten war der große Ausschnitt, der ihr Dekollete vollendet zur Geltung brachte.

„Ich sehe schon. Sie gefällt dir“, bemerkte mein Vater sichtlich amüsiert.

„Das ist Frau Schönwald. Sie ist seid langem geschieden, steht abends hinter der Theke in dieser neuen Männer-Bar, die vor kurzem an der Bundesstraße eröffnet wurde. Du verstehst schon.

Sie bewohnt eine kleine Wohnung am Stadtrand. Dort sind die Mieten günstiger. Ansonsten hat sie einen Kleidertick und geht gerne zu jeder Party, zu der sie eingeladen wird. Wie du dir vorstellen kannst, sind das nicht wenige.

Immer nach der Devise: „Lieber Feste feiern als feste arbeiten. “ Von daher ist sie auch ständig sehr klamm. Um nicht zu sagen, dauernd pleite. Alles, was sie an verwertbaren Sachwerten hatte, lagert entweder hinten im Tresor oder wurde bereits versteigert. „

„Was will sie dann noch hier? Was ist mit dem Mercedes? „, fragte ich meinen Vater.

„Du wirst schon sehen“, antwortete er grinsend. „Wenn gleich die Tür aufgeht, kommt als erstes ihr Standardspruch“, fügte mein alter Herr an.

„Der Mercedes gehört ihrem Chef. Sie darf ihn nutzen. Zu welchem Preis, wirst du dir sicher bald denken können. “ Die Mundwinkel meines alten Herren zogen sich noch einen Deut weiter in die Höhe.

Die Ladentür öffnete sich und Frau Schönwald schwebte in den Laden, als würde sie über den roten Teppich bei einer Oscar-Verleihung laufen. Sie stellte sich vor den Tresen und eröffnete sofort ihr Anliegen. Oder versuchte es zumindest.

„Mein lieber Herr Kramer, ich bin derzeit in einer kurzfristigen, finanziellen…. „.

Frau Schönwald stockte kurz, während sie mich schnell, aber intensiv musterte.

„Oh, wie ich sehe, haben sie einen neuen Mitarbeiter. Vielleicht darf ich dennoch um eine kurze Unterredung bitten? Es ist wirklich dringend. “ Frau Schönwald trippelte nervös auf ihren hohen Absätzen herum.

„Natürlich, Frau Schönwald.

Das ist übrigens kein neuer Mitarbeiter, sondern mein Sohn Martin und mein baldiger Nachfolger“, sagte mein Vater und deutete lächelnd auf mich. „Ich will mich bald zur Ruhe setzen Martin wird mein Geschäft übernehmen und es in meinem und im Sinn unserer Kunden weiterführen. “

Frau Schönwalds Mine hellte sich deutlich auf.

„Ihr Sohn scheint noch sehr jung zu sein? Meinen sie, es ist schon an der Zeit, ihn in die Gepflogenheiten ihres Geschäftes einzuführen?“

Frau Schönwald musterte mich von oben bis unten.

Ihre anfängliche Skepsis wich einem entspannten Lächeln.

„Davon bin ich überzeugt“, antwortete mein Vater mit einem Blick zu mir. „Mein Sohn wird ganz sicher auch ihre Wünsche zu ihrer vollsten Zufriedenheit erfüllen, verehrte Frau Schönwald. Er hat mein volles Vertrauen und jede Kompetenz. Wenn sie verstehen, was ich meine?“

Ich war mir nicht sicher, was mein Vater mit seiner Schleimerei bezweckte. Die Frau war keine solvente Kundin.

Sie hatte nichts anzubieten, was für unser Geschäft von Interesse sein könnte.

„Durchaus, durchaus, mein lieber Herr Kramer. Ich verstehe sie voll und ganz. „, entgegnete Frau Schönwald mit einem bezaubernden Lächeln.

Mit einer lässigen Handbewegung schob sie einige Haarsträhnen aus ihrem Gesicht. Durch das Heben ihres Armes wurde für einen kurzen Augenblick der Ausschnitt ihres Kleides verschoben. Ich bekam einen, zwar nur kurzen, aber durchaus größeren Einblick auf den Busen der Frau.

Sie trug einen weißen BH, in dessen Schalen ihre großen Brüste wie in einem Nest lagen. In diesem Augenblick wünschte ich mir, mit diesem BH kurzfristig tauschen zu können.

„Meine liebe Frau Schönwald. Ich vertraue meinem Sohn in jeder Hinsicht. Wenn es ihnen recht ist, möchte ich ihm erstmals die alleinige Verhandlung überlassen. Er wird dadurch sicher für die Zukunft lernen. “

Der gewohnt freundliche Gesichtsausdruck meines Vaters wurde um eine Nuance freundlicher.

Ich dagegen wusste noch immer nicht, warum der Alte hier so schleimte. Es gab nichts von Wert, um das zu verhandeln wäre. Ich einigte mich darauf, abzuwarten. und die Dinge auf mich zukommen zu lassen. Der Vater wird schon wissen, was er tut.

„Ja! Ja! Natürlich ist mir das recht“, erwiderte Frau Schönwald eifrig. Ihr wunderschönes Gesicht strahlte wie die Augen eines Kindes unter dem Weihnachtsbaum. Ich schmolz dahin wie Butter in der Sonne.

„Das freut mich. Dürfte ich sie darauf hinweisen, dass ich gerne bereit bin, ihren „Pfand“ heute deutlich höher zu bewerten, wenn sie das Verhandlungsgeschick meines Sohnes massiv fördern würden? Und es ihnen natürlich zum gewohnten Preis zurück geben“

Wieder zuckten die Mundwinkel meines Vaters für den Bruchteil einer Sekunde nach oben. Die Mundwinkel der schönen Frau Schönwald zogen sich gleichermaßen in die Höhe. Im Gegensatz zu mir schien sie, die wie auch immer gedachte Andeutung meines Vaters verstanden zu haben.

„Das freut mich, Herr Kramer. Ich bin mir sicher, ihrem Sohn jede noch so geschickte Verhandlungstechnik vermitteln zu können. “

„So sei es dann. “ Mein Vater bedeutete mir, mit unserer Kundin in das Nebenzimmer zu gehen. „Du machst das schon, mein Junge. “ Mein Vater grinste mich breit an und klopfte mir auf die Schulter.

Das sogenannte Nebenzimmer war der Ruheraum meines Vaters.

Hier pflegte er sein Schläfchen zu halten, wenn das Geschäft zur Mittagszeit geschlossen wurde.

Die Einrichtung war sehr spartanisch.

Eine breite, aber bequeme Liege, ein kleiner Küchenschrank mit einer Herdplatte, ein Waschbecken, ein Kleiderschrank, ein Stuhl, ein Tisch und der große Tresor bildeten das gesamte Mobiliar. Mehr war auch nicht nötig. Es handelte sich lediglich um den Ruheraum meines Vaters. Das er hier nicht nur Kaffee kochte und sich die Hände wusch, seine Nickerchen abhielt und seine Mahlzeiten verzehrte, sollte mir gleich klar werden.

Frau Schönwald und ich gingen in das Nebenzimmer. Sie lächelnd. Ich war eher unsicher. Ich hatte keinerlei Verhandlungsgrundlage und wusste absolut nicht, welches Pfand ich der Frau abfordern konnte.

Ich tat auf Geschäftsmann und Gentleman. So, wie ich es von meinem Vater abgeschaut hatte.

„Verehrte Frau Schönwald. Bitte nehmen sie Platz“, sagte ich und bot ihr den einzigen Stuhl an. „Ich muss zugeben, dass mich mein Vater ins kalte Wasser gestoßen hat.

Natürlich weis ich inzwischen einen Sachwert zu taxieren und einen Preis zu ermitteln, der sowohl den Kunden als auch uns als angemessen erscheint. “

Frau Schönwald saß während meiner Einführung mit übereinander geschlagenen Beinen auf dem unbequemen Stuhl und lächelte mich unentwegt an.

Der Saum ihres Kleides war inzwischen weit nach oben gerutscht und gab mir den Blick auf die schlanken Oberschenkel frei. Sogar die Bänder ihres Strumpfhalters waren zu sehen.

Dieses Schauspiel brachte mich gewaltig aus dem Konzept. Ich saß ihr gegenüber auf der Tischkante und hatte nur noch Augen für diese unendlich langen Beine. Mit der Hoffnung, dass der Kleidersaum durch einige Bewegungen noch ein paar Zentimeter höher rutschen würde und ich ihren Schlüpfer zu sehen bekäme.

