Fototermin 02

Er hatte sie zum Essen zu sich eingeladen und gerne war sie gekommen. Zumal die Einladung ein wenig überraschend kam, denn meist trafen sie sich doch irgendwo in einer Kneipe, oder gingen zusammen ins Kino. Die Stadt war schön, klar, zumal im Sommer, wenn es lange hell war und der Abendwind die Gedanken wärmte. Es hatte auch keinen echten Anlass gegeben, so war diese Einladung ungewöhnlich und sehr willkommen.

Er hatte sich leidlich Mühe gegeben, Fusili mit Shrimps gekocht und als Nachspeise zwei Portionen creme brûlé besorgt.

Dazu gab es eine Flasche guten Weißwein, nette Gespräche und ruhige, angenehm unaufdringliche Musik im Hintergrund.

Der Wein hatte beiden ein wenig die Zunge gelockert, kleine Bonmots und Witze lockten ihr nettes, helles Lachen hervor. Irgendwann begann sie sich für eine Fotografie zu interessieren, die dort an der Wand hing, und er ging gerne darauf ein; erzählte, wann er diese Landschaftsaufnahme gemacht hatte, erklärte die Details, die `wie zufällig aber doch so perfekt-harmonisch` dort alle versammelt waren.

Um ihr Interesse zu halten und weil er ein wenig ins Reden gekommen war, bat er sie, dem Bild näherzutreten, damit sie es aus der Nähe betrachten könne. So standen sie eng beieinander und amüsierten sich über die unterschiedlichen Ebenen, Kontraste und technischen Details der Aufnahme, ihre Hände berührten sich. Einige Minuten ging das so, ein wenig zu lange, ein wenig länger als man tatsächlich benötigt hätte, alle wichtigen Dinge zu diesem Bild zu besprechen.

So entstand ein etwas plötzliches Schweigen, als beide dies zugleich bemerkten. Sie sahen sich in die Augen, die Hände leicht und zart ineinandergelegt.

Er küsste sie zart, etwas scheu auf den Mund und sie ließ es geschehen. So gab sich eins aufs andere, er fühlte sich ermutigt, etwas forscher zu werden, küsste sie intensiver, seine Hände suchten, zärtlich den Rücken hinabstreifend den festen, vom Rock knisternden Hintern – und sie fühlte, wie Hitze in ihr aufstieg, während sie ihn auffordernd heftiger küsste, zugleich mit geschlossnen Augen seinen angenehm schlanken Oberkörper ertastete.

Nicht ganz zufällig, aber eben doch fast, berührte sie dabei seine Brust, seine in erster Erregung hart gewordenen Nippel. Sie musste — zumindest in Gedanken — lächeln bei dem Gedanken, dass auch Männerbrüste erregbar waren, dass auch bei ihnen eine direkte Verbindung zu bestehen schien zwischen diesen kleinen festen Knospen und dem Geschlecht, das sich bei ihm eben aus seinem Alltagsschlaf erheben musste. Ihre kleine Yoni jedenfalls freute sich bei dieser Idee und erste Feuchte sammelte sich zwischen den Lippen.

Jedenfalls fasste sie etwas fester zu und spürte sogleich seine Reaktion, den damit ausgelösten festeren Griff an ihren empfindsamen Hintern. Lustvoll wohlig spürte sie seinen Händen nach, die nun ihren Weg zu den eigenen wohlgeformten Früchten suchten. Sie war stolz auf ihre Oberweite und sah sie sich immer wieder gerne an, wenn sie im Bad vor dem Spiegel stand.

Die beiden knutschten eine Weile stehend unter dem sonnendurchfluteten Bild an der Wand, er brauchte ein wenig, bis er die kleinen Knöpfe der Bluse geöffnet hatte ohne den Kuss zu unterbrechen, und seine warmen Hände den Weg zu ihren stolzen Brüsten gefunden hatten, die weich und erregt in den Körbchen ihres schicken spitzenbesetzten BH`s lagen.

Etwas unvermittelt löste er sich von ihren Lippen, sah ihr in die Augen. Sie sah wunderschön aus, mit ihren zerzausten Haaren, dem nunmehr leicht unschicklich geöffneten Hemd, das ihre weißen Rundungen zwischen der schwarzen Spitze hervortreten ließ und dem verlangenden Blick, den etwas geöffneten Lippen, die vom langen Kuss weicher, ein wenig vergrößert erschienen, zumal sie noch feucht glänzten.

Wortlos löste er sich ganz von ihr und verschwand für einen kurzen Moment aus dem Zimmer.

