Das Casting

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Nadine, Nathalie und Natascha waren jung und wollten Spaß. Ihre Nachnamen lauten Schmitt, Schmid und Schmidt, und folgerichtig müsste es Nadine Schmitt, Nathalie Schmid und Natascha Schmidt heißen, könnte aber auch Nadine Schmidt, Nathalie Schmitt … aber das würde nur unnötig verwirren …

„Wir sind jung und sollten Spaß haben“, sagte Nadine zu Nathalie, und Natascha stimmte ihr zu.

Die drei sahen natürlich hervorragend aus, sangen gern und wollten berühmt werden.

Sie überlegten gemeinsam, was sie in Deutschland mit ihrem Supertalent erreichen könnten. Sie googelten im Internet.

„Wir überlegen uns zusammen, was wir in Deutschland erreichen können und googeln im Internet“, sagte Nathalie zu Natascha, und Nadine stimmte ihr zu. Sie suchten im Internet und schauten beiläufig auch bei eBay vorbei, um Schuhe zu ersteigern … Sie fanden schon nach drei Stunden welche, die ihnen auf Anhieb gefielen und … und sie fanden einen Eintrag zum Thema „Poppstars“.

„Wir sollten dort hingehen, und Poppstars werden“, sagte Natascha zu Nadine, und Nathalie stimmte ihr zu.

Sie kamen im Taxi zu der angegebenen Adresse.

Sie betraten das Gebäude unter der angegebenen Adresse. Nadine und Nathalie trugen ihre neuen, bei eBay ersteigerten Schuhe, nur Natascha nicht, weil ihre Schuhe eine Nummer zu klein ankamen, und sie sie zurückschicken musste … das tut jetzt aber nichts zur Sache.

„Hallo! Wir sind jung und wollen Poppstars werden“, sagte Nadine zu der Empfangsdame, und Nathalie und Natascha nickten.

„Dann trage ich Sie fürs Gosee-Casting ein. Danach machen wir ein Shooting und die Set-Card. Wenn's passt, folgt das Booking. Herr M. Oral, unser Cutting-Edge-Experte, bescheinigte der Staffel einen guten Vibe“, sagte die Empfangsdame. „Wie heißen Sie?“

„Nadine, Nathalie und Natascha“, sagten Nadine, Nathalie und Natascha.

„Ohh! Das ist ungünstig“, sagte die Empfangsdame. „Wir brauchen einprägsame Namen, die unsere Konsumenten besser unterscheiden können. „

„Künstlernamen? Das ist eine sehr gute Idee!“, sagten Nadine, Nathalie und Natascha. „Auch unsere neuen Schuhe haben ja Namen. „

„Ohh. Die sehen aber gut aus. Sind das originale Christian Louboutin?“, fragte die Empfangsdame.

„Ja, original Kristian Loupoutin, mit der lilablassblauen Schuhsohle“, antwortete Nadine.

„Und sie haben nur 49,95 Euro gekostet“, wusste Nathalie.

„Im Internetstore von Gudfig, einem skandinavischen Händler“, ergänzte Natascha.

„Ohh, das ist ja schön … tut aber jetzt nichts zur Sache“, meinte die Empfangsdame und schickte die drei jungen Frauen zum Hauptverantwortlichen, dem Popp-Gitanes.

Sie gingen zu einem Mann mit einer Baskenmütze, einem Ziegenbart und einer filterlosen Kippe im Mundwinkel.

„Und ihr Zuckerschnecken heißt wie?“

„Nadine, Nathalie und Natascha“, sagten Nadine, Nathalie und Natascha.

„Boah ey — das geht gar nicht! Ihr heißt ab sofort Mandy, Sandy und Candy“, sagte der Mann mit der Baskenmütze, dem Ziegenbart und der stinkenden französischen Zigarette.

Mandy war 19 Jahre alt, eins Komma 73 Meter groß, hatte lange lockige, blonde Haare, Körbchengröße 75B, grüne Augen, Schuhgröße 39 und wog 60 kg.

Sandy hatte mittellange, glatte blonde Haare und war ein Jahr älter als Mandy und 6 Zentimeter kleiner als Candy, hatte 80C, eine ägyptische Fußform und brachte 55,87 Kilogramm auf die Waage. Candy hatte ihr Idealgewicht, war aber lediglich 14 cm zu klein dafür. Sie hatte mittelkurze, leicht gewellte, fast glatte, blonde Haare, blaue Augen, über denen sie aber meistens braun gefärbte Kontaktlinsen trug, und war so groß wie die Brustmaße von Mandy und Sandy zusammengezählt, trug aber immer High Heels, die halb so hoch waren wie Mandys Alter.