„Wie mir scheint, gefallen dir meine Beine?“ Meine erste Kundin riss mich mit leiser Stimme aus meiner Traumwelt in die Gegenwart zurück.

„Oh, bitte verzeihen sie“, stotterte ich erschrocken. „Es tut mir schrecklich leid. Es war nicht meine Absicht. Bitte entschuldigen sie. “

„Aber Martin. Ich darf dich doch so nennen?“ Frau Schönwald sah mich mit einem Lächeln an, das ihr jede Anrede erlaubt hätte.

„Ja. Ja. Natürlich“, stotterte ich und versuchte verzweifelt, einen weiteren Blick unter ihr Kleid zu verhindern.

„Das freut mich.

Das freut mich sehr. Ein vertrautes >Du< wird unsere Verhandlung wesentlich erleichtern. "

Die bevorstehende Verhandlung über ihr Pfand hatte ich fast vergessen.

„Es würde mich freuen, wenn du mich auch mit meinem Vornamen ansprechen würdest. Ist dir das recht?“ In der Erwartung meiner Antwort beugte sie sich etwas weiter vor und sah mir tief in die Augen. Ich dagegen sah ihr tief in den Ausschnitt.

Der mir einen ungehinderten Einblick auf ihren Busen bot. Sogar ihre Brustwarzen waren kurz zu sehen.

Ich war sichtlich gefangen. Noch nie zuvor hatte ich den fast nackten Busen einer Frau gesehen.

Unter meinen Schulfreunden kursierten einige Pin Up Bilder von fast nackten Frauen. Ich wusste also schon, wie ein Busen aussieht. Zumindest von den Bildern her. Doch die Fotos waren nicht annähernd mit dem zu vergleichen, was mir Frau Schönwald zur Ansicht bot.

„Du musst mir nicht sofort antworten“, lachte Frau Schönwald. „Ich heiße Juliane. Julia reicht auch. “

„Frau Schönwald, äh, … ich meine Julia, das ist mir wirklich sehr recht“, stotterte ich schon wieder. Ich hatte keine Ahnung, wie mein Vater reagiert, wenn er erfährt, dass ich eine unserer Kundinnen duze. Seiner Ansicht nach schickt sich das nicht für einen Geschäftsmann.

„Schön. Dann lass uns mal verhandeln“, sagte sie lachend und stand auf.

Sie stellte sich vor mich und drehte mir auch gleich den Rücken zu.

„Würdest du mir bitte den Reißverschluss öffnen?“ Ihre Frage kam so unerwartet wie eine Weihnachtskarte zu Ostern.

„Bitte, was soll ich tun?“ Ich war mir absolut sicher, mich verhört zu haben.

Julia drehte sich zu mir und sah mich lächelnd an. Dabei strich sie wieder mit einer kurzen Handbewegung eine lange Haarsträhne aus ihrem Gesicht

„Mein Kleid öffnen“, sagte sie mit einer Selbstverständlichkeit, die keinen Zweifel aufkommen ließ Dabei griff sie unter ihre Haare und hob sie an.

Wohl um zu verhindern, dass sich die Haare in den Zähnen des Reißverschlusses verfangen würden. Anscheinend hatte ich doch richtig gehört.

Ich schluckte. Mit zittrigen Händen und stark erhöhtem Pulsschlag griff ich an den kleinen Anhänger, mit dem sich der Verschluss öffnen ließ.

Noch immer ungläubig, zog ich ihn langsam durch die Zähne. Mit jedem Zentimeter spaltete sich der Stoff und es wurde ein weiteres Stück Haut sichtbar.

Als ich den BH-Verschluss direkt vor mir sah, schüttelte ich verwirrt den Kopf.

„Das kann doch einfach nicht wahr sein“, murmelte ich ungläubig.

„Den kannst du gleich danach öffnen. Nun zieh mir erst mal das Kleid aus“, feixte Julia.

„Ja, sofort. Sofort“, stotterte ich aufgeregt und zog schnell den Verschluss an das Ende der Zahnreihen.

Julia lies das Kleid über ihre Schultern zu Boden gleiten.

Sie drehte sich zu mir, bückte sich, um das Kleid aufzuheben und es auf den Tisch zu legen.

Julia legte ihre Arme um meine Schultern und kam mir mit ihrem Gesicht sehr nahe.

„Nun den BH“, sagte sie leise.

Als ich hinter Julia griff, nach dem Verschluss des BHs tastete und ihn ungeschickt zu öffnen versuchte, zog sie meinen Mund zu ihrem und küsste mich.

Bis dahin hatte ich oft daran gedacht, wie es wohl sein mag, ein Mädchen zu küssen. Etwas Lampenfieber hatte ich schon. Es war immerhin eine Premiere. Allzu dumm schien ich mich nicht angestellt zu haben.

„Wenn du so gut bumst, wie du küsst, werde ich wohl öfter meinen Pfand bei dir abgeben“, lachte Julia. Dabei öffnete sie wie selbstverständlich den Gürtel, den Knopf und den Reißverschluss meiner Hose.

Sie ging vor mir in die Knie und zog mir erst die Schuhe und dann die Hose aus.

Ich ließ sie gewähren. Schon deshalb, weil ich vor Neugier auf das Kommende fast platzte. Da ich nur eine wage Ahnung hatte, wie sich das Kommende darstellen könnte, überließ ich Juliane jeden weiteren Schritt.

„Das ist dein erstes Mal?“ fragte sie und sah zu mir auf. Ihre Augen schienen zu glitzern.

„Ja. „, antwortete ich schüchtern.

Julia lächelte.

„Dann soll es wirklich schön für uns werden!“ Das klang beruhigend genug, um meine Aufregung langsam abklingen zu lassen.

Sie hatte noch nicht ausgesprochen, als sie meine Unterhose hinunter zog und sofort an mein halbsteifes Glied griff.

„Du brauchst keine Angst zu haben“, sagte sie leise und lächelte mich an.

„Du kannst nichts falsch machen. Gib dich einfach nur deinen Gefühlen hin. Den Rest mache ich. “

Dann passierte etwas, von dem ich völlig überrascht wurde.

Julia nahm meinen Penis in ihren Mund!

Sie nahm ihn wirklich in den Mund, leckte und lutschte daran wie an einer Zuckerstange.

Ich hatte noch niemals zuvor davon gehört oder gelesen, dass Frauen den Pimmel eines Mannes in den Mund nehmen.

Bevor ich mich fragen konnte, welchen Sinn das machen sollte, gab mir mein Glied die Antwort. Es baute sofort eine Erektion auf, die ich bisher selbst durch intensive Onanie nicht erreicht hatte.

„Na siehst du. Der erste Schritt ist getan“, lobte Julia. Ich glaube, sie lobte eher mein Glied als mich. Jedenfalls ging sie sehr zärtlich, fast verliebt mit ihm um.

Wenn sie es nicht ihn ihrem Mund hatte, ließ Julia ihre Zunge zärtlich um die Eichel kreisen oder saugte an meinen Hoden.

Das war eindeutig sehr viel besser, als alles, was ich mir bisher durch noch so ausgefeilte Selbstbefriedigungstechniken selbst gönnen konnte. Ich hatte größte Mühe, meinen Samenerguss so lange wie möglich aufzuhalten. Die Mühe war vergeblich.

Nach wenigen Minuten siegte der Körper über den Geist.

Zu meinem größten Erstaunen machte Julia keinerlei Anstalten, meinen Samenerguss in ihren Mund zu unterbinden. Sie schluckte alles hinunter, was mein Glied hergab.

Dabei sah sie mich an und grinste „Das war ja mal eine anständige Portion. Du hast wohl mächtig unter Druck gestanden?“ Mit einem Finger wischte sie etwas Sperma aus dem Mundwinkel und leckte es ab.

Ich antwortete lieber nicht. Schon deshalb, weil ich keine Ahnung hatte, was Julia

unter einer „anständigen Portion“ verstand.

„Den größten Druck bist du nun los. Jetzt können wir uns richtig Zeit lassen.

Wenn du noch willst?“ Juliane sah mich und mein inzwischen schlaffes Glied an, als hätte sie ernsthaften Zweifel an meiner Bereitschaft, unsere „Verhandlung“ fortzusetzen.

