Cousin 01

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Prolog –

Es war wie so häufig in letzter Zeit, seit sie eine neue Nachricht erhalten hatte. Anjuli Metzger war verunsichert über die nicht endend wollende, andauernde Unsicherheit über das Schicksal ihres Ehemannes und ihres Sohnes. Beide waren vor gut zehn Jahren bei einem Besuch seiner Eltern urplötzlich aus Indien verschwunden. Anscheinend waren beide Zeugen eines Anschlags in Indien gewesen. Ihr Schwiegervater in Indien hatte nur unmittelbar danach eine Nachricht von ihm weitergeben können, dass beide in Sicherheit seien.

Es hatte danach noch mehrere Briefe von ihrem Schwiegervater gegeben, aber der Inhalt war essentiell der gleiche seit zehn Jahren.

Den jüngeren Bruder ihres Schwiegervaters, ihren ‚Onkel‘, hatte sie nur einmal zur Hochzeit gesehen. Nun hatte Vikram Scott ihr mehr Gewissheit über ihren Ehemann versprochen, dabei aber nicht optimistisch geklungen. Allem Anschein nach lebte er nunmehr in Afghanistan. Gewissheit hatte bei seinem Anruf eher nach dem den trüben Tonfall von Tod geklungen.

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Und nun war der Brief da. Ein Brief vom Auswärtigen Amt, der ihr bestätigte, dass ihr Ehemann gestorben war. Die Trauer war da, aber sie war auch gedämpft, da sie ja schon Wochen vorher vorgewarnt worden war und auch in den langen Jahren vorher dies mehr und mehr befürchtet hatte. Aber ihr angeheirateter Onkel hatte ihr eigentlich auch Erklärungen versprochen, auf die sie jetzt wartete.

Ihr Sohn Jay war nun schon so lange weg, dass sie sich kaum noch sein Gesicht vorstellen konnte.

Die Vorstellung, dass dieser ebenfalls nicht mehr leben würde, brachte sie um. Sie rief ihren Vater an, der auch prompt zusagte gleich zu kommen.

Anjuli empfing ihren Vater mit einem herzlichen Lächeln. Mit ihren 34 Jahren sah sie immer noch so gut aus, dass er ihr zwinkernd Komplimente dazu machte. Sie hatte inzwischen diese gesunde Frische und stämmige Statur einer Landfrau, was vielleicht dadurch kam, dass sie leidenschaftlich gern in dem großen Garten am Haus arbeitete, der wiederum ihr Hobby war.

Er tröstete sie und sein Optimismus richtete sie wieder auf. Er hatte immer noch seinen typisch britisch Humor von seiner Mutter und gleichzeitig die pragmatische Mischung von seinem deutsch-indischen Vater. Oma und Opa fehlten ihr — sie hatten alles so praktisch angegangen.

Ihr machte es Spaß, bei den Familientreffen seiner Familie ordentlich mitzumischen. Es war eine große Familie, immer mit viel Trubel und Heiterkeit. Genau das gefiel ihr. Sie mochte gern sorgen.

Sie hatte als junges Mädchen von sechzehn Jahren ihren Mann heiraten ‚müssen‘, als Jay unterwegs gewesen war. Ihr Mann kam aus einer großen Familie, genau wie sie auch. Automatisch hatte sie angenommen und es sich auch gewünscht, dass sie ebenso eine große Familie werden würden. Ihr Vater hatte der Heirat anfangs nur grummelnd zugestimmt, denn eigentlich hatte er andere Pläne gehabt. Seine absolute Bedingung für seine Zustimmung war es gewesen, dass sie vor ihrem 24.

Geburtstag nicht noch einmal schwanger wurde und er ihren deutschen Namen annahm. Sie sollte unbedingt ihr Abitur und ein Studium machen. Das hatten sie auch beide eingesehen.

Ihr Mann kam aus einer großen Familie, genau wie sie auch. Automatisch hatte sie angenommen und es sich auch gewünscht, dass sie ebenso eine große Familie werden würden. Das war nicht eingetroffen, denn bald nach ihrem 24. Geburtstag kam dieses schreckliche Ereignis. Es würde nun auch nicht mehr eintreffen, damit hatte sie sich inzwischen schon mehr oder weniger abgefunden.

Aber zumindest war diese quälende Ungewissheit vorbei. Sie war jetzt eine Witwe.

Seine Tochter tat ihm leid. Manfred Metzger wusste nur zu genau, wie quälend diese lange Zeit für sie gewesen sein musste. Er hatte es schon vor zehn Jahren geahnt. Attentäter mochten keine Zeugen. Er befürchtete, dass dies auch für Jay noch eintreffen konnte, obwohl ein Zeuge, der etwas mit acht Jahren gesehen hatte, bestimmt nicht dasselbe Gefahrenpotential für die Attentäter besaß wie ein Erwachsener.

Vikram hatte ihm Ähnliches gesagt und dass er vermutete, dass sein Enkel Jay bald noch mehr in Sicherheit sein würde, aber er sich wohl nie mehr unter seinem alten Namen melden könnte.

Andererseits hatte Vikram ein ähnliches Schicksal für seinen eigenen Adoptivsohn befürchtet und mit ihm über Geschäfte gesprochen, wenn er Anjuli überzeugen könnte. Er wusste, dass Vikram keine Kinder zeugen konnte. Daher vermutete er, dass Vikram den Sohn einer seiner Geliebten oder den seiner zweiten Frau adoptiert hatte, aber das war ihm eigentlich egal.

Am Montag würde er daher in der Stadt sein müssen. Es gab Termine, die er mit der Bank wahrnehmen musste, um seine Tochter noch mehr in sein Geschäft einzuweihen. Bis gestern hatte er immer noch hoffen können, dass sein Schwiegersohn oder zumindest sein Enkel wieder zurückkam. Diese Vorstellung klang jetzt eher unrealistisch. Wenn sein Enkel jemals zurückkam, dann jedenfalls nicht als Jay Metzger, Enkel von Manfred Metzger. Männliche Erben, die das Unternehmen führen konnten, waren somit nicht mehr in Sicht.

Also würde er seine Tochter als Erbin vorbereiten und gleichzeitig das Unternehmen durch eine arrangierte Heirat seiner Tochter signifikant vergrößern, wie von Vikram vorgeschlagen. Vikram würde dann in seiner Schuld stehen und dessen Adoptivsohn auch. Einzig die Tatsache der etwas exotischen Sekte, der Vikram angehörte, dämpfte seine Freude über das zukünftige Geschäft. Am Abend würde er die Reise mit seinem PKW antreten und im Hotel übernachten. Das kam nur selten vor, aber es war diesmal wichtig gut vorbereitet und auch gut ausgeschlafen in das Gespräch zu gehen.

Er war zufrieden, dass sein Unternehmen so gut lief. Irgendwann würde er tatsächlich seinen Traum verwirklichen können, ein Jahr auf Weltreise per Segelboot zu gehen. Nun musste er nur noch seine neue Frau dazu überreden. Da musste er ganz diplomatisch vorgehen.

Vikram Scott war zögerlich. Er war in einer unguten Situation. Er hatte eine Verantwortung übernommen, die er vorher immer abgelehnt hatte. Nun wusste er nicht so richtig, was er tun sollte.

Einzig klar war die Dringlichkeit der Situation. Er hatte sich lange mit seinem älteren Halbbruder besprochen, aber der wusste auch nicht, wie seine Schwiegertochter reagieren würde.

Er verfluchte den unglücklichen Zufall, der seinen Schützling die Lieferung von Opium gegen Waffen hatte beobachten lassen. Ein Taliban-Chef hatte einen amerikanischen Major beliefert, der mit einem afghanischen Oberst wohl auf eigene Rechnung handelte. Keine der drei beteiligten Parteien hatte ein Interesse daran, dass dies bekannt wurde.

Jeder der drei Trupps war nach dem Zwischenfall sofort auf Suche nach dem Zeugen gegangen. Der einzige glückliche Umstand war, dass dies in einer Gegend geschehen war, in der keiner seinen Schützling kannte. Jayant hatte unerkannt entkommen können, aber sein Gesicht war in der gesamten Region ‚verbrannt‘, wo diese drei Gruppen herumreisten. Afghanistan, Pakistan und Nordindien waren jetzt tabu für seinen Adoptivsohn. Die Gefahr war einfach zu groß, dass ihn jemand von diesen hochkriminellen Leuten erkannte.

Frustriert wegen der unklaren Ankündigungen

Nun war es schon mehrere Wochen her, seit die amtliche Todesanzeige eingetroffen war und ich damit offiziell zur Witwe geworden war. Aber Onkel Vikram hatte sich noch immer nicht bei mir gemeldet, um weitere Erläuterungen zu liefern. Das Auswärtige Amt hatte sich auch bedeckt gehalten. Es gab nur die Angabe, dass es ein gewaltsamer Tod gewesen sei, das war alles an Detailinformation.

Ich war frustriert. Ich wollte mehr wissen. Die einfache Angabe des gewaltsamen Todes reichte mir nicht aus. Das Auswärtige Amt bedauerte – sie hätten keine weiteren Informationen zur Verfügung. Ich war mir sicher, dass Onkel Vikram mehr Informationen zur Verfügung hatte. Aber ich wusste nicht, wo ich ihn erreichen sollte. Warum spannte er mich so auf die Folter?

Und just, als ich diese Überlegungen am Samstagmorgen im Kopf hatte, da klingelte es an der Haustür.

Ich war mehr als überrascht, als ich in dem braun gebrannten Gentleman in der Haustür Onkel Vikram erkannte. Es konnte kein anderer sein. Wer sonst hätte mich um diese Tageszeit und an diesem Wochentag zu Hause aufgesucht? Und die Ähnlichkeit mit meinem Schwiegervater war nicht zu übersehen. Ich bat ihn hinein.

Er blickte mich etwas zögernd an, bevor er etwas holprig auf Englisch begann und dann flüssiger und flüssiger sprach:

„Anjuli, es tut mir leid, dass ich so platzen herein muss, aber ich muss achten darauf dass keine Beobachtung erfolgt.

Normalerweise, liebe ich den Status des Bittstellers überhaupt nicht. Jedoch bleibt es mir heute nicht anders übrig, als dich zu bitten um etwas. „

Ich war überrascht, das klang so ganz anders als das, was ich erwartet hatte. Ich sah ihn erwartungsvoll an.

„Anjuli, bitte lass uns doch einmal setzen ruhig hin. Ich schulden dir einige Informationen. Du schon hast es sicherlich vermutet. „

Er sagte mir mein Mann sei letzten Endes daran gescheitert, dass er zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort war.

Attentäter lieben keine Zeugen und so hatten sie ihn nach einer jahrelangen Jagd erwischt und zur Strecke gebracht. Mein Sohn sei in Sicherheit, aber er war nicht mehr in der Lage, unter seinem Namen noch weiter zu leben. Er musste sich im Untergrund verstecken.

Ich fühlte, wie mir das Blut in alle Adern versackte und ich bleich wurde. Natürlich habe ich mir etwas Ähnliches gedacht, aber es ausgesprochen zu hören, war doch grausam.

Er sah mich mit großer Sympathie an.

„Ich weiß, dass zu ertragen alles ist nicht einfach. Aber dieses Schicksal ist kein einziges, sondern vielen passiert leider in unruhiges Region um den Hindukusch. Und hier kommt der Punkt, wo ich nicht kann anders, als ich Bittsteller sein. „

Er seufzte auf. Er sah mich lange und tief an und dann nickte er langsam und las einen offensichtlich gut vorbereiteten Text vor:

„Anjuli, ich habe einen Adoptivsohn, der in einer ähnlich prekären Lage ist.

Er muss dringend aus Afghanistan heraus und darf dann auch nicht in der Nachbarschaft von Pakistan, Indien oder Persien gesehen werden. Und das gilt für mehrere Jahre – zumindest fünf Jahre, bis Gras über die Sache gewachsen ist. Die einzige Möglichkeit, die ich realistisch sehe, ist die der Beantragung einer Staatsbürgerschaft für Deutschland. Und das geht in der Kürze der Zeit eigentlich nur über Familiennachzug im Sinne einer Heirat. Ich kann dich hier also nur bitten, mir hier zu helfen.