*

*Fußnote* Mandys Alter ist Wasserinstallateur, das tut aber jetzt nichts zu Sache.

„Wir suchen jemand, der intelligent ist“, sagte der Mann mit der Baskenmütze, dem Ziegenbart und der filterlosen Zigarette.

„Warum?“

„Weil wir mit einer intelligenten, jungen Frau das ganz große Geld in Deutschland machen können. „

Candy streckte den Finger: „Ich bin intelligent!“

„Nein!“

„Nicht?“

„Doch! Ähh … Blond ist der Hype.

Aber wir brauchen jemanden der intelligent ist, und sich als naives Blondchen vermarkten lässt. Nicht umgekehrt!“

„Aber meine Haare sind doch blond“, sagte Candy, und Mandy und Sandy nickten zustimmend.

Plötzlich sahen sich alle Anwesenden an und fragten sich, was das soll.

„Wir fragen uns, was das soll“, sagte Sandy. Mandy, die Assistentin und der Popp-Gitanes gaben ihr Recht.

„Das weiß ich jetzt auch nicht — CUT! Alle erst mal ausziehen!“, befahl der Mann mit der Baskenmütze, dem Ziegenbart und der … wo war eigentlich die filterlose Zigarette geblieben?

Mandy, Sandy und Candy sahen sich verwundert an.

„Aber wir sind doch noch gar nicht eingezogen“, sagte Candy.

„Wir sind doch eben erst gekommen, im Taxi!“, sagte Sandy,

„Und deswegen können wir auch nirgendwo ausziehen“, sagte Mandy.

Der Mann mit der Baskenmütze und dem Ziegenbart, seines Zeichens Deutschlands erfolgreichster Poppproduzent, fragte die Empfangsdame, ihres Zeichens austauschbare Assistentin des Produzenten, wo sie diese Vögel herhatte. „Wo haben wir diese Vögel her?“

***

Mandy, Sandy und Candy wollten die Bühne sehen, „Können wir bitte die Bühne sehen?“

Die Assistentin brachte Mandy, Sandy und Candy zum Set.

Mandy, Sandy und Candy fanden, dass die Bühne komisch aussieht, und sagten: „Die Bühne sieht aber komisch aus. „

„Das ist die Nachbildung eines gewöhnlichen Hotelzimmers, einschließlich der wichtigsten Plattform – einem handelsüblichen Doppelbett“, sagte die Assistentin schulterzuckend. „Lediglich die vier Vollpfosten fehlen noch. “

„Nein, die ziehen sich grad um und kommen gleich. Enis, Immel, Ödel und Tänder. Die Jungs stehen immer ihren Mann!“, sagte der Produzent und wischte sich mit der Baskenmütze den Geifer und die Asche und Krümel der ehemals filterlosen Zigarette aus dem leicht löchrigen Ziegenbart.

„Uiii, wir bekommen sogar Backround-Tänzer?“, freute sich Sandy.

„Wie immer du das nennen willst, Baby!“

„Aber sollten wir es nicht erst einmal zu dritt machen? Also, nur wir drei Frauen, miteinander singen?“

„Nein! Vertraut mir, ich bin nicht umsonst der Popp-Gitanes“, sagte der Mann mit … (usw. ) „Alleine 2006 erschienen in Deutschland 1000 neue Filme unseres Genres und brachten etwa 800 Millionen Euro Umsatz.

„Das glauben wir gern. Gesungen wird ja immer …“

„Wir freuen uns besonders, dass auch immer mehr junge Mädchen eine Chance bekommen, ihr Talent zu beweisen. „

Mandy, Sandy und Candy freuten sich und wollten am liebsten gleich Probe singen. „Können wir gleich Probe singen?“

Der Produzent, immer noch mit Baskenmütze, Ziegenbart und neuer Kippe im Mundwinkel, wunderte sich, weil die jungen Mädchen normalerweise erst stundenlang überredet … überzeugt, mit teuren Geschenken und unrealistischen Versprechen überhäuft und mit Komplimenten betört werden mussten.

Er sagt zu seiner Assistentin: „Ich wundere mich, weil normalerweise die jungen Mädchen …“

***

Die Vollpfosten demonstrierten ihre Standfestigkeit. Sie waren ja auch aus besonders hartem Holz geschnitzt. Dick ragten die Phallussymbole gen Himmel … um die Szene von hinten aufzurollen.

,Dick‘ ist übrigens aus dem Amerikanischen, und wird vor allem in der Schwulenszene gern in den Mund genommen.

„Wenn ihr mit Leidenschaft dabei seid, verspreche ich euch, mach‘ ich euch zu Deutschlands bekanntesten Poppstars.

