Wenn der Herr außer Haus ist —

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Wenn der Herr außer Haus ist, tanzt das Mäuslein im Bette

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Zur Übersicht für die geneigte Leserin und den geneigten Leser — es gibt ja deren einige, denen meine Geschichten gefallen — hier eine chronologische Übersicht meiner bisherigen Geschichten:

[Der Unterschied]

[Die Grundbegriffe]

Das Obligatorische

[Über einen starken Typ]

[Ferienspaß I]

PennälerInnenfeten

Lernen fürs Abitur

[Ferienspaß II]

Erstes Eheleben

Auf Schlingerkurs in den Hafen (mit Ferienspaß III)

Der weltberühmte Pianist hat heute nicht seinen besten Tag

Auf der Durchreise

Der Wanderclub

Die Ernennung

[Hinter unverschlossenen Türen]

Vetternwirtschaft

Vom anderen Ufer

An der Ostsee hellem Strande …

Wenn der Herr außer Haus ist, tanzt das Mäuslein im Bette

Die mit [] markierten Texte sind nicht in ### zu finden, denn sie handeln von Jugenderlebnissen, bei denen einige der handelnden Personen noch keine achtzehn Jahre alt sind, oder sie sind kürzer als 750 Wörter.

Wer auch diese Texte lesen möchte, melde ich bei mir, möglichst per E-Mail.

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Ich hatte Otto angelogen — na ja, nicht prinzipiell, aber es war natürlich nicht Peter, der sich angesagt hatte, sondern er hatte es wieder über Trudi versucht, mit mir Kontakt aufzunehmen. Zwei Wochen nach der FKK-Sause mit Otto, also ebenfalls an einem Sonntag, würde Peter gleich zu Beginn einer Dienstreise in Hamburg Station machen, und wünschte mich zu sehen — und wohl nicht nur zu sehen.

Ich rief am Montag davor Peter im Bureau an:

„Hier Fink. „

„Hier Knaack. „

„– Melanie?“

„Erraten! Kannst du frei sprechen?“

„Im Moment ja, aber es kann natürlich jeden Moment jemand ins Zimmer kommen. Wie geht es dir?“

„Ausgezeichnet! Ich freu mich schon auf Sonntag. Bleibt es dabei, was Trudi gesagt hat?“

„Ja, aber ich hab nur kurz Zeit, nur am Sonntag nachmittag.

Ich hab trotzdem ein Zimmer im Remmel bestellt. „

„Das war vielleicht etwas voreilig. „

„Wieso? Paßt es dir nicht? Du hast doch eben gesagt –„

„Doch! Es paßt mir wunderbar! Es paßt mir sogar zù gut!“

„Wie meinst du jetzt das?“

„Dieter ist für zwei Wochen in Marseille, und wir können uns bei mir treffen. Wenn du nur den Nachmittag Zeit hast, lohnt sich doch das Zimmer nicht.

„Das sind ja völlig andere Aussichten. Und du meinst, du würdest — auch bei dir zu Hause — auch –„

„Auch — auch – auch –?“

„Ich kann das jetzt hier nicht so sagen –„

„Feigling! Du stehst nicht zu deinen eigenen Absichten! Aber ich verstehe natürlich. Ja, du kannst bei mir ,auch`!“

„Vielleicht bleib ich dann doch auch über Nacht — würde das auch gehen?“

„Noch ein ,auch`.

Ja, das würde auch gehen. Wenn du kannst, kannst du auch eine Woche bleiben. Die ganze Woche nach dem Sonntag ist Dieter in Marseille und kommt erst am darauffolgenden Mittwoch wieder. „

„Wenn er dich nicht erwischen will und früher kommt. „

„Dieter ist noch nie früher gekommen als geplant, ohne das vorher anzusagen. „

„Er ist ja doch ein Anständiger. „

„Irgendwie schon.

— Also sieh, wie du dir deine Pläne machst; ich ruf dich Freitag davor noch mal im Bureau an. „

„Okay, bis dann, und ein dickes –„

„Ich dir auch! Tschüs!“

Jetzt mußte ich anständigerweise Otto für diesen Sonntag absagen — vorgewarnt war er ja schon –, aber das schob ich von Tag zu Tag hinaus und traf mich mit ihm turnusmäßig am Tag vor Peters angekündigtem Besuch.

Es war ein trüber, regnerischer Tag, Dieter hatte ich zum wiederholten Male gesagt, zünftige Wanderer zögen auch bei solchem Wetter los — Radio Erewan: im Prinzip ja, aber an einem warmen, trockenen Plätzchen, und nicht allein, ist es doch gemütlicher –, zog mir meinen Friesennerz an und fuhr zu unserem Treffpunkt. Otto kam fast gleichzeitig, und ich setzte mich zu ihm ins Auto.

„Sauwetter heute“, begann ich, „was machen wir?“

Otto gab mir einen herzhaften Begrüßungskuß, dabei schon fuhr er mit der Hand unter mein Ölzeug an meine darunter miniberockten Beine —

„Du bist ja so stürmisch heute, was ist ìn dich gefahren?“

„Sag ich dir später! Ich würd heute schon gern mit dir — nicht wieder ,nur` das Itzehoer Heimatmuseum besuchen, wie interessant das auch war am letzten solchen Regentag.

„Aber auf der Wiese schwimmt wahrscheinlich alles, und in der Jagdhütte ist es saukalt. — Ich weiß was: Wir fahren etwas mit dem Auto, bis es warm ist, dann fahren wie in einen Knickweg, und wir lieben uns im Auto wie zu Studentenzeiten. „

„Hast du das jemals gemacht?“

„Nie! Da ist es irgendwie nie zu gekommen. Ich hab ja schon nach dem ersten Studienjahr den Dieter geheiratet.

— Und du?“

„Ich auch nicht. Als ich nach dem Krieg studierte, hatten Studenten noch kein Auto, und mit meiner Frau und mit Ilse hatten wir es nicht mehr nötig. — Nein, aber laß uns doch zur Jagdhütte fahren, ich hab im Kofferraum Holz mitgebracht, dann können wir zünftig den Kamin heizen. „

„Das kann ja romantisch werden — aber dann müssen wir erst Holz hacken. „

„Da war ich heute auch zu faul zu; ich hab fertig gespaltenes gekauft.

„Na, dann fahr los — hoffentlich bleiben wir nicht in einem Schlammloch stecken. „

„Ich hab ja jemand zum Schieben!“

„Sadist!“

In kurzer Zeit erreichten wir — ohne steckenzubleiben — das Jagdhaus, und Otto begann alsobald, das Holz reinzubringen. Ich als „schwaches Weib“ durfte mich mit den Picknicksachen begnügen. Es war julimäßig gar nicht so kühl, wie wir befürchtet hatten, aber trotzdem machte Otto ein Feuerchen im Kamin — schon, um das Holz nicht umsonst hierhergebracht zu haben.

Bald hatten wir eine Bullenhitze, und man mußte sich einfach einiger und dann mehrerer Kleidungsstücke entledigen.

Wir begannen, unser übliches Ritual durchzuziehen, und also hieß es erst einmal Kaffee und Kuchen als Picknick. Hier brauchten wir keine Decke auf etwaiges Gras auszubreiten, sondern wir konnten bequem an einem rustikal grobgezimmerten Holztisch tafeln. Otto bat mich, mich nicht ihm gegenüber zu setzen, sondern neben ihm auf der Bank —

„Aha, Otto, so hast du meine Wanderbeine besser im Blickfeld!“

„Um ehrlich zu sein: Ja!“

„Und nun sag schon: Was hast du? Was ist mit dir heute? Hast du ein diesbezügliches Aufputschmittel genommen — aber das hast du doch bei deiner Performance gar nicht nötig!“

„Später!“

„Du machst aber ein Geheimnis!“

„– ich hab dir auch deine Lieblings-Kuchenstücke aus der Konditorei bei deinem Elternhaus gebracht.

„Das hab ich schon bemerkt! Hast du was zu beichten — einen Fehltritt oder so was?“

„Zu beichten — nein — doch, ja, vielleicht — aber eigentlich doch nicht — essen wir doch erst mal!“

„Aha, verstehe: Dieser Kaffee ist also nicht unser einziger Programmpunkt?!“

„Na ja — ich dachte schon –„

Der gute Kuchen und der heiße Kaffee aus zwei Thermoskannen — man weiß ja nie, wie durstig man wird, und sicher hatte Otto als Reserve noch irgendwo einige Flaschen Coca Cola versteckt — wir wärmten innerlich auf, und noch bevor wir mit der Jause fertig waren — „sparen wir uns doch noch ein Stück für später auf“ — zog es Otto unwiderstehlich in die Waagerechte.

Wir machten schnell das Bett mit dem wie stets von Otto mitgebrachten Bettzeug — in dieser von mehreren munteren älteren Herren benutzten Liebeslaube herrschte ein strenges Reglement, jeder hatte gefälligst sein Bettzeug mitzubringen und wieder mitzunehmen — und schon begann der Hüttenzauber, diesmal, für mich etwas ungewohnt, züchtig versteckt unter der Bettdecke — „der Kälte wegen“.

Otto war voll da, sein Stab sozusagen eisenhart, mein Freund umarmte mich lieb und wild, es war mal etwas anderes, die Richtung seiner Stöße nicht gleich zu sehen, dann ließ er alle Rücksicht auf eventuelle altersmäßig schwächere Kondition fallen, bäumte sich auf mich, drang kräftig bis zum Anschlag ein und bearbeitete mich nach Strich und Faden.

Es war seine bisher kürzeste Nummer, aber auch ich kam, noch während er sich zur Seite rollte, und massierte dabei noch mit einigen Scheidenbewegungen seine rote Spitze.

Als wir nebeneinander lagen und uns verpusteten, spürte ich, wie Ottos Liebesknüppel kaum schrumpfte, aber bevor er wieder zu voller Stärke auflief, wollte ich es doch wissen und fragte:

„Also jetzt endlich beichte mal! Ich hab ja mit dir manches Schöne erlebt, aber diesmal –„

„Es ist ganz einfach: Ich hab gestern nacht — meine Frau war schon schlafengegangen — noch einen schönen Pornofilm gesehen — und mich seitdem extra nicht abreagiert — so einfach ist das!“

„In der Tat, sehr einfach! Dann sieh doch nächstens samstags abends immer noch einen Porno, bei den fünfzig Programmen, die man so reinkriegt, findest du doch bestimmt einen — aber, wie gesagt — ich hatte bisher überhaupt nicht den Eindruck, daß du das nötig hättest.

— Und jetzt muß ich was beichten!“

„Du hast einen neuen Freund!?“

„Ich hab doch auch nicht immer einen neuen Freund — aber einen alten. „

„Peter!“

„Ja!“

„Und wann kommt er?“

„Nächsten Sonntag. „

„Dann können wir also nicht –„

„Nein, nächsten Sonntag können wir uns mal nicht treffen, das hatte ich letzten Sonntag in Dahme doch schon gesagt, aber das wirst du doch überstehen.

Jetzt schrumpfte Ottos Schwanz merklich, und ich mußte mit meinen Intimmuskeln Schwerstarbeit leisten, um ihn im wahrsten Sinne des Wortes bei der Stange zu halten, denn ich spürte, daß bei Otto heute noch manches drin war. Als ich es nach einiger Zeit geschafft hatte, sagte ich:

„Los, Otto, sei kein Frosch, mach mir denselben!“

Damit drehte ich mich auf den Bauch, Otto legte sich auf mich, ich präsentierte ihm mein Löchlein zum leichten Finden und Eindringen, und schon rammelte Otto seine Porno-Erinnerungen in mich hinein.

Diese Stellung hatten wir vor einiger Zeit für uns entdeckt, das heißt, Otto hatte sie entdeckt: Als ich mich einmal, auf dem Bauche liegend, auf der Wiese sonnte, geilte ihn meine Hinterfront so auf, daß er sich in der beschriebenen Weise auf meinen Rücken legte und suchte und suchte, bis ich ihm meine Muschi entgegendrehte, damit er nicht in seiner Begierde einen anderen Eingang nehme, deren Bearbeitung mir nicht gefällt.

Ich kam zweimal, bis es Otto dieses Mal geschafft hatte.

„Wunderschön machst du das heute“, hauchte ich, als ich etwas wieder zu Atem gekommen war.

Otto rollte von mir herab und fragte:

„Besser als Peter?“

„Aber, Otto, jeder Mensch ist doch verschieden“ — unmögliches Deutsch, dachte ich, aber Otto denkt sicher an ganz was anderes –, „und jeder Liebhaber macht es anders, das weißt du doch!“

„Wie macht er es denn?“

„Das geht dich nun überhaupt nichts an! Du weißt doch, was ,intim` bedeutet!? Ich erzähl Peter ja auch nicht mehr von dir, als daß ich einen Freund namens Otto hab.

Komm, ertrag es mit Fassung, umarm mich ganz fest — und übernächsten Sonntag kann ich dir vielleicht was ganz Besonderes bieten. „

„Na, da bin ich aber neugierig, was meinst du denn?“

„Das sag ich dir jetzt auch noch nicht, aber du kannst dich, glaub ich, auf was freuen. „

Wir lagen eng umschlungen eine Weile, dann wurde es allmählich Zeit, an Aufbruch zu denken.

Otto drängte es aber vorher noch zunächst einmal nach einem Waldlauf „mit natürlichen Bewegungen“. Nachdem wir aus den Fenstern in alle vier Richtungen geäugt hatten und keine Spaziergänger feststellen konnten — das wäre bei den nassen Wetter auch extrem unwahrscheinlich gewesen — liefen wir einige Runden durch das nasse Gras um die Jagdhütte herum. Dann setzten wir uns so, wie wir waren, an den Tisch und aßen unseren Kuchen fertig, und als ich mich wieder anziehen wollte, da mußte Otto unbedingt noch einige Restenergien loswerden, wie, kann man sich ja denken.