Ich habe schon mit deinem Vater gesprochen, der für den zweiten Aspekt hiervon durchaus offen ist. „

Ich bekam ein ungutes Gefühl. Hieß es das wirklich, was ich aus seinen Worten heraus zu hören glaubte? Schnell fragte ich dagegen:

„Onkel Vikram, kannst du nicht deinen Sohn in die USA schicken? Das wäre doch viel einfacher, nicht wahr?“

Er sah mich ruhig an. Dann schüttelte er seinen Kopf langsam und zog seine linke Augenbraue hoch und sagte dann sinngemäß, ob ich wirklich glaube, dass jemand aus Afghanistan in den USA nicht gleich so durchleuchtet würde, dass auch die lieben ‚Freunde‘ in Afghanistan befragt werden? Er nahm an, dass ich an ein Studium in den USA denken würde.

Mein Onkel würde ihn nie einem derartigen Risiko aussetzen. Bei einer Heirat wäre der Fokus ein ganz anderer. Da sei die Vermutung eher, dass Sozialbetrug angestrebt wird. Das sei viel einfacher zu handhaben, als die Überprüfung eines eventuellen Attentäters aus Afghanistan.

Ich begriff, was er meinte. Aber deshalb musste ich das nicht mögen. Ich hatte die leise Vermutung, dass er mir mit dem Thema Scheinehe zur Erlangung der Aufenthaltsberechtigung kommen wollte.

Und ich täuschte mich nicht.

„Anjuli, ich gesagt habe dir, dass ich nicht mag Bitte, Bitte sagen, aber es mir nichts anderes bleibt übrig. Wärest du offen, ihn holen nach Deutschland als Ehemann zu…, um retten sein Leben?“

Rechtlich sei es jetzt ohne weiteres möglich, da ich Witwe sei. Er wisse, dass es herzlos klinge und vielleicht auch nicht diplomatisch formuliert sei, aber ich sollte mir doch bitte vorstellen, dass mein Sohn in dieser Situation wäre und er müsste um Hilfe suchen.

Würde ich nicht auch wollen, dass eine fremde Frau meinem Sohn hilft?

Mir war ganz klar, dass er dieses Argument schamlos ausnutzte, weil er ganz genau wusste, dass ich nach der letzten Nachricht natürlich um meinen Sohn bangen würde. Natürlich verstand ich auch seine Sorge als Vater. Aber ich war auch nicht so naiv, dass ich alles so einfach hinnahm. Ich hatte vorher ganz genau gehört, dass er angegeben hatte, dass er schon mit meinem Vater über einen zweiten Aspekt geredet hat.

Dahinter musste noch mehr stecken.

„Onkel Vikram, was ist der zweite Aspekt? Du hast doch schon mit meinem Vater aus einem bestimmten Grund geredet. Rück schon mit der Sprache raus!“

Er sah mich an und schien zu überlegen wie offen er sein durfte. Dann fasste er einen Entschluss:

„Also, ich will sein offen. Dein Vater und ich, Handelshäuser haben beide. Gute Geschäft!“

In kurz: Eine arrangierte Heirat würde diese Zusammenarbeit stark intensivieren und beflügeln können.

Mein Vater hätte ihm gesagt, dass ich sein Handelshaus erben würde, also würde es auch mir zugutekommen. Es sei Tradition in seiner Familie, dass sie darauf sähen, dass Witwen gut versorgt werden durch eine arrangierte Heirat.

Na, das hatte ich mir denken können. Sowohl mein Schwiegervater also auch sein Bruder waren für jede Geschäftsmöglichkeit immer offen gewesen. Mir war der Gedanke einer arrangierten Heirat ja nicht total fremd, denn auch mein Vater kannte diese Tradition durchaus, aber in diesem Zusammenhang hatte ich doch so meine Bedenken.

„Wie alt ist denn dein Sohn? Kennt er sich mit dem Geschäft aus? Weiß er überhaupt, was du hier redest? Weiß mein Vater davon?“

Ich sah sofort, dass er diese offenen Fragen von einer Frau überhaupt nicht goutierte, was mich nicht wunderte bei seiner Herkunft. Aber ich musste ihm auch zugutehalten, dass er diesen Fragen nicht komplett auswich.

„Anjuli, es mir leid tun, dass ich mit Bitte so stürme unvorbereitet auf dich ein.

Aber natürlich ich fragen deinen Vater vorher!“

Er hätte es nie gewagt, mich mit dieser Bitte zu behelligen, wenn er nicht vorher mit meinen geschäftstüchtigen Vater gesprochen hätte. Und natürlich habe er Jayant, seinem Schützling, die möglichen Alternativen für ihn erläutert.

Na klasse, da sprachen diese beiden älteren Männer über mich, als ob ich eine einfache wenn auch wichtige Handelstransaktion wäre. Ich musste an mich halten und mir wieder in Erinnerung rufen, dass in Indien arrangierte Ehen durchaus als ehrenwert galten und mein Vater sicher durchaus mein Wohl im Auge hatte.

Und sein Sohn musste natürlich wissen, was er machen sollte, auch klar. Aber das machte mich nicht weniger ärgerlich, dass ich die letzte war, die überhaupt etwas von diesen möglichen Plänen erfuhr. Er sah wohl mein Stirnrunzeln.

„Bitte denken daran, dass Rettung seines Lebens wichtig, Anjuli! Er kennen natürlich die Alltag meine Geschäft im Hindukusch. Alles noch nicht kennen er, so wie … Europäer benehmen oder Politik. Aber er sehr, sehr intelligent und lernen schnell.

Natürlich nutzte er den emotionalen Appell. Er hielt mit dem Alter seines Sohnes zurück, was mich misstrauisch stimmte und so fragte ich einfach nach.

„Ach Anjuli, ich immer vergesse wieder, wie direkt europäische Frauen seien. Er bald neunzehn Jahre alt wird sein, wenn er in Deutschland Tür eintreten. “

Ich starrte ihn für Momente nur geschockt an — das war nun wirklich mehr, als ich selbst von einem Inder in Afghanistan erwartet hatte.

„Ich bin 34 Jahre alt, Onkel Vikram. Wie kannst du denken, dass ich einen jungen Mann heirate, der noch nicht einmal zwanzig ist?!“

Er schnaubte kurz und richtete sich stolz auf:

„Frau, in Afghanistan Jayant gesuchter Heiratspartner würde sein! Alle Eltern geehrt wären. Dein Vater auch weiß meine Geschäft gut!“

Da konnte ich nur verblüfft die Augen verdrehen. Für meinen Vater war sein Geschäft seine Leidenschaft, das war mir durchaus bewusst.

Aber selbst meinem Vater musste doch klar sein, wie ungewöhnlich dies auf meine Freunde, Bekannten und Kollegen wirken musste. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass er nicht andere Ideen eingebracht hatte.

„Onkel Vikram, mein Vater hat doch Verbindungen nach England. Wäre das nicht eine bessere Alternative, auch für den jungen Mann?“

Der dunkelhäutige Mann blickte mich schweigend für einen Moment an und seufzte.

„Ich keine Zeit etwas zu arrangieren.

Vertrauen wichtig für das. Ich meine Schützling habe bereits geschickt nach Singapur. Und euch ich vertrauen kann – ihr Verwandtschaft seid. „

Sein Denken war mir gar nicht so fremd. Meine Großeltern väterlicherseits hatten eine sehr ähnliche Mentalität wie er. Mein Großvater hauptsächlich durch den langen Auslandsaufenthalt in Indien und die Tatsache, dass eine indische Frau geheiratet hatte – meine Großmutter. Aber ich lebte nicht in Indien, sondern hier in Deutschland.

Bei seinem Nomaden in Afghanistan mochte es ja durchaus üblich sein, dass Witwen durch junge Männer versorgt wurden, was dem Nomadenstamm als Ganzes zugutekam. Aber das Büro in Deutschland, wo ich arbeitete, war nun einmal nicht in einer wilden Hochebene in einer einsamen Gegend, sondern im konservativen Deutschland gelegen. Ich begriff sein Dilemma durchaus, aber er sollte auch meins verstehen.

„Onkel Vikram, nehmen wir einmal an, dein Sohn hat nach drei Jahren einen deutschen Pass und die Aufenthaltsberechtigung.

Würde das ausreichen, um eine ausreichende Sicherheit für ihn herzustellen?“

Er fixierte mich mit seinem Blick und nickte dann langsam, so als ob er zum ersten Mal diesen Gedanken hören würde. Dabei war ich mir sicher, dass er genau das schon mehrfach überlegt hatte: Natürlich sei eine dauerhafte Verbindung der beiden Handelshäuser vorzuziehen aus der rein geschäftlichen Sicht, aber rein im Hinblick auf die Sicherheit wäre ein deutscher Pass ausreichend. Und es würde ihm auch Importgeschäfte mit mir ermöglichen, ohne über das Handelshaus zu gehen.

Das bestätigte, was ich mir schon gedacht hatte. Er hatte alle Möglichkeiten bereits bewertet und in seine Überlegungen mit einbezogen. Sein schnelles Nachgeben im Hinblick auf eine dauerhafte Verbindung irritierte mich aus irgendeinem Grund. Er war vorher eher hartnäckig gewesen. So, das würde ich testen:

„Onkel Vikram, es gibt doch auch Frauen, die sich das gerne vergüten lassen. Wäre das nicht auch eine Möglichkeit?“

Er knurrte nur abschätzig: „Erstens mir nicht sicher genug, wie man kann eine käuflicher Frau vertrauen? Jayant auf keinen Fall abgeschoben kann werden zurück nach Afghanistan!“

Nach seiner Meinung sei das so gut wie der sichere Tod seines Sohnes! Zweitens entginge ihm dann nicht nur die vorteilhafte Verknüpfung der beiden Handelshäuser, sondern er müsste dieser Frau auch noch etwas zahlen.

Das merkantile Denken war typisch für meinen Schwiegervater und ihn. Für einen Moment bekam ich die unschöne Vermutung, dass alles nur an der Verbindung der Handelshäuser hing — und die ganze Verfolgungsgeschichte seines Sohnes nur vorgeschoben war. Dann dachte ich an den Tod meines Ehemannes und schämte mich. Das wurde dann aber relativiert, als ich sein wölfisches Grinsen sah.

„Vielleicht doch dauerhafte Verbindung, mich freuen!“

Er hätte sich erlaubt, ein offenes Flugticket nach Singapur für mich zu reservieren und eine Hochzeits-Suite auf dem Kreuzfahrtschiff für die vierwöchige Reise von Singapur nach Amsterdam.

Der Kapitän hätte auf der Hochsee das Recht Hochzeiten zu schließen. Der Flug würde in drei Tagen gehen.

Donnerwetter! Er hatte bereits alles vorgeplant. Das war doch nicht zu glauben. Ich war perplex.

„Halt, halt. Ich habe noch gar nicht zugestimmt. Vorher will ich erst noch einmal mit meinem Vater sprechen. Das geht mir alles viel zu schnell!“
Ich hätte mich auf die Zunge beißen können wegen der Formulierung.

Das klang ja beinahe so, als ob die Entscheidung nur noch eine formale sei. Ich verabschiedete ihn, versprach ihm aber, mich spätestens am nächsten Morgen wieder bei ihm zu melden.

Vater hatte mich seit einem Jahr in die Zentrale der Handelsfirma gebracht, nachdem ich in einem befreundeten Handelshaus meine ersten Karriereschritte hinter mir hatte. Ich war inzwischen stellvertretende Leiterin des Verkaufsbereiches Mittlerer Osten. Dorthin lenkte ich meine Schritte. Irgendwann im Lauf des Tages würde er von einer Dienstreise zurück eintreffen.

Dann konnte ich mit ihm reden.