Jeder Mann wird euch in- und auswendig kennen. „

„Ohh, das wäre unser Traum. Aber sie haben uns noch gar nicht singen gehört?“, sagte Candy.

„Oder sollen wir auch vortanzen?“, fragte Mandy.

„Ihr könnt sogar beim Tanzen singen, Hauptsache der Mund ist schön weit auf. „

„Das ist doch selbstverständlich!“, sagte Sandy. „Singen hat doch etwas mit dem Kehlkopf zu tun.

„Glaub‘ mir, Baby, mit einem dehnbaren Kehlkopf wirst du es in dem Business weit bringen“, sagte der Produzent und biss vor Erregung in die Baskenmütze. Insgeheim träumte er in Damianos Fußstapfen zu treten, dem Macher von Deep Throat. Dem Klassiker schlechthin und mit gerade mal 25 000 Dollar Produktionskosten und eingespielten 100 Millionen Dollar der profitabelste Streifen der Filmgeschichte. Aber das tut jetzt nichts zur Sache …

„Nach unserem Welterfolg ‚Allein gegen Alle‘, mit der einzigartigen ‚Imma Nass‘, suchten wir nach einem weiteren Zugpferd für unsere Produktion“, erklärte der Poppproduzent gönnerhaft.

„Wir finden es auch richtig, immer neue Wege zu suchen und zu gehen“, meinte Sandy.

Mandy, Sandy und Candy waren froh, dass die Medien ihnen diesen Weg ermöglichen, „Wir sind froh, dass die Medien uns diesen Weg ermöglichen. Vielleicht sollten wir einen kleinen Clip drehen und ihn ins Internet stellen?“, fragte Candy.

„Als Werbung sozusagen, um auf unser Talent aufmerksam zu machen“, war auch Mandy von der Idee begeistert.

„Wir wollen aber nicht nur wegen unseres guten Aussehens genommen werden, sondern auch wegen unserer Fähigkeiten. „

„Wir werden euch nehmen — keine Sorge!“, geiferte der Produzent und biss ein Stück seiner Baskenmütze ab.

„Das ist ja toll! Heute ist unser Glückstag“, freuten sich die drei Mädels.

„Sollen wir hier vorsingen?“, fragte Candy.

„Wie immer du das nennst, Baby.

Hauptsache es kracht“, sagte der Produzent.

Ein Assistent stellte einen Scheinwerfer ein, ein weiterer kam mit Richtmikrofonen, und auch die vier Vollpfosten zeigten Bewegung.

„Oh, wie schön“, sagte Mandy zu Sandy, und Candy gab ihr Recht.

„Was sollen wir denn vorsingen?“, fragte Mandy.

„Was für eine Richtung?“, fragte Sandy.

„Um was geht es in dem Musikclip?“, fragte Candy.

„Wir drehen: Was sich liebt, das leckt sich. Vol. 7″, sagte der Produzent.

Die Mädchen waren etwas irritiert. „Wir sind etwas irritiert“, sagte Mandy.

„Wir sind neu in der Branche und sollten machen, was Herr Produzent empfiehlt“, sagte Candy, und Sandy gab den beiden Recht.

„Immerhin ja schon die 7. Staffel, die Leute müssen sich auskennen“, wusste Candy.

„Was wurde denn aus unseren Vorgängerinnen?“, erkundigte sich Sandy.

„Na was wohl? 6 Stars“, sagte der Produzent.

„Hier, Baby. Dein Text“, sagte der Produzent mit der Baskenmütze und dem Ziegenbart. *

*Fußnote*: Wo war eigentlich seine Fluppe abgeblieben?

Mandy, Sandy und Candy lasen vor: „Ja! … Ja, ja … oh ja … ich bin Nym-pho-man-ierin … ja … ja, ja, ja … und jaaaaahhh!“

„Der Text ist doch zu anspruchsvoll“, signalisierte die Assistentin dem Mann mit der Baskenmütze und dem Ziegenbart.

„Wir sollten das Wort ‚und‘ streichen. „

„Üben! Üben! Üben! Notfalls drehen wir ohne Ton. Dann brauchen sie nur den Mund aufzumachen … ohne Text“, befahl der Mann mit der angefressenen Baskenmütze der ebenfalls angefressenen Assistentin. Die jungen Sternchen wollten aber kein Playback singen.

„Playback wollen wir eigentlich nicht singen!“, entrüsteten sich Candy, Mandy und Sandy, und spürten das erste Mal die Härte in dem Business.