„Natürlich. Natürlich will ich noch“, antwortete ich beinahe panisch. Nichts lag mir ferner, als ausgerechnet jetzt das zu beenden, von dem ich so lange geträumt hatte.

„Das freut mich ungemein. Ich habe nichts anderes erwartet. “ Sie stand auf und gab mir einen leidenschaftlichen Kuss.

Dass ich erst vor wenigen Sekunden in ihren Mund ejakuliert hatte, störte mich überhaupt nicht.

„Komm, leg dich auf das Bett“, dirigierte sie und schob mich von der Tischkante auf die breite Liege. „Leg dich einfach nur hin“, forderte sie mich lächelnd auf.

Ich tat, was sie wollte. Was auch sonst. Ich war viel zu aufgeregt, um eigene Handlungen vorzunehmen. Julia hatte die Regie übernommen.

Sie lächelte, stand auf, zog sich ungeniert den Schlüpfer aus und stellte sich lächelnd neben die Liege.

Ich starrte wie hypnotisiert auf das sorgfältig gestutzte haarige Dreieck zwischen ihren Beinen. Zum ersten Mal stand eine vollständig nackte Frau vor mir.

Sie war da. Die Stunde X. Das wurde mir jetzt vollends bewusst. Die Stunde, auf die ich seit dem Beginn der Pubertät wartete. Die Stunde, nach der ich mich sehnte. Die Stunde, die mir unvorstellbare Aufregung breitete. Die Stunde, in der ich alles richtig machen wollte.

In einer Sache, von der ich keine Ahnung hatte. Mein Herz schien seine Schlagzahl zu verdoppeln.

Die erhöhte Frequenz war völlig unnötig.

Julia führte mich mit Geduld, Zärtlichkeit, Erfahrung und einer gehörigen Portion Leidenschaft in der Welt der körperlichen Liebe ein.

Ganz so dringend schien Julias Anliegen nicht zu sein. Sie ließ uns mehr als 2 Stunden Zeit, um aus einem Jüngling einen Mann zu machen.

Jedenfalls fühlte ich mich als Mann, nachdem sich Julia mit einem leidenschaftlichen Kuss, dem Versprechen auf ein Wiedersehen und einem „Es war wirklich schön mit dir“ von mir verabschiedete.

Den Rest des Tages musste ich mit dem breiten Dauergrinsen meines Vaters und zahlreichen Verhandlungen mit überwiegend männlichen Kunden ertragen. In Gedanken war ich ständig bei Julia.

So auch in der Nacht. Meine Hand und meine Erinnerung ließen mich das Erlebte mehrmals wiederholen.

Es wurde für mich und meine Penis eine sehr lange, unruhige, aber letztlich befriedigende Nacht.

Entsprechend müde wankte ich am nächsten Morgen an den Frühstückstisch.

Unsere Haushälterin hatte, wie immer, den Tisch üppig und sehr liebevoll gedeckt.

Katharina Franke war schon vor dem Tod meiner Mutter die gute Seele des Hauses.

Gleich nach der Trauerfeier versprach sie mir und meinem Vater, den Haushalt auch weiterhin führen zu wollen.

Dafür waren wir ihr mehr als dankbar. Mein Vater ganz besonders. Ich habe gelegentlich sehen können, dass er ihr einen 100 Mark-Schein zusteckte. Wofür auch immer. Katharina quittierte den Erhalt jeweils mit einem Kuss auf Vaters Wange und einem schmeichelhaften Lächeln.

Vaters zeitweilig aufkommende Großzügigkeit drängte mir eine Frage auf, die ich jetzt am Frühstückstisch klären wollte.

Langsam und bedächtig ließ ich eine Priese Zucker in meinen Kaffee rieseln.

„Papa, sag mir doch bitte, um welches Pfand ich mit Julia verhandelt habe?“

Mein Vater sah mich irritiert an, um dann in ein schallendes Gelächter auszubrechen.

Es brauchte einige Minuten, bis er sich wieder beruhigt hatte.

„Du bist wirklich der Sohn deines Vaters“, lachte er. „Du lässt sogar beim bumsen das Geschäft nicht aus den Augen. Gut so, mein Sohn.

Der Alte nahm einen Schluck aus seiner Kaffeetasse.

„Frau Schönwald, also Julia, hat kein Pfand von Wert. Es geht immer nur um eine billige Kette, die sie einst von ihrer inzwischen verstorbenen Großmutter geschenkt bekam. Sachwert vielleicht 20 DM. Der ideelle Wert für Julia weitaus höher. Vielleicht sogar unbezahlbar. Ich gebe ihr 200 Mark dafür. Pünktlich nach Ultimo löst sie das Pfand aus. “

Vater biss in das Brötchen, kaute langsam und spülte mit einem Schluck Kaffee nach.

„Ah, ich verstehe langsam. Julia gleicht den Minderwert ihrer Kette mit ihrem Körper aus?“

Vater schmunzelte. „Ja, ich glaube, so könnte man es ausdrücken. “

Ohne Julia abwerten zu wollen, warf ich dennoch ein, dass wir daran nichts verdienen würden.

Der Alte lachte spitzbübisch. „Wir verdienen natürlich kein Geld mit diesem Geschäftsmodell. Aber wir verlieren auch kein Geld.

Die üblichen Zinsen und Gebühren bezahlt Frau Schönwald auf die vereinbarte Art. Der Beruf soll ja auch ein bisschen Spaß machen. Und dir hat er gestern offensichtlich sehr viel Spaß gemacht. “

Ich sah Vater an und musste nun auch lachen. „Und wie. Es war einfach unglaublich!“

„Das dachte ich mir. In 2 Stunden lässt sich viel Erfahrung sammeln. “

„Papa, grins nicht so süffisant!“ forderte ich meinen alten Herrn lachend auf!

Wie immer waren wir 30 Minuten vor Geschäftsöffnung im Laden.

Während ich die „Nachtdekoration“ aus dem Schaufenster gegen die hochwertigen, verkäuflichen Pfänder aus dem Tresor tauschte, kochte mein Vater seinen Pfefferminztee.

„Welches Datum haben wir heute?“ Vater goss etwas kochendes Wasser in sein Teeglas.

„Den 23. Juli 1958″, antwortete ich mit einem kurzen Blick auf den Wandkalender.

Vater nahm einen Schluck des heißen Tees.

„So, so. Schon fast wieder Monatsende“, murmelte er.

„Den Leuten wird das Geld knapp. Wir werden heute viel zu tun haben. “ Er musste es wissen.

„Du hast gestern zum ersten Mal mit einer Frau Sex gehabt. Wie man jetzt so sagt“.

Die Feststellung kam aus heiterem Himmel und hat mich etwas überrascht. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass das gestrige Geschehen ein Thema werden könnte.

„Ja, Papa. Habe ich.

“ Was sollte ich auch anderes sagen? Mir lag nicht daran, mit ihm über mein erstes sexuelles Erlebnis zu sprechen.

Aber der Alte ließ nicht locker,

„Hat es dir Spaß gemacht?“ Die Frage kam ganz ruhig nach einem weiteren Schluck Tee.

Ich sah in sein grinsendes Gesicht. Und musste plötzlich lachen.

„Natürlich hat es Spaß gemacht. Julia ist wirklich ein Prachtweib.

Sie ist die erotischste Frau, die ich mir vorstellen kann. „

„Ja, das ist sie wohl“, schmunzelte mein Vater nachdenklich. „Ich hoffe doch, dass du dich nicht in sie verliebt hast und ihr weiterhin mit der nötigen Distanz gegenüber treten kannst?“

Daher wehte also der Wind. Der Alte wollte sicher gehen, dass ich wegen einer Frau nicht den Laden in den Ruin treibe.

„Papa, da kannst du ganz sicher sein.

Julias Körper ist nur ein Pfand. “

Der Alte strahlte. „Du hast wirklich schnell die Feinheiten gelernt. “

„Ich bin der Sohn meines Vaters. Deine Erziehung“, lachte ich und ging zur Ladentür, um sie zu öffnen. Es standen schon 2 Kunden davor. Sie traten zögerlich ein. Den meisten Leuten war es peinlich, ein Leihhaus zu betreten.

„Papa, kommst du“, rief ich in Richtung des Nebenraumes.