Dann folgte das Endritual der Intim-Katzenwäsche in und an der Waschschüssel, das Anziehen, das Wegschütten des Waschwassers ins Gras, des Bettenabziehens und Verpackens der besudelten Bettwäsche (deren Wäsche Otto Problem war), des Einpackens der Picknicksachen, des Abschließens der Hütte und des Abfahrens. Wieder passierten wir alle Pfützen ohne Probleme, und beim Abschied wünschte mir Otto noch lachend viel Spaß mit Peter — „und erzähl doch mal ein bißchen, wenigstens andeutungsweise!“

„Na, mal sehen, was sich machen läßt! Tschüs bis in zwei Wochen!“

„Ich freu mich schon!“

Otto hatte es zum Glück gepackt; bisher mußte er nur auf seine Melanie verzichten, wenn diese mal mit ihrem Dieter wegfuhr, auf Urlaubs- oder gelegentlich auf eine seiner Geschäftsreisen — und natürlich während seiner Urlaubsreisen mit seiner Eheliebsten.

Dieser begrüßte mich zu Hause freundlich, aber uninteressiert — nie interessierte er sich für „Ottilie“ oder andere meiner Freundinnen; er suchte seine Gespielinnen dezenterweise stets außerhalb meines Bekanntenkreises. Wir verbrachten einen harmonischen Sonntagnachmittag und -abend, und als er noch etwas von mir wollte, da meinte er:

„Du bist ja schon ganz feucht, auch schon innen!“

Ahnte er wirklich nicht, daß dies vor allem an unzureichenden Waschgelegenheiten lag?

Am folgenden Mittwoch reiste Dieter zu seinen Besprechungen nach Marseille ab und sagte beim Abschied lachend und ohne erkennbaren Unterton:

„Daß du mir brav bleibst, mein Mädchen!“

„Na, klar doch!“, antwortete ich.

Am Freitag rief ich noch einmal kurz Peter an, ob nichts dazwischengekommen sei, und am Sonntag richtete ich gemäß Peters geplanter Ankunftszeit eine festliche Kaffeetafel. Nur drei Minuten später als verabredet hörte ich seinen schweren Dienstwagen heranrauschen. Ich trat auf den Balkon und winkte Peter zu, nachdem er ausgestiegen war, und er winkte zurück, ausgelassen wie ein Schuljunge. Er entnahm dem Wagen ein kleines Köfferchen, und ich hielt ihm die Wohnungstür auf, um ihn einzulassen.

Es gelang mir, die Tür zuzuwerfen, bevor er mich wie erwartet stürmisch umarmte.

Da der Tag sonnig und heiß war und es seit mehreren Tagen nicht mehr geregnet hatte, hatte ich einen Plan gefaßt.

„Peter“, sagte ich, „bist du sehr hungrig, oder wollen wir zuerst rührendes Wiedersehen feiern?“

„,Rührendes Wiedersehen`, das klingt ja vielversprechend! Nein, großen Hunger hab ich nicht, außer nach dir“, womit er mich wieder heftig umarmte und damit begann, tastend zu erforschen, ob ich noch komplett war.

„Dann komm in mein eines Ehebett!“

„Was heißt ,dein eines`?“, und sah sich um, wohin es wohl zum Schlafzimmer ginge.

„Nein, komm, wir fahren mit dem Auto. „

„Jetzt versteh ich gar nichts mehr“, sagte Peter resigniert und ließ alles mit sich gefallen.

Sanft, aber bestimmt, ließ ich Peter in mein Auto steigen und kutschierte ihn zum Sachsenwald.

„Was willst du nur hier im Gemüse?“, fragte er hin und wieder.

„Du wirst schon sehen!“

Ich parkte auf dem wiesennahen Parkplatz und sagte zu Peter:

„So, nun raus, und beweg dich ein bißchen!“

„Hab ich dir was getan, daß du mich hier in der Wüste rausschmeißt?“, fragte Peter bekümmert.

„Nein, ich komm ja auch — hilf mir mal tragen!“.

Damit bepackte ich Peter mit Decken und Picknickkorb.

„Ich dachte — ich hab mich so gefreut –, daß wir bei dir zu Hause –„

„Kommt noch! Später — dann haben wir sicher schönen Kaffeedurst. „

„Kaffeedurst — ja, sicher — das auch –“ sagte Peter resigniert und ergab sich in sein Schicksal.

Als ich alles Notwendige aus dem Auto geholt hatte, ging ich los, überholte Peter und stürmte zu unserer Wiese, die wir in weniger als zehn Minuten erreichten.

„Hier“, sagte ich, „breite mal bitte die Decke aus!“

„Hier?“

„Ja, hier, ich sagte es bereits. Hier ist sozusagen eines meiner Ehebetten. „

„Das mußt du mir erklären. „

„Später! Erstmal so viel: Ich hab dir doch erzählt, daß ich mich mit Rolf, meinem ersten Freund, immer auf einer Wiese getroffen hab. Und davon bin ich wohl vorbelastet.

Und wir beide haben uns noch nie im Freien geliebt, und heute ist es so schön warm und trocken — hast du was dagegen, hier –„

„Nein — ach so, deshalb dieser Ausflug — das hättest du doch gleich sagen können, dann hätte ich mich schon auf der ganzen Fahrt hierher gefreut — aber fressen uns hier nicht die Bären und Wölfe — es sollen doch hier so viele Wildschweine sein –„

„Ich hab ja jetzt jemand, der mich beschützt.

„Und kann nicht auch jede Minute jemand vorbeikommen?“

„Auch vor denen hab ich ja einen Beschützer. Aber seit ich dieses Fleckchen kenne, ist noch nie jemand vorbeigekommen. „

„Woher kennst du das hier überhaupt?“

„Später! Interessieren dich hier nur Bären und Wölfe und Wildschweine und –„

„Nein!“, rief Peter dazwischen, ehe ich bei meiner Aufzählung zu den menschlichen Wesen gekommen war, „natürlich interessiert mich eigentlich nur meine kleine Melanie!

Damit begann Peter, mich stürmisch zu umarmen und dabei die Erforschung des Wachstums meiner Fettpölsterchen fortzusetzen; ich konnte kaum Luft holen und das Notwendige antworten:

„Gegen ,meine` und ,kleine` muß ich entschieden protestieren!“

„Ja, ja doch! Das hatten wir doch schon mal! Das sagt man eben so! Ich bin ja auch dein kleiner Peter!“

„Erstens bist du nicht ,mein`, und zweitens: Wie will mich Klein-Peter vor den Bären und Wölfen beschützen? Nun zerr doch nicht so an meiner BH-Öse — tu doch nicht so, als hättest du noch nie ein Weib entblättert — schön langsam und zart — du weißt doch, was ich gern hab — wie haben doch beliebig viel Zeit — oder glaubst du, daß du vorzeitig explodierst — aber Peter, ich bitt dich, bei deiner Erfahrung –„

In der Tat war es in Peters Hose schon bedenklich fortgeschritten, so daß man — aber eigentlich nur bei einem ganz jungen und unerfahrenen Liebhaber — das Schlimmste hätte befürchten müssen.

Aber wie wohl jeder Frau schmeichelte auch mir Peters Begierde, und so half ich ihm auch meinerseits, so schnell wie möglich aus seinen Klamotten rauszukommen.

In wenigen Sekunden lagen wir nackt nebeneinander auf der Decke, und ich fühlte schon Peters Zauberstab ungefähr an der richtigen Stelle. Bevor er zu Weiterem schritt, sagte ich in lehrerinnenhaftem Ton zu ihm:

„Bitte erst mal Vorspiel!“

Daraufhin küßte mich Peter noch ein paar Mal pro forma und leckte mich auch zu ausreichender Nässe, dann aber schmiß er sich auf mich, drang ein — und reagierte im Weiteren seine aufgestaute Lust in kräftigen, aber auch zarten Bewegungen ab.

Ich kam noch in seiner Abschlaffphase, konnte es mir dann aber nicht verkneifen, ihm zu sagen:

„Wunderbar, besser als je! Allerdings hättest du auch nach der Pille fragen sollen. Aber ich kann dich beruhigen: Ich nehm sie noch. „

Wir knutschten uns aneinander und dusselten bald etwas ein. Es waren wohl nur wenige Minuten vergangen, daß ich davon aufwachte, wie Peter wieder erstarkt war und fühlbar seine Restenergien in mir abladen wollte.

Ich ließ ihn gewähren, und als er eingedrungen war und mit den bekannten animalischen Bewegungen begann, revanchierte ich mich mit eigenem Tun, denn ich erinnerte mich, daß er es schon zu unseren Studentenzeiten liebte, wenn ich heftig mittat. Er liebte dies offenbar noch immer, denn er begann wohlig immer lauter zu stöhnen und Laute zu lallen, die so etwa nach „Ja, ja, weiter, hör nicht auf!“ klangen, und auch ich mußte luststöhnen.

Ich spürte bald seine Entladung, da ich aber noch nicht fertig war, bewegte ich mich laut stöhnend weiter, keine Rücksicht auf Peters saure Miene nehmend; eigentlich wußte ich es ja, daß Männerschwänze es nicht gern haben — um es vorichtig auszudrücken –, ja, daß es Männern eigentlich richtig weh tut, wenn man sie nach der Entladung weiter reizt.

Aber ich spürte, daß ich schon unmittelbar vor dem Gipfel stand, und so brauchte ich nur noch wenige Male zu stöhnen, bevor ich kam und Peter mit Armen und Beinen noch fester umklammerte, um ihn ganz für mich zu haben.

„Das muß man ja im ganzen Sachsenwald gehört haben“, meinte Peter, als wir wieder zu Atem gekommen waren.

„Das wird man wohl“, entgegnete ich, „vielleicht kommen welche und wollen zusehen — oder mitmachen.

„Mach keine blöden Witze –„

„Hast du schon mal vor anderen Leuten — wenn andere zugesehen haben?“

„Wo denkst du hin — nie!“

„Auch nicht in solchen Clubs; es soll ja solche Etablissements geben. „

„Auch in solchen war ich nie. — Und du?“

„Mit Zusehen auch nicht, aber mit Zuhören — vielleicht auch ein wenig Zusehen.

„Wirklich?“

„Ja, vor einigen Wochen –„, und erzählte von meiner Sause mit Trudi am FKK-Strand.

„Ihr macht ja Sachen! Euch kann man ja auch keinen Moment alleinlassen. „

„Aber jetzt erzähl mal von dir! Was hast du so gemacht, seit du das letzte Mal hier warst — das sind doch jetzt schon drei — nein: schon vier Jahre. Wie die Zeit läuft!“

„Erst du!“

„Ich lauf doch gar nicht!“

„Ich meine doch: erzählen!“

„Also gut, weil du's bist.

Ich muß dir was beichten: Ich hab einen Freund. „

„Wie bitte?“

„Mach den Mund wieder zu! Seit vier Jahren hab ich einen Dauerfreund –„

„Seit vier Jahren?“

„Ja, das fing an, kurz nachdem du abgedampft warst. Ich hab ihn — er heißt übrigens Otto — im Wanderclub kennengelernt, und wir treffen uns bei schönem Wetter fast jeden Sonntag hier auf der Wiese.

„Ach daher! Und bei schlechtem Wetter?

„Gehen wir in ein Jagdhaus, das Otto zusammen mit einem seiner Freunde gehört. „

„Heute ist doch Sonntag?!“

„Ja, für heute hab ich Otto abgesagt. „

„Und das hat er sich gefallenlassen?“

„Na, du bist gut. Ihr Männer bumst rum, wo ihr Lust habt, aber eure Freundinnen wollt ihr für euch alleine haben.

Nicht mit mir!“

„Du hast ja recht, so sind wir Männer eben, das ist echt machohaft, wir sollten es uns abgewöhnen. — Aber du, hast du das so gern, wenn sich deine Liebhaber auch noch anderweitig betätigen?“

„Damit hast du auch recht. Damit konnte ich mich — jedenfalls nach der Heirat — gar nicht abfinden und hab ja daraufhin erst angefangen, mit anderen Männern — auch mit dir — rumzumachen, aber inzwischen hab ich mich daran gewöhnt — mußte ich ja.

„Und Dieter?“

„Scheint von all dem gar nichts zu merken, oder er läßt es sich nicht anmerken. Er hat nie was gesagt. „

„Und was ist mit Otto?“

„Otto ist ein sechzigjäh –„

„Was sagst du da?“

„Du hörst es ja! — … ein sechzigjähriger wunderbar zarter Liebhaber, noch voll im Saft, aber das Verhältnis ist natürlich völlig unmöglich, zumal er noch Frau und Freundin hat.

„Noch eine weitere Freundin?“

„Ja! Angeblich nur wenig jünger. „

„Wenig jünger als du?“

„Wenig jünger als er, du Dösbaddel! — Daneben hatte ich noch die eine oder andere kürzere Affäre — ehe du weiter fragst. „

„Zum Beispiel?“

„Neugieriger Fratz! Das geht dich eigentlich gar nichts an! Karl war ein lieber Kerl, der war so glücklich, daß er wegen einer blöden Bemerkung nicht aus dem Schuldienst geflogen ist — und ich war an dem Tag zur Studienrätin ernannt worden –, daß wir zusammen gefeiert haben, erst bei einem guten Essen und dann auch in der Horizontalen.