Aber schon drei Atemzüge und keinen klaren Gedanken später stand er wieder vor ihr, seine Kamera in der Hand. „ Ich möchte dich fotografieren, so wie du jetzt bist, darf ich?“ Eine kleine Verwirrung durchzuckte sie und anstatt einer Antwort begann sie, sich ins Gesicht zu fassen, die feuchten Spuren des eben Geschehenen abzuwischen und gleichzeitig ihr verhasstes Bilderlächel-Gesicht aufzusetzen — oh und da ist ja die offene Bluse…

Doch schon flog der erste Blitz des Auslösers über ihr Gesicht und sie verstand mehr als dass sie es gehört hätte: „ Bleib! Ich will kein übliches Foto, ich will dich mit der Kamera sehen! Lass dich anschauen!

Da stand er mit seinem modernen dritten Auge, das es zuließ, dass er sie beim fotografieren zugleich ansah, während er Foto um Foto schoss, ohne in den Sucher blicken zu müssen, sie dabei anlächelte und ihr Komplimente machte — und sie wurde ruhig.

Sie begann zu spüren, was er meinte: Gesehen werden von den Augen dieses Mannes, in sich aufgenommen in ihrer Schönheit und zugleich vom kühlen Blick des technischen Gerätes erfasst, aufgenommen, abgebildet zu sein für eine kleine Ewigkeit, die vielleicht nur einige Tage dauern, vielleicht aber auch ein ganzes Leben lang diesen Moment festhalten würde

Ungekünstelt, spielerisch begann sie sich nun zu bewegen, ganz für sich. Für sich vor ihm, vor allem aber vor diesem Ding, das sie so emotionslos in immer neuen Blitzkaskaden abtastete.

Sie nahm noch einen Schluck von ihrem Wein, lächelte den Fotografen an, sagte irgendwas und meinte doch von jetzt an eigentlich die Kamera, die ihr diesen unmöglichen Blick gewähren würde, der schon seit Ewigkeiten in ihren Gedanken umhergeschwirrt war: Den Blick der sinnlichen, erregten Frau auf sich selbst.

Ohne jede Eile begann sie, ihre Bluse nun ganz aufzuknöpfen. Sie zündete sich eine Zigarette an und blies genüsslich den Rauch in die hellen Scanner-Augen ihres Gegenüber.

Sie drehte sich um, überließ ihr hübsches Hinterteil den gedankenleeren Blicken des Apparates, knöpfte, während sie sich sachte zur Musik bewegte, diese kleinen Haken und Reißverschlüsse auf, die das Stück Stoff normalerweise an ihrem Platz hielten.

Als sie sich wieder der Realität, dem Mann mit seinem aluminiumgebürsteten Ding in der Hand zuwandte, trug sie nur noch ihre halterlosen Strümpfe und den BH. In fließenden Bewegungen setzte sie sich auf den Tisch, der noch gar nicht abgeräumt war, nahm sich eins der übrigen Krustentiere, fummelte es auf und verspeiste es genüsslich.

Ein wenig nur musste sie auf dem Tisch nach hinten rücken und schon konnte sie ihre Beine anziehen und seitlich auf die Tischkante aufstützen. Kurz nur schleckte sie das Öl des Fisches mit ihrer Zunge ab, bevor sie ihre beiden Finger in ihre kleine Höhle tauchte, die nass und salzig wartete. Glatt rasiert, rosig und geschwollen öffneten sich ihre kleinen Flügel, blieben offen stehen, auch wenn sie ihre Hände kurz benötigte, um nach dem Glas zu greifen.

Die anfängliche Kälte der Blitze, das Gefühl, gefressen zu werden von tausenden von Pixels, war einem überlegenen, selbstbewussten Gefühl gewichen, dass sie es war, die die Szene bestimmte, dass sie die Königin war, das Model, das Super-Model, die erregte, euphorische Herrscherin über den Augenblick, den das Gerät abzubilden verpflichtet war, ohne je irgendetwas zu verstehen. Sachte glitt sie mit den Füssen wieder auf den Boden, mit starker Geste drehte sie ihm ihren runden Hintern zu, um ihn — kaum konnte er ein oder zwei Bilder machen — wieder aus seinem Blick herauszudrehen und mit ausladenden Schritten dem Canapé zuzuschreiten, wo sie sich ein wenig zu räkeln gedachte.

Nun durften auch die Brüste endlich einmal zeigen, in aller Öffentlichkeit, vor diesem Fotoapparat, was sie sonst nur dem heimischen Spiegel vorgeführt hatten: Ihre beachtlichen Rundungen, ihren festen, gut gepflegten Teint, ihre harten Nippel, die sich in die Welt streckten wie Krokusse der Frühlingssonne. Blitz um Blitz umhüllte sie wie ein weißes Tuch, ließ sie blass erscheinen, edel blass, Seide auf der Geisha.

Sie bat den Fotografen um eine Zigarette und rauchend wandte sie sich wieder ihrem köstlichen Schmetterling zu.