Zuerst kümmerte ich mich um das Tagesgeschäft. Die ewig sich erneuernde Abwägung zwischen neuen Produkten, dem Wettbewerb und logistischen Krisen. Inzwischen waren mir die neun Kollegen gut vertraut.

Mein Vater

Dies war alles so unerwartet. Zehn Jahre meines Lebens hatte ich nur mit Warten zugebracht und immer weniger Hoffnung gehabt. jetzt auf einmal bewegte sich alles im Sauseschritt.

Ich fühlte mich von den Ereignissen überrumpelt. Ich hatte meine ganze Energie nur in den Garten gesteckt und wenig soziale Kontakte gehabt. Vielleicht hatte ich mich auch etwas vernachlässigt, denn Schokolade war auch tröstend an langen Winterabenden. Und jetzt kam alles in Bewegung.

Ich sah meinen Vater prüfend an und erkundigte mich zunächst, warum er mir nichts über das Gespräch mit Vikram erzählt hatte.

„Ach Mädchen, du weißt doch wie das ist.

Männer in Afghanistan reden zuerst mit dem Vater – und dann mit der Tochter. Und in diesem Falle wollte ich dir vorher nichts erzählen, um dich weder in der einen noch in eine Richtung zu beeinflussen. Außerdem ist es auch heikel für mich, ich habe damals seine Halbschwester geheiratet. Du bist seine Nichte, so wie sein Sohn Jayant mein Neffe ist. Vielleicht bin ich daher auch etwas parteiisch. Ich weiß, du willst mich um Rat fragen.

Nun, in diesem Fall bin ich parteiisch. Also frage mich besser nicht um Rat. „

Immerhin war sein Standpunkt klar. Er sah es genauso wie Vikram. Das Leben von dem Sohn von Vikram zu schützen, hatte höhere Priorität als meine Bedenken gegenüber dieser Konstellation. Ich wusste, für ihn waren Heiraten unter Cousin und Cousine etwas absolut Normales. Und auch der Altersunterschied war für ihn nicht so ein großes Thema, wie er es für mich war.

Wichtig für ihn war hingegen auch der geschäftliche Aspekt. Geschäfte dadurch zu erschließen, dass man strategische Heiraten einging, war für ihn keine ungewöhnliche Sache. Ich versuchte es mit dem letzten Aspekt dieser Sache:

„Papa, findest du nicht auch dass drei Tage Vorbereitung für diesen großen Schritt viel zu wenig sind? Ich habe ja noch nicht mal ein Foto von ihm gesehen. Ich habe absolut nicht die passende Kleidung für ein Kreuzfahrtschiff und du weißt doch, dass für mich nicht so einfach ist, gut passende Sachen zu finden! Außerdem müsste doch auch Anträge bei der Behörde vorbereiten, dort funktioniert es doch gar nicht mit den Visa in der kurzen Zeit!“

Er lächelte abgeklärt.

Das brachte ihn gar nicht aus der Ruhe. Er zuckte non-chalant mit den Schultern und erklärte dann knapp:

„Da mach dir mal nicht zu viele Sorgen, Mädchen! Die Anträge für die Behörden sind schon vorbereitet, ihr braucht nur noch zu unterzeichnen. In Singapur gibt es hervorragende Schneider, die auch mit einem Tag Vorlauf eine gut passende und elegante Garderobe erstellen können. Ich kenne dort gute und verlässliche Adressen. „

Ich kann mir mehr und mehr überfahren vor.

Viele meiner Argumente prallten einfach ab, weil die beiden älteren Männer sich vorher abgestimmt hatten und meine eventuellen Einwände schon im Vorab diskutiert hatten. Anders konnte ich mir das jedenfalls nicht vorstellen, wie all diese Fakten von seiner Seite direkt vorlagen, ohne dass auch nur ein Zögern bei ihm erkennbar war. Dann kam das Totschlagargument:

„Anjuli, bitte denke daran, dass es hier um die Gefährdung des Lebens des Sohnes von Vikram geht.

Nehmen wir einmal an, dass nach der gesetzlichen Frist von drei Jahren sein Sohn sicher ist. Wenn ihr euch vorher einig seid, kann die Ehe annulliert werden. Gut, du hast dann drei Jahre deines Lebens gegeben, aber du bist dann erst 37 Jahre alt. Sowohl Vikram als auch Jayant werden dann in deiner Schuld stehen – und alles für dich und dein Unternehmen tun. Denn so wie es jetzt aussieht, übernimmst du das gesamte Unternehmen, wenn du darauf eingehst.

Jayant kann das Unternehmen nicht in Asien vertreten und Vikram nicht in Europa aus mir bekannten Gründen. Ich selber will auf eine Weltumsegelung gehen, solange ich dafür noch rüstig genug bin. Die einzige Klammer für beide Regionen bist du dann in den nächsten drei Jahren. „

Ich war überrascht. So klar hatte er sich noch nie auf eine Seite geschlagen. Das war sehr bemerkenswert. Mir gingen die Argumente aus und ich gab mich schon halb geschlagen.

Was blieb mir auch anderes übrig? So blieb mir nur noch ein letzter Rettungsanker. Ich nannte den Vorbehalt, dass ich erst eine Entscheidung treffen würde, wenn ich den jungen Mann vor dem Anbordgehen gesehen und gesprochen hätte — und natürlich er mich auch gesehen und gesprochen hätte.

„Das werde ich Vikram so sagen…“, lächelte mein Erzeuger mit einem zufriedenen Ausdruck auf seinem Gesicht.

Sein erster Tag auf dem Schiff

Jayant war hoch zufrieden.

Sein Onkel hat ihm geraten, genau das zu machen, was seine Feinde am wenigsten erwarten würden. Er hatte recht behalten. Keiner seiner gefährlichen Verfolger hatte es vorausgesehen, dass er sich noch im Flughafen von Singapur umgezogen hatte und sich nun in einem eleganten Anzug anstelle seiner Outdoorkleidung bewegte. Seinen wilden Rauschebart hatte er stutzen lassen – seine Haare glätten und schneiden lassen. Eine Hornbrille mit dunklem Rand veränderte sein Gesicht noch weiter. Er sah jetzt eher wie ein Geschäftsmann in der Großstadt aus.

Vom vordem kriegerischen, fliegenden Händler in Afghanistan war nicht mehr viel zu erkennen. Seine Verfolger hatte er zumindest heute abgeschüttelt, da war er sich sicher.

Das an sich war schon ein richtiger Festtag, aber es kam noch besser. Er hatte keine großen Erwartungen an Anjuli gehabt, denn Frauen im Alter von 34 Jahren waren in Afghanistan schon häufig vom Leben gezeichnet, während die westliche Frauen in diesem Alter meistens als zwar jung aussehende, aber dürre Bohnenstangen einher kamen, was auch nicht attraktiver war.

Umso mehr war überrascht gewesen, eine Frau zu erblicken, die er als absolut attraktiv empfand.

Anjuli war für ihn wie eine Fata Morgana wie an einem hitzeschwirrenden Tag in der dürren Hochebene des Hindukusch. Sie war drall und stämmig, jeder Zentimeter eine vollschlanke Schönheit, die zudem ähnlich groß wie er selber war. Ihr rundes Gesicht mit den tannengrünen Augen war von kastanienbraunem Haar umrahmt und hatte ihn fasziniert. Zugegeben, es war gewöhnungsbedürftig, eine Frau im Hosenanzug zu sehen, aber das war vielleicht schon eine gute Eingewöhnung an die Verhältnisse in Deutschland.

Ihre Hose saß großartig. Er hatte sich schwer zurückhalten müssen, um nicht wie der letzte Hinterwäldler zu glotzen. Ihr üppiger Arsch füllte den Hosenboden perfekt aus und er konnte nicht umhin, ihre gebärfreudigen Hüften zu bewundern. Ihr Busen war unter dem Jackett des Hosenanzugs nur andeutungsweise zu erkennen, aber bereits das wenige hatte genügt, um ihn zweifelsfrei erkennen zu lassen, dass sie keine Schwierigkeiten damit haben würde Kinder zu nähren. Wäre er in Afghanistan…

Natürlich war sie zurückhaltend gewesen, aber das war nur ein weiteres Zeichen für eine Frau mit gutem Benehmen aus gutem Hause.

Er hatte auch keine Zweifel, dass es nicht so einfach sein würde, sie gekonnt zu umwerben. Es war einfach, als Krieger eines der jungfräulichen Mädchen in der afghanischen Provinz zu verlocken oder selbst eine der gebildeteren Kriegerwitwen in den kleinen Städten. Sie war sicherlich gebildet und erfahren genug, um nicht auf die einfachen Maschen hineinzufallen. Aber dafür hatte er auch viel Zeit, um sie rumzukriegen. Er war jung, ja – aber er war auch ein erfahrener Krieger und hatte daher sein Selbstbewusstsein.

Selbst wenn seine Werbung nicht so schnell Erfolg zeigen sollte, so war das absolut kein Beinbruch. Auf manchen Feldzug hatte er schon monatelang keusch leben müssen, dass hielt er aus. Die erste Priorität war es, seine Spuren so zu verwischen, dass seine Verfolger in Afghanistan gar nicht erst auf die Idee kommen würden, nach ihm in Deutschland zu suchen. Seine weiteren Pläne konnten warten.

Selbst falls seine Jäger ihm gefolgt sein sollten, sein neuer Schritt sich erneut zu verwandeln, bevor er sich an Bord eines Kreuzfahrtschiffes begab, würde sie völlig unvorbereitet treffen.

Er würde sich in der letzten Viertelstunde vor Abfahrt dorthin begeben. Er wollte sich als Jugendlicher tarnen, der einer älteren Dame mit ihrem Gepäck half. Es gab immer eine hilflose alte Dame. Er selber hatte nur einen Rucksack dabei und war zu Fuß zum Terminal gegangen. Dafür hatte er seinen Bart komplett abrasiert, sein Haar kurz mit Pony schneiden lassen und einige hellere Strähnen reinfärben lassen. Er hatte sich helle Shorts und ein T-Shirt mit Star Wars-Aufdruck angezogen sowie ein Paar abgetragene Sneakers angeschafft.

Dann hatte er die richtige ältere Dame gesehen, sie angesprochen und war schnell mit ihr warm geworden. Sie war nur zu dankbar, dass er ihr beim Gepäck helfen wollte.

Die Sicherheitsmaßnahmen beim Check-in bewahrten ihn vor etwaigen Verfolgern, falls es jemand doch geschafft haben sollte, auch diesen Schritt nachzuvollziehen. Natürlich würden sie früher oder später an die Passagierchecklisten herankommen, aber das würde sie nur noch mehr verwirren. Nur seinen ihnen vermutlich unbekannten zweiten Vornamen mit ihrem Nachnamen kombiniert zu sehen und zudem als Bewohner der Hochzeitssuite, würde sie sicherlich von einer irrtümlichen Verfolgung überzeugen.

Aber selbst dann würde er noch auf Nummer sicher gehen. Daher würden sie in Dubai aussteigen und dann über geheime Umwege nach Europa gelangen. Er war nicht so blöde, bis zur Ankunft in Amsterdam zu warten. Seine Verfolger würden wahrscheinlich Freunde bitten, alle aussteigenden Passagiere zu filmen und so ihm doch noch auf die Schliche kommen. Die gebuchte Suite auf dem Schiff würden sie einfach verlassen. Sie würden von dem Landausflug nicht zurückkommen und wie von der Erdoberfläche verschwunden sein.

Davon wussten bisher weder Anjuli noch Vikram etwas.

Der erste Tag an Bord

Ich war froh, dass ich einen Tag früher nach Singapur geflogen war. Der lange Flug hatte doch seinen Zoll gefordert. Außerdem hatte ich dadurch Zeit den Schneider aufzusuchen, den Papa mir empfohlen hatte. Ich ließ mir zwei Abendkleider machen, eines davon war aus einem zarten Musselin-Stoff und in einem Elfenbeinton gehalten. Es ließ sich auch als ein sehr schlichtes Hochzeitskleid benutzen.