Nach einigen Monaten hat der dann seine Verlobte geheiratet. Und dann war da noch die Geschichte mit Trudi am Strand, die hab ich ja schon erzählt, und was Lesbisches hatte ich auch drei Tage lang. „

„Du bist doch nicht lesbisch!?“

„Ich nicht — oder nur mit einem geringen Anteil: Du weißt doch: moderne Sexualpsychologie — nein, eine Kollegin, mit der ich zusammen ein Zimmer bei einem Kongreß hatte.

Sie hat es mir gebeichtet, und wir haben uns auch nach ihrem Ritus geliebt. Es war durchaus nicht unangenehm. — Aber jetzt erzähl du mal! Du bist doch noch mit Erna verheiratet?“

„Ja, und wir haben jetzt zwei Kinder, ein Mädchen und einen Jungen. „

„Und du gehst fremd, wie man sieht?“

„Du bist die erste — ich meine, außer Nachtclubs –„

„Nachtclubs?“

„Ja, Melanie, auf einer Werft geht es heftiger zu als unter Altphilologen.

Angefangen hat es, als Besucher uns Ingenieure nach den Besprechungen am Abend in einen Nacht-, eigentlich in einen Sexclub einluden und uns den Eintritt — nicht aber die Mädchen bezahlten. „

„Und die Ingenieurinnen, eure Kolleginnen?“

„Davon hatten wir damals nur zwei; die gingen grinsend in ein anderes Restaurant, und eine fragte uns am nächsten Morgen, wieviel Alimente wir denn jetzt noch zahlen müßten. Und weil wir mit der Firma viel zusammenarbeiten, hat es sich eingespielt, daß nach jedem Besuch von denen bei und oder von uns bei denen nach den Besprechungen entsprechend gefeiert wird.

„Und was sagt Erna dazu?“

„Der hab ich nur was von Nachtclub gesagt. „

„Und das glaubt sie?“

„Das weiß ich auch nicht. „

„Und wo denkt sie, bist du jetzt?“

„Bei meiner Tante in Frankfurt. Die ist eingeweiht und verleugnet mich, wenn Erna wirklich da anrufen sollte. — Findest du nicht, daß es allmählich kühl wird?“

„Du hast recht! Brechen wir allmählich auf.

Dann trinken wir bei mir Kaffee –„

„– und dann gehen wir schick essen, ich lad dich ein –„

„Sehr gut! Und dann –„

„– dann –?“

„– dann sind wir müde und gehen schlafen. „

„– beischlafen –„

„Frechheit! Was du so für unans-tändige Wörter in den Mund nimmst — ich muß schon sagen — ich bin eine verheiratete Frau!“

„Ach so!“, sagte Peter nur trocken und begann sich anzuziehen, fragte dann aber noch: „Wo kann man denn hier duschen?“

„Im Hotel in Schwarzenbek.

Und wenn dir das zu weit ist: Hier hab ich Kleenexe; ich hab ganz vergessen, sie rauszunehmen. Ich hab es da wohl etwas schwerer. „

„Ja, ja, ihr armen Frauen! Ich hab dich besudelt, entschuldige bitte!“, sagte Peter weiter in trockenem Ton, während er mit großer Sorgfalt seinen immer noch nicht ganz abgeschwollenen Schwanz abtupfte.

„Ja, wir sind Leiden gewohnt — und der Slip muß zu Hause gleich in die Wäsche, so ist das eben.

Wenn du willst, wasch ich deinen auch bis morgen. „

„Danke! Aber bei dir müssen wir erst mal duschen. „

„Wenn du warmes Wasser haben willst, mußt du zuerst Holz hacken. „

„Wie bitte?“

„Ach so, nee, das hab ich jetzt mit der Jagdhütte verwechselt. Ich werd auch allmählich alt und bring meine Liebesnester durcheinander. „

„Auch deine Liebhaber?“

„Das wird auch bald soweit sein.

`A propos: Bist du soweit?“

„Ja, wir können gehen. „

Auf der Fahrt zu mir streichelte Peter unentwegt meine Beine und sagte nur einmal verzückt:

„Ich kann es immer noch nicht glauben, daß wir wieder einmal zusammen sind. Ich war ein Riesenroß, daß ich dich damals nicht geheiratet habe. „

„So was darfst du nicht sagen, nicht mal denken! Du bist doch glücklich mit Erna –„

„Doch — ja — wirklich –„

„Na also! Und ob wir als verheiratete Leute jetzt immer noch so gut miteinander könnten, das ist doch gar nicht gesagt.

Als Freund alle paar Jahre bist du Klasse — das hätte ich dir wohl jetzt gar nicht sagen sollen, damit du dir nicht gar so viel einbildest — aber jeden Tag als Ehemann — also, ich weiß nicht. „

„Da magst du recht haben. „

„Aber anders herum: Kannst du jetzt wirklich nur bis morgen bleiben? Dieter ist noch über eine Woche in den USA. „

„Zu blöd! Ich muß wirklich morgen wieder los.

„Dann läßt sich das nicht ändern. „

Zu Hause schleppte Peter seine Koffer ins Gästezimmer, damit sie nicht herumstünden, und ich zeigte ihm das dazugehörige Gästebadezimmer. Ich zog mich ins Schlafzimmer zurück, zog mich aus und stellte mich unter die „richtige“ Dusche. Kaum hatte ich das Wasser auf eine angenehme Temperatur eingestellt — wer kommt? Natürlich Peter und stellte sich frech neben mich, und ehe ich noch mein Sprüchlein von der „verheirateten Frau“ loswerden konnte, hatte Peter schon meine Rede-Absichten erraten und sagte:

„Ich weiß schon! Ich will ja gar nichts von dir!“

So sah er unten herum gerade nicht aus, aber bei dieser Gelegenheit umarmte er mich wirklich nur, seifte mich ein, spülte und trocknete mich dann ab.

Dann ging er wieder ins Gästezimmer, um sich fürs Ausgehen anzuziehen, und auch ich zog mir etwas Sommerliches an: einen busenhebenden BH, eine weiße Bluse und einen weiten, langen Rock.

Als wir uns in der Diele wieder trafen — Peter in einem hellen Sommeranzug –, sagte er enttäuscht: „Du gehst doch, seit ich dich kenne, eigentlich immer in kurzen Röcken. „

„Ja, aber jetzt habe ich diesen eleganten langen angezogen, und mal für ein — zwei Stunden kein Knie-Begaffen.

Danach werden wir ja dann sehen. „

„Na, gut, wenn du meinst! — Ich hab schon ein Taxi bestellt, damit wir was trinken können. „

„Das war mal eine sehr gute Idee von dir! Danke!“

Peter führte mich in ein Nobelrestaurant in der Innenstadt, das ich mir selbst nie geleistet hatte, in dem ich aber auch mit Dieter noch nie gewesen war. Die Atmosphäre war exquisit, das Essen vorzüglich, und da wir unsere erste Lust bereits gestillt hatten, erzählten wir uns lange und ausgiebig von den letzten Jahren, vor allem Peter von seinen beruflichen Aktivitäten, von der jetzt nach der Wende beginnenden Zusammenarbeit mit Werften in der ehemaligen DDR und von Reisen bis nach Korea — von dem er sehr schwärmte — und immer wieder nach Genua, wo die Hauptgeschäftspartner seiner Firma saßen.

Er erzählte auch hingebungsvoll von seinen beiden süßen Kindern —

„Für Eltern sind ihre Kinder doch immer süß“, warf ich ein.

„Nun kritisier doch nicht immer alles! Anna und Hans sind wirklich süß!“

„Ich glaub dir ja, Peter, entschuldige!“, sagte ich und legte meine Hand auf seine.

„Was die kleinen so alles aufschnappen! Neulich kam Hans zu mir und fragte, was das ,arschipädische Pinzipp` sei.

Weißt du das?“

„Keine Ahnung! Irgendwas unanständiges?“

„Wegen ,Arsch`, meinst du? Nein! Ich hab auch eine Zeitlang gebraucht, bis ich darauf kam. Ist bei dir der Groschen immer noch nicht gefallen?“

„Nein! Nun spann mich nicht so auf die Folter!“

„Gut, gut! Ich dachte, wir hätten Zeit, aber wir haben ja vielleicht noch was vor –„

„Frechdachs!“

„Also: Hans meinte das ,archimedische Prinzip`; das muß er einige Tage vorher mitgekriegt haben, da hatten wir einen Kollegen mit seiner Frau zu Gast, und nach ein — zwei Glas Wein hab ich, glaub ich, großspurig gesagt, Schiffbau sei das archimedische Prinzip und wenig darüber hinaus.

„Ach, jetzt weiß ich: Das ist das mit der Badewanne und heúreka. „

„Genau!“

„Ich bin ja so was von vernagelt gewesen: Damit bring ich meinen Schülern immer — nicht das archimedische Prinzip — sondern die Bedeutung des griechischen Perfekts bei: nicht ,ich fand das Prinzip`, sondern ,jetzt weiß ich es, jetzt wissen es alle`. Du hattest doch auch Griechisch in der Schule?!“

„Ja, ja, ich erinnere mich dunkel.

Sag mal, wie kommst du eigentlich mit deinen Schülern zurecht? Es soll ja in der Schule immer schwieriger werden mit der Jugend von heute. „

„Na ja, ich komm so einigermaßen klar, wenn ich mir Respekt verschaffen will, brüll ich los, das hilft eigentlich immer, und vielleicht liegt es auch daran, daß ich im Ruf stehe, für alle Fragen offen zu sein. „

„Wirklich für alle?“

„Wirklich! Um deiner Neugier vorzugreifen: Immer wieder fragen mich junge Mädchen, wie es mit der Pille sei und was sie mit ihren Freunden machen sollen — und so was.

„Und was sagst du ihnen?“

„Na, was man dann eben so sagt. Ich muß mir natürlich erst einmal die näheren Umstände erzählen lassen. Solche Gespräche dauern schon mal ein — zwei Stunden. Auch hab ich schon manchem Jungen die Furcht vor dem Schwachsinnig-Werden genommen. „

„Wieso –„

„Du weißt doch, was manche Eltern, wohl vor allem Mütter, ihren Jungs immer noch erzählen: daß sie vom zu vielen –“ und ich machte die obszöne Handbewegung — „schwachsinnig werden.

„Wirst du auch manchmal von Jungs angemacht. „

„Schon — übrigens auch von Mädchen. „

„Auch von Mädchen?“

„Ja, denk mal an! Neulich kam eine an mich herangeschleimt und schwärmte mir was vor von meinen schönen Beinen. Ich nahm sie mir mit Ruhe zu meiner schönen Brust und wollte sie aufklären, daß Lesbisch-Sein keine Schande sei. Aber sie sagte, sie sei gar nicht lesbisch.

Ich weiß bis heute nicht, was mit der eigentlich war. „

„Sie wollte dich wohl bloß provozieren. „

„So wird's sein — Und einmal hab ich mir einen Jungen, der mir ewig auf den Rock und das darunter gesehen hat — nein, nicht das, was du wieder meinst: meine Knie — den hab ich mir vorgeknöpft und ihm so etwa gesagt: ,Steck deine Nase lieber ins Buch, und ansonsten empfehl ich dir den Quelle-Katalog — den hat deine Mama doch sicher — und da die Seiten mit den Badeanzügen.

` Der Junge war so verdutzt, daß er ganz rot wurde, sich artig entschuldigte und in der zweiten der Doppelstunde eifrig mitmachte. Überhaupt war der Junge eigentlich ein guter Schüler. „

„Wollen wir noch einen Nachtisch bestellen, oder sollen wir nach Hause gehen?“, brach Peter diesen Teil des Gespräches ab. „Ehrlich gesagt, fühl ich mich recht voll –„

„Voll des Verlangens –„

„Du wieder mit deinen altdeutschen Genetiven! Nein, nach dem guten Essen –„

„Du hast ja recht.

Gehen wir! Ich hab zu Hause eine Schale voll frischen Obstes –„; ich wartete auf eine Bemerkung Peters, aber es kam nichts; „die hast du ja gesehen, und das Obst ist auch gesünder als noch Crêpes oder Tiramisù!“

Peter bat den Kellner um die Rechnung, und diese fiel niedriger aus, als wir es erwartet hatten. Peter bat den Kellner, noch einmal nachzurechnen, „nicht, um Sie zu korrigieren, sondern ich glaube, Sie haben sich verrechnet, und zwar zu Ihren Ungunsten.

Und so war es. Der Kellner hatte sich beim Addieren um zehn Mark verrechnet und war so erfreut über diesen ehrlichen Gast, daß er kategorisch jedes Trinkgeld ablehnte und Peter sogar die letzten fünfzig Pfennige erließ.

Unsere gelöste und heitere Stimmung fiel auch dem Taxichauffeur auf, und er fragte, um eine Unterhaltung zu beginnen:

„Sie sind noch nicht lange verheiratet, nicht war?“

Wir wurden puterrot, was in dem dunklen Wagenfond zum Glück niemand bemerkte, und sahen uns an wie beim Kirschenklauen erwischte Schüler.

Schließlich sagte Peter:

„Wir kennen uns, seit wir soooo klein waren, und haben uns seit Jahren nicht mehr gesehen. „

Der Chauffeur ließ es bei dieser nicht gerade erschöpfenden Antwort bewenden und fuhr uns lächelnd zu meinem Haus. Sein Lächeln ging auch dann nicht in ein Grinsen über, als er bemerken mußte, daß wir uns anschickten, gemeinsam in das Haus zu gehen.

Hier überkam uns jetzt doch die Müdigkeit, Peters „lange“ Fahrt von Kiel nach Hamburg, unser Sport auf der Wiese, der Wein beim Essen, überhaupt der heiße Tag: Peter zog sein Jackett aus und warf es über einen Stuhl, dann schmiß er sich aufs Sofa und schloß halb die Augen.