„Nein, Martin. Heute machst du das mal alleine“, kam seine Order zurück, blieb bei seinem Teeglas sitzen und studierte die Tageszeitung. Der nächste Stoß ins kalte Wasser.

Der erste Kunde breitete zögerlich ein Samttuch auf dem Tresen aus. In ihm waren einige Ketten, Ringe und Broschen verpackt. Ich sah auf den ersten Blick, dass es sich ausschließlich um Silberschmuck handelte. Kein eingefassten Edelsteine oder Perlen. Nur einfaches Silber.

Nicht besonders wertvoll für unser Geschäft. Aber wahrscheinlich das Wertvollste, was der Mann noch besaß?

Ich legte das Silber auf die Waage. 174 Gramm zeigte das Pendel an.

„Es tut mir leid. Ich kann ihnen für die Schmuckstücke leider nur den Silberpreis bezahlen Und der liegt nicht sehr hoch. “ Es tat mir wirklich leid.

„Es sind Andenken an meine Eltern und die Eltern meiner Frau“, fügte der Mann mit weinerlicher Miene an.

„Genau das ist das Problem. Die Ringe sind signiert. An den Gravuren ist kein weiterer Käufer interessiert. Die Broschen haben Signaturen und die Ketten sind zu dünn. So etwas ist heutzutage bei einer Auktion nicht mehr zu versteigern. “

Der Mann resignierte und gab sich mit dem Tagespreis für 174 Gramm Silber zufrieden. Er tat mir ein bisschen leid. Der Mann war sicher in großer Not, bevor er sich dazu entschloss, sein Tafelsilber zu verscherbeln.

Ich hätte ihm gerne mehr gegeben. Aber ideelle Werte lassen sich nicht verkaufen.

Der nächste Kunde bot eine Zigarrenkiste voller Münzen und Orden aus der unrühmlichten Zeit unseres Landes an. Ich habe ihn sofort des Ladens verwiesen.

Bis zum Mittag hatte ich ungefähr 20 Kunden bedient. Mein Vater hat sich währenddessen nicht einmal im Laden blicken lassen. Erst als ich die Ladentür abschloss, kam er nach vorne.

Natürlich hatte er jede einzelne Aktion aus dem Hintergrund verfolgt und wusste genau, ob ich in seinem Sinn gearbeitet habe.

Mit einem leichten Schlag auf meine Schulter und einem „Das hast du sehr gut gemacht“, wusste auch ich, dass ich die Reifeprüfung in der Pfandleihe bestanden hatte.

„Zur Feier des Tages gehen wir ins Wirtshaus zum Mittagessen“, lud mich Papa ein. „Mach dir keine Gedanken.

Katharina weis, dass sie heute nicht kochen muss. “

Nun konnte ich mir nach all der Anspannung endlich ein befreiendes Lachen leisten. Der alte Fuchs wusste genau, dass ich mich heute in diesem Haifischbecken freischwimmen würde.

„Danke, Papa!“

„Ich habe heute morgen auch aus einem anderen Grund nach dem Datum gefragt“, sagte mein Vater, bevor er sich ein kleines Stück Rinderbraten in den Mund schob.

„Aha. Und aus welchem?“ Entgegen meiner Erziehung antwortete ich mit vollem Mund. Mein Vater nahm das ohne Tadel lediglich zur Kenntnis. Er zerkaute genüsslich das Fleischstück, schluckte es und sah mich dann an.

„Entweder heute oder morgen erwarte ich Herrn von Achtheim. Er ist, wie soll ich es sagen? Er ist ein sehr spezieller Kunde. Verarmter Landadel ohne jegliches Hab und Gut von Wert. „

„Papa, das ist Julia, ich meine Frau Schönwald auch“, entgegnete ich.

„Nun ja. Bei Herrn von Achtheim verhält sich das etwas anders. “ Mein Vater stocherte in seinem Wortschatz, um die richtige Worte zu finden.

„Er hat schon einen Pfand. Eine sehr schönes Pfand sogar“, druckste er herum. Dabei zerdrückte er eine Kartoffel in der dunklen Soße.

„Kannst du deutlicher werden?“

„Martin, du weißt, dass Diskretion in unserem Geschäft die oberste Devise ist.

Herr von Achtheim verlangt die doppelte Portion. Du musst mir versprechen, dass niemals jemand erfährt, welchen Pfand Herr von Achtheim uns überlässt!“

„Papa, das ich ein sehr pauschales Versprechen. Ich werde es trotzdem halten. Versprochen. “ Ich hatte keine Ahnung, worauf der Alte hinaus wollte. Und noch weniger Ahnung, worauf ich mich gerade einließ.

„Gut. So sei es. “ Damit war für meinen Vater dieses Thema bei Tisch erledigt.

Wir aßen die Teller leer und gingen in den Laden zurück.

Der Nachmittag verlief, wie erwartet, sehr hektisch. Vater und ich haben nebeneinander hinter dem Tresen gestanden. Wir haben Pfänder angenommen und andere gegen Bezahlung ausgehändigt. Wir haben Schmuck und Kunstgegenstände bewertet und Zertifikate erstellt. Ob diese Bewertungen und Zertifikate einer Prüfung durch einen vereidigten Sachverständigen stand gehalten hätten, wage ich zu bezweifeln. Auf dem Papier sah Vaters zweites Standbein jedenfalls immer sehr amtlich aus.

Eine halbe Stunde vor Ladenschluss fuhr ein hellblauer Borgward Isabella direkt vor unserem Geschäft vor.

Der Blutdruck meines Vaters schien sich augenblicklich zu erhöhen. Er starrte aus dem Schaufenster und griff dabei nach einem Tuch, um sich den Schweiß von der Stirn zu wischen. So aufgeregt hatte ich schon lange nicht mehr gesehen.

„Herr von Achtheim kommt“, flüsterte er heiser.

„Warum regt dich das so auf“, fragte ich ebenso leise.

„Das wirst du gleich sehen“, murmelte der Alte, ohne seinen Blick von dem Fahrzeug zu wenden.

Nun war auch ich gespannt.

Herr von Achtheim ging um das Auto herum und öffnete die Beifahrertür. Dem Wagen entstieg langsam, fast theatralisch, ein sehr junges Mädchen.

Es war bildhübsch. Falls es eine Steigerung von bildhübsch gibt, dann wäre auch diese zutreffend.

Die dichten, blond gelockten Haare reichten ihr bis zum Po. Sie hatten etwas mit der Engelsfigur gemein, die zu Weihnachten die Spitze unseres Baumes zierte.

Das Gesicht mit den großen Augen, der geraden Nase und den vollen Lippen; der schmale Körper und die langen, schlanken Beine vervollständigten den Eindruck, einen Engel vor mir zu sehen. Als wäre es so gewollt, passte auch ihr weißes Kleid in das Gesamtbild.

Nur die Flügel fehlten noch.

„Papa, wer ist das?“ flüsterte ich fast ehrfürchtig.

„Das ist Elisabeth, die Tochter und das Pfand des Herrn von Achtheim“, antwortete mein Vater, ohne dabei eine Miene zu verziehen.

„Was? Das Mädchen ist sein Pfand“, schüttelte ich ungläubig den Kopf. Mir fiel augenblicklich Julia und ihr Körper als Pfand ein.

„Papa, das Mädchen ist doch höchstens ….

„Sohn, ich weis nicht, wie alt sie ist und will es auch nicht wissen“, schnitt mein Vater mir harsch das Wort ab. „Und du solltest es auch so halten. “

Bevor ich einen weiteren Einwand geben konnte, öffnete Herr von Achtheim die Ladentür. Er hielt sie weit auf und ließ seiner Tochter den Vortritt.

Elisabeth wirkte sehr schüchtern, als sie auf den hohen Stöckelschuhen in das Geschäft schritt.

Sie wirkte noch schüchterner, fast peinlich berührt, als sie mich sah. Vielleicht, weil wir fast gleichaltrig waren?

Elisabeth stellte sich neben die mannshohe Glasvitrine, legte ihre Arme eng an ihren Körper und sah zu Boden. Während ich den Blick nicht von ihr lassen konnte.

Mein Vater übrigens auch nicht, während er auf Herrn von Achtheim zuging und ihn wie seinen besten Kunden begrüßte.

„Mein verehrter Herr von Achtheim.