Dann ergatterte ich noch zwei Cocktailkleider. Dazu drei Röcke und drei Oberteile zum kombinieren – das musste für die Reise reichen.

Eigentlich wollte ich meinen bewährten hellgrauen Hosenanzug auch noch auf besseren Sitz trimmen, da er etwas stramm saß, aber das war in der Kürze der Zeit nicht machbar.

Ich war zufrieden, dass ich darauf bestanden hatte, neben der Hochzeitssuite noch die Option auf eine preisgünstige Innenkabine zu halten.

Wenn mein Cousin ein Stinkstiefel war, dann konnten wir immer noch getrennte Wege gehen und ich hätte zumindest eine hübsche Seereise. Am nächsten Tag ließ ich mich mit meinen Koffern zum Hafen fahren. Das Kreuzfahrtschiff war ein absolut beeindruckender Riesenpott, der im Hafen lag wie aus einem Film geschnitten. Als ich in das verabredete Hotel ging, bekam ich Herzklopfen. So etwas hatte ich seit bald zwanzig Jahren nicht mehr gemacht. Ich konnte es drehen und wenden, wie ich wollte — es war und blieb ein Rendezvous.

Ich war daher auch sehr erleichtert, als ich einen jungen, bärtigen Mann mit Hornbrille im Anzug an der Bar stehen sah. Sein Bart war gepflegt gestutzt und sein Haar war mittelang, aber mit einem Messerhaarschnitt akkurat geschnitten. Ein Anzug lässt einen Mann doch gleich älter, seriöser und kompetenter erscheinen. Zu meiner echten Überraschung wirkten seine Gesichtszüge beim Näherkommen viel jünger als auf Distanz, aber er benahm sich durchaus selbstbewusst und nicht wie ein unbeholfener Schüler, der noch nicht weiß, wo er seine Arme und Beine lassen soll.

Er lächelte mich an und begrüßte mich in durchaus gutem Englisch. Er war höflich, aber nicht servil.

Er schlug vor, dass wir uns bei einer Tasse Kaffee für eine halbe Stunde unterhalten sollten und danach die Entscheidung treffen sollten. Beim Kaffeetrinken stellte er kurz fest, dass seine Garderobe wegen seiner überhasteten Abreise aus Afghanistan nicht ganz vollständig sei, was das Bordleben betrifft. Doch schon im nächsten Hafen würde er dort Abhilfe schaffen können.

Er war viel sachlicher, als ich es erwartet hatte. Gleichzeitig wirkte er so, als sei er eher die freie Natur gewöhnt und im Anzug so etwas wie ein Fisch außerhalb des Wassers. Dieser erste Eindruck war wohl nicht verkehrt, denn bei seinen Handbewegungen sah ich muskulöse Arme aufblitzen. Er war körperlich nicht sehr groß und eher von schlanker Statur, aber auf den grazilen Knochen waren sehr aktive Muskeln verankert. Gut, vielleicht verstellte er sich nur gut, aber mein erster Eindruck war positiv.

Ich stimmte also dem Plan zu, auch was die nähere Zukunft betraf. Er nahm an, dass ich mich nach dem Anbordgehen erfrischen und dann weniger formal zum Abendessen umziehen wollte, da die beste Aussicht bei der Ausfahrt des Schiffes vom Buffetrestaurant aus gegeben war.

In gewisser Hinsicht war das nicht nur mein erstes Date seit ca. 18 Jahren gewesen, sondern es war auch mein erstes Kreuzfahrtschiff seit dieser Zeit. Das alleine war schon Grund für ein gewisses Herzklopfen, selbst wenn man nicht berücksichtigt, dass es hier gleichzeitig um eine Hochzeit in den nächsten Tagen ging.

So ging ich über die Gangway in die Eingangskontrolle des Schiffes mit unklaren Gefühlen.

Natürlich kamen in diesem Moment Fragen in mir hoch, warum ich das alles machte. Das strafrechtliche Risiko einer Scheinehe war mir durchaus bewusst, aber das Risiko der Verfolgung meines Cousins war mir auch klar. Vielleicht stand im Vordergrund meiner Gedanken die ziemlich ungewöhnliche Situation, einen viel jüngeren Mann als potentiellen Bräutigam zu treffen. Das machte mir doch zu schaffen.

Da konnte Onkel Vikram noch so viel sagen genauso wie mein Vater – es änderte nichts an der Situation, und mir graute leicht davor, wie ich sie vor meinen Kollegen in Deutschland verteidigen sollte.

Immerhin war die Suite genau das, was sie sein sollte. Sie hatte ein separates Schlafzimmer auf der Empore und ein konvertierbares Sofabett im Wohnbereich. Außerdem hatte sie zwei separate Badezimmer, wobei sich das kleinere unten befand.

Das enthob mich schon einmal der Sorge mich mit einem gemeinsamen Schlafzimmer gleich zu Anfang beschäftigen zu müssen.

Als er mich vor dem Eingang zum Buffet ansprach, erkannte ich ihn zuerst nicht. Ich musste ihn wohl so verdutzt gemustert haben, dass er lächelnd eine Erklärung lieferte:

„Alles Tarnung, um eventuelle Verfolger garantiert abzuschütteln…“

Gott, er sah fünf Jahre jünger aus! Dieses alberne T-Shirt war ja grauenhaft.

Spielte er noch Computer-Spiele mit Raumschiffen oder anderen Science Fiction-Quatsch? Die Bermuda-Shorts und seine braun gebrannten Beine machten es wahrlich nicht besser. Vorher beim Treffen im Hotel hätte ein unaufmerksamer Beobachter uns für nicht sehr weit im Alter auseinander liegend noch akzeptieren können, aber hier vor dem Buffet sah er eher wie mein Sohn aus als wie mein Verlobter!

Beim Dinner rückte er mir höflich den Stuhl zurecht. Also kannte er sich in zumindest mit einigen Tischmanieren aus.

Beim nächsten Schritt zeichneten sich allerdings auch die Beschränkungen ab. Die Menüwahl hatte er noch elegant bewältigt, in dem er sich einfach auf die Standardauswahl am Stand der Warmgerichte stürzte. Als die Bedienung ihn fragte, welche Weinauswahl er denn treffen würde, da sah er Hilfe suchend zu mir herüber.

Der Kellner unterdrückte ein Lächeln und reichte mir dann die ausführliche Weinkarte:

„Ihre elegante Tante wird sich sicherlich mit den angebotenen Weinen gut auskennen.

Da habe ich gar keine Sorgen. „

Da war er schon, der Eindruck des gefürchteten Altersunterschiedes. Ich fühlte zwar wie ich ziemlich rot wurde, aber wenn ich das alles durchziehen wollte, dann musste ich gleich von Anfang an die richtigen Weichen stellen.

„Herr Ober, wir nehmen den kalifornischen Chardonnay für meinen Fisch und den Cabernet Sauvignon für sein Steak. Zum Aperitif nehmen wir ein Glas spanischen Cava.

Zu ihrer Information, Herr Jayant Khan ist mein Verlobter. „

Er zog für einen Moment seine Augenbrauen erstaunt hoch, hatte sich dann aber gleich wieder in der Gewalt: „Sehr wohl, Madame. „, und verschwand in Richtung Weinkeller.

Mein ‚Verlobter‘ hatte ein leichtes Lächeln auf seinem Gesicht, das aber sofort verschwand, als ich ihn rein sachlich darüber informierte, dass die Behörden in Deutschland solche Informationen gegebenenfalls auch von den Kellnern in Restaurants der Nachbarschaft aufgreifen konnten.

Ich brauchte nicht auszumalen, was das bedeuten würde. Er nickte verstehend.

Dann erklärte ich ihm kurz einige Basisregeln zur Auswahl von Wein im Zusammenhang mit Speisen. Weiterhin erklärte ich ihm die Auswahl des Besteckes nach der Grundregel von außen nach innen. Während des Essens hatte ich zwar den Eindruck, als ob das alles viel zu lange für ihn dauern würde, aber er zeigte ausreichend Geduld um dieses für ihn wohl fremde Ritual abzuwickeln.

Er erklärte, dass er sich zwar mit Reistafeln gut auskennen würde, aber dieses eher europäische Menü ihm doch etwas fremd sei.

Während des Essens sprach er dem Alkohol nur mäßig zu, was ich schon mal als gutes Zeichen ansah. Er kannte sich durchaus mit gutem Essen im Hinblick auf die indische Küche aus, aber war mit der europäischen so gar nicht vertraut.

Nach dem Essen fragte er mich, ob wir nicht heute Abend tanzen gehen wollten.

Das überraschte mich schon etwas, aber warum nicht. Meine Tanzkünste waren zwar etwas eingerostet, denn in den letzten zehn Jahren hatte ich nur wenig Gelegenheit gehabt das zu üben, aber ich dachte mir das dies so etwas wie Fahrradfahren sei. Ganz würde man es nicht verlernen.

Immerhin hatte er nun eine lange, leichte Leinenhose und ein leichtes Baumwolloberhemd an, als er zurückkam. Und so sah es auch weniger eklatant mit dem Altersunterschied aus.

Wenn ich auch lernen musste, dass ich die Führungsrolle im Paartanz mehr oder minder zu übernehmen hatte. Jayant passte sich zwar sehr gut an, aber man merkte deutlich, dass er europäische Paartänze nicht gewohnt war.

Er erklärte mir, dass er sich in Afghanistan in die muslimische Umgebung eingewöhnt hatte, dass er aber nicht von Geburt aus Muslim war. Deshalb könne er auch mit dem Alkohol gut umgehen in beiden Welten.

Ich begann langsam zu begreifen, dass seine Vergangenheit komplexer war als sie Onkel Vikram angedeutet hatte. Dann riss er mich brutal aus dem langsamen Kennenlernprozess heraus mit seiner nächsten Bemerkung:

„Morgen werden wir garantiert auf hoher See sein. Ich schlage vor, Anjuli, dass wir gleich morgen früh zum Kapitän gehen, um die Trauung abzusprechen. So ist die Zeit optimal genutzt bis zur Ankunft in Deutschland. „

Mit seiner Initiative hatte ich zu diesem Zeitpunkt wahrlich nicht gerechnet – und dann auch noch in diesem absolut sachlichen Ton.

Ich wusste für einige Momente nicht, was ich erwidern sollte. Er hatte sicher recht, aber der Gedanke war mir doch noch arg fremd, seit er in Shorts aufgetaucht war. Ich nickte nur.
Sein Einwurf hatte die Stimmung sofort verändert. Plötzlich wurde mir bewusst, dass wir großen Gesprächsbedarf hatten, aber ich zum jetzigen Moment absolut nicht in der Stimmung dazu war. Ich schlug vor, den heutigen Abend kurz zu halten und morgen früh auf dem Balkon der Hochzeitssuite beim Frühstück ausführlich zu reden.

Er nickte einvernehmlich.

Jetzt war ich heilfroh, dass die Suite ein separates Schlafzimmer hatte. Ich kündigte ganz sachlich an, dass ich das Schlafzimmer nehmen würde und er im Wohnzimmer auf der Bettcouch schlafen könnte, die dafür vorgesehen war. Er war sofort einverstanden. Er schlug mir vor, dass ich zuerst das Badezimmer benutzen könnte, während er noch herausfinden würde, wie man sich morgen an den Kapitän wendet.

Die Tage waren bisher so anstrengend gewesen, dass ich sofort einschlief, kaum dass ich im Bett war.

Ich glaube, ich hörte ihn noch nicht einmal hereinkommen.

Der zweite Tag auf See am Vormittag

Am nächsten Morgen wollte ich erst einmal gemütlich aufstehen, aber ich war überrascht, als er bereits mit einem Tee ans Bett kam und mir sagte, dass er erst einmal eine Erklärung geben müsse:

„Anjuli, ich bin schon lange verlobt. Das solltest du vorher wissen. „

Ich war geschockt.