Der Poppproduzent winkte ab und wandte sich dann an den Verantwortlichen zur Wahrung von Sitte und Anstand, der jede sich bietende Möglichkeit nutzt, um am Set herumzuhängen.

„Nun, mein guter M. Oral. Was haben Sie wieder zu meckern?“

„Ich habe einige eklatante Fälle von Missbrauch festgestellt … und einige Ansichten dazu erarbeitet. „

„Boah ey! Luther nagelte seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg … wir nageln hier alles … Ende Legende!“

„Schon klar, Herr Popp-Gitanes, aber die Schmerz-Grenze wurde deutlich überschritten. „

Der Mann mit der Baskenmütze und dem Ziegenbart winkte seine Assistentin heran.

„Erklären Sie ihm den genauen Sachverhalt!“

„Der genaue Sachverhalt erklärt sich wie folgt: Unser Studio ist hart an der Schmerz-Grenze, aber nicht darüber. Genauer gesagt, 200 Meter vom Ortsteil Schmerz entfernt, mitten in Gossa im Verwaltungsbezirk Muldestausee-Schmerzbach am Rande der Dübener Heide in Sachsen-Anhalt und eignet sich hervorragend für unsere Heimatfilmproduktionen. „

„Ach so, das wusste ich nicht“, sagte M. Oral und zerriss seine Thesen.

„Besonders stolz bin ich auf mein ABI“, rundete die Assistentin die Information ab, auch wenn es nur auf dem Nummernschild ihres Wagens stand.

***

Der Poppproduzent warf jegliche Moral über Bord, schnappte sich M. Oral und weihte den Mann für Sitte und Anstand in die weiteren Pläne des Castings ein.

„Wir beginnen erst einmal mit einem Gonzo! Vielleicht etwas Reality, und später knüpfen wir an die Welterfolge der Adaptionen großer Publikumserfolge des kulturellen Mainstreams, wie z. B. dem ostasiatisch-bayrisch-leverkusener ,Dlei Schwangel wie Kalli‘, dem alpenländischen Hollywood-Schocker ,Sperr mi na ans Tor‘, oder gar dem vierteiligen Schweden-Klassiker ,Larsen Rinnströmen auf hoher See‘ an …“

Orals Zunge hing bereits an den Lippen, und der Popp-Gitane züngelte weitere Details heraus.

„Und dann wird's endlich abgehen. Die kleinen geilen Schlampen … ähh … die jungen Schauspielerinnen ziehen sich nackig aus, hängen ihre Kleider an die Vollpfosten und wir nageln ihnen unsere Thesen in den Leib … Sie werden singen, wie sie noch nie gesungen haben. Allen stieg die Hiitze in den Kkopf … Ich sehe schon, wie Manny, Ssandy und — ach egal wie die andere heißt, zu willenlosen hörigen Schlapen mudireän … dann weida auf einem schreidisch … eien der Mädelss wird von den Follpfoschde … sie wird vviel und häufig komen … und bedzüglich der errregtheit … dann als Krankenschwester im kurte rock und … wesenrtlich wäniger Tekst … sehrr obszön und nmit leidnescchaft … biss kain man sich nochhh zurukhalde kann und …

Mandy, Sandy und Candy verstanden kein Wort.

„Wir verstehen kein Wort. „

„Eine Berufskrankheit vieler männlicher Genreschreiber“, klärte sie die Assistentin auf. „Der liebe Gott gab ihnen einen Penis und ein Gehirn, aber leider nicht genügend Blut, um beides gleichzeitig zu durchbluten. „

Mandy, Sandy und Candy verstanden immer noch kein Wort. „Wir verstehen immer noch kein Wort. „

„Verstehe“, sagte die Assistentin, leicht konsterniert.

„Und Aktion! Zeit ist Geld … und das Geschäft ist hart“, rief der Poppproduzent voller Euphorie und beförderte M.

Oral mit einem kräftigen Stoß aus dem Studio.

Ein leicht bekleidetes Pin-up-Girl huschte durch die Reihen der Darsteller. Der rote Faden des winzigen Stringtangas, der sich zwischen ihrem süßen Po versteckte, war allemal leichter auszumachen als die vielen Anspielungen dieser Geschichte.

Mandy, Sandy und Candy sahen die exotische Schönheit und waren eifersüchtig.

„Oh, noch eine Sängerin?“, fragten Mandy, Sandy und Candy.

„Keine Sorge.

Sie ist nur für die Blasmusik zuständig, um es in eurem Jargon zu sagen“, antwortete die Assistentin genervt. „Hat was mit der Durchblutung des Gehirns zutun, was aber bei euch drei kein Thema ist. C'est la vie, und viel Spaß. „

© Mondstern.

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