Ich begab mich in die Küche und stellte aus den Öbstern eine für einen Nachtisch passende Auswahl zusammen, stellte sie auf den Couchtisch, schmiß mich ebenfalls aufs Sofa und umarmte meinen Peter:

„Danke für das gute Essen und für alles heute!“

Damit erwachten wieder seine Lebensgeister bis zu einem gewissen Grad, und wir aßen das Obst, die Weintraubenkerne mit zunehmender Verve in ein bereitgestelltes Schälchen spuckend. Als die Wucht unseres Spuckens so groß wurde, daß die Kerne wieder aus dem Schälchen hinaus auf den Teppich sprangen, fanden wir, daß es mit solchem Kinderkram genug und es Zeit sei, zu Erwachsenen-Tätigkeiten überzugehen.

Peter umarmte mich vom Rücken her und konnte so schön die Knöpfe meiner Bluse öffnen, er fand als Ingenieur auch sofort heraus, wo die Ösen meines BHs waren und entledigte mich dessen. Ganz was Neues war mein etwas voller gewordener Busen heute ja nicht mehr für ihn, und so half er mir sogleich aus der Bluse und dem BH, ohne meine Äpfelchen einer weiteren Untersuchung zu würdigen. Dann ratschte er den Reißverschluß meines Rockes auf und sagte doch tatsächlich:

„Würden Sie sich bitte für eine Sekunde erheben, Frau Knaack!?“

Diese Sekunde benutzte er dazu, meinen Rock herunterzustreifen, sie war aber zu kurz, als daß er auch mein Höschen hätte herunterziehen können.

So saß ich neben dem immer noch elegant gekleideten Geschäftsmann nur mit einem Slip bekleidet und spielte die Schamhafte, indem ich meine Arme eng vor meinem Busen verschränkte. Mit zitternder Stimme fragte ich:

„Was ficht Sie an, Herr Fink? Tun Sie mir bitte nichts Böses!“

„Nein, Frau Knaack, wieso sollte ich Ihnen was Böses tun?“

„Meine Mutter hat mich immer vor bösen Männern gewarnt, wenn die was wollen.

,Wenn dich die bösen Männer locken, dann folge ihnen nach!`, hat sie immer gesagt. „

„Da hat sie ganz recht mit, aber der Spruch geht mit ,Geistern`, nicht mit ,Männern`. „

„Und Sie wollen mir wirklich nichts Böses tun? Ich hab nämlich noch nie — wissen Sie — noch nie — mit einem bösen Mann –„

„Was haben Sie nie mit einem bösen Mann?“

„Ich schäm mich so — noch nie –„

„Aber mit einem nicht bösen Mann haben Sie schon — ich meine — so –„

„Wie meinen Sie ,so`“

„Ja, so nebeneinander — im Liegen –„

„Manchmal auch aufeinander.

„Na, sehen Sie! Soll ich Ihnen nicht zeigen, daß ich kein böser Mann bin?“

Nach dieser natürlich nur rhetorisch gemeinten Frage setzte sich Peter dicht neben mich aufs Sofa, umarmte mich armes schutzloses Mädchen und begann, mich zart abzuküssen.

„Sehen Sie“, sagte ich laut, „da haben wir's! Meine Mutter hat mich gelehrt: Auch die bösen Männer fangen immer mit dem Küssen an, und dann — nein, es ist zu schrecklich!“

Von diesem Schreckensausbruch ließ sich Peter nicht beeindrucken, er küßte mich weiter, ganz allmählich tiefer gehend, und ich gab einfach meine Rolle auf und begann, Peters Küsse zu erwidern und ihn auch seiner lästigen Kleidungsstücke zu entledigen.

Als es so weit war, hieß ich ihn auch kurz aufstehen, um ihm die Hose abzustreifen, und dann saßen wir in unseren eleganten Slips nebeneinander und mußten furchtbar anfangen zu lachen.

„Erinnert dich dies Ganze nicht irgendwie an Italien?“

„Irgendwie schon. Wie ich dich dazu auffordern mußte, dir zum Waschen den Schlüpfer auszuziehen. „

„Ja, wie waren wir damals schamhaft!“

„Da hattest du aber schon meine Hinterfront bewundern können, während ich mich gewaschen hab.

„Ich sollte doch die Augen zumachen!“

„Du hast aber natürlich doch auf mich geschielt?!“

„Ganz ehrlich: hab ich nicht, ich hab mir dich nur vorgestellt. Bitte, glaub mir das!“

„Aber als du den Schlüpfer auszogst, da warst du schon sehr sichtbar auf dem Wege –„

„Wirklich nur von der Vorstellung. Du hattest aber ja auch am Tage was leichtes Kurzes an, ich hab schon nach dir gesehen — am Tag.

„Was bleibt mir anderes übrig, als dir zu glauben!? — Komm, gehen wir ins Schlafzimmer — wer von uns geht zuerst ins Bad?“

„Beide gleichzeitig! Das heißt: Ich mach mich im Gästebad frisch. „

„Gut, bis gleich!“

Nachdem ich in Windeseile im Bad fertig war, legte ich mich ins Bett und harrte Peters, und zwar bemühte ich mich, dieselbe halb sitzende Haltung einzunehmen wie damals in Italien, nur verzichtete ich diesmal auf Nachthemd oder Pyjama.

Peter brauchte eine ganze Zeit, der Gute wusch sich mir zuliebe wohl sehr gründlich, und ich war schon halb eingeschlafen, als er — frecherweise nackt — ins Schlafzimmer kam.

„Schon wieder bist du halb erregt — wie damals, daran könnte man dich erkennen –„

„Was ist denn an mir etwas so Besonderes?“

„Einen solchen dicken fleischigen Viertelkreis hab ich sonst bei keinem gesehen –„

„Da hast du wohl eine größere Erfahrung — ich hab kaum andere Männer gesehen und kann also keine Vergleiche ziehen –„

„Auch nicht von deinen Clubbesuchen, von denen du gesagt hast?“

„Auch da nicht; in denen ging es gesittet zu, und nackig war nur auf den Zimmern — und für FKK hat Erna auch nichts übrig — na, wie auch immer — ,fleischiger, dicker Viertelkreis`, ja, so könnte man es beschreiben, ist mir noch nie aufgegangen.

„Und noch lange the red tip fully capp'd –„

„Was ist denn das wieder für ein Spruch?“

„Aus Fanny Hill — sehr zu empfehlen! `A propos erkennen: Kennst du den Witz aus Cambridge?“

„Nein! Ist der auch aus Fanny Hill? Erzähl doch mal!“

„In Cambridge baden die Dozenten im Sommer immer an einer verschwiegenen Stelle nackt im River Cam. Eines Tages rudert ein Boot mit jungen Studentinnen vorbei.

Erschreckt halten sich die Herren die Hände vors Gemächte, bis auf einen, der verdeckt sein Gesicht. Als seine Kollegen ihn nachher fragen, warum er so schamlos seine edlen Teile frei gelassen habe, antwortet er: ,Ich weiß ja nicht, woran man euch erkennt, aber mich erkennt man am Gesicht!`“

„Eine sehr schöne Geschichte! Aber nun, Frau Knaack, haben Sie was dagegen, wenn ich neben Ihnen Platz nähme?“

„Im Gegenteil: Es wäre mir ein Vergnügen!“

Damit ging mit uns nicht mehr gerade die Post ab — wir waren beide hundemüde — aber es war ein schönes gemeinsames enges Kuscheln mit — ja, auch „mit“.

Bevor er ganz einschlief, platzte doch noch Peters Neugier, und er fragte:

„Du empfängst also jetzt deine Liebhaber auch im Ehebett?“

„Du bist der zweite“, antwortete ich trocken.

„Aber du hast doch von so vielen erzählt –„

„Der zweite hier im Bett!“

„Dieter mitgezählt?“

„Was willst du noch alles wissen? Nein, Dieter nicht mitgezählt!“

Man sah Peters Gesichtsausdruck an: Sollte er sich darüber ärgern, nicht der erste zu sein, dem diese Gunst zuteil wurde, oder sollte er sich über seine niedrige Nummer in der offenbar beginnenden Serie freuen? Und er kämpfte zwischen Neugier und Schicklichkeit, aber die erstere siegte schließlich, und er fragte:

„Willst du mir sagen, wer der erste war?“

„Ja“, antwortete ich nur.

Wieder versuchte Peter, seine Neugier zu bekämpfen, aber vergebens, und er bat mit zarter Stimme:

„Bitte, sag mir doch, wer das war? Kenn ich ihn?“

„Und du machst bestimmt keinen Skandal?“

„Nein!“

„Fredi. „

„Wer ist Fredi?“

„Einer meiner Cousins. „

„Ach so. „

„Was heißt ,ach so`? Meinst du, der zählt nicht richtig?“

„Na ja, mit einem Cousin — ja, doch, schon — ich hab meine Kürzest-Affäre mit meiner Cousine — ich hab dir ja gebeichtet vor Urzeiten — die hab ich für mich gar nicht so gerechnet, das war ja auch nur eine Viertelstunde.

„Aber mit Fredi war es was Richtiges, jedenfalls in den zwei Nächten, die wir miteinander — in denen wir uns — hab ich dir nicht irgendwann von Fredi erzählt?“

„Nein, nie. „

„Fredi war schon immer mein Cousin –„

„Ach nee, was du nicht sagst!“

„Ich bin ja auch schon halb eingeschlafen! Also: Fredi hat wohl schon immer ein Auge auf mich geworfen, seit er fünfzehn ist und ich siebzehn, aber da hab ich ihn natürlich gar nicht beachtet.

Aber jetzt, wo er groß ist und Medizin studiert, ist er immer mal wieder in Hamburg zu einem Kurs in Eppendorf, und dann wohnt er immer bei uns. Mit Dieter versteht er sich gut, aber im Sommer vor zwei Jahren, da ergab sich das so, daß Dieter für einige Tage in die Staaten mußte — und da sind wir schwach geworden. „

„Wie, ,schwach geworden`?“

„Ach, Peterlein, muß ich dir wirklich Einzelheiten erzählen? Es war ein heißer Tag, wir aßen abend auf der der Terrasse, ich wie immer oben ohne, das kannte aber Fredi schon sozusagen seit immer, aber an jenem Tage war ja Dieter nicht anwesend, und Fredi fragte plötzlich, ob mit Dieter und mir alles in Ordnung sei, ich hätte mich so verändert.

Ein Wort ergab das andere, und Fredi entlockte mir irgendwie das Geständnis meiner außerehelichen Aktivitäten, und nachts schlich er sich ins Schlafzimmer, legte sich neben mich und war zärtlich, um mich armes trauriges Mädchen zu trösten. „

„Eine Frechheit!“

„Schon! Aber er machte es so zart und fragte mich mehrmals, ob er nicht Schluß machen solle, daß es irgendwie überhaupt nicht drin war, die Sache abzubrechen — und so ist es dann eben geschehen.

„Ich mach dir ja gar keine Vorwürfe“, sagte Peter umarmte mich fest und gab mir einen Kuß.

„Aber trotzdem löcherst du mich mit Fragen“, antwortete ich in der letzten Sekunde vor dem Einschlafen.

Wir wachten früh um halb fünf gleichzeitig auf, wohl von der hell ins Zimmer und aufs Bett scheinenden Sonne. Wir lagen uns nach verschiedenen unbewußten Drehungen im Schlafe jetzt gegenüber und lächelten uns verliebt an.

Dabei blieb es nicht lange; zuerst fanden sich unsere Hände zum Händchenhalten, dann aber begannen wir uns zu streicheln: an den Armen, am Kopf, an der Brust, an Peters Bauch-Wald, und etwas weiter fand ich schon keinen fleischigen Viertelkreis, sondern schon eher eine feste Gerade vor mit schamlos entbößtem dickem Vorderteil, aus dem es schon tropfte. Peter ließ sich von meiner Dreistigkeit beim Streicheln anstecken, und als er mit zartem Finger meine Spalte öffnete, „schoß mir das Wasser in die Möse“, wie sich Peter später beim Frühstück mit sichtlicher Freude an dem saftigen Ausdruck auszudrücken beliebte.

„Läßt du mich noch einmal — bitte!“, fragte Peter in einem sanften Ton, der mir die ohnehin nicht beabsichtigte Ablehnung vollends unmöglich machte.

„Ich dachte, du mußt früh los und willst heute noch nach Genua?“, gab ich dennoch zu bedenken.

„Nein, ich muß erst morgen abend da sein; heute fahr ich bis in die Schweiz — das ist gut über die Hälfte, sie mal auf dem Atlas nach! — und morgen dann durch die Tunnel nach Genua.

„Na, dann komm, du unersättlicher Hengst, aber leg dich auf meine Seite — du weißt, so mag ich es am liebsten. „

Das machte er auch und besorgte es mir wieder einmal mit solcher Zärtlichkeit, daß mir einen Moment eifersüchtig der Gedanke kam, ein so begnadeter Liebhaber müßte ja außer mir noch viele Frauen glücklich machen können. Aber ich schob diesen Gedanken alsbald beiseite und konzentrierte mich auf meinen Anstieg zum Höhepunkt.

Wie ich diesen erreichte, mußte Peter wohl aus meinen Reaktionen gespürt haben, jedenfalls ging er zu einer kräftigeren Gangart mit größeren Ausschlägen über. Ich merkte, daß er merkte, daß er, ausgelaugt von den Eskapaden des Vortags, Angst bekam, seinen Höhepunkt nicht zu schaffen, jedenfalls nicht in mir, und half ihm mit eigenen Beckenbewegungen nach. „Ja, komm!“ rief ich dabei oder etwas ähnlich Geistreiches, aber er kam nicht, sondern bumste immer heftiger. Dabei flutschte er aus meiner Lustgrotte, und just in dem Moment ergoß er sich beziehungsweise seine weiße Freude in einem Haupt- und wohl zwanzig Nachstößen in mein Wäldchen, auf meinen Schenkel und aufs Betttuch.