Davon hatte Vikram nichts gesagt. Was sollte das denn heißen? Meine Überraschung musste deutlich sichtbar sein.

„Anjuli, ich bin seit meinem zwölften Lebensjahr mit der damals elfjährigen Seta verlobt. Sie ist die Tochter des Warlords in dem Tal, wo am Anfang mein Versteck war. Vikram ist über sieben Ecken mit ihm verwandt. Eine Verlobung ist die beste Methode, um eine Allianz zu schmieden. „

„Du hast dich mit zwölf verlobt!? Aber dann ist doch die Trauung und die Scheinehe einfach nicht machbar!“ Ich traute meinen Ohren nicht.

„Anjuli, ich habe mich vorher gut informiert. Die Trauung ist rein standesamtlich, also ist eine Verlobung rein nach muslimischem Brauch in Afghanistan nicht gültig in Deutschland und hat keine rechtlichen Konsequenzen für das deutsche Recht. Du weißt sicherlich von deinem Vater und deinem Ehemann, dass solche Verlobungen in Indien, Pakistan und Afghanistan durchaus nicht unüblich sind. Vikram denkt, dass spätestens nach meiner Rückkehr Seta als meine Zweitfrau eine gute Wahl für die ganze strategische Allianz wäre.

Ich konnte ihn nur sprachlos anstarren. Von einer bereits geplanten Rückkehr hatte Onkel Vikram nie gesprochen und noch weniger von einer Zweitfrau. Und was war diese strategische Allianz? Erst nach mehreren Sekunden hatte ich mich soweit erholt, dass ich nach einer Erklärung verlangte, was die Zweitfrau als strategische Allianz sei? Seine Augen hatten einen missionarischen Glanz, als er antwortete.

„Vikram möchte Frieden und Prosperität in dem schönen Tal herstellen, wo ich gewohnt habe.

Es wird ein Paradies werden! Wir als Handelshaus in der Region übernehmen den Export der Waren aus diesem Tal. Safran, edle Gewürze und andere Pflanzenprodukte werden durch euch in Europa vertrieben, wo du als meine Frau den Import nach Europa garantierst. Karan, der Vater von Seta stellt durch Abkommen mit den Taliban und dem Militär in Kabul sicher, dass die Sicherheit im Tal und für die Exportkarawanen gegeben ist. Seine Tochter als meine Zweitfrau ist der Garant dafür, dass ihr Vater sich an diese Abmachungen hält.

Wir liefern durch den erfolgreichen Export das Geld dafür, dass weder die Taliban noch das korrupte Militär ein Interesse daran haben können, die Abmachungen mit dem Warlord zu brechen oder gar Handel von Opium gegen Waffen auf unserem Territorium zu planen. Das wird zumindest ein Jahr dauern, bis diese Abmachungen greifen! Und bevor nicht alles funktioniert, können weder Vikram noch ich ohne Lebensgefahr dort zurückkehren noch etwas über die anliegenden Täler anfangen. “

So langsam begriff ich das ganze Schema.

Vikram und der Warlord waren auf dem besten Weg zu dem Status von ungekrönten Königen in diesem Tal gewesen, bevor der zufällig von Jayant beobachtete Zwischenfall Sand in diese Planung gestreut hatte. Jayant und ich waren eigentlich nur Schachfiguren auf dem Brett ihrer Pläne, genauso wie die arme Seta schon verplant war. Faktisch gesehen änderte das zwar nichts an der Tatsache, dass Jayant verfolgt und in Lebensgefahr war, aber selbst das spielte eigentlich genau in die Hand von Onkel Vikram.

Letzten Endes wahrscheinlich auch in die Hand von meinem Vater, der ja das Angebot von Vikram durchaus begrüßt hatte. Ich fragte mich, wieviel mein eigener Vater davon wusste?

Dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Natürlich, er hatte ja klar gesagt, dass Onkel Vikram vorher mit ihm geredet hatte. Und nicht nur das, nur er hatte eigentlich die standesamtlichen Anträge für die Behörden vorbereiten können – weder Vikram noch Jayant würden sich damit auskennen.

Na schön, wenn schon Schachfigur, dann aber mit klaren Regeln.

„Ich bin bereit die Scheinehe einzugehen, weil du in Lebensgefahr bist. Ich bin auch bereit, die Gallionsfigur für die Importe nach Europa zu geben. Jayant, ich verstehe deinen Wunsch in deine Heimat, in dieses Tal zurückkehren zu wollen. Aber meine Hilfe ist beschränkt auf die nötige Dauer der Scheinehe oder maximal für die Dauer von vier Jahren im Handel, um den Erfolg der Exporte abzusichern.

Während dieser Zeit wirst du keinerlei Schritte machen, die mich in Gefahr bringen, strafrechtliche Konsequenzen wegen der Scheinehe fürchten zu müssen. Das beinhaltet auch jedwede Aktion die meine Glaubwürdigkeit unterminieren könnte. Also vergiss‘ deine eventuelle Absicht an eine Zweitfrau in diesem Zeitraum auch nur zu denken! Es ist eine temporäre Allianz, die es dir ermöglichen soll, wieder dort zurückzugehen. Danach sind beide Seiten frei — sag das auch Vikram!“

„Anjuli, erstmal danke für die großzügige Bereitschaft Onkel Vikram und mir zu helfen! Damit hilfst du auch den Leuten im Tal.

Er klang immer noch ziemlich missionarisch, aber auch leise enttäuscht. Ich war hingegen immer noch ziemlich betroffen, dass er mit einer derartigen Leichtigkeit über eine Zweitfrau geredet hatte. Natürlich hatte ich sowohl von meinem Vater als auch von meinem Mann Geschichten über Männer gehört, die Haupt- und Nebenfrauen hatten, aber ich hatte noch nie einen persönlich getroffen oder mit einem geredet, der so etwas beabsichtigte. Und nun stand ausgerechnet ein Junge von noch nicht einmal neunzehn mir gegenüber und redete so locker darüber, als ob das alles ganz normal sei.

Gut, mit seiner Redeweise wirkte er älter, aber seine Gestalt und sein Gesicht spiegelten seine klare Jugendlichkeit wider.

„Ich will dich sicher nicht verunsichern, Anjuli, aber es ist möglich, dass wir noch einige zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen treffen müssen, bis wir in Deutschland ankommen. Was das Geschäft betrifft, so wäre es vorteilhaft, wenn du in einer Moschee mehr über den Islam lernst, damit du unsere Mitarbeiter in Afghanistan und den angrenzenden Ländern besser verstehst.

Selbst wenn es nur den Zeitraum von drei Jahren betreffen würde, so ist es doch von Vorteil. „

Auch von dieser Idee hatte Onkel Vikram mir nichts erzählt. Sie leuchtete mir unmittelbar ein, aber in dem Zusammenhang mit seinen vorher diskutierten Ideen über Zweitfrauen kam mir das auch etwas unheimlich vor. Und es fiel mir auf, dass er über den Zeitraum nur in der Möglichkeitsform redete, so als ob er auch längere Zeiten ins Auge fassen würde.

Hatte er das von Vikram?

„Anjuli, wir sollten gleich noch bei dem Kapitän nachfragen, wann ein Trauungstermin möglich wäre. Auch wenn es nur rein standesamtlich ist, so sollten wir das doch mit der nötigen Feierlichkeit begehen und auch an die Trauzeugen denken. „

Ich konnte nur nicken. Es war wie mit einer Achterbahn. Wenn man einmal eingestiegen war, dann konnte man nicht mehr aussteigen, bis man an der Endstation angekommen war.

Genau dasselbe Gefühl hatte ich jetzt. Es ging jetzt quasi auf den Einstiegsort zu. Noch konnte ich mich weigern einzusteigen, aber nach dem ‚Ja-Wort‘ gab es kein Zurück mehr.

Die Trauung war in meinen Augen dieser Punkt, an dem der Sicherheitsbügel verriegelt wurde. Von da an ab war es zu spät für Bedenken. Es würde unweigerlich bergauf auf den höchsten Punkt zugehen. Irgendwann würde ich dann halb im freien Fall mit hoher Geschwindigkeit in die erste enge Kurve hineinsausen.

Wie im rasenden Blindflug würde ich es rasch lernen müssen, alle meine Kollegen auf der Arbeit überzeugend mit dieser plötzlichen Ehe zu konfrontieren und die enge Kurve war in meinen Augen die erste Überprüfung der Scheinehe durch die Behörden in Deutschland. Und danach würde es sicherlich noch weitere Schikanen auf der Achterbahn geben. Der Ausstieg würde erst dann möglich sein, wenn in drei Jahren die Annullierung der Ehe anstand. Mir klopfte das Herz bis zum Hals.

Wie im Traum folgte ich ihm zu dem Bereich der Schiffsbesatzung, nachdem ich mich angezogen hatte. Ein junger Schiffsoffizier fungierte wohl als Sekretär des Kapitäns. Er nahm die Anfrage auf und teilte uns für den heutigen Nachmittag um 17:00 Uhr für die Trauung ein. Er arrangierte auch gleich ein festliches Abendessen danach im VIP-Bereich am Tisch des Kapitäns mit den beiden Trauzeugen – der Bordärztin und dem Chef-Purser. Er zeigte keinerlei Überraschung, sondern teilte uns nur geschäftsmäßig mit, dass sämtliche Unterlagen bereits vorbereitet seien durch Herrn Manfred Metzger.

Mein Vater war also bereits aktiv gewesen. Warum wunderte mich das nicht so stark, wie es eigentlich sollte? War in mir die folgsame Tochter erwacht, und das in meinem Alter?

Der zweite Tag auf See am Nachmittag

Aber all diese Gedanken liefen eigentlich nur im Hintergrund ab, weil die Bordärztin Luisa als Trauzeugin mich gleich mit Beschlag belegt hatte. Erfolglos hatte ich versucht die Bordärztin davon zu überzeugen, dass nur eine schlichte Zeremonie zwecks standesamtlicher Trauung vorgesehen war, aber sie war nicht zu bremsen.

In Windeseile hatte sie einen Termin mit einem Friseur und einer Kosmetikerin arrangiert, wobei zwischen den beiden Terminen noch ein leichter Mittags-Imbiss und eine Spa-Behandlung zur Entspannung anstanden.

Luisa ließ sich von mir mein Musselin-Kleid zeigen. Ohne auf meine Einwände zu achten, gab sie es an den Kabinensteward mit einem portugiesischen Wortschwall an Anweisungen. Ich verstand kein einziges Wort. Sie brachte mich auch gleich zum Figaro.

Der Haarkünstler erwies sich als sehr redefreudiger Vertreter seines Faches, aber er verstand auch sein Handwerk.

Einerseits irritierte mich all diese Geschäftigkeit, aber natürlich waren der Aufwand und die Aufregung auch schmeichelhaft. Die von ihm geschaffene Frisur beeindruckte sogar den Kapitän, der kurz nach Vollendung der Frisur vorbeischaute. Welche Frau kann dem widerstehen, wenn ein veritabler Kapitän in voller Uniform ihre Frisur bewundert? Ich konnte es nicht, auch wenn mich natürlich der Kitsch-Faktor ärgerte, der mich sofort an Rosamunde Pilcher denken ließ. Herrgott, es war doch nur eine Schein-Ehe! Aber das durfte ich natürlich nicht sagen.

Der leichte Salat war genau das, was ich für diesen Mittag brauchte. Schweres konnte ich für diesen aufregenden Tag nicht gebrauchen. Ich konnte mir noch so viel einreden, dass es nur eine reine Scheinehe war. Irgendwie war es trotzdem sehr spannend und etwas, was mich gut fühlen ließ.

Das wurde noch verstärkt als mein Kleid vom Kabinensteward zurückgebracht wurde. Es war bald nicht wiederzuerkennen. Es war mit herzigen Applikationen versehen sowie mit einem anmutigen Brautschleier und einer angedeuteten Schleppe ausgestattet.