Sie winkte mit kurzer Geste und einem strahlenden Lächeln den begeisterten, etwas trancehaft erscheinenden Bildauslöser zu sich heran, jedoch nur, damit er der kleinen Kiste erlaube, ihre glänzende kleine Freundin näher zu betrachten, die so groß geworden war, so rot, so rosa, so nackt und stark.

Da fiel ihr ein, dass Yoni doch noch ein wenig mehr Vergnügen haben könnte und packte sich den Bund der Hose vom perplexen Knipser, öffnete ohne Umschweife alle Barrieren, griff sich das fein geschwollene Gerät, das jetzt zum Vorschein kam.

Die kleine Pause, bis der Mann sich der umständlichen Hose entledigt hatte — was haben es Frauen doch gut! Ein Häkchen, ein Zipp, und weg ist alle Verpackung! — nutzte sie um die Zigarette zu löschen, denn nun kam `er` dran. Mit aller Ruhe, mit aller Erfahrung, und kraftvollen Bewegungen lud sie den erregten Prügel ein zum Spiel. Irgendwie wurde es dunkel im Raum, der Typ hatte wohl vergessen weiter zu fotografieren!

Flugs entwand sie ihm den Apparat: So einfach geht das! Rollentausch! Sie war von der Muse zur Künstlerin mutiert! Bild um Bild kracht auf den Kerl nieder, packt sich seinen Schwanz in Großaufnahme, zoomt zurück auf Totale mit ansehnlichem Detail, küsst mal kurz nur sein Gesicht, schießt voll Übermut ins Leere, in den Raum, hält alles fest, was jetzt ist und hier, Unwichtiges, Kleinigkeiten, Farben, Gerüche, Empfindungen, Erinnerungen von morgen.

Wie sieht das aus, wie könnten Dritte das sehen, was sie nie zu Gesicht bekommen: Vashra besucht Yoni? Ein paar Verrenkungen waren schon nötig, bedrohen für einen Moment die Intensität des Augenblicks, aber der Gedanke ist es wert: Wie sieht ihre Yoni wirklich aus, wenn sie diesen feinen Schwanz in sich aufnimmt? Nie Gesehenes wird hell erleuchtet für Sekunden, festgehalten in digitaler Ewigkeit.

Doch weiter, weiter! Sie hält die Kamera fest und packt sich diese rosa Zuckerstange mit den Füssen, massiert ihn , spielt mit ihren Zehen an der vor Geilheit dunkelroten Eichel: Großaufnahme! Es ist, wie einen Fisch an der Angel zu haben, zappelnd, ein wenig befeuchtet, ein wenig fremd (immer wieder, auch nach so vielen Jahren an Erfahrung kommt ihr dieser geile kleine Fisch irgendwie seltsam vor.

Erregend, geil, schön, aber doch fremd in seiner Größe, seinem Pulsieren…) und verbunden mit jener euphorischen Macht über Leben und Tod, die nur Fischer erleben, wenn sie den Fisch, ihr Ziel, ihr Begehren, ihr Opfer in der Hand halten und entscheiden, ob er sinnenfroh verspeist wird oder zurück ins Wasser kommt, dann lebt, aber verschwindet. Ob er `froh` ist zu leben? Oder niemals seinen Sinn erfährt, im Tod?

Doch Schluss mit sumpfwassergrünen Gedanken: Noch ein Bild! Noch einen Fisch!

Und dann — jetzt schaut der fotografierte Mann so, wie Männer immer schauen, wenn weibliche Intuition sie aushebelt — drückt sie ihm die Silberkiste wieder in die Hand und strebt dem Bade zu.

Der Raum des Weibes! Warm, verspiegelt, duftend, heißes Wasser ist nicht weit. Die Dusche aufgedreht und abtauchen im tropischen Regen. Begleitet von diesen kleinen Blitzen, auf die kein Donner folgt, ungefährlich, irgendwo, begleitend. Sie schauen zu und halten die Zeit fest, die fliegenden Tropfen, die glänzende Haut, das strahlende Lachen des Momentes, den schnellen Blick in den Spiegel, das Posen, das Spiel mit den Brüsten, den Griff in den Schritt, nass, rauschend, Yoni hat noch mal große Bühne, die sonst den süßen Nippeln vorbehalten ist…

und schließlich fängt das silberne Auge auch ihr kleines Winken ein, das die wirkliche Begierde zu sich holt, den Mann dahinter, die Einladung, das alles sein zu lassen, zu ihm zu gehen, ihn zu spüren, im Tropenregen gefickt zu werden, zu schreien, zu grunzen, zu explodieren, sich zu mischen in allen Wassern und Säften, zu vergehen für diesen Augenblick, für diese Ewigkeit…

Der Fotoapparat liegt am Waschbecken, teilnahmslos, silbern, gefüllt mit Erinnerungen von morgen -.

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