„Schweinerei!“, sagte er entschuldigend, als er wieder zu Atem gekommen war.

„Peterei!“, korrigierte ich ihn und überhäufte ihn mit Küssen. „Toll hast du das wieder gemacht! Du bist ja doch der größte. „

„Hier?“, fragte Peter und wies auf sein schrumpfendes Gemächte.

„Quatsch — das heißt: In der Beziehung bist du im oberen Bereich. Aber darum geht es doch gar nicht, das weißt du doch auch.

Aber was deine Liebeskünste angeht — ich kenne niemand, der es besser macht. Und du willst wirklich keine anderen Freundinnen haben?“

„Wirklich nicht, Melanie, glaub mir!“

„Mir wird ja auch nichts anderes übrig bleiben. — So, und jetzt geh ins Bad, und ich mach das Frühstück. „

„Oder umgekehrt?!“

„Oder umgekehrt, wenn du meinst!“

Den Vorschlag ließ ich mir nicht zweimal sagen, sondern huschte schnell ins Bad und überließ Peter den Kampf mit dem immer mal wieder streikenden Toaster.

Im Bade ließ ich mir Zeit für ein Vollbad, und wie ich so in der Wanne lag, meine soeben wieder geliebten und benutzten weiblichen Formen und die sich aus meiner Schoßfuge lösenden und davonschwimmenden weißen Flocken sah, kam mir zum ersten Mal bewußt der Gedanke — nein, an so was soll man gar nicht denken! Ich wollte Peter nicht zu lange warten lassen; so sprang ich hoch, daß es auf den Fußboden schwappte, duschte, trocknete mich ab und zog mir ein Morgenkleid an.

Als ich mich an den inzwischen gedeckten Frühstückstisch saß, mußte ich meinen Gedanken doch loswerden:

„Du, Peter, ich glaube, ich könnte mit der Liebe Geld verdienen. „

„Bist du wahnsinnig? Das meinst du doch nicht im Ernst?“

„Nicht wirklich! Aber ich glaube, ich könnte es. Ich glaube, ich zieh irgendwie die Männer an. Ist das normal, in meinem Alter schon so viele Liebhaber gehabt zu haben?“

„Ganz bestimmt — jedenfalls nach den Sankt Pauli Nachrichten –„

„So was liest du?“

„Um ehrlich zu sein: Ich hab sie mir manchmal gekauft und in schwachen Stunden darin gelesen.

Also, nach denen ist das angeblich normal, aber die sind natürlich nicht objektiv, aber objektiv gesehen — glaub ich auch nicht, daß du exzessiv — ich weiß nicht, wie soll ich das sagen –„

„– rumgevögelt hast, wolltest du sagen. „

„So in etwa. Aber solange du dich dabei gut fühlst, ist doch alles in Ordnung. Und du fühlst dich doch gut?“

„Im Augenblick fühl ich mich sogar sauwohl — aber daß mir gerade dabei dieser Gedanke gekommen ist — ist das nicht bedenklich?“

„Mach dir doch keine Grillen, sondern iß! Ich muß jetzt allmählich los.

„Okay, machen wir keinen tränenreichen Abschied, denken wir lieber darüber nach, wie du auf dem Rückweg eventuell deine Begleiter abschütteln kannst — vielleicht mit einer Autopanne –?“

„Bei einem neuen Mercedes?“

„Immerhin glaubhafter, als wenn es ein Toyota wäre. „

„Du wirst lachen, deshalb hab ich Erna so einen für ihre Besorgungen gekauft. Ich fürchte, auf dem Rückweg wird sich nichts machen lassen.

„Ein Liebhaber, der enstlich zu seiner Freundin will, dem fällt immer was ein“, belehrte ich Peter.

„Ja, ja, ich werd mal sehen. — So, jetzt muß ich — bitte, entschuldige den hetzigen Aufbruch. „

„Fahr bitte vorsichtig!“

„Du redest jetzt schon wie eine langjährige Ehefrau. „

„Bin ich das nicht — auch für dich — so in etwa? Bin ich doch!?“

„Bist du doch, meine kleine Melanie — ja, ja, fang nicht wieder mit deinem Protest an: nicht ,meine`, nicht ,klein`!“

„Endlich hast du das begriffen, mein Peterhengst!“

„Jetzt fängst du mit ,mein` an.

„Ist mir so rausgerutscht. Also dann tschüs!“

Und nach einer innigen Umarmung nahm Peter sein Köfferchen und verschwand zu seinem inzwischen nicht geklauten Auto, winkte noch einmal und rauschte davon.

Wäre es nicht wirklich besser gewesen, dachte ich, ich hätte damals auf ihn gewartet? Aber wer weiß, wie der als Liebhaber unschlagbare Peter sich als Ehemann gegeben hätte.

Und jetzt sollte ich eine Woche allein sein und auf den Sonntagnachmittag mit Otto warten.

Aber auch diese Woche ging vorüber.

Am Dienstag Nachmittag besuchte ich ausgiebig meine Eltern. Mein Vater, schon schwer krank, lebte damals noch und war lustig wie immer. Nach dem Kaffee nahm er mich beiseite und flüsterte mir zu:

„Min Deern, genießt du mal, daß dein Dieter mal 'ne Woche weg ist? Genieß das mal richtig, du bist ja noch jung, und Dieter is so'n drögen Kerl. Ich glaub, du hast da so'n –„, und machte dabei zweideutige Handbewegungen.

„Kann ich ja vers-teh'n, aber laß nur Mutting nichts davon mitkriegen!“

„Aber Papa –„

„Du brauchst nix zu sagen, ,aber Papa`, ich merk das doch, wie deine Augen leuchten und wie schick du dich immer anziehst, nicht wie eine Frau mit langjähriger Eheroutine. Weißt du nicht: Man sieht es einer Frau an, wenn sie geliebt wird — wenn du verstehst, was ich meine. — Mutting darf nichts merken, für die bist du immer noch die kleine Maus, aber Dieter, der muß mit so was fertigwerden.

Wahrscheinlich hat er selbst was laufen –„

„Das ist es ja, Papa –„

„Na, siehst du, das kommt in den besten Familien vor. Genieß du nur deine Jugend und treib's nicht zu doll. Medèn agán, nichts zuviel — oder: von nichts zuviel — das hast du ja auch gelernt. „

Dies war mein letztes persönlicheres Gespräch mit meinem Vater; eineinhalb Wochen später, kurz nach Dieters Rückkehr aus Amerika, starb er bei einem Herzanfall.

Für Mittwoch nachmittag lud ich Trudi ein. Sie war lieb und neugierig wie immer.

„Wie war's denn?“, fragte sie noch in der Tür.

„Schön“, antwortete ich kurz und knapp.

„Wie früher?“

„Noch schöner. „

„Aber der Peter ist doch jetzt auch schon über vierzig?“

„Du bist gut — du singst doch immer das Loblied auf ältere Herren.

Peter ist vierunddreißig — drei Jahre älter als ich, um genau zu sein. Er ist ja mein eigentlicher Jugendfreund. Manchmal denk ich, ich hätte damals auf ihn warten sollen. „

„Das hab ich ja damals auch gesagt. „

„Hast du nicht, meine Liebe! Hast du nicht, du warst nämlich von Dieter genauso hin- und hergerissen wie ich. „

„Er war schon ein'n fesch'n Jung‘, der Dieter — na ja, wir waren eben dumme Gänse damals.

„Und ich bin wohl immer noch eine ebensolche — verheiratet, und mit Otto, und mit Peter sogar noch im Ehebett — und, aber das bleibt ganz unter uns –„

„Was hast du denn jetzt noch vor?“

„Ich wollte Otto nächsten Sonntag auch hierher einladen. „

„Du legst es wohl drauf an –„

„Worauf?“

„Na, auf einen Bruch mit Dieter, auf eine Scheidung.

Glaubst du nicht, daß eure neugierige Nachbarin mal Dieter gegenüber Andeutungen macht über den Bienenschwarm, der sich hier entwickelt?“

„Das ist doch wohl maßlos übertrieben. „

„Ich meine ja nur — ihr habt doch mit Otto eure Liebesnester. „

„Aber Otto hat mich doch auch einmal zu sich eingeladen, als seine Liebste auf Kur war — und ich muß mich doch mal revanchieren. „

„Und wenn Dieter plötzlich in der Tür steht?“

„Dieter hat bis jetzt immer angerufen, wenn er früher als geplant gekommen ist.

Vielleicht ahnt er ja was und will diskret sein, so was trau ich ihm zu. „

„Und wenn doch?“

„Bei einer Scheidung verlier ich doch höchstens mein Auto –„

„Und du mußt dir eine andere Wohnung suchen. „

„Das allerdings auch. — Und was machst du so?“

„Och, was mein Hugo war, der ging fremd, aber das kenn ich ja zur Genüge, aber jetzt hab ich ja den Ecki.

„Das ging doch jetzt schon zwei Jahre mit Hugo, und du warst doch ganz begeistert und wolltest ihn sogar heiraten. „

„Ja, am Anfang — aber dann — ich kann irgendwie die Männer nicht halten. „

„Vielleicht hat er gemerkt, daß du bei eurem letzten Betriebsausflug –„

„Das war doch gar nichts — das Jünglein wollte doch nur mal üben, bevor es bei ihm richtig losgeht –„

„Immerhin hat er ein Wochenende bei dir verbracht, und du hast Hugo mit irgendeiner Ausrede abgewimmelt.

„Na ja, du hast wohl recht, aber so ein ganz Junger war auch mal eine interessante Erfahrung. Solche hatte er übrigens mehr, als man erwarten konnte — das war ein ganz tolles Wochenende –„

„Das hast du mir ja schon damals erzählt. „

„Na ja, dann nicht, wenn dich das nicht interessiert“, maulte Trudi und begann endlich mit ihrem ersten Kuchenstück.

Aber ihrem sonnigen Gemüt entsprechend war sie gleich wieder obenauf unf fragte mich:

„Kommst du nicht am Samstag auch zu unserem Stadtteilfest — da lernen wir vielleicht interessante Leute kennen.

„Ich weiß nicht, Trudi, ob wir da was Passendes finden, und mir ist im Moment gar nicht so nach jemanden kennenlernen, so richtig, aufs Intime. „

„Ach, sei kein Frosch, komm doch mal mit — ganz unverbindlich — wir können ja mal sehen, wer sich da tummelt, und nach Hause gehen, wenn da nur solche Proleten sind. „

„Und außerdem hast du doch gerade den Eckart kennengelernt.

Willst du ihm schon untreu werden?“

„Wir sind doch nicht verheiratet, und er hat doch am Wochenende immer seinen Dienst, und ich sitz den ganzen Tag allein zu Hause rum. „

„Dann können wir doch, wenn das Wetter schön bleibt, dahin fahren, wo er Dienst hat. Weißt du, wo das ist? Komm, ich lad dich ein, dann sparst du auch das Benzin, und ich hätte sowieso mehr Lust auf einen Strandtag als auf euren Schwof.

„Das können wir natürlich auch — ich hatte mich so auf das Tanzen gefreut — aber an den Strand, das ist auch eine Idee, aber wo er am Samstag ist, das hab ich gar nicht gefragt. „

„Ruf ihn doch einfach an, vielleicht ist er schon zu Hause!“

Und richtig, er war zu Hause, aber Trudi kam ganz bedripst vom Telephon zurück und sagte tonlos:

„Kniepsand — Norddorf auf Amrum — dann wird das ja nichts.

„Natürlich wird das was! Ich ruf gleich mal bei der Reederei an, wann Samstag morgen Schiffe nach Amrum gehen — ich hab irgendwo die Telephonnummer, wir sind ja mit Dieter manchmal übers Wochenende nach Föhr oder Amrum rübergefahren. „

Die Nummer fand ich nicht, erfuhr sie aber über die Auskunft und hatte bald heraus, daß an diesem Samstag die zeitlich beste Überfahrt am sieben Uhr morgens von Dagebüll abging und nicht von Schlüttsiel: also noch sieben Kilometer weiter fahren, dafür aber bessere oder überhaupt Parkmöglichkeiten.

„Gelobt sei, was hart macht“, so eröffnete ich Trudi die Ergebnisse meiner Forschungen, „um vier Uhr morgens losfahren, damit wir uns nicht hetzen müssen, um sieben Uhr geht das Schiff von Dagebüll, wir lassen da das Auto stehen, um neun sind wir in Amrum — und dann kommt das Problem: Mieten wir Fahrräder oder nehmen eine Taxe nach Norddorf?“

„Eine Taxe“, meinte Trudi.

„Bei schönem Wetter Fahrräder“, beschloß ich.

„Aber ruf doch Eckart gleich nochmal an und frag, wann er auf die Insel fährt, vielleicht können wir alle zusammen fahren. „

Trudi redete lange mit Eckart, und das Ergebnis war, daß er versuchen wollte, seinen Freitag-Nachmittagsdienst mit einem Kollegen zu tauschen, damit er am Samstag mit uns hin- und wieder zurückfahren könnte. Für den Sonntag hatte er sich nicht einteilen lassen, weil er in der nächsten Woche noch eine Prüfung hatte.

Noch während wir beim Kaffee saßen, rief er an, daß alles geklappt habe, und wir verabredeten einen Treffpunkt, wo ich ihn auf der Fahrt nach Dagebüll aufsammeln konnte.

Die beiden verbleibenden Tage bis Samstag verbrachte ich auch mit shopping. Ich spendierte mir einen neuen sexy Bikini, wobei der Leser auf dem Bikinisektor bitte nicht „sexy“ mit „knapp“ verwechseln möge, und ein langes luftiges Strandkleid gegen Sonnenbrand. Und eine Karte der Insel Amrum, um zu erforschen, ob es nicht außer der einen Landstraße auch kleine Wege noch Norddorf gebe.