In einer Weise war es plötzlich auch ein später Ersatz für die doch sehr nüchterne und in reichlich angespannter Atmosphäre stattfindende Hochzeit, die ich mit sechzehn und zudem im hochschwangeren Zustand gehabt hatte.

Die standesamtliche Trauung wurde dank der Mithilfe von Luisa zu einem echten Ereignis. Es war alles andere als nüchtern. Der Kapitän hatte einige seiner Offiziere in blitzenden Uniformen abgeordnet, sowie einen Chor aus den Reihen der Kellnerinnen und Kellner organisiert.

Eine kleine Combo spielte den Eingangsmarsch und begleitete danach den Chor für die Gesangsstücke. Neben den Trauzeugen gab es zahlreiche Schaulustige, die sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen wollten. Die Bordärztin hatte es geschafft, aus der standesamtlichen Trauung ein Event zu machen, dass einer romantischen kirchlichen Trauung näher war als dem behördlichen Akt. Es war eine Scheinehe, aber in diesem Moment fühlt sich anders an, besonders als die Ja-Worte gewechselt wurden und der Kapitän die klassischen Worte äußerte:

„Sie dürfen jetzt die Braut küssen!“

Ich konnte mich innerlich noch so dagegen wehren, aber bei seinem langen Kuss lief mir ein Schauer den Rücken herunter.

Ich war jetzt verheiratet. Es war unglaublich. Ich hatte einen Ehemann.

Sein zweiter Tag auf dem Schiff

Jayant war zufrieden mit dem bisherigen Ablauf. Anjuli hatte seine Mitteilung über seine bereits bestehende Verlobung bedeutend besser aufgenommen, als er befürchtet hatte. Das war ein gutes Zeichen. Er hatte es sagen müssen, um seine Pläne nicht zu gefährden. Falls Anjuli es später herausgefunden hätte, dann hätte sie es als Täuschungsversuch interpretieren können, mit allen unangenehmen Folgen, die daraus erwachsen konnten.

Wenn er sich eins nicht leisten konnte, dann war es innerhalb des ersten Jahres abgeschoben zu werden.

Er hatte es nicht mit der Religion. Er hatte schon zu viel Leid und Tod gesehen, um noch daran zu glauben, dass es einen gerechten Gott geben würde. Aber er erkannte durchaus die Vorteile, die das Ausnutzen der Religion mit sich brachte. Mit den zwei Frauen würde er genau das realisieren können, was seinem Onkel vorschwebte — und das konnte ihm nur der Islam bieten.

Früher oder später würde er schon Anjuli dazu bringen, zum Islam zu konvertieren. Er hatte nämlich keine Lust drei Jahre zu warten, bis er das Konzept seines Onkels mit ‚ihrem‘ Tal in Afghanistan umsetzen könnte. Den ersten Schritt hierzu würde er mit der standesamtlichen Hochzeit heute begehen. Gut, die erste Priorität hatte seine Sicherheit, aber er war überzeugt, dass Karan dies viel schneller in den Griff bekommen würde als sein Onkel dachte, wenn er erst einmal Seta geheiratet hatte.

Aber es kam noch besser. Er hatte sich auf eine sexuelle Durststrecke eingestellt, bis er Seta heiraten konnte. Damit hatte er sich auch vorab abgefunden, denn eine westliche Frau wie Anjuli im Alter von 34 Jahren hatte er sich weder als attraktiv noch als zugänglich vorstellen können. Gut, sie hatte das Konzept der Zweitfrau abgelehnt, aber sie hatte nicht seinen Vorschlag abgelehnt, sich mit dem Islam vertraut zu machen. Damit hatte er schon einmal den sprichwörtlichen kleinen Finger von ihr und mit der Zeit würde sie sicherlich zugänglicher werden für seine Ideen.

Dafür würde schon sein Umweg nach Europa über den Iran und die Türkei dienen. Und im gut sitzenden Hochzeitskleid war sie ihm noch attraktiver erschienen als im Hosenanzug. Der Hochzeitsschleier machte ihm ihren Anblick gleich viel vertrauter und rief das Gedenken an den Anblick von heißen Kriegerwitwen in ihm hervor. Der Kuss hatte ihm dann schon gezeigt, dass sie sinnlich war. Das würde irgendwann sein Vorteil werden! Wenn sie erst einmal sein Kind trug, würde sie auch nicht mehr aus dem Geschäft nach drei Jahren aussteigen können oder wollen…

Mit ihr ins Bett zu gehen, würde gut fürs Geschäft sein und ihm gleichzeitig die Zeit versüßen, die er noch zwangsläufig auf Seta warten musste.

Seta hatte eine ideale Figur und sie war ihrem Vater eine sehr gehorsame Tochter. Sie hatte das, was die Europäer eher abschätzig eine Rubensfigur nennen würden. Für ihn war sie der Inbegriff der weiblichen Weichheit mit ihren vollen, fleischigen Armen und dem runden Gesicht. Er kannte sie jetzt seit ihrem elften Lebensjahr. Da hatte er insbesondere im letzten Jahr Gelegenheiten gehabt, sie ohne Schleier und Burqa zu sehen. Es war kein Zweifel, Seta war ausgesprochen gut genährt und sehr kurvig.

Selbst durch die nicht gerade eng anliegende Kleidung war ihr fleischiger Körper unverkennbar. Karan betrachtete ihn schon praktisch als Schwiegersohn, was ihm Freiheiten in dessen Haus ermöglichte, die sonst undenkbar wären. Eines Tages hatte er sogar ‚versehentlich‘ Einblick in ihre sehr sehenswerte Unterwäsche bekommen. Natürlich hatte der alte Fuchs das alles mit Hintergedanken arrangiert, aber das war für ihn okay.

Jayant hatte auch schon die Reise durch den Iran und die Türkei organisiert, wobei der schwierigste Part eigentlich die halb legale Einreise in den Iran war.

Sein Pass war gewissermaßen echt, denn er stammte noch von der Zeit, wo er zwischen Iran und Afghanistan gependelt hatte und so von beiden Ländern gültige Pässe hatte. Der von Anjuli war zwar auch ein echter, aber eben von einer deutsch-türkischen Frau, die ihren türkischen Pass für Geld ‚verlieh‘ und anpasste. Erst in der Türkei würden sie ihre Pässe wieder tauschen. Natürlich könnten seine Verfolger in Dubai und den angrenzenden Ländern nach ihm fahnden, wenn sie mitbekommen hatten, dass er sich an Bord befand und in Dubai Passagiere von Bord gegangen waren.

Aber es würde keine nachweisbare Spur von ihm oder Anjuli geben, die sich auf ihren deutschen Pass oder seinen afghanischen bezog.

Das mir unbekannte Land

Als wir zu einem zweitägigen Aufenthalt in Dubai ankamen, hatte Jayant eine Überraschung parat. Er erklärte, dass er einen speziellen Ausflug durch die Meeresstraße von Hormuz gebucht hätte. Ich war in der Tat überrascht, denn bisher hatte er immer Landausflüge in den bisherigen Häfen mit der Begründung abgelehnt, dass er kein Risiko eingehen wolle, irgendwo per Zufall auf seine Verfolger zu stoßen.

Für Indien, das nahe an Pakistan und Afghanistan lag, hatte ich das auch durchaus einsehen können. Für den Ausflug an diesem sonnigen und warmen Tag hatte ich ein luftiges Sommerkleid und bequeme, offene Sandalen gewählt.

Noch mehr überrascht war ich allerdings, als wir nicht das Boot nahmen, das neben der offiziellen Fähre von Sharjar nach Bandas Abbas lag, sondern er eine schnittige Motoryacht ansteuerte. Er begrüßte den Kapitän dieser Yacht in fließendem Farsi.

Gut, das überraschte mich weniger — die Dialekte von Farsi im Iran und Afghanistan unterscheiden sich zwar, aber sie konnten offensichtlich hervorragend miteinander kommunizieren.

An Bord wirkte Jayant etwas nervös. Ich fragte nach dem Grund dafür, aber es dauerte eine ganze Weile, bis er damit herausrückte. Eigentlich erst, als wir schon längst auf offenem Wasser waren. Zu meiner Überraschung wollte er von Bord des Kreuzfahrtschiffes gehen und sich in den Iran absetzen, um etwaige Verfolger endgültig abzuschütteln.

Zuerst protestierte ich heftig und unmutig, aber dann erkannte ich, dass er es ernst meinte, als er Reisepässe produzierte.

Er zog plötzlich seine Hose herunter und zeigte mir noch die rote, relativ junge Narbe eines Messerstiches an seinem Oberschenkel als Beweis dafür, dass seine Jäger keine Gnade kannten. Die Narbe war feuerrot. Sie war so überzeugend, dass ich meine Proteste aufgab. Vielleicht auch, weil ich etwas verlegen war, denn seine Unterhose zeigte überdeutlich die Umrisse seines Geschlechts.

Er würde sicherlich nicht aus Übermut auf den Rest einer komfortablen Reise verzichten und zusätzliche Kosten in Kauf nehmen, wenn es dafür nicht triftige Gründe gab. Insbesondere, da er noch prompt zwei große Koffer holen ließ, die unsere Kleidung für die Reise enthalten sollten. Er erklärte, dass er die iranische Hausdame beauftragt hätte, meine Kleidung zusammenzustellen. Sie hätte ja Zugang zu unserer Suite. Der Inhalt ‚meines‘ Koffers löste allerdings schon wieder Unmut bei mir aus.

Es war eine schon sehr eigenartige Mischung! Der schwarzblaue Umhang war praktisch ein Tschador, den traditionell eingestellte Frauen im Iran trugen und wurde von einem knöchellangen Kleid in mausgrau ergänzt. Dagegen war die Unterwäsche farbenfroh und teilweise mehr frivol als konservativ. Die schwarzen Pumps dazu waren zwar aus bestem Leder, besaßen aber derart hohe Absätze, dass sie für Ausflüge alles andere als geeignet waren. Damit konnte ich mich nicht identifizieren. Jayant schaute unschuldig drein — er hätte das alles die Hausdame aussuchen lassen…
Leicht zähneknirschend musste ich dieses Argument hinnehmen.

Was blieb mir auch anderes übrig? Ich konnte keinen neuen Kofferinhalt nach meinem Geschmack herbeizaubern. De facto war das, was er gemacht hatte, praktisch eine Art Entführung. Ich verstand seine Motive, aber mir wäre es lieber gewesen auf dem Kreuzfahrtschiff zu bleiben, wo ich mit meinem Englisch hervorragend zurechtkam. Der Kapitän und Jayant sprachen nur in Farsi miteinander. Davon verstand ich natürlich kein Wort. Zwischendurch erklärte er mir kurz, was wir am um die Mittagszeit in der Nähe von der Stadt Bandas Abbas in einem kleinen Hafen anlegen würden.

Spätestens dann sollte ich den Tschador angelegt haben und außerdem sicherstellen, dass keine einzige Haarsträhne von mir sichtbar sei. Selbstverständlich seien die offenen Sandalen keine gute Wahl für das Besteigen des Zuges nach Teheran. Immerhin zeigte er mir noch die Kabine und brachte auch den Koffer in diese.

So war ich am nächsten frühen Morgen tatsächlich in den Tschador gekleidet und balancierte auf den Pumps von Bord. Es war gut organisiert.

In dem kleinen Hafen gab es nur eine oberflächliche Kontrolle. Ein alter Mercedes brachte uns in einer halben Stunde zu dem Bahnhof von Bandas Abbas. Plätze im Speisewagen waren reserviert und binnen Minuten fuhr der Zug in Richtung Teheran los. Ich fühlte mich eigenartig. Ich verstand kein Wort. Um mich herum wurde nur in Farsi geredet und Jayant unterhielt sich locker. Er hatte mich noch ermahnt, auf keinen Fall Männer anzublicken oder gar anzureden.

So blieb mir nichts anderes übrig, als schweigend vor mich hin zu starren und die iranische Küche zu genießen, die erstaunlich schmackhaft war. Am Nachmittag konnte ich mich dann in das Schlafwagenabteil zurückziehen. Der Zug würde am nächsten Morgen in Teheran einlaufen. Ich las noch ein Buch. Dankenswerterweise hatte Jayant zwei Abteile reserviert, eins für ihn und eins für mich.