Wie schön, sie mal wieder hier begrüßen zu dürfen. Was kann ich heute für sie tun?“ Mit der Frage reichte er ihm auch gleich die Hand hinterher.

„Lieber Herr Kramer, sie können bestimmt sehr viel für mich tun“, antwortete der verarmte Adlige würdevoll. „Heute Abend hat Frau von Landberg zu einer kleinen Pokerrunde eingeladen. Eine weitere Dame und 2 Herren aus dem Stadtrat werden die Runde komplettieren. Die Einsätze sind limitiert.

Also kein nennenswertes Risiko. “

Herr von Achtheim legte eine kurze Pause ein. Um dann weniger würdevoll sein Anliegen vorzutragen. „Ich möchte natürlich unbedingt die Einladung der Frau von Landberg annehmen. Eine Ablehnung würde sie zutiefst beleidigen. Nur leider bin ich derzeit nicht liquide. „

„Ich verstehe, Herr von Achtheim“, ging mein alter Herr geflissentlich auf den finanziellen Notstand seines Kunden ein. „Ich denke schon, ihnen helfen zu können.

“ Dabei warf er Elisabeth einen vielsagenden Blick zu. Mir wurde schlagartig klar, dass mein Vater mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit diesem Mädchen seinen sogenannten Spaß hatte. Und wieder haben wollte.

„Das freut mich, mein lieber Herr Kramer. Das freut mich wirklich. Ich wusste, dass ich mich wie immer auf sie verlassen kann. Wie ich sehe, haben sie einen neuen Mitarbeiter“, fügte er mit einem hoheitsvollen, um nicht zu sagen, arroganten Blick an.

Der Mann war mir vom ersten Augenblick an höchst zuwider. Diesmal klärte ich den Sachverhalt auf.

„Ich bin kein neuer Mitarbeiter. Sondern der neue Inhaber, wenn mein Vater in den wohlverdienten Ruhestand geht“, antwortete ich mit gleicher Arroganz. Er schien meine Missbilligung verstanden zu haben.

„Nun denn, Herr Kramer. Dann gratuliere ich ihnen zu ihrem Sohn. Er wird ihr Geschäft sicherlich in ihrem Interesse weiterführen.

Ich hoffe natürlich, dass sie sich mit dem Ruhestand noch ein wenig Zeit lassen“, lachte er und klopfte meinem Vater jovial auf die Schulter. „Immerhin stehen sie doch noch in Saft und Kraft. Wie mir meine Tochter Lisa bestätigt hat. “

Mein Vater und ich sahen uns schweigend an. Ich war sprachlos und musste verdauen, was ich gerade gehört habe.

Lisa stand während der Unterhaltung regungslos neben der Vitrine und knetete unruhig ihre kleinen Hände.

Ich glaube, meine Anwesenheit, vor allem aber meine Jugend, war ihr peinlich.

„Wenn es ihnen recht ist, lieber Herr Kramer, würde ich gerne zum geschäftlichen Teil kommen“, lachte der Adlige gekünstelt. „Wie ich schon sagte, werde ich erwartet. “

„Natürlich, Herr von Achtheim. Die gleiche Summe wie immer?“

„Nun ja“, entgegnete Graf Pleitegeier mit einem Blick zu mir und meinem Vater. „Ich muss wohl davon ausgehen, dass meine Tochter heute 2 Herren Gesellschaft leisten soll? Das würde natürlich auch den Einsatz verdoppeln.

Ich hätte den Kerl erwürgen können. Er handelte mit seiner Tochter wie um ein Stück Vieh.

Mein Vater sah mich kurz an. Er sah mich an und schien kurz nachzudenken.

„Nein. Ich fahre gleich nach Hause. Lisa ist bei meinem Sohn gut aufgehoben. „

Die Enttäuschung war in Achtheims Gesicht abzulesen. Er fing sich aber schnell wieder.

„Nun ja.

Belassen wir es also bei der üblichen Summe. “

Mein Vater ging in den Nebenraum und kam mit einem kleinen Geldbündel zurück. Ohne dass ich sehen konnte, um welche Summe es sich handelte, reichte er dem Kunden die Scheine.

„Dann wie immer, Herr von Achtheim. Ich wünsche ihnen für heute Abend viel Glück und Erfolg. “

„Danke, mein lieber Herr Kramer. Ich werde Lisa morgen Mittag pünktlich wie immer abholen.

Er gab seiner Tochter einen schnellen Kuss auf die Stirn, tätschelte lächelnd ihre Wange und verschwand eilig durch die Tür.

Mein Vater ging wortlos in das Nebenzimmer und kam kurz darauf mit seinem Mantel unter dem Arm zurück.

„Martin, ich fahre jetzt heim. Dekorierst du bitte noch das Schaufenster für die Nacht? Du weist, wie wertvoll unsere Pfänder sind“, sagte er mit einem Blick zu Lisa.

Ohne meine Antwort abzuwarten, verließ er den Laden.

Mit dem Zuschlag der Ladentür erhöhte sich mein Pulsschlag. Nach all dem, was ich in den letzten Minuten gehört und gesehen habe, bildete sich langsam eine gewisse Distanz zu meinem Vater. Ich konnte einfach nicht glauben, was offensichtlich war.

Er hatte, dessen war ich mir nun absolut sicher, so einige >Leichen im Keller> liegen.

Julia war eine davon.

Kathi Franke vielleicht die Zweite? Lisa ganz bestimmt die Dritte?

Lisa stand noch immer unbeweglich auf demselben Platz. Als die Ladentür ins Schloss fiel und von außen der Schlüssel gedreht wurde, hob Lisa endlich den Kopf und sah mich an.

„Soll ich schon nach nebenan gehen“, fragte sie leise,

Ich starrte sie entsetzt an. Mir wurde plötzlich bewusst, dass Lisa eine Aufgabe zu erfüllen hatte, wenn ihr Vater sie hier oder anderswo als Pfand zurück ließ.

Ich dachte nur kurz nach.

„ Ja, das wäre nett von dir. Du kannst mir helfen, die Nachtdekoration im Schaufenster aufzubauen. „

Ihr ungläubiger Blick endete in einem verhaltenen Lächeln. Immerhin die erste Regung in ihrem Gesicht, die ich seit ihrer Ankunft wahrnahm.

„Gerne. Was soll ich machen?“

„Geh bitte doch ins Nebenzimmer. Im Tresor steht eine kleine Holzkiste mit allem möglichen Krempel, den wir für die Nacht ins Schaufenster legen.

Falls wirklich mal jemand auf die Idee kommt, die Scheibe einzuschlagen. Würdest du die bitte holen?“

„Ja, mach ich sofort“, erwiderte Lisa und stöckelte auf den hohen Absätzen in den hinteren Raum. Ich sah ihr bewundernd hinterher. Sie schien daran gewöhnt zu sein, mit diesen hohen Schuhen zu gehen. Die dünnen Pfennigabsätze verliehen ihrem Gang einen ganz besonderen Reiz.

Nach sehr kurzer Zeit kam Lisa mit der Kiste in den Laden zurück.

„Magst du das Schaufenster gestalten?“

Meine Frage kam wohl völlig unerwartet. Lisa sah mich verblüfft an.

„Wenn ich darf“, antwortete sie mit einem erwartungsvollen Lächeln.

Nach 10 Minuten war der Austausch erledigt. Ich ging kurz vor den Laden und sah mit die Auslage von außen an.

„Das hast du wirklich toll gemacht. Sogar der billige Kram sieht jetzt wertvoll aus.

Mal gut dass überall Preisschilder dran sind“, lobte ich das Mädchen.

Lisa strahlte mich an. „Danke. Es hat mir Spaß gemacht“

„Wollen wir jetzt nach hinten gehen?“

Lisas strahlendes Lächeln verwandelte sich augenblicklich in eine starre Maske.

„Ja, wenn du willst“, antwortete sie leise und ging mir voraus.

Ich folgte ihr und ging an den Kühlschrank.

„Magst du lieber Orangensaft oder Apfelsaft“, fragte ich in den offenen Schrank hinein.

„Das ist egal“, kam die leise Antwort. Ich zuckte mit den Schultern und nahm eine Flasche Orangensaft aus dem Schrank.

Als ich mich zu Lisa drehte, hätte ich die Saftflasche beinahe fallen lassen.

Lisa hatte inzwischen das Kleid ausgezogen und stand nur noch in ihrer seidenen Unterwäsche und den hohen Schuhen vor mir.