Es gab, und ich stellte fest, daß die Entfernung von Wittdün zum Norddorfer Strand nur zehn Kilometer betrug statt der fünfzehn, die ich geschätzt hatte. Mit dieser freudigen Nachricht rief ich gleich Trudi an, was ihre Abneigung gegen das Fahrradfahren etwas minderte.

Am Samstag morgen klappte alles wie am Schnürchen. Trudi und Eckart hatten nicht verschlafen, aber sie verschliefen — Trudis Kopf auf Eckarts Brust und auch umgekehrt — fast die ganze Fahrt durch die schöne holsteinische, Dithmarscher und nordfriesische Landschaft.

Kurz hinter Bredstedt wachte Trudi auf und fragte:

„Sind wir schon durch Pinneberg?“

Ich würdigte sie keiner Antwort.

Zu so früher Tageszeit waren die Straßen noch fast leer, und wir kamen fast eine Stunde zu früh in Dagebüll an. Wir parkten auf dem letzten freien Platz eines strandnahen Parkhauses — die schon am Freitag angereisten Wochenendurlauber hatten schon fast alles belegt –, holten unsere Sachen aus dem Auto, gingen zum Hafen, lösten Fahrkarten und hatten noch genügend Zeit für ein Frühstück im Strandcafé.

Auf dem Schiff setzten wir uns bei dem schönen Wetter aufs Deck, aber es schien nicht nur die Morgensonne, sondern es wehte auch eine kräftige, kühle Morgenbrise. Wie beneideten wir beiden leichtgekleideten Weiber Eckart um seinen dicken weißen Pullover, dessentwegen wir ihn vorher ausgelacht hatten. Aber der Gute zauberte aus seinen Sachen eine warme Wolldecke hervor und wickelte uns darin ein, wobei wir allerdings zu Trudis Leidwesen unsere herrlichen Beine nicht mehr der bewundernden Männerwelt zeigen konnten.

Das Schiff landete pünktlich in Wittdün, und wir fanden einen Fahrradverleih, bei dem man die Räder im Notfall — Besoffensein, Wind oder Regen — auch in Norddorf zurückgeben konnte. Mit viel Hallo radelten wir los, und als wir in Höhe des Leuchtturms waren, hörte „urplötzlich“ im Windschatten der Dünen die Brise auf, und es wurde uns schnell zu warm. Wir ergriffen die Gelegenheit einiger Büsche, um uns aus- und die Badesachen anzuziehen und uns auch einzuölen, nachdem wir gecheckt hatten, daß die Sättel der Räder aus Gummi und nicht aus Leder waren.

So nahmen wir den Rest des Weges über Nebel und durch Norddorf zum Strand unter die Pedale. Dabei unterhielt uns Trudi mit der uralten Geschichte, wie Frauen beim Radfahren gerade an der richtigen Stelle zu schönen Gefühlen erregt werden, worüber Eckart und ich, weise und erfahren, wie wir waren, nur milde lächelten.

„Fühlst du solches?“, fragte ich Trudi.

„Eigentlich nicht“, gab sie zu.

„Siehst du: Das Ganze gehört wohl ins Reich der Fabel.

In Norddorf deckten wir uns mit Mineralwasser ein; am Strande verschwand Eckart sofort auf seinen Wachtturm, und wir beide mieteten uns einen Strandkorb. Diesen stellten wir zunächst einmal in den Schatten und dösten ein Stündchen nach der anstrengenden Fahrt durch Amrums Acker- und Heidelandschaft. Danach sonnten wir uns; Trudi hatte aus leidvoller Erfahrung bei anderen Gelegenheiten einen Küchenwecker mitgebracht: zwanzig Minuten Bauch, zwanzig Minuten Rücken, dann zogen wir erst einmal unsere langen Strandkleider an.

Wir sahen auch durch die großen Glasfenster des Wachtturmes Eckart bei seiner aufopfernden Tätigkeit zu, wie er und sein Kollege mit Ferngläsern den Strand abgrasten, ob nicht gerade jemand ertrinkt, wobei sie besonders auf das sogenannte schwache Geschlecht achteten. Als die beiden merkten, daß sie wiederum von uns beobachtet wurden, winkte uns Eckart lachend zu und lud uns damit ein, ihn auf dem Wachtturm zu besuchen.

Dort stellte er uns seinen Kollegen Willy vor.

Dieser, ein lustiger Typ, outete sich als Hobbykoch. Er hatte für sich und Eckart eine Riesenschüssel Nudelsalat gemacht, was erstens leicht zuzubereiten und zweitens sehr nahrhaft ist und drittens gut schmeckt. Wir würden wohl unsere mitgenommenen Butterbrote wieder mit nach Hause nehmen und sie hartgeworden zu Abend als „Hasenbrot“ muffeln.

So verging ein ruhiger Sommer-Samstag mit Sonnen, Baden, Essen und Knutschen — dies nur Trudi mit Eckart. Als es Zeit war, radelten wir nach Wittdün zurück, gaben die Räder zurück, und auf dem Schiff konnten wir uns in der Abendsonne — jetzt bei völliger Windstille — noch einmal sonnen.

Das Auto war noch da, nur hatte der Parkwächter illegalerweise auch Kunden in den Gängen parken lassen, so daß ich nur unter Aufwendung der allerhöchsten Fahrkünste aus meiner Parklücke hätte kommen können. Zum Glück erwies sich Eckart wider Erwarten als großartiger Schimpfer un Rumpöbler, bis der Parkwächter ein paar Freunde herbeiholte und diese mein Auto buchstäblich aus der Lücke heraustrugen.

Als auch dies überstanden war, fragte ich Trudi und Eckart, ob nicht einer von ihnen gefälligst nach Hamburg zurückchauffiern könne.

Nö, das wollten die nicht, die faule Bande.

„Dann benehmt euch wenigstens anständig da hinten! In diesem Auto hat noch nie jemand –„

„Was hat hier noch nie jemand –?“

„– was anderes gemacht als nur geschmust. „

„Was denkst du eigentlich von uns?“, fragte Trudi entrüstet.

Auf der Rückfahrt hatten wir ja jede Menge Zeit, es war auch noch hell, und ich fuhr wie so gern nicht auf der Autobahn, sondern auf der alten Bundesstraße fünf, die auf weiten Strecken nicht mehr so heißt, weil der Bund nach dem Bau der Westküstenautobahn dem Land Schleswig-Holstein die Unterhaltskosten für diese schöne, breite Straße aufgebrummt hat.

Auch fuhr ich durch die Städte statt auf den inzwischen bestehenden Ungehungsstraßen, über den angerartigen Marktplatz von Bredstedt, warf einen Blick auf die etwas abseits liegende altehrwürdige Zisterzienserkirche von Breklum, fuhr im Husum am Hafen entlang, wo immer noch die Aalverkäufer stehen, und in der malerischen, nach holländischem Muster gebauten Altstadt von Friedrichstadt genehmigten wir uns eine Eispause.

Auf der weiteren Fahrt genoß ich die scharfen Ecken um die Lundener Kirche und versuchte, meine ewig knutschenden Fahrtgenossen über den gigantisch langen, aber nur zwanzig Meter schmalen Binnendünenzug zwischen Lunden und Wittenwurt zu belehren, auch über die anschließende kleine Geestinsel von Stelle; meine Turteltäubchen genossen es sehr, daß wir in Weddingstedt wohl eine Viertelstunde vor den geschlossenen Bahnschranken standen, und auch für den riesigen Marktplatz von Heide, angeblich den größten Deutschlands nach dem im Krieg verlorenen von Treuburg, ex Markgrabowo, in Ostpreußen, zeigten sie kein Interesse, obwohl ich extra eine Runde um ihn drehte, um so richtig die Weite des Platzes zu erfahren.

An der Grünenthaler Kanalbrücke aber scheuchte ich die beiden an die frische Luft, und wir gingen vom Parkplatz auf die Brücke — ein Ritual, seit ich mit meinen Eltern zum ersten Mal diese Strecke zu einem Nordseeurlaub gefahren bin. Es war inzwischen dunkel geworden, und wir hatten Glück: Gerade fuhr ein Konvoi großer Pötte unter uns hindurch.

Die weitere Fahrt in völliger Dunkelheit machte mir nichts aus, da ich die Strecke von vielen Fahrten rückwärts auswendig kenne.

Allerdings nutzten meine lieben Fahrgäste die Dunkelheit für ihre Zwecke; im fahlem Licht der Straßenlampen eine Dorfes mußte ich gewahren, wie sich Trudi in der Gegend von Eckarts offenem Hosenlatz betätigte. Eine spätere Prüfung zeigte aber keine Flecken auf der Rückbank, und wer Eckarts Unterhosen ausgewaschen hat, wird denen ihr Geheimnis bleiben.

Meiner Familientradition entsprechend fuhr ich um Elmshorn doch auf der Umgehungsstraße herum an den „sibirischen“ Funktürmen vorbei, und aus derselben Tradition fuhr ich hinter Pinneberg nicht durch Eidelstedt, sondern von Rellingen über Schnelsen nach Hamburg hinein.

Als ich vor Eckarts Wohnung hielt, schliefen die beiden selig und fest, und nachdem ich sie mühselig wachgekriegt hatte, bat Eckart, daß ich ihn noch weiter zu Trudi führe. Dort angekommen dankte er mir überschwenglich fürs Fahren, zauberte aus seinen Sachen eine Flasche roten Cinzano hervor und überreichte sie mir als Dank. Der Gute hatte sie den ganzen Tag mit sich geschleppt! Ich sagte natürlich nichts mehr von „fauler Bande“, sondern bedankte mich meinerseits mit einem herzhaften Kuß und wünschte den beiden eine schöne Nacht und einen schönen Sonntag.

Eckart hatte schon gesagt, daß er bei Trudi für seine Prüfung lernen wollte — lernen nennt er das!

Nach diesem schönen Ferientag schlief ich wie auf Wolken, wachte am nächsten Morgen ziemlich spät auf, aber nicht zu spät, um mich und die Wohnung für Ottos — bisher nur von mir — geplanten Besuch schön zu machen. Insbesondere im Schlafzimmer achtete ich auf eine gediegene Ausstrahlung — das heißt, ich bezog die Betten neu und legte meine schönste Bettdecke darüber.

Als „Festessen“ zauberte ich auch einen Nudelsalat — auf die Idee hatte mich Willy gebracht, und für was anderes war ich, ehrlich gesagt, wieder einmal zu faul.

Als es so weit war, zog ich mir doch Wandersachen an und fuhr zu Ottos und meinem Treffpunkt. Eigentlich wäre Otto heute mit Fahren dran gewesen, aber ich lud ihn in einem Ton, der keinen Widerstand zuließ, ein, zu mir in den Wagen zu steigen.

„Ich hatte doch gesagt, heute machen wir was Besonderes, und da fahr ich dich jetzt hin!“

Otto ließ es mit sich geschehen, und als ich nach einer eigentlich überflüssigen Runde, damit der Motor wenigstens warm würde, vor meinem Haus hielt, sagte Otto:

„Aber hier wohnst du doch!?“

„Genau! Heute lad ich dich endlich einmal zu mir ein, um mich endlich einmal zu revanchieren.

Du weißt doch: Ganz zu Anfang hast du mich einmal zu dir eingeladen, als deine Frau auf Kur war. „

„Aber das tut doch überhaupt nicht nötig! Das kann ich doch gar nicht verlangen — das hab ich doch nie verlangt — da hab ich doch nie was von gesagt –„

„Das weiß ich doch, mein Liebster, aber ich will doch heute nicht umsonst Ordnung in der Wohnung gemacht haben! Also komm schon!“

Etwas widerstrebend und nicht wissend, wie sich verhalten ob dieser völlig unerwarteten Einladung, krabbelte der hochgewachsene Otto aus meinem kleinen Auto, nahm sicherheitshalber seinen Rucksack mit Hasselblad-Kamera und Zeiss-Fernglas mit und ließ sich von mir in meine Wohnung führen.

Ich zeigte ihm dieselbe, und wir setzten uns erst einmal zu einem Apéritif aufs Sofa. Hier konnte sich Otto doch nicht zurückhalten und fragte in resigniertem Ton:

„Hier war letzte Woche auch Peter?“

„So war es, aber dir ist doch klar: Ich bin weder mit dir noch mit Peter verheiratet, also bitte keine Eifersuchtsszenen!“

„Ist schon gut, Melanie, danke, daß du mich hierher eingeladen hast!“

„Hier ist heute unsere Wiese.

Fühl dich wie zu Hause — und hast du Hunger, ißt du noch was? Ich hab einen Nudelsalat gemacht, den magst du doch?!“

„Ist das nicht noch ein bißchen früh? Wir sind heute gar nicht gewandert! Sollen wir nicht irgendwo noch etwas spazieren gehen und uns Appetit machen?“

„Da hast du recht, das wäre nicht schlecht. Hast du eine Idee, wo?“

„Ich schlage das Eppendorfer Moor vor, das kennt kein Mensch und ist nicht weit weg.

Also wieder auf die Straße zum Auto, Otto hatte nur sein Fernglas umgehängt, um eventuell Vögel zu beobachten, und wir fuhren den kurzen Weg.

Ich wußte von der Existenz dieses stadtnahen Moores, war aber selbst nie dort gewesen. Es gibt im Wesentlichen einen Wanderweg der Länge nach, einen guten Kilometer lang, und trotz der hörbaren Nähe zur vielbefahrenen Alsterkrugchaussee fühlte ich mich in einem verwunschenen Urwald mit dunklen, unheimlich glucksenden Moortümpeln.