In Teheran brachte mich mein Ehemann, obwohl ich dieses Wort nicht so richtig über meine Lippen bringen konnte, zu einem Hotel, während er noch Vorbereitung für die weitere Reise treffen musste.

Am späten Nachmittag holte er mich ab, um wieder am Hauptbahnhof in Teheran mit mir in einen Nachtzug nach Täbris zu steigen. Im Zug informierte er mich noch, dass wir am nächsten Tag mit einem Minibus die Grenze zur Türkei überschreiten würden an einem wenig frequentierten Übergang. Hier würden unsere Pässe nicht so professionell überprüft werden.

So langsam bekam ich das Gefühl, dass die Gefahr dieser Reise für mich höher war, als ich ursprünglich gedacht hatte.

Indirekt bestätigte er das auch, als er mich noch einmal vor dem Besteigen des Busses warnte, dass ‚unislamisches‘ Verhalten für Frauen durchaus zu unerwünschten Kontrollen in dieser Region führen konnte. Er wies mich höflich, aber unmissverständlich darauf hin, dass mein Lippenstift für den lokalen Geschmack in Anatolien zu offensichtlich war. Das machte es für mich nicht besser.

Im ganzen Bus gab es nur eine Frau. Es war eine Spanierin, die mit einem Iraner verheiratet war.

Sie konnte kaum Englisch, aber zumindest war sie eine europäische Frau. Sie stieg vor der Grenze aus, während viele der männlichen Iraner weiter fuhren. Ich sah erstaunte Gesichter, als ich im Bus sitzenblieb. Jayant hatte sich einer Gruppe von Iranern angeschlossen, als ich mit der Spanierin ein Gespräch anfing. Durch Wortfetzen bekam ich mit, dass er mich als zu versorgende Witwe charakterisierte. Es war mir alles fremd.

Ich war ziemlich erleichtert, als wir die endlich die Grenze hinter uns gelassen hatten und am Abend in einem hoch gelegenen Bergdorf auf über 2000 m Höhe in der Nähe von Tatvan ankamen, wo wir am nächsten Tag den Zug nach Ankara erreichen sollten.

Hier war es kühler und ich war das erste Mal dankbar für den Tschador, dessen wärmende Wirkung mir jetzt willkommen war. Der kleine Gasthof war sauber und hatte einen Raum, der wohl auch als Café für die Ortsansässigen diente. Es waren überwiegend türkische Männer im mittleren Alter. Ich fühlte mich irgendwie unwohl, weil ich allem Anschein nach die einzige Frau im Raum war.

Dann war ich auf einmal erleichtert, als ich jemand mit einem deutschen Akzent hörte.

Es war so nett, als der junge Mann auf meine Frage in Deutsch dann auch auf Deutsch antwortete. Ich hatte jetzt seit Tagen kein einziges Wort Deutsch mehr reden können, es war einfach schön, diese Laute zu hören.

Was ich dabei nicht berücksichtigt hatte, war der Eindruck, den dies im Raume machte. Sofort schwiegen alle, aber wirklich alle. Sekunden später prasselten Fragen auf Jayant ein. In Türkisch und auf Farsi, es war alles dabei.

Er warf mir einen ärgerlichen Blick zu. Sekunden später zischte er mir leise, aber deutlich aufgebracht auf Englisch zu:

„Habe ich dir nicht gesagt, dass es keine gute Idee ist, fremde Männer anzuschauen oder gar anzusprechen? Nun haben wir den Salat!“

Ich wusste gar nicht, wie mir geschah. Ich meine, ich hatte nur einen deutschen Landsmann angesprochen. Was war daran so schlimm? Dann dämmerte es mir. Er hatte mich beim Betreten des iranischen Bodens ermahnt, keine Männer an zu blicken oder anzusprechen.

War es das, was den plötzlichen Aufruhr im Raum verursacht hatte? In der Zwischenzeit hatte sich noch mehr abgespielt. Der junge, verdatterte Deutsche wurde abgedrängt und quasi aus dem Raum geworfen. Gleichzeitig hatte sich Jayant lautstark geäußert und offensichtlich gerechtfertigt. Wenn schon ein roter Lippenstift nicht angebracht war, dann war vermutlich das Ansprechen eines fremden Mannes durch mich mehr als unschicklich in den Augen dieser Leute hier. Gott, wo war ich hier gelandet?

„Anjuli, gel benimle!“

Auch ohne Übersetzung wusste ich, dass ich mit Jayant mitkommen sollte, denn er zog unmissverständlich an meinem Arm.

Es gab einen kleinen Nebenraum, in dem er mich nun zog. Der Raum war wirklich klein. Es gab nur ein Regal, das mit Gläsern vollgestellt war, und einen Stuhl. Es gab keinen Zweifel, er war aufgebracht und gleichzeitig nervös. Er flüsterte in mein Ohr:

„In den Augen dieser Leute hast Du Dich sehr unschicklich verhalten. Hier fällt das aber auf meine Ehre zurück und nicht auf Deine, weil Du in deren Augen meine mir Anvertraute bist.

Wenn ich keine Schritte unternehme, dann wird es Aufruhr geben und dafür sorgen, dass dieser Zwischenfall nicht so schnell vergessen wird. Ich will aber auf keinen Fall mehr Spuren hinterlassen als unbedingt nötig, also werde ich genau das tun, was auch ein lokaler Mann tun würde. Dann wird dieser ärgerliche Zwischenfall schnell vergessen werden. Also muss ich Dich jetzt übers Knie legen!“

Ich dachte, ich könnte meinen Ohren nicht trauen. Das meint er doch nicht ernst oder? Sein Blick war allerdings alles andere als scherzhaft.

Ich funkelte ihn wütend an: „Nein!“

Er ignorierte allerdings meinen Protest und zog mich einfach über seinen Schoß. Ich versuchte mich zu wehren, aber meine Güte, er war stark und hielt mich mit seiner linken Hand fest über seinen Schoß gepresst.

„Anjuli, Du hättest auf meine Warnungen hören sollen. Wir sind hier nicht in einer Großstadt, sondern auf dem Land in einer sehr konservativen Gesellschaft. Ich habe es Dir vorher ausdrücklich gesagt.

Keine Männer anschauen und schon gar nicht irgendwelche Männer ansprechen, nicht wahr? Du kannst doch nicht leugnen, dass ich dir das gesagt habe!“

Schön, das hatte er zwar gesagt, aber ich meine, er konnte doch jetzt nicht einfach… Das war verrückt alles oder? Im nächsten Moment beugte sich allerdings runter und benutzte seine freie rechte Hand, um den Saum des mausgrauen Kleides langsam hochzuziehen. Jetzt kam allmählich bei mir Panik hoch.

Er meinte es tatsächlich so, wie er es gesagt hatte.

„Es muss sehr überzeugend klingen. Wenn nicht, dann werden wir Schwierigkeiten haben, morgen ein Taxi zu bekommen oder vielleicht wird sogar sonst das Zimmer storniert, begreift Du das denn nicht? Still halten!“

Als er den Saum über meine Hüften bekam, lockerte sich sein Griff für eine Sekunde und ich versuchte erneut frei zu kommen. Das brachte mir den ersten Schlag ein.

Bis jetzt hatte ich immer noch gehofft, dass dies alles nicht wahr sein konnte. Die brennende Empfindung auf meinem Po kontrastierte jedoch so deutlich mit der Empfindung der kühlen Luft an meinen Oberschenkeln, dass es real sein musste!

„Anjuli, warum musst Du ausgerechnet heute ein Höschen im Bikinischnitt – und dann noch aus Baumwolle tragen? Woher hast Du das überhaupt? Das muss natürlich runter, sonst ist der Klang nicht überzeugend!“

Das durfte doch nicht wahr sein! Ich zeterte laut und protestierte, aber er ließ sich nicht davon abbringen.

Binnen mehrerer Sekunden befand sich mein weißer Schlüpfer auf der Mitte meiner Oberschenkel. Den hatte ich als Reserve aus meiner Handtasche, weil mir die meisten anderen im Koffer zu frivol waren. Ich war so geschockt, dass das Gefühl der peinlichen Verlegenheit erst Momente später einsetzte, als mir klar wurde, dass ich nun unten herum nackt war. Sekunden später wurde mir das noch mehr bewusst, als seine bloße Hand erst auf meiner rechten und dann auf meine linke Pohälfte herunterklatschte.

Ich spürte die warme Haut seiner Hand unmittelbar. Das war genauso irritierend wie der brennende Schmerz, der sich von den Einschlagstellen her ausbreitete.

„Anjuli, ich werde sicherstellen, dass Du nie wieder vergisst, was ich dir gesagt habe, wie Du Dich hier auf dieser Reise benehmen musst. „

Mit diesen Worten erfolgte schon der nächste Schlag auf meiner rechten Pohälfte. Der Schlag überlappte sich mit dem vorhergehenden und es tat richtig weh.

Ich biss hart auf meine Lippen und überlegte fieberhaft, was ich sagen könnte, um ihn zum Einlenken zu bewegen.

„Jayant, ich hab es jetzt schon verstanden. Ich werde es nicht vergessen — das verspreche ich dir!“

Jetzt erst wurde mir das ganze Ausmaß der Demütigung bewusst und ich hätte alles Mögliche versprochen, um es zu beenden. Ich hörte nämlich im Nebenraum die Leute wieder sprechen und mir war klar, dass sie uns genauso hören würden.

Dazu kam noch, dass Jayant bald 16 Jahre jünger war als ich, dass machte das Ganze noch viel peinlicher.

„Glaubst Du vielleicht, dass einer der Männer im Hauptraum aufhören würde, nur weil seine Frau ihm sagt, dass sie jetzt etwas verstanden hätte, was er von ihr am selben Tag nur ein paar Stunden vorher schon ausdrücklich gefordert hat? Keiner von denen würde glauben, dass ich es ernst meine, wenn ich jetzt schon aufhöre.

Er hatte einen Moment ausgesetzt, um mir das nachdrücklich zu erklären. Aber nun schwang er wieder seinen Arm und seine Hand kam wieder hart herunter, erst links, dann rechts und dann wieder links. Ich hörte das laute Klatschen und fühlte mich hilflos, als mir Tränen der Wut über die Demütigung — und solche des Schmerzes in die Augen stiegen. Inzwischen fühlte sich mein armer Hintern schon ganz heiß an, aber er hörte nicht auf.

Nach einem weiteren halben Dutzend strampelte ich verzweifelt, um irgendwie frei zu kommen, aber das half mir nicht, sondern beförderte nur meinen Schlüpfer auf meine Knöchel, wo sich in meinen Schuhen verfingen. Mit einer langsamen Bewegung streifte er ihn ganz ab und danach schlug er nach weitem Ausholen wieder hart zu. Der weite Schwung machte die Kraft in diesem Hieb so schwer zu ertragen, dass ich gellend aufschrie und wild zappelte. Das machte mich wütend!

„Jayant, neinn! Ich werde… Wenn Du weiter machst, dann, dann …“

Mein Protest half mir aber gar nicht.

Er wiederholte den Schlag eher noch kräftiger. Das begann den Damm meiner Widerstandskraft zu brechen und binnen Sekunden fing ich an zu weinen, als er wieder zulangte. Wie eine Maschine kam seine Hand links — und dann rechts — und dann wieder links herunter. Bei jedem Einschlag schrie ich jetzt leise auf und weinte jetzt bald konstant. Die Haut meiner Hinterbacken fühlte sich so an, als ob Flammen konstant an ihr leckten. Ich verlor das Zeitgefühl und wusste nicht mehr, was ich machen sollte.