Ihren Kopf hatte sie wieder gesenkt und vermied so den Blickkontakt.

„Lisa, was tust du da?“ fragte ich, stellte die Flasche auf dem Kühlschrank ab und ging zu ihr. „Warum ziehst du dich aus?“

„Das mache ich doch immer, wenn ich hier bin“,. antwortete Lisa mit einer Ruhe, als wäre es für sie das Selbstverständlichste auf der Welt, sich vor fremden Männern auszuziehen.

Die Verachtung für meinen Vater steigerte sich schlagartig.

„Zieh dich bitte wieder an“, forderte ich Lisa auf. Ohne sie weiter zu beachten, füllte ich 2 Gläser mit Saft und setzte mich auf die Liege. „Magst du dich zu mir setzen?“

Lisa lächelte wieder. „Gerne. Wenn ich vielleicht die Schuhe ausziehen darf. Die sind sehr unbequem!“

„Das glaube ich. Machs dir bequem.

„Danke. “

„Lisa, hör bitte auf, dich für alles Mögliche zu bedanken.

Die Umstände, die dazu beigetragen haben, dass du heute hier bist, gefallen mir ganz und gar nicht. Und dafür werde ich meinen Vater zur Rede stellen. “ Ich trank einen Schluck von dem Saft. Bevor ich leise anfügte:„Aber dass du hier bist, freut mich wirklich. “ Dabei griff ich nach Lisas Hand.

Lisa ließ mir ihre Hand, die ich zärtlich streichelte, während wir schweigend nebeneinander saßen.

Ich hätte gerne eine Unterhaltung mit Lisa begonnen.

Es war nur schwer, einen Anfang zu finden.

„Wollen wir einen kleinen Spaziergang durch den Park machen? Er ist nicht weit entfernt?“ Etwas Besseres fiel mir nicht ein.

Lisa strahlte mich an.

„Ja gerne. Sehr gerne sogar. “ Das Mädchen war gleich Feuer und Flamme. „Macht es dir etwas aus, wenn ich barfuss gehe? Diese hohen Schuhe sind so unbequem. Ich ziehe sie nur an, weil mein Vater es so will.

„Natürlich macht es mir etwas aus. Die Parkwege sind steinig. Du wirst deinen kleinen Füßen so oder so keinen Gefallen tun. „.

„Mmmmmh. Also gut. Nehme ich das kleinere Übel. “ Lisa bückte sich nach ihren Stöckelschuhen.

„Die ziehst du nicht an“, sagte ich mit festem Ton. „Entweder trage ich dich Huckepack durch den Park oder du ziehst meine Turnschuhe an. Die dürften die zwar etwas zu groß sein.

Aber um diese Zeit sind nur wenige Leute im Park unterwegs. “

„Ich wähle die Turnschuhe. “ entschied sich Lisa spontan, fiel mir völlig unerwartet um den Hals und gab mir einen Kuss auf die Wange.

„Du bist wirklich lieb“, seufzte Lisa zufrieden. „Ganz anders als die Männer, bei denen ich sonst bin. “

Das hätte sie nicht sagen sollen. Mit wurde sofort wieder klar, dass Lisa als ihres Vaters Pfand ein Leben führte, von dem ich absolut keine Vorstellung hatte.

Ich schluckte meine Wut und meine Neugier vorerst hinunter. Der Zeitpunkt, Lisa Fragen zu stellen, war noch nicht gekommen. Ich wollte keine Antworten. Ich wollte ihr Vertrauen.

„Wie gefalle ich dir“, fragte Lisa lachend, als sie mit den etwas zu großen Schuhen wie eine Ente durch das kleine Zimmer watschelte. Sie drehte sich im Kreis und zeigte mir ihr Schuhwerk. Es passte zwar nicht zu ihrem Kleid. Dafür umso mehr zu ihrem unbeschwerten Lachen.

„Hauptsache bequem“, antwortete ich zufrieden und griff nach Lisas Hand. „Wollen wir?“

„Gerne. “

Lisa hielt meine Hand fest, als wir langsam und schweigend durch den nahen Stadtpark schlenderten.

„Martin?“ Lisas Stimme war kaum zu hören.

„Ja?“ Meine Stimme wohl auch nicht. Ich war mehr mit meinen Gedanken beschäftigt.

„Du willst mir Fragen stellen?“ Lisa hatte es präzise erfasst.

„Ja. Aber ich weis nicht, wo ich anfangen soll oder darf. Das alles ist so absurd. “ Ich holte tief Luft, um mir einen kleinen Spielraum zu verschaffen.

„Du brauchst nicht fragen. “ Lisa drückte meine Hand und verlangsamte ihren Schritt. Ich hatte den Eindruck, dass sie den Spaziergang in die Länge ziehen wollte, um all das loszuwerden, was sie belastete.

„Was ich bisher erlebt habe, wird dich ganz sicher schockieren.

“ Lisa drehte sich zu mir und gab mir wieder einen Kuss auf die Wange.

Ich nahm sie einfach in meine Arme Sie legte ihren Kopf an meine Schulter.

„Du musst nichts sagen, wenn du es nicht willst“.

„Ich glaube, es würde mir gut tun. Zu dir habe ich Vertrauen. Und sonst Niemanden, mit dem ich mal reden kann. “

Hand in Hand setzten wir unseren Weg fort.

„Mein Vater ist ein Spieler“, begann Lisa ihre Erzählung. „Er hat alles gesetzt, was unsere Familie einst besaß. Und immer wieder verloren. Er hat, wie man so sagt, Haus und Hof verspielt. Um nicht für seine Schulden aufkommen zu müssen, hat sich die Verwandtschaft öffentlich von ihm losgesagt. Selbst meine Mutter hat das Handtuch geworfen und ist mit einem amerikanischen Offizier in die USA gegangen. Weil ihr Freund kein fremdes Kind aufziehen wollte, hat sie mich bei meinem Vater gelassen.

Ich trage es ihr nicht nach. Sie hatte ein jahrelanges Martyrium erlebt und wollte nun endlich frei sein. „

Ich sah Lisa zweifelnd an.

„Du trägst es deiner Mutter nicht nach, dass sie dich bei deinem Pleite-Vater gelassen hat? Sie konnte doch an 2 Fingern abzählen, wie es mit deinem Vater enden würde. „

„Das konnte sie vielleicht auch. Aber sie hat einfach die Augen geschlossen.

“ Lisa drückte meine Hand. „Und nach einem Strohalm gegriffen, der ihr geboten wurde. Sie konnte nicht ahnen, wie weit die Spielsucht meinen Vater treiben würde. Und wozu er fähig war, wenn er kein Spielgeld mehr hatte. „

Ich schluckte und ahnte schon, dass sich ein tiefer Sumpf vor mir auftun würde.

„Wann hat er dich zum ersten Mal „verliehen“?

„Das war vor ungefähr 2 Jahren“, erinnerte sich Lisa.

„Mein Vater hatte sein letztes Geld beim Pokern verloren. Unser Haus und das gesamte Grundstück gehörte uns schon längst nicht mehr. Wir dürfen aber weiterhin dort wohnen. Jedenfalls solange es uns möglich ist, wenigstens die Unterhaltskosten für das Herrenhaus zu bezahlen „

„Und um die bezahlen zu können, hat er dich als „Spielgeld“ eingesetzt?“ Ich wollte nicht zynisch werden. Tat es aber dennoch. Lisa sah mich entsetzt an.

„Ich habe mich noch nie als „Spielgeld“ gesehen.

Aber irgendwie hast du ja recht“ seufzte sie und klammerte sich an meinen Arm.

„Vater war zu einem Pokerabend bei dieser Frau von Landberg eingeladen. Er war natürlich völlig pleite und hatte kein Geld für den Spieleinsatz. Einen Tag vor dem Pokerabend wirkte er zerstreut und nervös. Er suchte nach einer Möglichkeit, Geld für den Spieleinsatz aufzutreiben. Seine sämtlichen Reserven waren aufgebraucht.

Beim Abendessen kam es mir so vor, als würde er mich mustern.

Ich dachte mir nichts dabei.