Wir begegneten weder auf dem Hin- noch auf dem Rückweg einer Menschenseele, setzten uns kurz vor dem Ausgang zur erwähnten Straße noch auf eine der immerhin vorhandenen Bänke und konnten ungestört schmusen.

„Wenn du könntest, dann könntest du bei dieser Gelegenheit auch bei mir übernachten“, entfuhr es mir.

„Das tu ich vielleicht sogar“, antwortete Otto.

„Waaaas?“

„Wie bitte“, korrigierte Otto.

Solche Antworten hatte er von mir und benutzte sie nur, wenn er in sehr guter Stimmung war. „Ich muß es dir heute sowieso sagen: Ich hab meiner Frau alles erzählt. „

„Alles? Auch über mich?“

„Na ja — wir sind nach langer Zeit wieder einmal in ein offenes Gespräch über unser gemeinsames Leben gekommen, und meine Frau hat so etwa gesagt, sie habe mir ja nicht die gewünschten Kinder schenken können, und sie dankte mir, daß ich sie deshalb nicht verlassen habe, und im Bett sei sie auch keine große Nummer, das wisse sie und sie mache sich ja auch nicht viel aus Sex, und sie vermutete schon lange, daß ich auch eine andere habe, und das hab ich dann zugegeben.

„Hast du ihr auch gebeichtet, daß du zwei andere hast?“

„Nur andeutungsweise. „

„Und was hast du ihr von mir erzählt? Und was hat sie zu dem Ganzen gesagt?“

„Ich hab natürlich nicht deinen Namen genannt, nur daß du eine gebildete Frau aus bester Familie bist –„

„– und verheiratet –„

„Das auch, aber das hat sie nicht so beeindruckt, denn sie hatte selbst, bevor wir uns kennenlernten, eine Affäre mit einem verheirateten Mann, den sie hoffte zu heiraten.

Jedenfalls hat sie nichts weiter gesagt und mich nur gebeten, sie auch weiterhin nicht im Alter allein zu lassen. „

„Und meinst du, unter diesen Auspizien sei es richtig, sozusagen postwendend gleich eine ganze Nacht wegzubleiben?“

„Ja, ich glaube, das würde gehen, ich muß sie natürlich anrufen und mich abmelden, denn sie hat selbst gesagt, das sei doch nicht so das Richtige, immer nur auf der Wiese oder im Liebes-Jagdhaus meines Freundes, wenn ich wollte und es mit dir ginge, dann sollte ich doch mal eine Nacht mit dir im Hotel einplanen.

„Das soll sie wirklich gesagt haben?“

„Das hat mich auch gewundert, aber ich glaube, sie tut alles — na, sagen wir: vieles –, um mich nicht zu verlieren. Und das hab ich auch nicht vor. „

„Na, dann ruf sie mal von mir aus an und sag, daß du die erste Nacht mit deiner Freundin verbringen willst. „

„Ich muß natürlich auch dich fragen, ob du mich eine Nacht ertragen willst.

„Natürlich. „

„Und?“

„Ja, ich würde das ertragen. Ich nehme ja an, in dieser Nacht werden wir schlafen. „

„Schlafen?“

„Ja, du lieber Dummerjahn“, sagte ich und gab ihm einen Kuß, „wie ich uns kenne, vergnügen wir uns recht bald, und nach dem Akt oder den Akten machen wir in der Nacht einen Beischlaf im wörtlichen Sinne. — Übrigens: Du hast doch keine Sachen dabei, mit denen du morgen zum Dienst gehen kannst.

„Ach, das hab ich dir noch nicht gesagt über diesen Neuigkeiten: Ich hab ab morgen Urlaub, und wir fahren mit meiner Frau am Mittwoch für drei Wochen nach Kühlungsborn, mal sehen, wie es da jetzt so aussieht, ich kenn das noch von vor dem Krieg. „

„Dann willst du dich also heute mit mir in meinem heiligen Ehebette verlustieren und mich dann drei Wochen schmachten lassen. „

„,Schmachten` ist gut! Letzten Sonntag hast du dich in deinem heiligen Ehebette mit deinem Peter verlustiert und mich schmachten lassen.

Aber ich kann doch meiner Frau nicht einen solchen Urlaub versagen. „

„Natürlich nicht! Ich hab ja nur wieder einmal so blöd rumgeredet. Komm, gehen wir nach Hause, ich glaub, jetzt haben wir einen Riesenappetit, hoffentlich hab ich genug gemacht. „

Auf dem Weg zu mir hielten wir noch im absoluten Halteverbot vor einem Kiosk — aber Sonntag nachmittag sind die Straßen ja gähnend leer –, um Bier zu kaufen, das Otto so gern trank, auf das wir aber auf der Wiese fast immer verzichteten, um für den Rückweg nüchtern zu sein.

Zu Hause entledigte ich mich meiner Kleidung bis auf ein Bikinihöschen und riet Otto, bei dem heißen Wetter das Gleiche oder noch Weiteres zu tun. Otto wählte das Weitere, da er der Auffassung war, in Unterhosen sei er noch weniger „angezogen“ als ehrlich nackt. In diesem Aufzug wollte mir Otto beim Decken des Tisches auf dem Balkon helfen, aber ich mußte ihm sagen:

„Setz dich lieber schon an den Tisch! Wenn du sitzt, kann man garantiert nichts sehen als deine Heldenbrust, aber wenn du stehst, dann könnte man von dem einen oder anderen Nachbarhaus deinen Tüdelüt sehen, und ich krieg die Sittenpolizei an den Hals.

„Aber du gehst doch auch so hier rum?!“

„Sooo geh ich nicht rum“, und machte eine unzüchtige Handbewegung an meinem Höschen, „ich kann so gehen, Oben-ohne-Weiber sieht man hier auf allen Balkons. Wenn du dich langweilst, während ich das Essen fertig mache, dann kuck mal rum, ob du nicht eine siehst. Zum Beispiel da drüben — ach nee, die hat heute ein Oberteil an. Mit der war ich letzten Winter in einem Volkshochschul-Psychologiekurs, eine ganz liebe Frau, glücklichst verheiratet mit zwei süßen kleinen Mädchen — deren Köpfe sieht man ja auch übers Geländer.

— Sieh dich nur um. — Aber erstmal telephonier deiner Frau!“

Ich hörte dieses Gespräch nicht ab, und als es zu Ende war, sagte Otto:

„Meine Frau war nicht gerade begeistert, hat mir dann aber doch viel Spaß gewünscht. „

Beim Essen sahen wir uns immer wieder verliebt an, ganz allmählich schwoll Ottos gutes Stück an, Bei der dritten Fuhre Nudelsalat begann er zu tropfen, und ich mußte ein Handtuch unterlegen.

Dabei faßte mir Otto schamlos in den Schritt, was mich wiederum antörnte, so daß bald ein dunkler Fleck in meinem Höschen sichtbar wurde, und bevor wir den Rest Salat aufteilen und den Rest der Zwei-Liter-Bierflasche trinken konnten, zog es uns unwiderstehlich, als ob wir Teens oder Twens wären, ins Schlafzimmer.

Dort gab es nicht mehr viele Kleider zum Herunterreißen, nur mein Höschen, das gleich in den Wäschekorb verschwinden mußte, und schon schob mir Otto seinen Knüppel rein, hielt dann aber an und holte das Vorspiel nach mit vielen Küssen und Streicheln an meinem kleinen Liebesknubbel und Betätigung irgendeines Schließ- oder sonstigen Muskels, die seine Eichel in mir anschwellen und schrumpfen ließ.

Ich kam schon heftig in dieser Phase und schied wohl unbewußt eine Menge Flüssigkeit aus, jedenfalls fühlte Otto den schon vorher kaum noch vorhandenen und jetzt ganz verschwundenen Reibewiderstand und begann mit seinem Kolben heftig in mir hin- und herzufahren. Ich begann liebeszustöhnen, mußte dies aber unterdrücken, denn das bei dem warmen Wetter offene Schlafzimmerfenster ging zu einem der Nachbarhäuser, und ich hörte diese Nachbarn gerade heimkehren. Sie mußten ja nicht unbedingt hören, was während Dieters ihnen bekannten Abwesenheit in unserem Schlafzimmer passierte.

Statt zu stöhnen, entlud ich meine Energie in heftige Beckenbewegungen, durch dir wir beide fast gleichzeitig zum Höhepunkt kamen und dann ermattet aufs Bett sanken.

„So toll war es noch nie mit dir“, stellte Otto richtig fest.

Und was dann folgte, war etwas ganz Einmaliges in unsere sechs Jahre lang dauernden Beziehung: Wir sahen, nackt nebeneinander liegend, mit langsam herunterrinnender Liebessahne, einen Heinz-Ehrhard-Film im Sonntag-Nachmittag-Programm, und die nicht seltenen Anzüglichkeiten geilten uns wieder auf.

Ottos beim Schrumpfen des Gliedes frei gebliebene Eichel schwoll dick rot an, sie wurde doppelt so dick wie der Schaft — aber das konnte ja nicht gut sein, das war wohl nur eine optische Täuschung — aber in weiser Selbsteinschätzung näherte sich Otto mir noch nicht, sondern umarmte mich „nur“ und küßte mich ab von oben nach unten und wieder zurück.

Als er damit fertig war, gingen wir wieder auf den Balkon und machten Resteessen und -trinken.

Dann kam unser Gespräch irgendwie auf die Geschichte unserer Beziehung und wir rekapitulierten viele unserer erotischen Erlebnnisse, vor allem in allen Einzelheiten unseren ersten Aufenthalt auf der Wiese.

„Wie du damals vor mir hergelaufen bist –„

„– ,mit natürlichen Bewegungen` –„

„– daran erinnerst du dich noch!? Ja, mit deinen ,natürlichen Bewegungen`, da war es um mich geschehen. „

„Na, nun übertreib man nicht! Denk mal nach, wieviel Frauen hast du so gehabt in deinem Leben?“

„Na ja, mit den Puffbesuchen waren es schon eine ganze Menge.

„Und dann soll es mit mir als deiner Dreihundertachtundsiebzigsten um dich geschehen sein? Nun mach's mal halblang!“

„Doch: So eine liebreizende Freundin wir dich hab ich mein ganzes Leben nicht gehabt. „

„Warum schmeichelst du mir so schamlos? Du willst doch was von mir!?“

„Und ob ich was von dir will!“

Damit kam Otto lachend um den Tisch herum, drückte mich in den Gartenstuhl, schmiß sich auf mich, sein Schwanz hatte sich wieder ganz aufgerichtet und reckte sich mir entgegen, und erschreckt ob dieses Impulses mußte ich doch altjüngferlich sagen:

„Aber Otto, doch nicht hier!“

Ich konnte mich seinen stürmischen Umarmungen entwinden, aufstehen, und zog ihn an seinem abstehenden Zinken ins Wohnzimmer.

Wir schmissen uns auf das erste erreichbare Möbelstück und liebten uns heftig und erfolgreich. Nachdem Otto seine Lust in mir abgeladen hatte, rutschte er erschöpft an mir herunter, kniete vor mir, vergrub sein Gesicht zwischen meine Schenkel und hauchte so etwas wie

„Danke, danke, Melanie!“

Und mir fiel nichts Blöderes ein, als ihn rhetorisch zu fragen:

„Deine wievielte Jugend ist das denn jetzt eigentlich?“

Lange Zeit blieben wir in dieser zärtlichen Haltung, dann zogen wir uns, da es allmählich kühl wurde, wenigstens Höschen an.

Ich bereitete ein Abendbrot, dies verzehrten wir ohne viel Worte. Dann sahen wir noch den sonntäglichen Tatort und fanden, wir seien hundemüde und gehörten ins Bett. Wir hatten dort noch etwas vor, schliefen vorher aber selig händchenhaltend ein.

Erst am Morgen erwachten Ottos Lebens- und Liebesgeister wieder, und er begehrte mich von Neuem. Ich ließ ihn ziemlich passiv gewähren. Er streichelte mich an allen Stellen und zeichnete mit zarten Händen meine Körperformen nach.

Dabei erstarkte allmählich wieder sein Schwanz, und noch vor dem Stadium der eisenharten Festigkeit gelang es ihm, in mich einzudringen und mich, langsam zu voller Größe anschwellend, sanft zu einem Höhepunkt zu führen.

Nach dieser Nummer war die Ermattungsphase nicht tief, und Otto sagte:

„Das muß wohl zwanzig Jahre her sein, daß ich das letzte Mal an einem Tag so einen Dreier geschafft hab. „

„Bitte setz dir keinen Leistungsdruck; aber sag mir, mit wem hast du das damals erlebt?“

„Das mag ich gar nicht sagen.

Aber weil du's bist: Ich hatte damals meine wilden Jahre. Zweimal abends in einem Puff und vor dem Einschlafen noch einmal mit meiner Frau. „

„Tüchtig, tüchtig! Aber auch heute bist du ja zu absoluter Höchstform aufgelaufen!“

„Du bist aber auch so was von anregend, zum Reinbeißen. „

„Du hast aber nicht reingebissen, sondern was anderes reingemacht! — Wann mußt du gehen? Kannst du noch mit mir frühstücken, oder baden wir zusammen, oder hast du andere Wünsche?“

„Wünsche schon, aber das Können! Ich sage: baden, frühstücken, und dann geh ich.

„Sehr gut: Dann geh bitte ins Badezimmer und laß das Wasser in die Wanne — Badeschaum steht da. „

Ich wußte, daß in unserer ansonsten perfekten Wohnung der Wasserdruck nicht besonders war und es mindestens zwanzig Minuten dauern würde, bis die Wanne halbwegs voll war — nun ja, für zwei Personen wohl nur fünfzehn Minuten. Und so räkelte ich mich noch im Bett in eine gemütliche Stellung und dachte über die vergangene Woche nach.