Endlich war ich erschöpft und gebrochen. Ich konnte nur noch wimmern:

„Bitte, bitte — hör‘ doch jetzt bitte auf. Ich… Ich — es tut mir leid, es tut mir wirklich so leid…“

Er hielt inne und seine Hand kam auf meinen nackten Po zur Ruhe:

„Gut, Anjuli, wenn es dir wirklich leid tut, dann ist es jetzt genug. Ich bringe Dich jetzt auf das Zimmer.

Du wirst morgen früh die Sachen anziehen, die ich dir hinlege. Bis wir die Türkei verlassen, wirst Du mit keinem fremden Mann mehr reden. Haben wir uns verstanden?“

Ich konnte nur kraftlos nicken. Daraufhin stellte er mich auf und zog sorgfältig sowohl das Kleid als auch den Tschador zurecht. Er nahm mich am Arm und führte mich in den Hauptraum. Es war furchtbar peinlich, als sich alle Blicke auf mich richteten.

Natürlich wusste jeder, was passiert war. Ich vermied jeden Blick und schaute zu Boden, als er mich durch den Raum zur Treppe führte. Das Treppensteigen ließ sofort wieder den Schmerz aufbranden, als sich meine Pomuskeln bewegten.

Im Zimmer ließ er mich los und riet mir sich bäuchlings auf das Bett zu legen, was ich auch widerstandslos tat. Er zog behutsam meine Schuhe und Socken aus. Er erklärte, dass er in einer knappen Minute wieder zurück sein würde.

Als ich so da lag, ebbte der Schmerz ganz, ganz langsam etwas ab. Mein ganzer Unterkörper fühlte sich wie ein Glutofen an. So etwas hatte ich noch nie erlebt. Er kam zurück und streifte ohne Federlesen mein Kleid weit über meine Hüften hoch. Normalerweise wäre ich dabei rot geworden, aber anscheinend war mein Schamgefühl in diesem Moment auch außer Gefecht gesetzt. Er verteilte behutsam eine kühlende Lotion, die meine Nerven etwas besänftigte.

Als die lodernden Flammen viel kleiner wurden durch diese Maßnahme, spürte ich verblüfft, wie ein eigenartiges Lustgefühl sich bemerkbar machte. Das wollte ich aber nicht wahrhaben!

„Das wird Dich besser schlafen lassen, Anjuli. Ich decke Dich gleich nur mit einem Laken ab, das wird reichen. Morgen wird alles besser. „

Ich war sowohl emotional als auch körperlich so erschöpft, dass ich binnen Minuten einschlief. Ich warte erst am nächsten Morgen wieder auf, als ein Wecker klingelte.

Ich lag immer noch auf dem Bauch und mein Kleid war immer noch hoch gestreift, aber mein BH war entfernt. Neben dem Bett lag die Unterwäsche, die er ausgewählt hatte. Mein Koffer war nicht mehr auf dem Zimmer, nur noch meine Pumps. Ich hatte also keine andere Wahl, als die Sachen anzuziehen, die er ausgewählt hatte. Es war das schwarze, semi- transparente Set aus Büstenhalter und dem frivolen Spitzenhöschen als String mit kleinen roten Röschen als Applikation sowie stay-up-Strümpfe in charcoal mit den gleichen roten Röschen im Strumpfband.

Natürlich, der junge Mann hatte seine Fantasien — ich hatte keine andere Wahl als seine Auswahl zu akzeptieren. Es war genau das Set, der sich wegen der leicht verruchten knallroten Röschen als letztes gewählt hätte. Es war noch eine Notiz dabei. Er nehme an, dass sowohl String als auch stay-up-Strümpfe in meinem Zustand die beste Wahl für mich sein. Ich solle ihn zum Frühstück unten treffen — wir müssten den Zug erreichen, er hätte schon ein Taxi bestellt.

Es blieb mir nichts anderes übrig und so zog ich alles an. Auch wenn der String nur aus einem Nichts von Stoff bestand, war selbst das auf meinem Po nicht schmerzfrei. Ich verfluchte die hohen Absätze, als ich die Treppe herunterging. Er wartete schon. Der Stuhl gegenüber von ihm war mit einem weichen Kissen ausgestattet, das sonst kein anderer Stuhl aufwies.

„Guten Morgen, Anjuli. Ich habe schon alles arrangiert. Du brauchst nur noch zu frühstücken, dann können wir los.

Ich habe das beste Taxi am Ort besorgt. „

Ich stöhnte leise auf, als ich mich setzte, um den Tee zu trinken. Selbst mit dem weichen Kissen war das Sitzen eine Qual. Ich würdigte ihn keiner Antwort. Ich war stinkend sauer auf ihn.

„Aha, die Dame redet nicht mit mir. Gut, ist auch in Ordnung, solange Du Dich daran erinnerst, was ich Dir gestern eingeschärft habe. Wir haben noch zwei Tage, bis wir Istanbul erreichen.

Wie hätte ich das vergessen können? Sobald ich wieder in Deutschland oder zumindest in Europa war, würde ich ihm schon meine Meinung sagen, aber hier traute ich mich das nicht — nicht nach dem gestrigen Ereignis.

Seine Pläne in der Türkei

Jayant gratulierte sich selber zum Ablauf der Reise in den Iran. Er war sich hingegen nicht ganz sicher, ob er in der Türkei klug gehandelt hatte.

Er hatte Anjuli wie geplant mit der Yacht in Dubai überrumpelt und sie gleichzeitig an das Tragen eines Tschadors gewöhnt sowie mit den Sitten in islamisch konservativen Regionen vertraut gemacht. Das war schon ein erster Schritt in die geplante Richtung. Sie hatte auch seine Angabe geschluckt, dass die iranische Hausdame die Sachen für ihren Koffer ausgewählt und gepackt hätte. Letzteres traf ja auch zu…

Im Nachhinein betrachtet hatte er es wohl in dem Berggasthof etwas übertrieben, aber er hoffte, dass sich das noch hinbiegen ließ.

Vielleicht hatte er sich von dem Schwung der Ereignisse mitreißen lassen, wo etwas mehr Zurückhaltung klüger gewesen wäre. Andererseits könnte es auch seine Pläne beschleunigen.

Anjuli hatte zunächst die geplante langsame Gewöhnung an ‚islamische‘ Sitten mitgemacht und damit sich in Richtung auf sein Projekt der Zweitfrauen bewegt. Er hatte sich auch bewusst mit den Männern unterhalten, ohne sie mit einzubeziehen. Das hatte ja auch alles gut geklappt, bis er sich in dem Bergdorf hatte entscheiden müssen — und das innerhalb von Sekunden.

Er hatte nur die Wahl gehabt, ihr Fehlverhalten zu ignorieren und damit in Bezug auf die Gewöhnung an die Sitten einen gewissen Rückschlag hinzunehmen oder sich auf die Gelegenheit zu stürzen, und eine Beschleunigung einzuführen. Er glaubte immer noch, dass die zweite Wahl an sich die richtige gewesen war. Wo er sich nicht mehr sicher war, war das Ausmaß dieser Beschleunigung.

Seiner Meinung nach war es richtig gewesen, weil sie selber sofort den Fauxpas erkannt hatte, als plötzlich alle im Raum geschwiegen hatten.

Er hatte die Erkenntnis in ihren tannengrünen Augen gesehen. Sie hatte sich auch ohne nennenswerten Widerstand in den Nebenraum führen lassen. Auch ihr Widerstreben, als er ihr Kleid hochgezogen hatte, war durchaus im Rahmen dessen, was man erwarten konnte. Es war ja nicht das erste Mal, dass er eine Frau über das Knie gelegt hatte. Nun gut, bisher waren das alles afghanische Frauen gewesen, die das meistens ja schon kannten. Und natürlich hatte er es genossen, wie er endlich ihre wie erwartet üppigen Schenkel in natura sehen konnte.

Dann war er etwas überrascht gewesen, als er entgegen seiner Erwartung keines der Höschen an ihr sah, die er ausgewählt hatte, sondern einen weißen, wärmeren Baumwollslip.

Das hatte ihn deshalb irritiert, weil er in dem Moment, wo sie sich in den Nebenraum bewegt hatten, schon eine Vorfreude entwickelt hatte, ihre Haut unter seiner Hand spüren zu können. Bei allen der Höschen, die er ausgewählt hatte, wäre das entweder aufgrund des Schnittes oder des sehr dünnen Materials gegeben gewesen.

Instinktiv hatte er den Schlüpfer heruntergezogen und ihren prallen Arsch entblößt. Auch das war garantiert richtig gewesen, was sie selbst nach seinen Schlägen eigentlich nur formal protestiert hatte und ihm versichert hatte, dass sie verstand warum er aufgebracht war. Das war genau das gewesen, was er erreichen wollte. Sie hatte offensichtlich auch das verstanden, was er über die lokalen Männer gesagt hat.

Aber dann, nach seinen nächsten Schlägen, da hatte sie angefangen zu strampeln, als sich ihre vollen Arschbacken langsam rot färbten.

Das hatte ihn mehr aufgeregt und erregt, als er erwartet hatte. Vorher hatte sie ihre Beine geschlossen gehalten und sich solide auf ihre Füße gestützt. Nach dem Strampeln hatte er sie weiter und höher über seinen Schoß gezogen, sodass ihr Po jetzt die höchste Position innerhalb ihres Körpers annahm. Durch dieses Strampeln und die veränderte Position hatte er Einblicke zwischen ihre Beine bekommen, die ihn anmachten. Ihre leicht lockigen Schamhaare ließen die Schamlippen gerade so eben erahnen und sie sahen inzwischen so aus, als ob sich eine leichte Feuchte bereits andeuten würde.

Zusammen mit dem letzten Abdruck seiner Hand auf der Haut ihres Hinterns war das unglaublich erotisch. Ihre breiten, gerundeten Hüften harmonisierten vortrefflich mit dem üppigen Fleisch ihrer Arschbacken, das noch leise vibrierte und wackelte nach dem letzten Hieb.
Dann rutschte auch noch ihr Slip auf ihre Knöchel herunter und er entfernte ihn ganz, weil er dann wusste, dass sie am nächsten Tag die von ihm ausgewählte Unterwäsche anziehen müsste. Er hat eigentlich angenommen, dass sie jetzt ihre Lektion gelernt hatte.

Ein letzter Schlag und er wäre am Ende gewesen.

Sie hatte dann aber wider Erwarten lauthals protestiert, was natürlich auch im Hauptraum sicherlich zu hören war. Das war natürlich fatal, denn jetzt wusste er nicht, ob sie ihre Lektion wirklich gelernt hatte und wie sie sich im Hauptraum benehmen würde, wenn er jetzt aufhörte. Also hatte er noch ein paar Mal zugelangt. Als sie anfing zu weinen, da hatte er sich irgendwie in einen Machtrausch hinein gesteigert.

Es war allerdings auch berauschend gewesen, wie ihre feisten Oberschenkel und das üppige Fleisch ihres Arsches unter seiner Hand bebten und zitterten, während sie sich rot und röter färbten. Das war vielleicht ein Fehler gewesen, aber sie hatte ihn auch angefleht aufzuhören. Und er hatte in diesem Moment auf sie gehört und ihr verziehen unter der Voraussetzung des ‚richtigen‘ Verhaltens. Wenn sie langsam dahin kommen würde, genau das zu erkennen, dann würde noch alles gut werden.

Denn als er sie ins Zimmer gebracht hatte und ihr mit einer Lotion Linderung verschafft hatte, da war es ihm klar geworden, dass sie bei weniger Schmerzen vielmehr das Erregungspotenzial gespürt hätte, dass er an den Zustand ihrer geschwollenen Schamlippen wahrgenommen hatte. Es bestand allerdings auch die Gefahr, dass sie jetzt so wütend auf ihn war, dass er in Deutschland Schwierigkeiten mit ihr bekommen würde — trotz oder gerade wegen der Scheinehe.

Er war vielleicht klug beraten, wenn er den Aufenthalt in der Türkei noch etwas streckte, um sie zu versöhnen, während er gleichzeitig seine Kontrolle ausdehnte.

Zuckerbrot und Peitsche war das Stichwort, dachte er sich.

Fortsetzung ist möglich.

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