Auch nicht, als er mich fragte, ob wir am nächsten Tag nicht mal wieder den Herrn Wolter besuchen sollten. Herr Wolter war der ehemalige Verwalter unseres Anwesens. Im Gegensatz zu meinem Vater war ich mir sicher, dass er ziemlich viel Geld aus unserem Familienvermögen in seine eigene Tasche verwaltet hat. „

„Du meinst, er hat euch betrogen und dein Vater musste nun vor ihm buckeln?“

Lisa dachte kurz nach.

„So könnte es man wohl nennen. “

„Deinem Vater ist das nicht aufgefallen? Oder wollte er die Tatsachen einfach nicht erkennen?“

„Martin, Spieler leben in ihrer eigenen Welt. Außerhalb des Spiels sehen sie nur, was sie sehen wollen. “

„Ihr habt also den sauberen Herrn Wolter besucht. Was geschah dann?“ Ich klebte vor Neugier an Lisas Lippen.

„Bevor wir zu Herrn Wolter fuhren, verlangte mein Vater von mir, dass ich die Sachen anzog, die ich schon immer in der Schule trug.

Weiße Bluse, Petticoat und Faltenrock. Dazu Kniestümpfe und Pumps. Mein Vater selbst hat meine Haare zu Zöpfen geflochten. Als ich mich im Spiegel sah, wusste ich nicht, ob ich weinen oder lachen sollte. Ich sah wirklich wie ein kleines Schulmädchen aus. Bis auf die Pumps natürlich. So hohe Schuhe tragen kleine Schulmädchen üblicherweise nicht. Mein Vater sagte aber, dass hohe Absätze erotischer wirken als flache Schuhe. Noch wusste ich nicht, warum ich ausgerechnet auf Herrn Wolter erotisch wirken sollte.

Lisa ging mit ihrer Erinnerung sehr sachlich um. Während es in mir brodelte. Ich wusste, was kommen würde.

„Mein Vater hatte Herrn Wolters Nerv genau getroffen. Bei unserem Besuch hatte der nur Augen für mich. Egal, was mein Vater sagte. Er saß in seinem Sessel und sah mich unentwegt an, während er sich mit meinem Vater unterhielt.

Er hat mich mit den Augen ausgezogen.

Mir war das unangenehm. Ich wollte nicht so angestarrt werden. Mein Vater hat das natürlich bemerkt und Herrn Wolters Interesse an mir sofort für seine Zwecke genutzt. “

„ Ich kann mir schon denken, wie es weiterging. Er hat dich bei diesem Wolter gelassen. Genau wie er dich heute Abend hier gelassen hat?“

Lisa griff nach meiner Hand und watschelte in den großen Turnschuhen schweigend neben mir her.

Erst Minuten später antwortete sie.

„Ja, es war so ähnlich wie heute und die vielen Male vor heute“

Ich wollte mir nicht mal ansatzweise vorstellen, was Lisa unter „vielen Male“ verstand.

„Die Männer steckten sich Zigarren an und schickten mich in den Garten. Angeblich, um mich nicht dem Qualm auszusetzen. Heute weis ich, dass sie über mich verhandelt haben. “ Lisas Stimme wurde leiser und brüchiger.

„Als ich wieder ins Haus kam, qualmten die Zigarrenstummel noch im Aschenbecher. Mein Vater machte es kurz. Sehr kurz. Es klang fast wie ein Befehl, als er mir sagte, dass er es jetzt eilig und nicht mehr die Zeit hätte, mich in unser Haus zu fahren. Aber Herr Wolter würde sich freuen, wenn ich ihm heute Gesellschaft leisten würde. Im Gegensatz zu uns besaß Herr Wolter ein Fernsehgerät. Ich würde mich bestimmt nicht langweilen.

Und falls es mit Vaters gesellschaftlicher Verpflichtung später werden sollte, kann ich in Herrn Wolters Gästezimmer übernachten. „

Lisa erhöhte den Druck auf meine Hand. Sie war spürbar aufgeregt. Versuchte es aber soweit wie möglich zu verbergen.

Ich blieb stehen und umarmte das Mädchen.

„Lisa, wenn es dich zu sehr belastet, können wir auch abbrechen. “ Auch wenn ich mir nicht sicher war, ob ich das wirklich wollte.

Mit lag sehr daran, möglichst viel, um nicht zu sagen, Alles über Lisas Leben zu erfahren.

„Nein, nein“, antwortete sie schnell. „Ich bin doch so froh, endlich mal darüber reden zu dürfen. “ Lisa sah mich mit ihren großen Augen an. Dann stellte sie sich auf die Zehenspitzen, legte einem Arm um meinen Hals und gab mir einen Kuss auf den Mund.

Wenn ich bisher dachte, Kuss ist Kuss, wurde ich durch Lisa eines Besseren belehrt.

Mangels Erfahrung blieb mir nur der Vergleich zu Julia Schönwald. Ihre Küsse waren leidenschaftlich, fordernd und erregend. Lisas Kuss war einfach nur zärtlich, schüchtern und voller Sehnsucht.

Sie lächelte, als sie sich von meinem Mund trennte.

„Gehen wir weiter?“ fragte sie, nahm meine Hand und zog mich einfach mit sich.

„Ja, klar. Gehen wir weiter“, antwortete ich zögerlich. Mit wäre es lieber gewesen, den Rest der Nacht genau auf dieser Stelle stehen zu bleiben und Lisas Kuss tausend Mal zu wiederholen.

Ich fragte mich, ob ich wirklich noch Alles über Lisas Vorleben erfahren wollte?

Die Entscheidung wurde mir abgenommen. Lisa setzte ihre Erzählung fort.

„Bevor ich auch nur ansatzweise protestieren konnte, hat sich mein Vater von Herrn Wolter verabschiedet. Er gab mir schnell einen Kuss auf die Stirn und sagte, ich solle brav sein und mit Herrn Wolter einen schönen Abend haben. Dann war er auch schon durch die Haustür.

Der alte Wolter ließ keine Minute ungenutzt. Kaum war mein Vater aus dem Haus, setzte er sich neben mich. Er legte einen Arm auf meine Schulter und eine Hand auf meine Oberschenkel. Er wollte sie streicheln. Aber ich wollte das nicht. Ich stieß seine Hand weg und zog mich aus seiner Umarmung: Der alte Wolter wurde richtig wütend. Er sagte, um nicht zu sagen, er schrie mich an

„Hör mal, Elisabeth! Dein Vater ist ein Pleitegeier! Wenn ich euch nicht mietfrei wohnen lassen würde, müsstet ihr in einer Baracke hausen! Mit Läusen und Ratten unter einem Dach.

Er ließ sich viel Zeit, um seine Drohung auf mich wirken zu lassen. Sie hat mich aber nicht sonderlich beeindruckt. Es war zwar keine schöne Vorstellung. Aber immer noch besser, als mich von diesem Kerl befummeln zu lassen. Aber Herr Wolter legte nach.

Er sagte:„Außerdem hat sich dein Vater der Zuhälterei strafbar gemacht. “

Ich hatte natürlich keine Ahnung, was Zuhälterei bedeutet.

Herr Wolter wusste das und klärte mich sofort auf.

Er grinste mich an. Du kennst das vielleicht. Dieses Grinsen, in dem keine Freundlichkeit, sondern Hohn und Spott liegt?“

„Ah, ich sehe, dass du nicht weist, was es bedeutet, ein Zuhälter zu sein? Du weist nicht mal, was ein Zuhälter ist? Sehe ich das richtig?“

Ich hatte plötzlich Angst, wollte nicht mehr sprechen und nickte nur.

„Dein Vater hat dich an mich vermietet. Dafür habe ich ihm viel Geld bezahlt. Das nennt man Hurerei. Du bist ab heute eine Hure. Hast du das schon mal gehört? Weist du, was eine Hure ist?“

Natürlich habe ich das Wort noch nie gehört. Aber es machte mir Angst.

„Wenn ich deinen Vater anzeige, geht er für mindestens 18 Jahre ins Zuchthaus.

Da kannst du dir sicher sein. Und du wanderst in ein Heim für schwer erziehbare Mädchen. „

Ich wusste nicht, ob alles stimmte, was mir der alte Wolter erzählte. Aber ich habe es ihm geglaubt. Das hat er natürlich gemerkt. Um gleich wieder seine Hand auf meinen Schenkel zu legen. Ich habe es ohne Widerspruch ertragen. Und alles, was danach kam. “

Lisa legte eine Pause ein.

Der Rundweg durch den Park endete in wenigen Metern. Inzwischen setzte auch die Dämmerung ein.