Ich kam nach längerem Grübeln zu dem sicher nicht von jedermann geteilten Schluß, daß ich meinem Dieter nichts weggenommen hatte.

Darauf hopste ich fröhlich aus dem Bett, ging aufs Gästeklo und erlöste dann Otto vom langweiligen Warten am Wannenrand.

„Ich denke, wir können uns schon reinsetzen“, sagte ich, und so stiegen wir, vorsichtig aufeinander Rücksicht nehmend, damit unsere Köpfe nicht aneinander stießen, in die Wanne. Ottos abgeschwollener Schwanz zeigte nach oben, wie es im Wasser so üblich ist, und ich schob mit den Worten: „So, genug für heute!“ die Vorhaut über die Eichel, aber korrigierte mich gleich: „Oder willst du es nochmal versuchen?“

„Nein“, lachte Otto, „das ist jetzt wirklich genug; ich hab wirklich schon leichte Schmerzen in den Eiern.

„,Bräutigamschmerz` nennt man das“, belehrte ich ihn, „typisch für junge Leute, die sich unsittlichen Ausschweifungen hingegeben haben“, und er sagte unvermutet:

„Wußtest du, daß Gorillas ganz kleine Schwänze haben?“

„Ich dachte, die haben gar keine Schwänze. „

„Tu doch nicht so, als ob du mich nicht verstündest; ich mein doch Pimmel. „

„Und so was wagst du eine ans-tändige und auch noch verheiratete Frau zu fragen? Ich dürfte dies Wort gar nicht kennen!“

„Wieso? Als ans-tändige Frau vielleicht nicht, aber als verheiratete solltest du schon was mit Schwänzen und Pimmeln zu tun gehabt haben.

„Du meinst also, Gorillas haben auch vorn kaum was?“

„Das hab ich irgendwo gelesen oder gehört. „

„Aber irgendwo müssen die Gorillakinder doch herkommen. „

„Vielleicht machen die Oralverkehr?!“

„Blödsinn! Auf was für Gedanken du kommst. Wandern wir doch nächsten Sonntag bei Hagenbek und kucken mit dem Fernglas, ob man was sieht. „

„Wir können uns doch nicht ans Gehege stellen und nach Gorillaschwänzen sehen!“

„Ich weiß ja auch nicht, wie du jetzt darauf kommst.

Ich möchte jedenfalls meine Gorillas mit normalen Anhängseln. „

Nach diesem und noch geistreicheren Wortgeplänkeln entstiegen wir, vom heißen Dunst benebelt, der Wanne, trockneten uns ab und zogen uns an, Otto zum Weggehen, ich in einen Morgenmantel. Wir aßen noch schnell ein Müsli, dann drängte es Otto doch liebhabertypisch nach Hause; er hatte nun doch ziemliches Fracksausen, was sein Ehegespons zu seinem wohl schon Jahre nicht mehr oder nie vorgekommenen nächtlichen Wegbleiben sagen würde.

Nach seinem etwas hastigen Abgang hatte ich wieder einige Tage, um auf Dieters Rückkehr zu warten — ja, und auch das Ehebett neu zu beziehen und die Bettwäsche zu waschen.

Noch am Sonntag nachmittag rief ich Trudi an und erzählte ihr den Hergang von Ottos Besuch, und sie meinte, mich zu meinem Liebhaber, der es dreimal schafft, beglückwünschen zu müssen.

„Die heutigen jungen Kerle sind ja so was von abgeschlafft –„

„Aber was du mir von Eckart immer erzählst, das klingt ganz anders.

„Er ist ja auch eine Ausnahme. „

„Bei deinen Liebeskünsten war bisher noch fast jeder deiner Freunde eine Ausnahme. „

„Na, ja –„

Trudi mit ihrem lieben Dahergeplapper!

Und am Abend fiel mir ein, daß heute Peters letzter Abend in Genua sein sollte. Ich kramte und fand den Zettel mit der Telephonnummer seines Hotels und rief an.

„Signor Fink, per favor.

Wenige Sekunden später hatte ich ihn am Apparat.

„Hallo, Peter, wie geht es dir?“

„Bestens. Und dir? Du hattest heute doch den geplanten Besuch?“, fragte er in pikiertem Ton.

„Ja, so war es. Das ist jetzt auch gut überstanden. Jetzt hab ich Sehnsucht nach dir. „

„Etwas schwierig aus tausend Kilometer Entfernung. „

„Mehr nicht? Kannst du nicht schon jetzt fliegen?“

„Und das Auto?“

„Ach so, ja! Laß das doch per Luftfracht nachkommen!“

„Du bist witzig.

„Ja, aber ich hab wirklich Sehnsucht nach dir. — Sag mal, du redest so gehetzt!?“

„Ja, ich wollte gerade –„

„Was wolltest du?“

„Ich wollte — das wurde mir hier empfohlen — so ein Tanz- — na: eben so ein Etablissement. „

„Du meinst einen Puff. „

„Na ja; es soll was ganz Besonderes sein.

Man soll angeblich die Damen beim Tanzen kennenlernen. „

„Keine schlechte Idee. “ Und eine solche kam mir in diesem Augenblick. „Da fällt mir was ein: Wie wäre es, wenn du das Geld sparst und mir dafür bei deinem nächsten Besuch ein schickes Essen spendierst?“

„Über das schicke Essen kann man reden, aber — was ist dir eingefallen?“

„Hast du schon mal Telephonsex gemacht?

„Nie!“

„Ich auch nicht! Dann müssen wir das üben! Vielleicht brauchen wir das mal, oder ich kann so Geld verdienen.

— Hast du Lust?“

„Oh, ja!“

„Und bist du allein? Und erwartest niemand?“

„Nein! Wir können loslegen. — Ich bin der Peter. „

„Das weiß ich doch! Dein Geld ist noch nicht eingegangen, aber ich vertraue dir und erzähl schon mal, was ich anhab: Oben eine weiße Bluse mit tiefem Ausschnitt [das stimmte], in dem man meine herrlichen Brüste in ihrem schwarzen Spitzen-BH sehen kann [das war gelogen], darunter einen weiten, langen Rock, der meine Beine züchtig verhüllt [das war noch mehr gelogen].

Und du?

„Ich habe einen dunkelen Anzug an, der alles züchtig verhüllt. Ich binde in der Hitze meinen Schlips ab und fühle mit einer Hand an meine Hose, da merk ich schon –„

„Nicht so schnell, so weit sind wir noch lange nicht! — Auch mir ist warm, und ich ratsche den Reißverschluß meines Rockes runter –„

„– und ich zieh ihn dir langsam aus –„

„– das geht nicht, dazu muß ich aufstehen –„

„– richtig! Nein, ich knöpfe dir die Bluse auf –„

„– ich pelle dich aus deinem Jackett –„

„– ich ziehe dir die Bluse aus und küsse die Ritze zwischen deinen Äpfelchen –„

„– ich knöpfe dein Hemd auf –„

„– ich hake deinen BH auf, streife ihn ab und knete deine Brüste und küsse sie und knete sie und spiele mit den Nippeln, bis sie ganz hart aufrecht stehen –„

„– ich ziehe dein Oberhemd und dann auch dein Unterhemd –„

„– ich hab bei der Hitze gar kein Unterhemd angezogen –„

„– das machst du doch immer! Du hast doch deine Theorie, das Oberhemd nicht zu verschwitzen.

Ich verstehe: fürs Etablissement: allzeit bereit, so ist es einfacher und schneller! — Also, weiter im Text: Ich fühle jetzt auch an deine Hose: Da ist was –„

„Da ist noch nichts bei so was Ungewohntem. „

„Okay, dann ist da noch nichts — du hattest aber gesagt, da regt sich schon was. — Jetzt ratsche ich den Reißverschluß meines Rockes auf und –„

„– das hast du doch schon gemacht!“

„– ach ja, richtig!“

„– und ich öffne meinen Gürtel –„

„– und ich stehe kurz auf und streife den Rock ab –„

„– und meinen Hosenlatz –„

„– ich stelle mir vor, wie du meine Schenkel streichelst — aber ich mache es selbst –, die prall aus meinem etwas eng geschnittenen Slip herauskommen –„

„– ich stehe auch kurz auf und ziehe meine Hosen aus.

Mein Slip hat schon einen Riesenfleck, aber sonst ist noch nicht viel — aber ich starre fasziniert auf deinen Slip, wo sich zwischen den Beinen deutlich zwei dicke Hügel abzeichnen und dazwischen noch einer –„

„– Schmeichler! Du weißt genau, daß das bei mir nicht so ist! Aber ich fühle, wie du der Sache nachgehst und in meinen Slip greifst –„

„– Auch du greifst mir in den Slip, und um dir das Weitere zu erleichtern, ziehe ich ihn aus –„

„– ich setze mich neben dich, lege einen Arm um deine Schulter und fasse zart nach deinem Schwanz, es ist schon alles ganz naß, aber er ist noch klein, ich kreise mit meinem Finger um den Rand deiner Vorhaut, der Radius wird immer größer, die Vorhaut immer dünner, die Eichel immer röter — und derweil tastest du mit deiner Hand in meinem Slip nach meiner Muschi, jetzt bist du im Wäldchen, jetzt bist du am Anfang der Spalte — leider muß ich dich unterbrechen, um schnell den Slip auszuziehen, dann setzt du deine Forschung fort, ich spreize die Beine etwas auseinander, so kannst du die kleinen Schamlippen streicheln und meinen kleinen Kitzler — oh, so groß wurde er wohl noch nie — jetzt bist du an meinem schon leicht ausgeleierten Eingang — und fährst mit dem Finger hinein, ich fange an zu stöhnen –„

„– wie du mir mit deinem Kreisen den Schwanz groß machst, und ich mit dem Finger in deiner Grotte — ich beuge mich zu deinem Busen hinab und sauge, ob da vielleicht ein Tropfen Milch kommt — größer kann mein Schwanz eigentlich nicht mehr werden, jetzt fängst du an, sanft meine Eier zu kneten –„

„– das hab ich vergessen, das hast du ja so gern — dein Säckchen ist schon ganz klein, deine Eier dicht beim Schwanz — wie er mich ansieht — ich muß mich ducken, um nicht angespritzt zu werden — aber ich kann ja auch anders, ich beuge mich auch runter, nehme deine Spitze in den Mund — den muß ich schon sehr aufreißen — und spiele mit der Zunge um die Öffnung und umfahre den Kranz —

„– auch ich beuge mich noch tiefer und lecke deine Möse — entschuldige den Ausdruck –„

„Halt dich nicht mit so was auf! Mach weiter! — Du leckst die kleinen Schamlippen und den jetzt riesigen Kitzler und fährst mit der Zunge, so weit du kannst, in die Grotte, aber du kommst nur zum E-Punkt –„

„– um zum G-Punkt vorzudringen, nehme ich wieder den Finger, du stöhnst –„

„– ich kann es kaum noch aushalten — ich schrei: nimm mich, fick mich, nagel mich, spritz mir deinen Saft in die Möse –„

„– ich dring in dich ein, meine Eichel ist so dick, daß ich deine Scheidenwand von allen Seiten spüre, ich variiere die Stoßrichtung und massiere meine Eichel von allen Seiten –„

„– ich helf dir dabei — so groß und dick warst du noch nie, ja, du stößt hinten an, wo deine Sahne eigentlich auch hingehört — aber was ist das? Du ziehst deinen Kolben wieder raus — du brauchst doch keinen Interruptus zu machen — es ist uns doch jetzt völlig egal, ob dies ein Kind wird — aber jetzt dringst du wieder ein und fickst mich nur am Eingang — das ist besonders geil –„

„– für uns beide — ich kann schon nicht mehr — nicht mehr zurück — ich nagele immer heftiger –„

„– über die ganze Schwanzlänge — jetzt, jetzt bin ich gekommen, und ich spüre: Ich triefe innen vor weißer Sahne –„

„– und ich hab dir, glaub ich, alles gegeben, was ich in den Eiern hatte! — Sag mal“, fügte Peter in normalerem Ton hinzu, „bist du wirklich gekommen?“

„Ja, wirklich! Ich hab allerdings mit den Fingern auch gemacht, was du gesagt hast, du doch sicher auch?“

„Natürlich! Und ein Spritzer ging sogar auf den Telephonhörer.

„Gib nicht so an! Das kann ich mir nicht vorstellen. „

„Aber fast!“

„Dann war das ja ganz erfolgreich. „

„Sehr! Ich glaub, ich kann mir heute das Etablissement sparen. „

„Wie du meinst — ich will dich aber von nichts abhalten. „

„Hast du aber! — Was ist das eigentlich für ein Knacken in der Leitung?“

„Ich glaub, meine Mutter will mich anrufen, dann macht das Telephon manchmal solche Geräusche.

„Na, dann legen wir auf! Danke für die tolle Nummer! Tschüs bis bald!“

„Hoffentlich!“

Aber meine Mutter rief nicht an, den ganzen Abend nicht. Jahre später, bei seinem nächsten Besuch, gestand mir Peter, daß er nach meiner Verarztung doch noch in den Tanz-Puff gegangen und dort bei einer neunundvierzigjährigen leicht nymphomanen blondgefärbten Brünetten gelandet sei — Peter war damals vierunddreißig.

Ich hatte auch kaum etwas anderes erwartet.

Und, so sagte Peter weiter, habe ihm die gut deutsch sprechende Dame an der Rezeption seitdem mit einem breiten Grinsen den Zimmerschlüssel abgenommen und gegeben. Damit war nach Jahren auch der Grund für das Knacken in der Leitung gefunden.

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