„Es ist noch sehr warm. Darf ich dich zu einem Eisbecher einladen?“

Für heute hatte ich genug gehört. Es war mehr, als ich hören wollte. Mit dem Gehörten und den entsprechenden Bildern dazu musste ich erstmal fertig werden. Das fiele mir wesentlich leichter, wenn Lisa mir gleichgültig wäre. Seit sie in unseren Laden kam, war sie das aber nicht.

„Ja, ich mag gerne noch ein Eis“, freute sich Lisa.

„Dann komm schnell. Die Eisdiele schließt bald. “ Ich drückte Lisas Hand und zog sie mit mir. Wir liefen die wenigen Meter bis zum Parkausgang, rannten zwischen den Autos über die Hauptstraße, durch einige kleine Gassen und kamen keuchend vor der italienischen Eisdiele zum stehen.

Lisa ließ sich schwer atmend in meine Arme fallen.

„Martin, Martin“, japste sie lachend. „So schnell bin ich sonst nur beim Schulsport unterwegs. Ich bin völlig aus der Puste. „

„Dann ruh dich erst mal aus. “ Ich zog einen Stuhl heran und bot ihn Lisa an.

„Danke, mein Herr. Sehr freundlich. “ Lisa ließ sich auf den Stuhl sinken und streckte ihre schlanken Beine aus. Sie griff mit beiden Händen in ihren Nacken und zog die langen Haare, die sich zwischen ihr und der Stuhllehne eingeklemmt hatten, heraus.

Mit einem Kopfschütteln sorgte sie für einen freien Fall ihrer Locken.

Es waren nur kleine Gesten. Unbedeutende Handbewegungen. Für eine Frau selbstverständlich. Auf mich wirkten sie erotisch.

Lisa schien meinen Blick bemerkt zu haben.

„Lange Haare können ganz schön anstrengend sein. “ Sie lächelte und griff nach der Eiskarte.

„Martin, bin ich wirklich eingeladen? Ich habe nämlich kein Geld dabei.

Elisabeth deutete mit einem unschuldigen Augenaufschlag auf ihr Kleid. „Hier ist nicht mal Platz für meine ständig leere Geldbörse. “ Als wollte sie einen Beweis erbringen, strich Lisa mit beiden Händen von der Schulter bis zur Hüfte über den eng anliegenden Stoff.

Die kleinen Hände mit den langen, schlanken Fingern, die langsam über den zarten Körper des Mädchens strichen, wirkten auf mich genauso erotisch, wie die Handbewegung, mit der Lisa ihre Haare in Ordnung brachte.

Diese Regung war von mir ungewollt. Ich weigerte mich, Elisabeths Erotik wahrzunehmen. Ich wollte auf keinen Fall auf einer Stufe mit jenen Männern stehen, die in Lisa nur einen kindlich anmutenden Körper sahen, den sie bezahlten und für ihre Zwecke benutzen konnten.

Ich versuchte, mir meine aufkommende Wut auf diese Männer und Lisas Vater nicht anmerken zu lassen.

„Natürlich bist du eingeladen.

Such dir den größten oder schönsten Eisbecher aus!“

Lisa sah mich an, lächelte und griff nach meiner Hand.

„Danke. Du bist wirklich lieb“, sagte sie und ließ ihre Fingerspitzen ganz sanft über meine Hand gleiten.

Ich gestand mir erst viel später ein, dass ich zu diesem Zeitpunkt hoffnungslos in mein Pfandmädchen verliebt war.

Elisabeth bestellte ich wirklich den größten und allerschönsten Eisbecher.

Mit viel Eis, Obst, Sahne und 2 kleinen Papierschirmen dekoriert.

Ich begnügte mich mit einem „Fürst-Pückler“ -Eisbecher. Nur drei Kugeln mit etwas Sahne. So blieb mir die Zeit, Lisa beim Verzehr ihres Mammutbechers zu beobachten.

„Lisa, wie willst du das schaffen?“ lachte ich. „Das ist doch fast ein Familienbecher. “

„Oh, entschuldige bitte. War ich unverschämt?“ Lisa sah mich entsetzt an. „Das wollte ich nicht.

Aber es ist mein erstes Eis in diesem Jahr. Mein Vater geht nie mit mir in eine Eisdiele. “

„Nein, nein“, beschwichtigte ich sofort. „Ich finde es nur erstaunlich, dass du so eine Menge Eis verdrücken kannst. Dir wird später bestimmt sehr kalt. “

Elisabeth lächelte. „Das könnte sein. “

. Auf dem Rückweg ins Leihhaus schmiegte sich Lisa eng an mich.

„Du zitterst ja. Dir ist kalt!“ Ich legte einen Arm um ihre Schulter und versuchte, sie so gut wie möglich zu wärmen.

„Ja, mir ist wirklich etwas kalt. Der Eisbecher war wohl doch zu groß für diese abendliche Kühle?“ Lisa lachte und zog meinen Arm wie einen Schal um ihr Schulter. Meine offene Hand legte sie auf eine kleine Erhebung an ihrem Oberkörper, die einmal ein Busen werden sollte.

Für den Bruchteil einer Sekunde dachte ich an Julia Schönwalds Brüste. Von deren Größe waren Lisas winzige Rundungen noch sehr weit entfernt.

Ich wollte meine Hand nicht dort haben, wo sie gerade war und legte sie wieder auf Lisas Schulter. Lisa akzeptierte das schweigend. Sie drückte sich noch enger an mich und griff nach meiner Hand.

„Du willst nicht wissen, was mit dem alten Wolter und den anderen Männern war, denen ich >Gesellschaft< leistete?" Lisa sah mich mit ihren großen Augen an.

Ihrer Mimik konnte ich nicht entnehmen, was sie von mir erwartete.

Ich spürte, dass sie mir vertraute und über ihr Schicksal reden wollte. Aber ich wollte es nicht hören. Jedenfalls nicht an diesem Abend.

Am liebsten wäre mir gewesen, die Vergangenheit vollständig auszulöschen. Und in Lisa nur noch das zu sehen, was sie für mich darstellte. Meine erste große Liebe. Nach meinen Gefühlen zu urteilen, hoffentlich auch die letzte große Liebe.

Elisabeth sollte die Frau meines Lebens werden. Zumindest wollte ich das.

„Lisa, ich will es wissen. Ja, natürlich. “ Ich drehte sie an der Schulter zu mir und küsste sie.

So zärtlich und so leidenschaftlich, wie ich es von Julia gelernt hatte. Und wie es meinem Gefühlszustand entsprach.

Wir sahen uns in die Augen.

„Ich habe für heute genug erfahren, Alles über die Dinge, die dir dein Vater, mein Vater und all die anderen Männer angetan haben.

Dafür haben wir später noch viel Zeit. “

Auch wenn ich nur eine Vorahnung von dem hatte, was Lisa ertragen musste, stand mein Entschluss fest, dass das Mädchen heute zum letzten Mal als Pfand herhalten musste.

Inzwischen hatten wir die Pfandleihe erreicht. Ich öffnete die Ladentür und bat Lisa herein.

„Geh doch schon mal vor. “

Sie ging direkt in das Nebenzimmer.

Ich schloss die Ladentür ab, schaltete die Nachtbeleuchtung ein, öffnete die leere Kassenschublade und machte die Alarmanlage scharf.

Lisa stand neben der breiten Liege, als ich in den kleinen Raum kam.

Mit wurden die Knie weich.

Elisabeth sah hinreißend aus. Schön, schüchtern und schutzbedürftig.

Wir sahen uns schweigend an. Es bedurfte 4 Schritte und 5 Sekunden, bis wir uns in den Armen lagen.

Wir ließen uns auf die Liege fallen, küssten und streichelten uns. Mit einer Zärtlichkeit und Leidenschaft, die mir selbst die erfahrene Julia nicht vermitteln konnte. Mit Julia hatte ich meinen ersten Sex. Mit Lisa meine erste Liebe.

„Martin, ich möchte mit dir schlafen!“ flüsterte Elisabeth und drückte sich an mich. „Ich will es aber nicht als dein Pfandmädchen. “

„Du wirst nie wieder ein Pfand sein.

Das verspreche ich dir. “

Um dieses Versprechen einzulösen, würde ich in den nächsten Tagen mit 2 Vätern intensive Gespräche führen.

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